Beiträge von Andi.Waffen57

    Andreas Bornemann verlässt den TuS im Sommer. Das ist ein herber Schlag, auch wenn er in seinen bisherigen 11 Spielen diese Saison nicht an das Niveau der Vorjahre rangekommen ist. Dennoch ein absoluter Leistungsträger.

    Abgänge von Spielern im Leistungssport - normal, geschenkt. Abgänge von Leistungsträgern - auch geschenkt.

    Aber der Zeitpunkt der Verkündung ist für mich, euphemistisch gesagt, unglücklich.

    Man hört gefühlt den ganzen Januar über gar nichts, die Öffentlichkeitsarbeit wird immer schwächer - und anstatt der Verkündung eines Neuzugangs auf RM, nach dem das ganze Siegerland lechzt, wird die ewige Social-Media-Funkstille durch eine solche Abgangsmeldung durchbrochen. Ohne mir anmaßen zu wollen, Bornemann methaphorisch mit einer Ratte gleichzusetzen - so hat das Ganze doch etwas von der berühmten Redewendung mit dem "Sinkenden Schiff". Optimismus für die Rückrunde geht anders.

    Wenn der hier bereits angebrachte Gedanke einer Zentralisierung aller relevanten Handball-Übertragungen auf einer einzigen Plattform möglich erscheint, so mögen doch bitte die diesbezüglich Fachkundigen einmal eine grobe Konzeption erstellen, wie so etwas "grass-roots" aufgezogen werden könnte. Es bräuchte zwar wohl trotz allem Aufbau "von unten" Investoren - und sicherlich könnte man die Lizenzen wohl angesichts deren Preise nicht von den aktuellen Inhabern "freikaufen", sondern müsste die bestehenden Verträge erst auslaufen lassen. Aber ich sehe, ähnlich wie Capitano, ein Akkumulationspotential für besagte mögliche Investoren. Das kann, bei einer fundierten Ausarbeitung eines solchen Strategiepapiers, lukrativ sein.

    Aber auch jenseits des Einstiegs von Großkapitalen halte ich alternative Finanzierungsmodelle, bspw. a la Kickstarter, für durchdenkenswert. Man müsste es nur wirklich mal "gescheit" konzeptionalisieren. Ich persönlich wäre jedenfalls bereit, gegen Partialanteile an einem solchen Projekt eine größere Summe locker zu machen und sicherlich gibt es einige Hundert da draußen, die das ähnlich sehen würden. Weniger aus finanziellem Eigeninteresse (von mir aus auch gerne ein Nullsummenspiel) - es geht mir um den Handball.

    Wenn man sich an die Anfänge von DAZN zurückerinnert, so war das zwar nicht wirklich "grass-roots", aber im Vergleich zu beispielsweise Sky oder Amazon Prime dann doch relativ "underground" - mit eher studentisch wirkendem Flair was die Schlichtheit des technischen Unterbaus oder die lockere Atmosphäre in den Übertragungen und drum herum anging. Nix mit Hochglanzsstudios; und trotzdem nie unprofessionell - eben einfach sympathisch. Bis dann die Kommerzialisierungsspirale losging, die just ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hat.

    Ich halte eine solche Idee für tatsächlich weiterdenkenswert - allein mir fehlt ein akademischer Abschluss in Sport, Medien- und Kommunikationsforschung oder eine einschlägige Branchenerfahrung, wie sie jedoch hier der ein oder andere vorweist.

    Denkt mal darüber nach, im Sinne des Handballs. Der Zeitpunkt erscheint auf den ersten Blick günstig. Und was könnte man als Sportart gegenüber den unfassbar kommerzialisierten Franchise-Märkten namens US-Sport oder Fußball an Sympathie gewinnen, wenn "die (internationale?) Handball-Community" so etwas (mit finanzieller Unterstützung) auf die Beine gestellt bekäme.

