Beiträge von Andi.Waffen57

    Rasmus Boysen hat mit seiner Kritik auf Twitter absolut Recht: Kolstad hat als Retortenverein noch nie etwas national oder international gerissen und ist zudem in der abgelaufenen Saison in der Europa League in Qualirunde 2(!) rausgeflogen. Sollen sie mit ihren ganzen Stars erstmal den unterklassigen internationalen Titel gewinnen, wird gegen die deutschen Mannschaften schon schwer genug. Da könnten sie in Berlin oder Flensburg auch im Vorbeigehen lernen, was echte, "authentisch gewachsene" Handball-Atmosphäre ist. Aber klar, da oben bei den Neureichen wird gerade Umsatz gemacht und wo Umsatz ist, ist die EHF stante pede mit dem nächsten Nachtzug zur Stelle. Sollte Kolstad wider Erwarten den Titel im ersten Anlauf holen - es bliebe ein äußerst fader Beigeschmack.

    Man kann also etwas zynisch das folgende Rezept erstellen: Hole einer nur groß genuge Zahl an Topstars zu einer Skihütte aus Irrelevanz und Marketing-Bachelor-Absolventen - die EHF kommt artig angedackelt und schenkt dir die Champions League. Das ist natürlich auch eine hervorragende Botschaft an alle Saudis, Kataris und sonstige Menschen- und Frauenrechtsfreunde, die zukünftig, ähnlich wie bei PSG, den Handball als weitere Sportswashing-Plattform für sich entdecken könnten.

    Bukarest dagegen, als Traditionsverein mit internationalen Titeln und 6 CL-Teilnahmen aus den letzten 7 Saisons, darf nicht teilnehmen obwohl dort der Handball im Gegensatz zu dem biederen Fummel in Norwegen noch mit Herz und Seele gelebt wird (Ist natürlich kein Argument, ich weiß).

    Wurde hier bestimmt schon an anderer Stelle oftmals betont, aber: Das Wildcard-System ist eine Farce vor dem Herrgott. Fast die Hälfte der Plätze wird nach einem völlig intransparenten Vergabeprinzip verteilt statt nach sportlichem Erfolg?! Da heißt es im Fußball schon immer, die UEFA macht was sie will und führt Systeme ein, die die eh-schon-Großen bevorzugt. Darüber kann man bezüglich der EHF ja nur müde lachen.

    Ein ganz klasse Verband ist das.

    Da ich ja hier offensichtlich derjenige war, der die "Schritte-Diskussion" losgetreten hat, folgender Kommentar dazu:

    In meinem Post ging es (wie man aus den einleitenden beiden Sätzen entnehmen kann) darum, die Liste der Flops um meinen persönlichen Flop der Saison zu erweitern. Es kann mir gar nicht darum gegangen sein, an anderer Stelle der Handballecke geführte Diskussionen über Schrittfehler wieder aufzugreifen oder neu zu entfachen oder - auf Grundlage dessen - hier irgendwen "zu bashen". Weil ich diese Diskussionen nicht kenne. Ich lese hier so gut wie gar nichts zur Bundesliga. Mein Herzensverein ist der TuS Ferndorf und darüber hinaus sind meine Kids Flensburg-Fans, also lese/schreibe ich hier quasi ausschließlich zu Ferndorf, Liga 3 und Flensburg, auch wenn ich in der HBL mehr als nur die SG schaue.

    Ich habe also nicht wirklich Kenntnis darüber, was hier wo für welche Debatten geführt werden. Entsprechend surreal finde ich es, dass plötzlich eine Horde erwachsener Männer (das ist nur Spekulation) angehopst kommt und Verhaltensweisen an den Tag legt, die in der Sozialpsychologie der Abwehr einer narzisstischen Kränkung zugerechnet werden - soll heißen: Muster, die in einem dem Gegenstand nicht gerecht werdenden Sinne Narrative auf sich beziehen, die eigentlich jeder Identitätsgrundlage entbehren - entsprechend nicht auf sich bezogen werden sollten/dürften.

