Nein, Michael, da brauchst du dir keine Gedanken zu machen. Es ist noch niemals in der elfjährigen Geschichte der Red Devils ein Sponsor - erst recht nicht einer der Hauptsponsoren (die zugleich Gesellschafter und damit die Vereinführung sind) angegriffen oder unter der Gürtellinie kritisiert worden. Warum auch? Der Fanclub weiß genau, dass es ohne die Sponsoren nicht geht und hat hohe Achtung vor diesem großen freiwilligen Engagement, das alles andere als selbstverständlich ist.
Lübbecke ist ein "Dorf". Da ist es mit der Distanz ohnehin schon schwer. Sie ist in vielen Bereichen auch gar nicht erwünscht. Man kennt sich z.T. seit ewigen Zeiten (Fans - Sponsoren), man duzt sich teilweise sogar wie selbstverständlich. Es sind z.T. Nachbarn, ehemalige Kollegen, Chefs oder Vereinskollegen beim Fußball, Schach etc. Man hat gemeinsame Bekannte, man trifft sich auf Feiern, Eltern sind mit dem Sponsor in eine Klasse gegangen u.s.w. Ein "Setz dich zu uns" im Restaurant ist keine Seltenheit, dabei interessiert nicht, ob der eine Millionen Umsatz macht und der andere Student, arbeitslos oder Fernfahrer ist. Distanz gibt es also eh nur bedingt.
Das ist ja auch die Stärke des Handballs auf dem Land, nicht nur bei uns. Eine Stärke, die es in Großstädten nicht gibt. Gegen die große Konkurrenz kann man sich dauerhaft nur durchsetzen (oder bestehen), wenn alle "Handballer"gemeinsam an einem Strang ziehen. Jeder freiwillig nach seinen Möglichkeiten. Die Hauptsponsoren marschieren voran und ermöglichen den Bundesligahandball und viele viele andere Menschen unterstützen das wie auch immer, allein der Sache wegen, weil es toll finden, in einer Stadt mit 25.000 Einwohnern einen Bundesligisten zu haben.
Ein Teil davon ist der Fanclub, der u.a. auch für die Stimmung in der Halle verantwortlich ist, wovon wiederum alle etwas haben. Der Fanclub kann kein Geld geben, aber Emotionen, Identifikation, Initiativen, positive Energien und Präsenz. Und das ist auch wichtig. Das Gefühl, dass es (auch) wichtig ist, wurde dem Fanclub am Mittwochabend überzeugend vermittelt.
Ich fand es klasse, dass eine (der Sache schädliche) atmosphärische Störung durch gute Kommunikation mit den Entscheidungsträgern in das Gegenteil verkehrt wurde.