    PS: Bevor jetzt hier die Broddelköpfe kommen und einen solchen Ansatz als "unumsetzbar" in Grund und Boden reden, denkt dran, dass Knallkopf-Kaiser Wilhelm 2 der festen Überzeugung war, dass sich das Automobil gegenüber dem Pferd niemals durchsetzen werde.;)

    Normalerweise ist eine Trainingseinheit im Amateurbereich ja so aufgebaut, dass man sich über (spielerisches) Aufwärmen, atlethische und technische Aspekte zu den spielerisch-taktischen Komponenten im letzten Drittel (idealerweise bei 1,5h Training) hinbewegt. Du kannst also ganz entspannt reinstarten, dir das Ganze erstmal aus einer eher "passiven" Rolle anschauen und dir sicher sein, dass niemand von dir erwartet, dass du mit dem Ball schon gewisse Sicherheit vorweisen kannst, die Abläufe kennst oder Veranwortung in Spielsituationen übernimmst. Und wenn du beim Torhüter warmschießen die Bälle alle unter die Decke zimmerst, ist das auch absolut kein Drama. Betrachte es eher gegenteilig und freu dich über alle Aktionen, die dir gelingen - und sei es nur ein Wurf in die richtige Ecke eben beim TW-Warmschießen.

    Locker bleiben und Spaß haben ist die Devise:)

    Das Gerede hier ist teilweise unerträglich. Wie geht dieser obszön-pubertäre Spruch nochmal, "Ich mag Silvester nicht, da saufen auch die Amateure" ?

    Übertragen auf Nationalmannschaft und die Großturniere heißt das wohl, dass dort leider auch jedem völlig handballsachverstand-freien Lelles (wie man bei uns im Siegerland sagt) das Gutdünken danach steht, den ökologischen Fußabdruck des Internetz mit virtueller und kognitiver heißer Luft weiter zu verschlechtern.

    Da sei mir der Ligahandball viel lieber. Da haben die meisten, die's verfolgen und kommentieren, wenigstens ein klein wenig Ahnung und Anstand.

    Das gute Wetter wird es nicht sein, dass die Spieler ruft - dort wird offensichtlich richtig Kohle in die Hand genommen

    Quatsch - das hauptsächliche Argument ist die frenetische Leidenschaft, die in den norwegischen Handball-Palästen zelebriert wird. Immerhin haben 6/14 Mannschaften der 1. norwegischen Liga einen Zuschauerschnitt von über 500! Da werden die Hallen kochen - welchen Ausnahmesportler reizt das nicht?

    Spannender Thread!

    Ich denke, mehr Transparenz würde in dieser Hinsicht allen Vereinen gut zu Gesicht stehen. Böse Überraschungen oder eine Divergenz zwischen irgendwann mal getätigten Aussagen und der finanziellen Realität mag kein Fan, egal welcher Mannschaft.

    Zum TuS Ferndorf (dessen Offenheit ich diesbezüglich sehr schätze):

    Es gibt eine Deckungslücke von über 200.000€. Diese setzt sich zusammen aus einzelnen Faktoren, die jedoch alle auf die Covid-Pandemie zurückzuführen sind. Die wirtschaftliche Bilanz vor der Pandemie war wachsend bis ausgeglichen und seit langen, langen Jahren nicht im Minus.

    Der Gesamtetat ist dementsprechend zwar noch nicht gedeckt, der Vorsitzende der Spielbetriebs-GmbH hat sich jedoch in der Presse verhalten optimistisch geäußert, dass man das noch hinbekommen könne. Ein Abstieg in die 3. Liga wäre für den Verein aber auch kein Beinbruch - zumindest ökonomisch. Sportlich kann man das anders sehen.

    Spannend wäre nun, diese Situation im Vergleich zu den anderen Vereinen zu sehen - nur so könnten sich auch etwaige, standortspezifische Unterschiede auftun. Ich gehe jedenfalls mal nicht davon aus, dass es uns besonders hart getroffen hat und kann mir vorstellen, dass andere Vereine in sehr real vergleichbaren Situationen sind.

