Beiträge von brodie79

    Wenn beim THW jemand etwas macht, d.h. in dieser Saison vor allem Skipagøtu, dann sucht er seine Aktion. Das muss nicht unbedingt ein Torwurf sein. Kann auch ein Pass sein. Aber es ist super selten etwas, wo das Ziel ist, dass die Aktion von diesem Spieler etwas auslöst, wo dann drei, vier Aktionen oder Pässe später etwas entsteht. Deswegen sieht es auch oft so aus, dass einer etwas macht und der Rest schaut mehr oder weniger zu. Das war letzte Saison mit Madsen genauso. Für so etwas braucht man dann Spieler, die Dinge können, die einfach nicht zu verteidigen sind, d.h. wo sie wirklich (fast) immer super effektiv sind. In Kiel spielen aber Spieler, die "nur" sehr gut in bestimmten Dingen sind, aber nicht so gut, dass sie im Alleingang ohne jede Hilfe immer alles richten können. Dadurch hat der THW immer sehr viele Abschlüsse, deren Erfolgschancen nicht so hoch sind. Dass man auch mal freie vergibt, passiert in der Regel auf beiden Seiten.

    Will man an der Spielweise festhalten, dann ist die Mannschaft nicht gut genug. Will man mit den Spielern, die man hat, erfolgreich sein, ist die Spielweise nicht gut genug.

    Das Thema sind nicht Niederlagen, sondern wie man damit (intern) umgeht. Öffentlich redet man beim THW immer von Einstellung, Leidenschaft, Emotionen, Kampf und wenig von Handball. Wer weiß, wie das intern ist. Wenn es da genauso ist, wird man vermutlich nicht weiter kommen. Keine Ahnung, ob das jemand beurteilen kann.

    Hier mal eine Entwicklung der Wurfquote über die Zeit mit den beiden letzten Spielzeiten unter Gislason zu Beginn. Hinter dem Jahr erst noch die Platzierung in der Liga.

    • 2017/18 (5. Platz): 62,28% (5. Platz), Top: SCM 65,02%
    • 2018/19 (2. Platz): 64,63% (2. Platz), Top: SGF 65,71%
    • 2019/20 (Meister): 65,17% (2. Platz), Top: Füchse 67,27%
    • 2020/21 (Meister): 66,52% (4. Platz), Top: SCM 67,83%
    • 2021/22 (2. Platz): 65,64% (4. Platz), Top: SCM 69,56%
    • 2022/23 (Meister): 64,74% (4. Platz), Top: SCM 68,62%
    • 2023/24 (4. Platz), 63,50% (8. Platz), Top: SCM 71,70%
    • 2024/25 (4. Platz), 62,56% (10. Platz), Top: Füchse 71,33%
    • 2025/26 (4./5. Platz), 62,70% (13. Platz), Top: SCM 70,57%

    Mittlerweile ist Kiel bis auf Platz 13 in der Liga gefallen. Nicht nur, dass es an der Spitze mehr wurde, es finden auch immer mehr Mannschaften Wege zu höheren Quoten. Selbst mit der besten Quote der letzten Jahre würde man nur auf Platz 7 in der laufenden Saison liegen.

    Problem für den THW ist, dass sie gewissermaßen im Niemandsland der oberen Region unterwegs sind. Die Mannschaften, die wie Kiel zu den Vielwerfern gehören, d.h. Berlin oder Flensburg haben deutliche höhere Quoten und damit ein höheres Ergebnis. Magdeburg dagegen wirft viel weniger als Kiel, kommt durch eine höhere Quote aber auf dasselbe offensive Ergebnis. Dafür stecken sie sehr viel Energie in die Abwehr und spielen eine extrem starke Verteidigung. Ähnlich ist aktuell Lemgo unterwegs, nur nicht ganz so gut.

    Kiel kann dann ganz oben mitmischen, wenn sie entweder die Effektivität zumindest in den Bereich bekommen, den sie in den Meisterjahren hatten und vor allem defensiv zulegen oder sie brauchen offensiv eine Top-Effektivität, d.h. eine enorme Steigerung zum aktuellen Stand.