    Ich habe bestimmt sechsmal geschrieben, dass es a) nicht nur Kristjansson ist, b) er nicht mal die Schuld dran trägt sondern nur die Regelschwäche ausnutzt und c) er trotzdem ein famoser Handballer ist. Habt ihr das Überlesen? Denn wenn nicht entsprechen etliche hier gezeigte Reaktionen nicht dem, was man von erwachsenen, mündigen Subjekten erwarten könnte. Dieses "Sich selbst angegriffen fühlen und Dinge auf sich beziehen" ist ein pubertäres Denk- und Verhaltensmuster, dass im Sinne des postpubertären Reifungsprozesses zu großen Teilen hinter sich gelassen werden sollte.

    Aber wenn hier scheinbar zig Leute unterwegs sind, die sich derart gebaren - Sorry, aber dann verliere ich die Lust an der Handballecke.

    "Unten bei uns" in den Drittligathreads und -foren ist das zum Glück aber bei weitem nicht so. Da kann sachliche, konstruktive Kritik geäußert werden ohne dass sofort die Charaktermaske der Opferrolle aufgesetzt wird.

    Man man man, echt enttäuschende Reaktionen. Und auch rein praktisch gesehen: Echt enttäuschend, dass es nicht anschließend direkt mit den Flops und Tops weiterging, sondern hier 4 volle Seiten lang das beschriebene Geplärre von Statten geht - und einzelne User sogar persönlich angegangen werden.

    Menschen "abartig" zu nennen wegen einer Meinung zum Handball - das ist abartig. Da würde ich mir auch mehr Feingefühl der Moderation wünschen, so etwas muss auf einem zivilisierten Marktplatz der Ideen eigentlich Konsequenzen nach sich ziehen.

    Vieles, was ich hier geschrieben hätte, ist schon geschrieben worden.

    Was für meine Begriffe noch fehlt - und zwar als massiver Flop:

    Der schnelle, moderne "Handball von Heute" kriegt immer größere Probleme mit der Schrittfehler-Regel. Das ist natürlich nicht nur ein Problem der HBL sondern des Spitzenhandballs allgemein. Aber da ich eben hauptsächlich die HBL schaue, stößt es mir da eben am dollsten auf. Das nervt mich so sehr, dass ich teilweise während der Spiele die Lust verliere.

    Die Sportart verändert sich komplett, wenn der Angriffsspieler in 1vs1-Situationen regelmäßig bis zu 5 Schritte macht, 3 davon in der Vor-Kontakt-Phase zur idealen Positionierung der Hüfte bzw. des Körpers allgemein, um dann diesen irregulär erzielten Stellungsvorteil nur noch mit hoher Explosivkraft nach Hause fahren zu müssen.

    Auch wenn es nicht fair ist, sich bezüglich dieses allgemeinen Problems an einzelnen Spielern festzubeißen - und auch, wenn die SCM-Fans hier vermutlich stark protestieren werden - für mich manifestiert sich dieser Missstand in der Spielweise von Gisli Kristjansson.

    Er macht diese Saison 152 Tore in 31 Spielen. Wird als Weltklassespieler bezeichnet. Er spielt ohne Frage absolut beeindruckend und wird als einer der Großen der Spielmacherposition gesehen, teilweise sogar als (durch die Form und Verletzungen des letzteren bedingt) stärker denn Gottfridsson.

    Da stellt sich mir aber wirklich die Frage: Wieviele von diesen 152 Toren hätte er gemacht, wenn die Schrittfehler-Regel konsequent angewendet worden wäre? Ist er nur Weltklasse, weil er mit beschriebener, irregulärer Vorteilsbeschaffung dann eben seine unheimliche Schnelligkeit und Athletik ausspielen kann - einer der großen Profiteure dieser Regel-Krise?