    Alles bezieht sich auf die folgende Quelle:

    https://www.siegener-zeitung.de/siegen/c-sport…as-geld_a259403

    wieso muss es ein fester betrag sein ?

    könnte und wäre durchaus üblich, dass die summe dynamisch ist und auch prämien für erreichte ziele ausgelobt werden

    m.e. ist so ein vertrag grad mit einem "hauptpartner" ein bisschen wir lottogewinn-

    So ist es normalerweise im Bereich von Sportkapitalen, wie auch die SG eins ist, üblich. Verbreitet sind auch Modelle, in denen sich die (halb-)jährlichen Chargen regelmäßig gestaffelt erhöhen - dann aber vorher festgelegt und nicht mittels Prämien. Ein langer Vertrag und ggfs. auch eine konkrete Investitionssumme sind meist nur in dem Fall etwas schlechtes, wenn sich übereifrige Aufsichtsräte die Gesamtsumme für X Jahre direkt zu Vertragsbeginn auszahlen lassen und damit gehörigen Schlamassel auf dem Transfermarkt veranstalten. Mit so etwas wird die SG aber nie- niemals etwas zu tun haben. Daher finde ich, dass es auch Champagner auf der Geschäftsstelle sein darf und nicht nur der teuerste von Metternich. Chapeau - Flensburg demonstriert den GmbH's Handball-Deutschlands seit Jahren, dass sie das Große Einmaleins der sport-betriebswirtschaftlichen Künste in einem Maße beherrschen, wie es ihnen wenige gleich tun.

    Das neue Forum-Design bringt eine nette Spielerei mit sich, und zwar wird die Aufrufs-Anzahl der einzelnen Threads angezeigt.

    Und unter den "Saison 2021/22-Threads" der 2.Handball-Bundesliga ist unsere kleine TuS-Ferndorf-Ecke in der Handballecke tatsächlich der meistgelesenste Thread. Natürlich ist der Vergleich untauglich, da z.B. Gummersbach oder Dessau einen "Allgemeinen" Thread haben, der nicht nach Saisons unterschieden wird. Aber unter denen, die es handhaben wie wir, sind wir führend (17k), dicht gefolgt vom Absteiger Eulen (16k). Nicht, dass man mir jetzt ernsthaft unterstellt, ich wollte da eine peinliche Competition oderso draus machen.

    Wir haben es aber scheinbar wirklich geschafft, hier so etwas wie einen funktionierenden, (mal mehr mal minder) fachlichen Diskurs rund um das Geschehen um den TuS Ferndorf aufzuziehen - der offenbar sogar interessiert verfolgt wird. An dieser Stelle bedanke ich mich daher bei allen Mit-TuS-Fans hier im Forum für ihren kleinen aber feinen Beitrag zum Erhalt einer der grundlegenden Tugenden der Demokratie - der freien Debatte.

    Mit Strakeljahns Verletzung erfüllt sich vermutlich nun doch mein lang ersehnter Wunsch nach einem Neuzugang auf der Rückraum Mitte. Na toll. So war das natürlich nicht gemeint.

    Zitat WP: "Ob der TuS Ferndorf angesichts dieses längerfristigen Ausfalls eines weiteren Leistungsträgers nun doch reagiert, ließ Mirza Sijaric offen: „Wir sondieren bereits seit einigen Wochen den Spielermarkt und werden versuchen, unseren Kader zu verstärken.“

    Quelle: https://www.wp.de/sport/lokalspo…d234221811.html

    Gute Besserung und schnelle Genesung an Simon Strakeljahn. Den Jungen brauchen wir noch. Bin mir sicher, dass das für ihn kein Rückschlag ist, er wird stärker zurückkommen.

    Nun, die hier zu Genüge dargelegten Mängel im Spielaufbau
    waren über den Verlauf der ersten 15 Spiele zu gravierend, als dass ich in der
    Annahme mitgehen könnte, ein Sieg gegen Bietigheim verheißt, dass diese
    zukünftig alle gelöst sind. Ohne die zarte Euphorie schmälern zu wollen - Es
    werden auch wieder Niederlagenserien kommen. Es war ja eben bisher kein Problem
    der Tagesform, sondern ein Strukturelles: Ein Defizit in den Kategorien
    Angriffsstruktur und Spielleitung. Und wenn man hier korrigierend ergänzt, dann
    kann man dieser jungen Truppe genau das kleine Bisschen Stabilität geben, das
    sie noch braucht, um wirklich durchstarten zu können. Da schlummert noch so
    dermaßen viel Potential... Es ist unter diesem Gesichtspunkt wirklich ein
    Jammer, dass Faulenbach verletzt ist. Wo du natürlich Recht hast: Es kann
    vielleicht tatsächlich auch ohne funktionieren.

