Dahinter Mannschaften wie Ferndorf, Lübeck und Dormagen [...]
Da fühlt man sich ja fast geschmeichelt, als erste "Dahinter" Mannschaft genannt zu werden. Dennoch denke ich, dass das einzige seriöse Saisonziel für unseren TuS auch in dieser Saison wieder nur "frühestmöglicher Klassenerhalt - alles andere ist Beigabe" heißen kann. Zumal die letzte Saison gezeigt hat, wie schnell man plötzlich in den Abstiegskampf reingeraten kann.
Ich rechne zwar in dieser Saison mit einer aus unserer rot-weißen Sicht entspannteren Spielzeit. Mit dem Abstieg sollte (und wird) man weniger zutun haben, als noch in der abgelaufenen Saison. Dennoch hat man da zeitgleich das einzige rational betrachtete Ziel: Der vierte Zweitliga-Klassenerhalt in Folge wäre ein großartiger Erfolg, bedenkt man, dass wir 2005 noch in der Oberliga nie für möglich gehalten hätten, jemals höher als Regionalliga-Mittelfeld zu stehen. Und selbst der Gedanke war vermessen.
Für mich sind die beiden großen Favoriten diese Saison Gummersbach und Essen. Und angesichts der (hier schon thematisierten) Leistungs-Dichte in der Spitze könnte man fast anfangen, für einen dritten Aufsteiger oder zumindest ein Relegationsspiel zu plädieren. Ansonsten wird die Aufstiegsregelung so ein bisschen zu einem Nadelöhr - in dieser bisherigen Dimension nicht wirklich schlimm aber in jedem Fall ein Fortschrittshemmnis für das ökonomischen Wachstum der Spielbetriebs-GmbHs. Das zeigt sich im Extremfall am Beispiel Regionalliga West im Fußball besonders gut.
Um es am Fallbeispiel Hamm festzumachen: Für den Verein unseres Ex-Trainers wäre aus sportlicher, wirtschaftlicher, infrastruktureller und allgemein "entwicklungstechnischer" Sicht der Aufstieg in den nächsten 2-3 Jahren ein unumgänglicher Zwischenschritt auf dem Weg zu weiterem Wachstum. Wenn ihr mich fragt, die müssen früher oder später hoch, sonst stagniert man nur herum und so verliert auch das finanzierende Kapital irgendwann sein Interesse.
Wenn aber jede Saison zwei Teams runterkommen, die in der letzten Saison deutliche ökonomische Vorteile gegenüber den Zweitligisten hatten, PLUS in der oberen Tabellenregion mit Gummersbach, Dresden, Hamm, Bietigheim und evtl. auch Schwartau etliche Teams sind, die alle mehr oder minder auf dem gleichen sportökonomischen Entwicklungsniveau stehen und sich gegenseitig behindern, muss sich Hamm potentiell gegen 7 andere Konkurrenten im Kampf um 2 Plätze durchsetzen.
Nicht falsch verstehen, ich will an der Stelle nicht sagen, dass die aktuelle Regelung "unfair" oder "ungerecht" oder was für ein Moralismus auch immer sei. Sie ist aber schon ein gewisses Nadelöhr. Mich würde da sehr interessieren, warum die Regelung auf 2 Auf-, 2 Absteiger geändert wurde. Kann das jemand sagen? Wahrscheinlich im Sinne der Interessen der 1.Liga-Clubs? Jedenfalls nicht wirklich im Sinne der "allgemeinen Handballentwicklung".
Nur das Beste und einen schnellen Klassenerhalt wünsche ich natürlich den guten Freunden von der BSG ZAB Dessau - die beiden Vereine verbindet ja mittlerweile eine gewisse Fanfreundschaft. 