ZitatOriginal von Felix0711
Ich denke, ein Beruf, dessen Inhalt es ist, den bildungsmäßigen Lebensweg der Kinder vorzuzeichnen und mitzuprägen, sollte nicht unterhalb eines normalen Ausbildungsberufes angesiedelt sein, Helge
Das Ganze soll den Beruf auch nicht aberwerten. Ich bin nur der Auffassung, dass die Ausbildung hier falsch läuft. Die Studenten müssen viel eher mit der grausamen Wirklichkeit des Unterrichts konfrontiert werden, um zu erfahren, ob der Beruf überhaupt der richtige für sie ist. Von einigen unbedeutenden Praktika abgesehen, merkt ein GS-Lehrer erst nach sechseinhalb Jahren nach zwei Staatsprüfungen, dass er sich doch mächtig verzockt hat und er keine Kinder mag. Dadurch kommen Lehrer an die Schulen, die uneigeignet sind, weil sie am Beruf keine Freude haben.
Didaktik und Methodik muss kommen da zu kurz. Es ist alles viel zu theoretisch und geht von falschen (pädagogischen) Ansätzen aus, die sich alle halbe Jahre ändern.
Nein, ich bleibe dabei: Ein Jahr gestraffte Praxis mit Didaktik- und Methodikkursen, die sich an der Wirklichkeit und nicht an abstrusen pädagogischen Modellen orientieren, sind eine bessere Ausbildung.
Ich habe hinreichend GS-Lehrerinnen im Freundeskreis, die das nach auch nach einiger Zeit an der Front (so nennen sie es) genau so sehen. Aber dann hätten ja manche Leute keine Arbeit mehr. An den Unis, die Schulämter, die Bezirksregierungen... Wer wil das schon? Es muss ja Leute geben, die nur dafür da sind, schwachsinnige Regelungen zu erfinden, um ihre eigene berufliche Existenz zu rechtferigen...
Aber ich weiche vom Thema ab:
Die beiden Studiengänge, die ich hautnah miterlebt habe, gehören grundlegend reformiert. Und mit Reform meine ich nicht, dass irgendwelche Prüfungsinhalte anders gewichtet werden. Es geht um Inhalte.
Um nochmals zu provozieren: Man darf nicht jeden Furz verwissenschaftlichen. Das wird an den Unis aber (naturgemäß) getan. Manche Dinge gebietet auch der einfach gesunde Menschenverstand und den muss man nicht in Fremdworte verpacken. Den hat man oder man hat ihn nicht.
Das Verpacken einfachster Lebenssachverhalte in pseudowissenschaftliche Schubladen gipfelnd in nichtssagenden seitenlangen Abhandlungen, die mit Fachausdrücken und Fußnoten überfrachtet sind ist ein ganz gewichtiger Grund dafür, dass es den Hochschulen an allen Ecken und Enden an Kohle fehlt!