    Aber: Unterschätzt nicht, dass man nach wie vor genauso viele Punkte
    Rückstand auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz hat, wie man bisher überhaupt
    geholt hat. Ja, diese Mannschaft ist prinzipiell stark und ja, man hat noch
    einen der besten Rechtsaußen der Liga im Lazarett. Aber es geht nach wie vor um
    die Rolle im Zentrum und die Erfahrung dort - platt gesagt, einen Koloper für
    den Angriff.

    Deshalb: Ein Königreich für jemanden vom Format Nikola Stojcevski. In
    dessen Saison 16/17 hat es zwar am Ende nicht gereicht, aber die Mannschaft
    damals war auch deutlich schwächer als die heutige. stählerne Wiese,
    vielleicht können wir uns auf folgenden Satz einigen, unabhängig davon, ob man
    es auch ohne schaffen kann: Würde man im Januar 22 einen solchen Spieler
    wie damals Stojcevski zur Mannschaft hinzufügen - die Mannschaft würde mit an
    Garantie grenzender Sicherheit die Klasse halten.

    Wir leben!

    Diese Mannschaft ist nicht kaputt. Gerade deshalb hat sie es verdient, mit Neuzugängen ergänzt zu werden. @Sponsoren: Geld wann?

    Heute eine taktische Meisterleistung von Andersson. Ein Spiel, dass jegliche vorausgegangene Infragestellung des Trainers blamiert hat.

    Auch nach dem Debakel gegen Rimpar bleibe ich bei meiner Meinung, dass diese Mannschaft, sollte sie im Winter durch einen erfahrenen und spielstarken Spielmacher auf der Mittelposition ergänzt werden, die Klasse halten dürfte. Das ist das entscheidende Puzzlestück - mit ihm steht und fällt alles. Kommt es nicht: Abstieg. Kommt es, hat man nach wie vor die Variable, dass es immer noch nicht reichen kann. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass das genau der erlösende und enthemmende Faktor wäre, der den Knoten zum Platzen bringen, die Blockade und das Plateauing in der spielerischen Entwicklung der Mannschaft lösen würde. Zu viele Indizien deuten darauf. Mittlerweile ist zum rein Sportlichen leider auch die sagenumwobene "Kopfsache" dazugekommen. Spieler wie Diebel, Siegler und auch Voss-Fels brauchen, egal bei welchem Verein, so einen Spieler im Zentrum, um überhaupt aus ihrer Stagnation herauskommen zu können. Gegenwärtig ist das eine Abwärtsspirale.

    Ich verbitte mir nach wie vor jegliche Spekulation um den Trainer. Dass man das überhaupt schreiben muss, lässt die Vermutung zu, dass sich in der Peripherie rund um den TuS einige Menschen befinden müssen, die über wenig analytischen Sachverstand der Handballsportart verfügen. Natürlich sind die Ergebnisse schlecht - natürlich ist das Spiel grausam anzusehen. Aber in der Disziplin "Qualität der Ursachenanalyse" glänzen südwestfälische Lokalsport-Journalisten nur bedingt, wenn Sie in einen Artikel schreiben: "Ob es auch das „Finale“ des introvertierten Schweden war? Jedenfalls dürfte es nach diesem auch in spielerischer Hinsicht schweren Rückschlag Diskussionen um den Skandinavier geben." Wer soll es denn sonst machen? Will er einen Akt "Türkische Dramedy-Inszenierung"-like, in der man Cacki aus Eiser(nichtmehr)geld zurück holt? Und meint der Autor und jeder andere Verfechter solcher Trainer-Raus-Policy wirklich, ein anderer Trainer würde mit diesem Kader erfolgreicher sein? Also bitte...

