Das sehe ich grundsätzlich anders!
So grundsätzlich richtig und wichtig diese Diskussion ist und so sehr allen zu danken ist, die sich daran beteiligen, um den Frauenhandball aus der Versenkung zu holen, ein entscheidender Aspekt fehlt bisher aus meiner Sicht:
Wenn wir die Kinder wieder verstärkt für den Handball begeistern wollen, müssen wir uns an die Eltern wenden! Denn nicht die 12 bis 18-jährigen sind die richtige Zielgruppe, sondern die 5 bis 10-jährigen. Hier schlummert das Potential für eine solide Basis und zukünftige Erfolge. Und diese Altersgruppe kommt nicht allein in die Sporthalle, da sind die Eltern der entscheidende Faktor, und die sind mehrheitlich zwischen 25 und 45 Jahre alt. Natürlich ist es nicht von Nachteil, den einen oder anderen Jugendlichen zu überreden, neben dem Smartphone auch mal einen Handball in die Hand zu nehmen und auf's Tor zu werfen, aber die große Masse bringt das nicht.
Natürlich dauert es, bis die kleinen Bambino's bei entsprechender Veranlagung und günstigen Rahmenbedingungen die Spitzenteams verstärken können. Letztendlich ist die daraus erwachsende Durststrecke aber selbstverschuldet, hat man doch viele Jahre den Focus nur auf den Spitzensportbereich gelegt. Frei nach Adenauer: junge talentierte Handballer kommen von alleine zu den großen Vereinen. Ein fataler strategischer Fehler, dabei war das Dilemma angesichts des rasanten Wachstums der sozialen Medien mit all seinen Auswirkungen schon frühzeitig absehbar.
Wie habe ich letztens geschrieben:
Der Weg wird lang und steinig.
Der WM-Erfolg wird daran nichts ändern. Er ist die Voraussetzung dafür, dass überhaupt genügend Handballfreunde bereit sind, diesen Weg zu beschreiten, damit das Ziel auch nur ansatzweise erreicht werden kann...