    Das soll nicht ketzerisch klingen, versteht mich nicht falsch. Und natürlich kann man ihm da nicht die "Schuld" für geben. Wenn der Schiri nicht pfeift, würde ich es auch immer wieder machen - führt ja schließlich zum (Tor-)Erfolg. Und ich will auch Kristjanssons Talent nicht schmälern. Der ist unheimlich athletisch und hat zudem ein sehr gutes Gefühl für den Spielrhythmus.

    Aber, und das ist so ein bisschen mein Fazit, wenn heute Spieler als Weltklasse bezeichnet werden, sie aber eigentlich (in meinen Augen) nur maßgeblich davon profitieren, dass die gesamte Sportart da ein gewaltiges Problem mit der Konsequenz der Regelverfolgung hat, dann fragt sich insbesondere der langjährige Handballfan, ob das noch die Sportart ist, die man früher so geliebt hat. Den ganzen Kram mit 7. Feldspieler hin oder her.

    Es ist ein bisschen so, als würde im Fußball die Abseitsregel nur in 2/10 Fällen ernst genommen: Die Stürmer wissen das irgendwann, stellen sich drauf ein und erzielen unheimlich viele Abseitstore, weil sie einfach direkt vorne am Strafraum warten - völlig egal wo die Abwehrkette steht. Klar schießt man so viele Tore und es sieht sicher auch spektakulär aus, wenn die langen Bälle alle punktgenau beim wartenden Stürmer landen. Aber wäre das Weltklasse? Und wäre das dann "wirklich Fußball"?

    Dieses Schritte-Problem hat sich diese Saison in der HBL für meine Begriffe nochmal verstärkt. Und es ist, das ist wichtig zu betonen, natürlich nicht nur Kristjansson, der das Problemkind ist. Aber bei ihm fällt es eben besonders auf, insbesondere in Verknüpfung damit, wie sehr er in den Himmel gehoben wird.

    Die Verbände werden schnell Lösungen finden müssen. Sehr schnell. Sonst läuft man Gefahr, dass sich insbesondere nach wichtigen Spielen immer die gleichen Diskussionen einstellen werden. Siehe z.B. auch die entscheidenden dänischen Meisterschafts-Momente dieser Saison.

    Da schädigt sich der Handball ungemein selbst.

    Klang bei Kevic schon vor 4 Jahren nach Abschied.

    https://www.handball-world.news/o.red.r/news-1-1-62-120957.html

    Er hat 2 Jahre nach diesem Artikel bzw. der Aussage "[...] und bin mit nunmehr 33 Jahren auch so langsam am Ende einer wunderbaren Handballkarriere." für die Nationalmannschaft debütiert und die WM '21 in Ägypten gespielt, trotz der Konkurrenz von Karacic, Cindric und Duvnjak auf RM. Diese Saison 42 Europapokal-Tore und Kapitän des kroatischen Vize-Meisters. Klingt alles nicht so nach Abschied und letzte Rille.

    Und mit alten Spielern aus höheren Handball-Gefilden, die im schönen Siegerland die idealen Bedingungen für das Vereinbaren der beiden Faktoren "Noch leistungsbezogen Handball spielen" und "Anfangen, ein bürgerliches Leben für die Zeit danach aufzubauen" gefunden haben, ist der TuS in der Vergangenheit sehr gut gefahren. Stichwort Amund Toft, Orlov oder auch Koke.

    PS: An letzteren hat mich erinnert, dass auf der Homepage von Nexe geschrieben steht, dass Kevic dort parallel zum Handball Wirtschaftswissenschaften studiert. Falls er damit noch nicht fertig ist, könnte er es an der Uni Siegen fortsetzen (Das ist aber nur reine Spekulation). Koke hat damals in seiner Zeit bei uns seine Diss fertig geschrieben.