    Die Zuschauerzahlen sind im Übrigen bitter. Ich denke, sie haben viele verschiedene Faktoren zur Ursache. Aber gerade deshalb, und besonders nach der langen Corona-Zeit, in der sich bei Einigen das Verhältnis zum TuS etwas gelockert hat, wäre eine der Professionalität der Liga und der Konkurrenz entsprechende Außendarstellung und Öffentlichkeits-Kommunikation so so wichtig. Warum hat man da eigentlich so immense Einbußen in der Qualität erlitten? In der Saison 2016/17 beispielsweise gab es das YouTube-Format "Ferndorf Aktuell", teilweise ist der TuS-Mitarbeiter mit den Spielern (hier: Paladin) an Locations wie die Breitenbachtalsperre gefahren für Interviews. Hier ein Link: watch?v=xALR0FGp8hU&t= Von solchem Engagement und solcher Medienarbeit ist man heute meilenweit entfernt. Man wird da von etlichen Drittligisten qualitativ überboten. Warum befindet sich auf der TuS-Homepage eigentlich ein Job-Portal - ansonsten glänzt die Seite aber durch himmelschreiende Inaktualität? Unter der Rubrik "Spielort/ Parken" bezeichnet man sich sogar selbst noch als Drittligist. C'mon, man hatte dafür jetzt 4 Jahre Zeit. Oder steht das dort schon in sehr aktueller Vorausschauung der nächsten Saison? :D

    Spaß beiseite, die Lage ist ernst. Der TuS steht gewissermaßen erstmals seit langem wieder in einer bedrohlichen Situation. In meinen Augen, und wie hier schon ausgeführt, liegt es an der Sponsorenlandschaft, den TuS leben oder absteigen zu lassen. Ein Aufsichtsrat (mit sehr viel Unternehmensbezug!), der die Mannschaft mit einem solchen Etat in die Saison schickt, darf sich nicht wundern, wenn er auf die Forderung nach Nachbesserung stößt. Weder Trainer, noch Mannschaft, noch Vereinsführung können etwas ausrichten, solange es kein Geld gibt. Und ich bezweifle, dass es Geld geben wird. Man kann sich also langsam aber sicher auf die dritte Liga einstellen. Ein Jammer. Ich habe da so gar keinen Bock drauf. Die zweite Liga ist so attraktiv. Warum sehen die Unternehmen der Region nicht das to-the-moon Potential der Win-Win Symbiose aus erfolgreichem Sportverein und den entsprechenden Unternehmen?

    Andere Überlegung: vielleicht ist auch bereits schon vor der aktuellen Saison geplant gewesen, dass die Beziehung 2022 endet?


    Dieser Gedanke ist zwar nachvollziehbar, aber nein, das glaube ich nicht. Spieler wie Strakeljahn, Diebel oder Duvancic hätten nicht für 2 Saisons unterschrieben, wenn sie für ihre Entwicklung nicht auch eine mittelfristige Perspektive und Planungssicherheit gesehen hätten. Und das ist gleichbedeutend damit, dass auch Andersson länger bleibt.


    Man muss sich aber auch mal fragen, was der Gute selbst von der ganzen Situation hält. Ich hoffe nicht, dass man ihn vergrault. Am Ende besteht das Risiko vielleicht sogar auch, weil man eben nicht das Geld von den Sponsoren bekommen hat, das man braucht, um die Klasse zu halten. Wenn man die etwas abstrakte Rechnung "Der 2.Liga-Klassenerhalt kostet durchschnittlich in der aktuellen Zeit eine Gesamtsumme X" aufstellt, war die hiesige Sponsorenlandschaft vielleicht einfach nicht bereit, diese Summe aufzuwenden. Meint ihr, Andersson ginge mit in die dritte Liga? Mit Verlaub, ich an seiner Stelle würde es nicht tun. Er könnte problemlos auch ein Spitzenteam der 2. Liga coachen. Man verliert also vielleicht das enorme Potential, das man aktuell dank dem Erfolg der letzten Jahre hat, weil der Gesamtkomplex "TuS Ferndorf und seine "Partner"" nicht den Kapitalisierungsgrad aufweist, den er haben müsste, um die ganze Schießbude im Soll zu betreiben, sprich: Konkurrenzfähig zu sein. Da sind dann wohl andere Regionen des Landes mit ihren Sportvereinen und den drum herum anliegenden mittelständischen Unternehmen einfach deutlich voraus. Das Siegerland war wirtschaftlich gesehen noch nie ein dankbarer Standort für Profisport.