    Sollte Kiel das Nachholspiel in Magdeburg gewinnen, wären sie wieder bei 26:8 Punkten nach der Hinrunde. Ansonsten zwei Punkte weniger als letzte Saison, obwohl man letzte Saison bereits zwei Heimspiele gegen Flensburg und Melsungen verloren hatte. Letzte Saison gab es außerhalb der Top 6 die zwei Niederlagen bei den RNL und in Wetzlar. Dieses Jahr die beiden Unentschieden gegen die RNL zuhause und in Eisenach.

    Für die Zukunft gilt: Kann man aus dieser Gruppe eine wirklich defensiv starke Mannschaft machen? Reicht die potentiell größere Breite im Kader der nächsten Saison wirklich, um die Effektivität im Angriff wieder nach oben zu bringen? Wenn ich tippen müsste, würde ich sagen, dass Kiel im Niemandsland bleibt. Wobei Niemandsland auf dem Level bei potentiell drei Plätzen für Deutschland auch für die CL reichen kann, wenn es beim Wettbewerb Probleme gibt.

    Defensiv hat man mit Johansson, Skipagøtu, Makuc, Madsen, Reinkind und Laube eine Reihe von Spielern, die dort nicht ihre Stärken haben. Dagegen stehen Köster, Pekeler und Načinović. Landin ist für einen Außen sicher ein guter Verteidiger auf Halb, aber auch nur für einen Außen. Offensiv sind die Abschlusspositionen zu schwierig für eine Top-Quote. Es werden zu viele Würfe genommen, der Erfolgswahrscheinlichkeit nicht sehr hoch ist.

    Ich hab mir die Tage nochmal die ersten 20-22 Minuten in Berlin angesehen, nach denen der THW mit 13:8 hinten lag. Da hatten sie in der Zeit alleine acht Fehlwürfe, wo erst Skipagøtu, dann Johansson und anschließend Reinkind komplett unvorbereitete Rückraumwürfe genommen haben, d.h. über oder durch die darauf eingestellte Abwehr. In Erinnerung bleiben natürlich die vergebenen freien Abschlüsse, die wieder gut rausgespielt waren und man kann schnell zum Ergebnis kommen, dass wenn diese drin sind, das Ergebnis besser aussieht. Diese freien Fehlwürfe hatte Berlin aber auch. Nur da redet man dann wieder von der Torwartleistung, die man erwartet. Man kann aber nicht vom eigenen Torwart erwarten, dass er freie Bälle hält und wenn der gegnerische es macht, die Konzentration im Abschluss kritisieren. Da sollte man die Gesamtheit der Abschlusssituationen ansehen und zum Ergebnis kommen, dass selbst die weltbesten Spieler aus diesen Situation nicht viel besser treffen werden.

    Für mich war von den Feldspielern in den letzten Jahren Weinhold der größte Verlust. Er war nie groß im Fokus, aber das war so ein Spieler, der der Abwehr eine enorme Stabilität geben konnte und vorne, wenn es nötig war, auch Tore werfen konnte. Deswegen ist Jonsson zum SCM auch so ein Killer-Transfer für die nächsten Jahre, wenn er gesund bleibt. Haut hinten alles rein und scheint okay damit zu sein, wenn vorne primär andere glänzen. Wenn er gebraucht wird, ist er aber trotzdem da. Dieses Profil wäre aus meiner Sicht das Transferziel für den THW als Nachfolger von Reinkind und nicht der nächste, der nur vorne seine Qualitäten hat.

    Ich würde ihn trotzdem nicht verlängern, sie haben in Kiel diesen Fehler jetzt mit Pekeler,Øverby,Dahmke, Wienczek und auch Dule hinter sich, dass man Spieler basierend auf alten Verdiensten bis zur Rente mit schleppt,egal ob sie noch gut genug für die Organisation und die Champions League sind.