    Ein weiterer Kroate findet seinen Weg in den Hexenkessel Stählerwiese, und es ist der 37jährige Janko Kevic. Aktueller Kapitän des kroatischen Topteams RK Nexe. 225 Tore in der EHF Europa League, dazu 20 weitere im EHF Challenge Cup. WM-Teilnehmer 2021. Das liest sich brilliant. Der sportliche Leiter Mirza Sijaric (seines Zeichens bosnischer Kroate) hat im letzten Jahrzehnt schon etliche saustarke Kroaten ins Siegerland gelotst. Entsprechend bin ich mir sicher, dass dieser Wechsel auch unter dieser Kategorie "Mirzas Netzwerk" verzeichnet werden kann.

    Skeptikern bezüglich Kevics Alters muss man entgegenhalten, dass er in den diesjährigen Viertelfinals der Europa League in den beiden Spielen gegen Bundesligist Frisch Auf Göppingen (!) mit 7 und 8 Toren (!!) jeweils bester Torschütze seines Teams (!!!) war. Was soll das Alter da für ein Argument sein? Wer noch vor einem knappen Monat zu solchen Leistungen fähig war, der wird dem TuS Ferndorf in der dritten Liga immens weiterhelfen. Dass er direkt für 2 Jahre unterschrieben hat, spricht auch gegen ein "Ich lass es hier gemütlich ausklingen" und für nach wie vor vorhandenen sportlichen Ehrgeiz.

    Mit ihm, Karaula und Eres werden dann wohl mindestens 3 Kroaten in der Start7 der kommenden Saison stehen. Wenn man noch für Rückraum Rechts einen kroatischen Mundus-Ersatz holen würde, hätte man sogar einen reinen Hrvatski-Rückraum ^^

    Ich habe mal etwas gekramt und die Mannschaftsfotos der Saison 2010/11 (In der Brauerei) und 2009/10 (Vor der Brauerei) in den Anhang hochgeladen (Keine Ahnung, ob es funktioniert hat!)

    Darauf ist erkennbar: Stelzenbach und Klatt waren 10/11 die beiden Kreisläufer des Teams. Maik Pallach hat den Verein damals vor dieser Saison verlassen und mit Klatt zusammen das Kreisläuferduo der Saison 2009/10 gebildet, in welcher wiederum Klatt Neuzugang war und sein erstes TuS-Jahr gespielt hat. Wir haben also beide Recht ;)

    Andi.Waffen57

    Dürfen die Verantwortlichen des Vereins den letzten Satz aus Deinem Posting #58 als Bewerbungsschreiben werten ?? Ich denke nicht, dass beim TuS Ferndorf jemand was gegen ehrenamtlich arbeitende Personen einzuwenden hat. Denn man sollte (gerade wenn wir uns nicht im Profisport bewegen) einige Dinge erst mal selber besser machen, bevor man den Finger in die Wunde legt. Denn das können im Jahre 2023 leider die allermeisten da draußen am besten = sagen wie es nicht geht !!

    Ich weiß ja nicht, wie lange du den TuS schon digital medial verfolgst. So in der Zeit 2016 - 2017 hatte der TuS eine deutlich stärkere Öffentlichkeitsarbeit als es heute der Fall ist, und - da bin ich mir sicher - damals hat man auch nicht mehr Geld für diese Sparte zur Verfügung gehabt als heute. Als Beispiel sei einfach nur das Videoformat "Ferndorf Aktuell" angeführt, in welchem es sogar "Specials" gab, bei denen der Vereinsmitarbeiter mit Spielern an unterschiedlichen Locations lockere Interviews gedreht hat. Für mich, der damals bei weitem noch nicht so vertraut und sicher im Umgang mit den digitalen Medien war, war das zu der Zeit beeindruckend und ein sehr hochwertiges Angebot. Ich habe damals beruflich in einem anderen Teil Deutschlands als dem Siegerland gewohnt und konnte der Mannschaft trotzdem hautnah verbunden bleiben , daher habe ich die Filme auch in so guter Erinnerung bewahrt. Die Clips sind noch auf dem TuS Ferndorf YouTube-Kanal zu finden, falls man sich selbst ein Bild machen möchte. Das aktuellste Video dort ist übrigens von vor über 2 1/2 Jahren... Das steht für mich ein bisschen sinnbildlich.