    PS: Ob wir in diesem Forum hier wohl wirklich eine Wirksamkeit haben? Jedenfalls hat Moeller in der WP tatsächlich kurz nach unserem Aufruf hier ein Zeitungs-Interview mit Hottgenroth geführt: 301 Moved Permanently

    Leider hält einen die "Aller
    Ehren wert"-Medallie am Ende aber nicht in der Liga. Und die gestrige
    Leistung war auch nicht aller Ehren wert, sondern schlecht. Besonders im
    Vergleich zu den Spielen der Vorwochen. Man hätte es auch ohne all die
    Verletzten und mit dem gestern verfügbaren Personal gewinnen können und
    müssen. Dresden war schwach. Das war ein grausiges Handballspiel. "Es
    plätschert so vor sich hin" - damit hatten die Kommentatoren absolut
    Recht. Andersson hat zurecht gezetert wie Rumpel S. Wir haben spielerische
    Fehler, technische Fehler sowie Fehler in der Entscheidungsfindung gesehen, die
    Spielern die Zweitligatauglichkeit zumindest anzweifeln. Und dann steht man
    auch zurecht auf dem Tabellenplatz.

    Hottgenroth mit der 4. bärenstarken
    Leistung in Folge. Für ihn tuts mir leid. Wenn man die kommenden Spiele Siege
    holen will, muss er diese Leistungen wiederholen, die bisherigen waren
    tabellarisch für die Katz. Aber das hat er drauf. Der Impact, den er
    phasenweise auf das Spiel hat, ist beeindruckend. Das darf bei all dem Gerede
    über die Tabellenposition und die Kaderplanung nicht untergehen.
    Vielleicht sollten die Marketing-Abteilung und die Medien ihn ein wenig als
    Identifikationsfigur aufbauen, er ist ja auch immerhin ein waschechter
    Siegerländer und ein Spieler aus der eigenen Jugend. Und aktuell eben der
    Leistungsstärkste.

    Was die Überleitung zum restlichen Team bringt. Der beste Torschütze des TuS
    Ferndorf steht auf Rang 30 der Torjägerliste. Nach etwas über einem Drittel der
    Saison und wenn man sich mal die Statistik auf der HBL-Seite anschaut, kann man
    sagen: Bislang hat kein Spieler wirklich gezündet. Ich halte viel von
    Strakeljahn und Persson, sie werden kontinuierlich stärker. Weiter so! Es wird
    früher oder später für Punkte reichen. Aber sie hätten in einen von Grund auf
    anderen Kader eingebettet werden müssen, um sich ideal entwickeln zu können. Das
    werden sie auch wissen und deswegen sind sie vermutlich im Abstiegsfall weg. Niklas Diebel verstehe ich nicht. Siegler
    ist ein solider Spieler mit einem noch zu schwachen Körper, der zum jetzigen Zeitpunkt
    seiner Entwicklung einen Routinier neben sich bräuchte.

    Wenn schon kein Geld da ist und auch
    keine Sponsoren helfen wollen, kann man sich vielleicht im Winter von 1-2 Spielern
    trennen oder sie mit Übernahme des Gehalts verleihen, um einen solchen
    Routinier, einen Spielmacher, ein Powerhouse zu holen.

    Ohne: Keine Chance auf den
    Klassenerhalt! Zumindest, wenn man den bisherigen Saisonverlauf und das Dresden-Spiel
    als Bewertungsgrundlage nimmt. Aber wir lassen uns natürlich gerne, wie immer,
    eines Besseren belehren.

    Andi: Wie kommst du denn auf solche Zahlen? Welcher gute Zweitliga-Spier spielt denn für 3k brutto?

