Durch die Ergebnisse bei den Wahlen ist jetzt mächtig Dampf auf den Kessel gekommen. Das ist sehr zu begrüßen. Der Ausstieg wird (parteiübergreifend) forciert werden, wie auch immer das im Detail später aussehen mag. Es wird funktionieren - wohl nicht bis 2017, aber vielleicht bis 2025 (und nicht erst 2050). Ohne die Grünen hätte es das vermutlich so nicht gegeben.
Ich bin sicher, dass es praktikable Lösungen im Rahmen eines Konsenses geben wird.
Am Rande: Als in den 80ern die Diskussion über die Umwelstschäden durch verbleites Benzin aufkam, sagte die Autoindustrie seinerzeit, es sei technisch unmöglich, alle KfZ mit zuverlässigen Katalysatoren auszustatten. Motoren würden eher kaputtgehen etc... Als Willy Brandt Bundeskanzler wurde, vermuteten viele Konservative, die BRD werde mit den 68er-Hippies in Anarchie stürzen. Als die Grünen in den Bundestag einzogen, sprach FJS vom "Untergang des christlichen Abendlandes" etc.)
In dem Ausstieg stecken meiner Meinung nach riesige Potenziale, nämlich Technologien für die Zukunft zu entwickeln und langfristig Weltmarktführer im Bereich der erneuerbaren Energieen zu werden. Die "Brücke" in die Zukunft wird verkürzt und nicht doppelt zementiert und betoniert. Dazu gehört natürlich auch ein (durch sanften Druck von Preiserhöhungen gefördertes) Umdenken, was den Umgang mit Strom angeht. Soll die Regierung doch nen Zwanni oder Fuffi als Abwrackprämie für mehr als zehn Jahre alte Gefrierschränke zahlen. Das würde ein erstes kleines, aber spürbares Ergebnis bringen.
Erst mit den deutlichen Anstieg der Benzinpreise achtete der normale Autokäufer auf die Verbrauchswerte von Neuwagen. Jetzt wirbt die Autoindustrie mit Verbrauchs- und CO2-Werten, die vor 15 oder 20 Jahren niemanden interessiert haben.
Man kann die ganze Diskussion selbstverständlich auch auf ein "Totschlagsargument" verkürzen: Wen interessieren CO2-Werte, Arbeitsplätze, Genehmigunsverfahren für Stromtrassen, Endlager etc, wenn so ein AKW in die Luft fliegt?
Es bleibt nur zu hoffen (auch wenn es wohl unrealistisch ist), dass jetzt nach und nach ein weltweites Umdenken beginnt und nicht erst noch (erdbebenbedingt) ein AKW in Kalifornieren explodieren muss...
Edit: Jetzt - urplötzlich - haben es auch Lindner, Brüderle und MCAllister ganz eilig... Über Nacht sind die von Rot-Grün geführten Konsensgespräche mit den AKW-Betreibern aus dem Jahr 2000 zum Vorbild geworden
http://www.spiegel.de/politik/deutsc…,753813,00.html