    Aber lassen wir das Gerede über Verbesserungspotentiale, mit (konstruktiver) Kritik geht der gemeine Siegerländer Broddelkopp ja sowieso ned so gerne um.

    Viel wichiger: Ein neuer Cheftrainer ist auf der Vereinshomepage verkündet und es ist Ceven Klatt! Ich halte das für eine attraktive Lösung, gerade aufgrund seiner TuS-Vergangenheit. Die Zeit damals, als er mit Chr. Stelzenbach das Kreisläuferduo gebildet hat, war in etwa der Startschuss für die rasante und positive Gesamtentwicklung der 1. Mannschaft bis heute und ich bin gespannt, ob er nun in neuer Funktion dazu beitragen kann, dass es zurück ins deutsche Handball-Unterhaus geht.

    Rostyslav Polishchuck wird den Verein auch verlassen!

    Sollte dem so sein wäre es schade, ich hatte mich bei ihm insbesondere nach den letzten Wochen darauf gefreut, was da gehen könnte, wenn er eine komplette und reguläre Vorbereitung mit dem Team absolviert.

    Zumal er selbst im WP-Interview aus vergangenem Dezember noch sagte: "Mein Vertrag läuft bis 2024.". Quelle (hinter Paywall): https://www.wp.de/sport/lokalspo…d237240873.html

    PS: Gerade den Vorbericht zum letzten Heimspiel gelesen, da wird der Polyshchuk-Abgang in einem Nebensatz(!) tatsächlich bestätigt. Eine eigene Meldung war er der herausragend brilliant arbeitenden Öffentlichkeitsabteilung des Vereins wohl nicht wert.

    Angesichts der identischen Reihenfolge vermute ich, dass sich Dukies Spekulation auf einen Artikel aus der heutigen Westfalenpost bezieht:

    "Die neue West-Staffel könnte sich so zusammensetzen: TV Emsdetten, HSG Krefeld Niederrhein, TuS Ferndorf, VfL Gummersbach II (beide umgruppiert aus Süd-West), Longericher SC Köln, Bergische Panther, TuS Spenge, Ahlener SG, TuS 1882 Opladen, TV Aldekerk, SGSH Dragons, LIT 1912 II, TSG Altenhagen-Heepen (Meister Oberliga), interaktiv.Handball (Meister Regionalliga Nordrhein). Damit wären noch zwei Plätze frei. Einen könnte sich das Team HandbALL Lippe II sichern, falls die Ostwestfalen die zurzeit noch laufende Abstiegsrunde erfolgreich bestehen."

    Quelle (Hinter einer Paywall): https://www.wp.de/sport/lokalspo…d238481683.html

    Sollte das direkte Zitat gegen Urheberrecht verstoßen, bitte löschen.

    Die Regeln sind doch von Anfang an für alle bekannt und gleich !

    Bei einer " einfachen " Runde kann man halt Glück oder Pech haben .

    Emsdetten hat zu Hause ! Unentschieden vs Vinnhorst gespielt, sie hätten nur gewinnen brauchen.

    Stichwort Glück oder Pech: Das Ding ist, dass der "Heimvorteil" ein rein metaphysischer Vorteil ist während das Erzielenkönnen von Auswärtstoren bei gegenwärtigem Regelwerk einen ganz konkreten solchen darstellt. Vor diesem Hintergrund hätte wohl jedes Team liebend gern auf den Heimvorteil verzichtet, wenn man damit einer Situation, wie sie nun Emsdetten wiederfahren ist, entgehen kann. Da hätte man beim DHB diese Auswärtstorregel bei einer Einfachrunde außer Kraft setzen müssen, hat aber wohl gepennt. Als TVE würde ich mir deshalb den Weg vors Sportgericht offen halten.