    Wobei man sagen muss, dass sie nicht unbedingt in dem Moment verlängern, wo die Spieler nicht mehr gut genug sind, sondern, wo sie noch gut genug sind. Sie müssten sich eigentlich trennen, wenn es sportlich noch reicht, aber es wahrscheinlich ist, dass es nicht mehr über die Länge des Vertrages reichen wird. Da braucht man dann auch den Mut einen verdienten Spieler vlt. ein Jahr zu früh zu verabschieden, als es sportlich nötig gewesen wäre. Wenn das dann nicht klappt, bekommt man von Fan-Seite die umgekehrte Breitseite, dass man sich ohne Not von einem guten Spieler getrennt hat.

    Die Frage ist doch, ob er sie auch bekommen hätte, wenn Bilyk gesund wäre. Aktuell nutzt er seine Chance. Nur hat der THW ab nächster Saison vier Rechtshänder unter Vertrag, die 26 oder jünger sind und man wird bei Kiel sicher hoffen, dass ein Makuc deutlich fitter sein wird als Bilyk und Köster wird auch mehr spielen wollen als Duvnjak. Dazu positioniert sich Duvnjak gerade so, dass er öffentlich für seine Verlängerung wirbt. Mal sehen, ob der THW sich traut ihn nicht zu verlängern, um wenigstens einen gesicherten Kaderplatz für Ankermann zu haben. Wenn nicht, bliebe für ihn nur das Hoffen auf Verletzungen, damit er überhaupt im Kader ist.

    Das ist von 2021 und das, was ich kenne. Keine Ahnung, ob das danach weiter rechtlich weiter durchgezogen wurde.

    Die Zulässigkeit von einseitigen Verlängerungsoptionsklauseln
    Ein Blick auf die Streitigkeiten aufgrund sog. einseitiger Verlängerungsoptionsklauseln in der arbeitsrechtlichen Sportpraxis zwischen Clubs und Spielern.
    www.cmshs-bloggt.de
    Zitat

    Ob eine einseitige Verlängerungsoptionsklausel wirksam ist, ist höchstrichterlich bislang nicht geklärt. Es existieren lediglich vereinzelt instanzgerichtliche Urteile, die sich mit der rechtlichen Zulässigkeit einseitiger Verlängerungsoptionsklauseln befassen, jedoch zu keinem einheitlichen Ergebnis gelangen. So sah etwa das Arbeitsgericht Nürnberg eine einseitige Verlängerungsoptionsklausel als rechtswirksam an (ArbG Nürnberg, Urteil v. 4. Juni 2007 – 3 Ga 32/07). Im Gegensatz dazu hat das Arbeitsgericht Ulm entschieden, eine einseitige Verlängerungsoption verstoße zum einen gegen den allgemeinen im Arbeitsrecht geltenden Grundsatz, dass die ordentliche Kündigung durch den Arbeitnehmer gegenüber derjenigen des Arbeitgebers nicht erschwert werden darf (vgl. § 622 Abs. 6 BGB). Zudem sei ein Verstoß gegen das AGB-rechtliche Benachteiligungsverbot (§ 307 Abs. 1 BGB) gegeben (ArbG Ulm, Beschluss v. 14. November 2008 – 3 Ca 244/08).

    Wann waren sie denn zuletzt vollzählig? Ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Irgendeiner hat doch immer etwas bzw. braucht mal eine Pause.

    Naja, bei einem Verbleib von Duvnjak würde mit Bilyk nur ein Spieler im Rückraum gehen und dafür mit Köster und Makuc zwei neue Spieler kommen. Seit der THW Wallinius ohne Ersatz abgegeben hat, ist für einen Nachwuchsspieler der 7. Platz im Rückraum sowieso verfügbar, auch ohne Verletzungen oder Pausen. Das wäre dann nicht mehr der Fall. Wenn Ankermann mit Einsätzen in Altenholz in der 3. Liga zufrieden wäre, wenn alle fit sind, kann er natürlich bleiben. Hängt davon ab, wie er sich seine Karriere vorstellt oder was er für Pläne hat. Rein vom Alter her sind Skipagøtu (23), Johansson (25), Köster (25), Makuc (25) in der Theorie für Kiel erstmal eine Weile möglich.

    Mit Duvnjak im Kader ist doch gar kein Platz mehr für einen Nachwuchsspieler, wenn man nicht auf einen Außen verzichten möchte.

