Ist ja alles richtig, was ihr schreibt. Wo liegen die Lösungsmöglichkeiten?
Es gibt durchaus Parteien, die sich für Volksabstimmungen einsetzen. Nur: kann man die wählen? Wer verbirgt sich dahinter? Oder schlicht: warum werden die nicht über die 5%-Hürde gewählt?
Es ist eben derzeit so, dass viele Wähler verdrossen sind. Der eine deshalb, der andere aus einem anderen Grund. Ich z.B. sehe die Diestwagensache mit Ullalala emotionslos, weil ich ohnehin der Ansicht bin, dass Minister und Abgeordnete viel zu wenig verdienen.
Gibt man ihnen einen ihrer Verantwortung entsprechenden Lohn (und verbietet gleichzeitig Nebeneinnahmen, soweit möglich), würden sich sicherlich auf viele Leute für diese Jobs interessieren, die sich mit der Materie auskennen (und die jetzt in Unternehmen sitzen, Freiberufler sind oder an den Unis hocken), weil das einfach lukrativer und attraktiver ist.
Wer mit einer Kompetenz, die der Verantwortung gerecht wird, hat denn wirklich Lust, seinen Job aufzugeben, um vielleicht für 4 Jahre Gesundheitsminister zu werden, wenn er weiß, dass er über solche Banalitäten stolpern kann (oder von der BLÖD wie eine Sau durchs Dorf getrieben wird), wie mit dem Dienstwagen nach Spanien zu fahren, obgleich diese Fahrt als Privatfahrt verrechnet wird und ihm die entsprechwenden Richtlinien dieses Recht ausdrücklich zugestehen?
Da muss man ja schon einen "Knigge-Beauftragten" einstellen, der vor möglichen Taten warnt, die die Springer-Presse und somit viele Wähler als "moralische Verfehlungen" auffassen.
Herrliche Ablenkung. Die wirklichen Zukunftsthemen interessieren nicht mehr.
Demnächst wird noch der Bundestagspräsident abgesägt, weil (in seinem Verantwortungsbereich) während der Sitzungen Mineralwasser für z.B. 1,20 Euro/Pulle ausgeschenkt wird, obwohl es doch donnerstags im Marktkauf ne ganze Kiste für 99 ct gibt...
Was bewirkt denn die populitische Aubauschung der Ulla-Geschichte neben der Tatsache, dass der SPD geschadet wird?
Die nomalen Bürger sagen sich unreflektiert frei nach Hilmi (Bang-Boom-Bang): "Er hat uns bescheißt. Bescheißen wir eine andere - Kreislauf!" und mogeln bei ihrer Steuererklärung, bei ihrer Haftpflichtversicherung, machen blau etc. und schaden damit allen und letztlich sich selbst.
Es krankt an vielen Ecken.
Niemand sagt offen, dass es vielleicht 2035 (eher 2020) keine Renten mehr geben wird/geben kann, wie wir sie heute kennen. Dann bekommt jeder Rentner ab 75 - unabhängig davon ob oder wieviel er eingezahlt hat - 500-600 Euro aus der staatlichen Kasse und gut ist, muss aber trotzdem weiter voll einzahlen, wenn er denn arbeitet.
Niemand sagt offen, welche Folgekosten die Atomstromgewinnung für die nächsten 1000 oder mehr Generationen haben wird und dass man aus dieser Nummer sinnig, aber jedenfalls rauskommen muss und deshalb die Energiepreise massiv steigen müssen.
Subventionen werden verschleudert. Öffentliche Kohle wird falsch investiert (z.B. Straßenausbau statt Schienennetzausbau für Güter) Egal.
Nur eine Handvoll Leute steigen (ansatzweise) durch unser Steuer- oder Rechtssystem durch. Sowas darf in einem gesunden Staat nicht sein. Auch wenn es mich selbst betrifft: Solange ein durchschnittlich intelligenter Bürger für einfache bzw. gängige Rechts- oder Steuerfragen einen Anwalt oder Berater braucht, um keine Nachteile zu erleiden, ist der Staat krank.
Solange mehr verwaltet und normiert als bewirkt wird, erst recht.
Es werden immer nur (aus reiner Bequemlichkeit) Symptome behandelt und Schnellschüsse (z.B. in der Bildungspolitik) gemacht, nicht nur um die Wahl zu gewinnen, sondern manchmal nur, damit man überhaupt was macht. Ob das Sinn hat oder nicht, interessiert nicht. Z.B. An kleinen Schulen müssen Lehrer schon heute mehr Zeit für Verwaltungsaufgaben aufwenden als für Unterrichtevor- und -nachbereitung. Da kann Pisa nur in die Hose gehen.
u.v.m.
Letztlich frage ich mich, was denn noch alles passieren muss, damit das Volk wieder demonstrieren geht. Offenbar geht es der weit überwiegenden Anzahl der Leute noch viel zu gut und Bequemlichkeit und Resignation überdecken alles andere. Da will ich mich gar nicht ausnehmen.
Ups, ist aufgrund einer gewissen Aufgebrachtheit etwas lang geworden und daher ganz sicher etwas unstrukturiert... Zum Glück geht die Arbeit jetzt weiter 