    Laut diesem Artikel ist Vinnhorst ebenfalls fix aufgestiegen. Die Regelung empfinde ich vor dem Hintergrund einer Einfachrunde eher suboptimal.

    https://www.handball-world.news/o.red.r/news-1-1-63-151999.html

    "Im letzten entscheidenden Schritt zählen dann allerdings die Auswärtstore, durch die Einfachrunde hatte Emsdetten allerdings den Heimvorteil auf seiner Seite und konnte keine Auswärtstore erzielt - Vinnhorst hat dieses Kriterium mit 25:0 somit auf seiner Seite [...]"

    Wenn das stimmt, ist es eine komplette Farce ^^

    ist die Rolle des GF eines Vereins zwischen Liga 2 und 3 so attraktiv.?

    Gute Frage. Die Stellenausschreibung vor der Einstellung von Schöneseiffen war im Jobbörsen-Portal der Spoho Köln inseriert. Wenn man dort Sportmanagement studiert bzw. studiert hat, sowieso "aus dem Handball kommt" und seine ersten Gehversuche und Duftmarken in diesem Business setzen möchte, halte ich die Vollzeitstelle in einer semiprofessionellen Vereinsstruktur mit viel, viel Wachstumspotential für überaus attraktiv. Daher war Schöneseiffen rein auf dem Papier eigentlich die Idealbesetzung, zumal er aus der erweiterten Region kam. Umso bitterer, dass er wieder weg ist.

    PS: Man sollte in Bezug auf deine Frage im spezifischen Fall Ferndorf auch nicht den Faktor "Autobahnbrücke Lüdenscheid" unterschätzen. Da hat man einen realen Standortnachteil, wie viele andere Unternehmen der Region auch.

    Jens Westen: Ein Mann, dem die Verbitterung (über was auch immer) ins Gesicht betoniert ist. Pseudo-provokativ ist er seit eh und je, die negativen Zwischentöne wirken, als würden sie ihm seelische Befriedigung geben. Habe mich oft gefragt was das soll.

    Das war gerade aber der Gipfel. Als allererstes im Interview mit dem Toptorschützen implizit darauf hinzuweisen, dass er 10 Fehlwürfe hatte ist unter aller Kanone. Der Spieler hat völlig Recht. Soll er nach so einem Spiel und so einer kämpferischen Mannschaftsleistung mal positiv ins Interview starten und nicht sofort seine ewige innere Frustration in dieser typisch passiv aggressiven Manier rauslassen.

    Der Typ ist finished und einer der wenigen Gründe warum ich froh bin, dass Sky die Lizenzen bald nicht mehr hat.

    Andersson hat es nicht geschafft, die Mannschaft über den Saisonverlauf hinweg weiterzuentwickeln. Die Stagnation seit Oktober war angesichts des vorhandenen Talents unverständlich, zumal er der Mannschaft in der Rückrunde der Vorsaison einen immensen Fortschritt zufügen konnte. Mundus hat Rückschritte gemacht, Karaula ist nicht in die Fußstapfen getreten, die für ihn ausgeschildert waren. Fanger? Die Torhüterleistung ist im Laufe der Saison immer schlechter geworden. Mattis Michel war einer der konstantesten Kreisläufer der 2. Liga, zuletzt wirkte er über eine längere Zeit formschwach. Aber das Kapitel Andersson ist Vergangenheit, also bringt die Fehleranalyse seiner Ära nur noch bedingt etwas. Blick nach vorne.