    1. Wolff
    2. Pérez de Vargas
    3. (Dahmke)
    4. (Landin)
    5. Johansson
    6. Köster
    7. Skipagøtu
    8. Makuc
    9. (Duvnjak)
    10. Madsen
    11. Reinkind
    12. Zerbe
    13. (Imre)
    14. Pekeler
    15. Načinović
    16. Laube

    Durch die permanenten Verletzung von Bilyk ist ein Kaderplatz aktuell kein Problem für Ankermann und im Grunde muss er sogar spielen, was für ihn Gold wert sein dürfte. Sollten aber Köster und Makuc die Kader-Tiefe so verbessern, wie der THW sich das vorstellt, dürfte es ohnehin schwer sein, Spielzeit beim THW zu sehen.

    Bzgl. Landin stellt sich die Frage, wen man für Reinkind und ggf. für Imre holt. Kommt für Reinkind wieder ein Spieler, der rein oder eher offensiv stark ist, wird Köster vermehrt für RR verteidigen müssen wie Duvnjak jetzt. Dann ist Landin auf RL in der Verteidigung sehr wertvoll. Holt man einen guten Verteidiger für Reinkind oder für Imre einen Spieler auf RA, der auch halb verteidigen kann, kann man RR auch auf außen parken und Köster kann auf seiner Seite verteidigen oder einer der Kreisläufer, wenn Köster Innenblock spielt.

    Im Football wird sich aber darauf konzentriert möglichst keine Entscheidungen anzusehen, die reine Einschätzungen der Situation sind. Es wird angesehen, ob der Spieler im Aus war, ob der Receiver beide Füße am Boden hatte, wo der Ball war, als das Knie ab Boden war, usw. Man hat in der NFL ein Jahr lang probiert die sogenannte Pass Interference im Videobeweis ansehen zu lassen. Das sind reine Einschätzungen der Schiedsrichter, ob der Verteidiger den Receiver unrechtmäßig behindert hat. Das ist nicht unähnlich wie die Frage nach einer Strafe bei Zweikämpfen im Handball. Geholfen hat das überhaupt nicht. Mal wurde so, mal so entscheiden. Die Diskussionen wurden fast noch größer durch den Videobeweis, weil man die Szenen noch mehr und mehr auseinandergenommen hat und so hat man das super schnell wieder beendet. Bis heute hat man den Videobeweis nicht auf persönliche Strafen ausgeweitet.

    Wenn die Schiedsrichter nicht das ansehen, was man im Stream sieht, warum bekommt man im Stream dann Dinge zu sehen, die so aussehen, als würde sich da jemand die Szenen ansehen? Das ist doch während des Videobeweises nicht die normale Regie, die man sonst sieht mit Wiederholungen. Und fast immer, wenn der Videobeweis vorbei ist, wird wieder im normalen Stream eine normale Wiederholung einer anderen Perspektive gezeigt, die das ganze besser zeigt, als das Hin und Her, was man dort ewig vorher gesehen hat. Das zeigt doch, dass sich die Dyn-Regie in der Zeit auch die Bilder ansieht und eine bessere Perspektive findet, die dann gezeigt wird, wenn das Hin und Her vorbei ist. Das würde doch bedeuten, dass die Schiris am Gucken sind, dem Zuschauer wird eine von wem auch immer gesteuerte Video-Analyse gezeigt und zusätzlich guckt sich Dyn im Hintergrund auch noch andere Perspektiven an. Das klingt doch sehr abenteuerlich?

    Guckt noch jemand über die SkyQ App? Letzte Saison lief das eigentlich problemlos. Aber dieses Jahr ist nur total niedrige Qualität, die auch nicht besser wird, mit der Zeit. Alle anderen Apps über SkyQ gehen aber. Über Laptop läuft es problemlos.