    Vielleicht denkst du das etwas unterkomplex. Es geht nicht nur ums Geld. Gerade für Spieler aus den ersten Ligen vom Balkan und aus Osteuropa sind die 2. HBL und ihre Vereine ein hochinteressanter Präsentierteller. Profi in Deutschland sein - in einer der wohl besten 6 Ligen der Welt - mit der Chance, eine Visitenkarte bei 38 solcher Clubs zu hinterlassen - das nehmen etliche Spieler sofort mit Handkuss. Besonders, wenn du so Mitte-Ende 20 bist und dir überlegst "Welchen Weg geht meine Karriere die restlichen Jahre". Sogar Dodo Oprea hat sich damals in deutlich höherem Alter noch von Februar bis Juni an der Schaufenstersymbiose in Ferndorf versucht. Mit Erfolg - man hat die Klasse gehalten. Es muss aber eben auch qualitativ sofort weiterhelfen. Ein bisschen passt in dieses Muster ja auch die "ursprüngliche" Personalie Basic, als er das erste Mal nach Deutschland und zum TuS kam. Wobei es mit ihm und Prskalo als Wintertransfers damals im Gegensatz zu Opreas Jahrgang nicht gereicht hat. Aber diese Zeit ist nicht vergleichbar mit heute. Ich bezweifel jedenfalls sogar, dass man in Bosnien, Slowenien oder Mazedonien 3k brutto für Handball bekommt, unterhalb der entsprechenden nationalen Topclubs. Da werden die allermeisten hauptberuflich oder zumindest Teilzeit Buckeln gehen. Heißt, sogar der finanzielle Anreiz wäre ggfs. erfüllt. Aber das sind auch alles Spekulationen, die ins nichts führen. Erstmal bräuchte es Geld, Scouting käme erst im zweiten Schritt. Und dafür sind wir hier auch gar nicht zuständig. Es geht mir nur darum, dir zu entgegnen, dass es definitiv möglich ist, mit solchen Beträgen Qualität zu kaufen.

    Letzte Woche schreiben stählerne Wiese und ich noch sinngemäß "Beinah hätte es gereicht" - Dieses Mal hat es gereicht - für 1 Punkt -, für einen Sieg aber auch wieder nicht. Identischer Spielverlauf wie in den letzten Partien. Starke erste Halbzeit, wieder in der zweiten Hälfte dann eine hohe Führung runtergespielt - diesmal aber, im Unterschied zu zuletzt, nicht verloren. Also rein statistisch ein weiterer kleiner Fortschritt. Bitter, dass der Ausgleich zum Endstand das erste Remis seit der 17. Minute ist.

    Starke Leistungssteigerung von Strakeljahn im Vergleich zu vorherigen Spielen. Hottgenroth bringt die zweite Top-Leistung hintereinander. Man sollte diese Mannschaft definitiv noch nicht abschreiben. Aber dennoch braucht es meiner Meinung nach Verstärkung. Sijaric sagte vor einigen Tagen in der SZ, dass man kein Geld für einen Neuen habe - wenn aber ein Sponsor denke, dass man den Verein unbedingt in der 2. Liga halten müsse, er gerne einspringen könnte.

    Vielleicht kann man das an dieser Stelle nochmal stark machen. Sagen wir, ein hypothetischer, weiterhelfender RM-Spieler als Neuzugang kostet 3k brutto im Monat Gehalt. Obendrauf nochmal 1k für Wohnung und Mietwagen, sind wir in dieser Milchschemelrechnung bei 4k im Monat. Holt man ihn ab Januar und bedenkt, dass die Saison bis Juni geht, wären das für 6 Monate 24 Tausend Euro. Wenn es mit Persson und Strakeljahn gut läuft, braucht man ihn im Sommer nicht mehr. Dann wäre es eine einmalige Investition in den Klassenerhalt in dieser so überaus attraktiven und professionellen Liga.

    Der TuS Ferndorf hat mehrere Global Player als Sponsoren. Sollen sie sich es aufteilen. Kann man doch auch schön publicity- und marketingrelevant inszenieren. Lets go?