    Liest man nochmal die Medienberichte zur Einstellung von Sebastian Schöneseiffen als "Hauptamtlicher Assistent der Geschäftsführung", so wird da zumindest für meine Begriffe ersichtlich, dass er mit der Zeit immer weiter in die Verantwortung hätte rücken sollen, um - wie es zuvor auch mit Maximilan Huxoll gedacht war - dann irgendwann die reguläre Vollzeitbesetzung dieser exorbitant wichtigen Position zu bilden. Nun heißt es, dass Schöneseiffen sich beruflich umorientieren und dem Sportbetrieb den Rücken kehren will. Diese Umentscheidung lässt nicht nur mich etwas ratlos zurück. Wenn er doch damals als Assistent einen Weg vorgezeichnet bekommen hat und klar abgesteckt war, wo dieser Weg hinführen soll, dann muss er ja motiviert gewesen sein, diesen Weg auch zu gehen und in die Rolle als Geschäftsführer hineinzuwachsen. Warum also nun die Umentscheidung? Was ist in dem (nicht-mal-)Jahr als Assistent geschehen, dass die nicht unattraktive Perspektive plötzlich unattraktiv geworden ist? Huxoll und Schöneseiffen haben beide nicht mal ein Jahr lang "gehalten". Auch wenn da kein Zusammenhang bestehen mag, wirft das doch mindestens ein fragliches Licht auf die Management-Ebene beim TuS. Wer weiß, wie schwierig die Suche nach einem Huxoll-Nachfolger damals war, wird sich fragen, welches Bild der neuerliche Schöneseiffen-Abgang nun für potentielle Nachfolger abgibt.

    Zudem wurde damals geschrieben, dass Schöneseiffen unter anderem für die Kaderplanung zuständig sein soll. So etwas geschieht für gewöhnlich immer in enger Zusammenarbeit mit dem Cheftrainer um dessen Vision von Handball so gut wie möglich zuzuarbeiten und das richtige Personal bereitzustellen.

    Nun hat man (zumindest nach Außen hin) derzeit weder einen Kaderplaner noch einen Cheftrainer, und dass obwohl die Ligazugehörigkeit der nächsten Saison allerspätestens seit dem 29.04. feststeht. Bisher sind nur Abgänge verkündet, kein einziger Neuzugang. Das sieht von Außen leider nach Chaos, nach Kompetenzgerangel und dem Nichtvorhandensein eines klaren Plans aus.

    Quo vadis, TuS?

    Was ist denn in Ferndorf los?

    Trainer Andersson, Mihaljevic und Diebel gehen zum Saisonende. Ist anscheinend doch nicht Eitel Sonnenschein in Ferndorf... oder wie seht Ihr das "stählerne Wiese", "Andi.Waffen57"?

    Es ist kompliziert. Ein Neustart im Sommer ist unvermeidlich und könnte größer werden als bisher vermutet. Umso weniger ist es nachvollziehbar, dass man den Spielertrainer der 2. Mannschaft in der Oberliga zu einem anderen Drittligisten gehen lässt. Vermutlich werden noch mehr Spieler gehen. Welches Material der neue Trainer wohl vorfindet? Und wieviel Geld und Zeit um Neuzugänge zu holen?

    Man kann Andersson natürlich vorwerfen, dass er es nicht geschafft hat, der Mannschaft diese Saison eine merkliche Weiterentwicklung beigefügt zu haben. Es macht aber auch den Anschein, als wäre man letzte als auch diese Saison daran gescheitert, dass man einer zu jungen und unreifen Truppe vertraut und auf erfahrene Leaderfiguren verzichtet hat. Die Einsicht und die Korrektur letzten Winter kam zu spät. Danach hat Anderssons Ball auch gefruchtet. Aber danach hätte man Lehren ziehen können. Umso bitterer, dass es auch diese Saison wieder den Anschein macht, als wäre die Fehlerursache eine ähnliche.

    Vielleicht ist es aber auch besser so. Vielleicht hat man jetzt die Chance, ruhig und sachlich den Unterbau des Vereins wieder zu konsolidieren und nimmt dafür 2-3 Jahre dritte Liga in Kauf. Wir werden es sehen.