    Bei Hoeneß muss man verstehen, dass dieser nie von der Sportart her, sondern immer vom Verein aus gedacht hat. Als Hoeneß recht früh seine Karriere beenden musste, hat ihn vor allem die Vermarktung der Teams mit Merchandising, usw. in den USA imponiert. Da hat er sich die NFL angesehen und auch die NBA. Dorthin wollte er die Marke FC Bayern entwickeln, d.h. sowohl auf dem lokalen, aber vor allem auch auf dem internationalen Markt. Basketball hat hier den Vorteil gegenüber Handball, dass es international mehr vertreten ist und insgesamt auch schon in einer größeren Dimension stattgefunden hat, als Bayern eingestiegen ist. Die Frage für jemand wie Hoeneß dürfte also vor allem sein, wie sein kann "sein" FC Bayern davon profitieren, im Handball eine Nummer zu sein.

    Beim FC Bayern selbst war auch Bernd Rauch die primär treibende Kraft für den Basketball, der Hoeneß hier auch ein sehr gutes Stück mitgezogen hat, ohne den es natürlich trotzdem nicht gegangen wäre. Rauch hat den Bau der Allianz Arena und des Campus des FC Bayern geleitet, d.h. er war jetzt auch kein kleinerer Abteilungskopf, sondern beim FC Bayern schon eine Nummer. Rauch hatte noch ein Herzensprojekt und das war Basketball. Eigentlich wollte er beim FC Bayern aufhören, aber dann hat er Hoeneß als Unterstützer gewonnen als dieser Präsident wurde. Aus eigenem Antrieb hätte Hoeneß diesen Aufbau recht wahrscheinlich nicht gemacht, auch wenn er selbst der Sportart immer sehr zugeneigt war. Hoeneß hat immer Türen aufgemacht und geholfen, wenn man ihn überzeugt hat, aber er war nie derjenige, der das Ding unbedingt wuppen wollte.

    Mal rein von den Gegentoren war Kiel doch auch Platz 4 hinter Melsungen, Magdeburg und Lemgo (statt Berlin) trotz der besten Torhüter-Quote der Liga. Kiel bekommt mit die meisten Gegentore von außen in der Liga, trotz dessen dass Wolff die zweitmeisten Bälle von dort gehalten hat und eine gute, wenn auch nicht sehr gute, Quote dort hat. Auch Mrkva ist nur knapp hinter z.B. einem Simic was die Anzahl der Paraden gegen die Außen über die Saison angeht. Der THW verliert regelmäßig die Duelle in der Mitte und vor allem auf Halb und durch die Hilfe der Außen ist dann dort viel Platz. Im Grunde haben selbst Mittelfeldmannschaften gegen Kiel keine großen Probleme offene Würfe zu kreieren. Denen fehlt es dann aber oft an der Qualität im Abschluss, gerade mit dem Druck zu wissen, dass ein Top-Torhüter zu überwinden ist. Dadurch war der THW letzte Saison in Punkte Gegentore wieder etwas besser, nachdem diese u.a. durch den Abgang Landin deutlich zugenommen hatten, aber dafür offensiv etwas schlechter als die vorletzte Saison, sodass das Gesamtniveau in etwa gleich blieb.

    Die Verletzungsprobleme beim THW haben für die Defensive gar nicht die große Rolle gespielt, weil Bilyk und Reinkind dort eh keine Option gewesen wären, während Johansson und Madsen auch bei einer komplett fitten Mannschaft nicht mal halb gedeckt hätten, wenn es vermeidbar gewesen wäre. Und das nicht wegen Schonung, sondern weil die beiden oft das falsche Timing haben. Sie müssen defensiv einen Schritt nach vorne machen, damit beim THW die Balance stimmt. Johansson hat auch in der schwedischen Nationalmannschaft seine Probleme auf Zeit zu kommen, weil Carlsbogård trotz seiner oft sehr passiven Offensive defensiv so viel besser ist als Johansson.

    Grundsätzlich braucht man nicht unbedingt Beton hinten drin, um Meister zu werden, was Berlin bewiesen hat oder Top-Torhüter-Leistung, die der SCM bei deren vorletzten Meisterschaft auch nicht hatte. Nur hat der THW keine Offensive, die Extraklasse ist, wie aktuell z.B. Berlin. Egal, wie es optisch aussieht, aber rein von der Effektivität hatte Kiel auch in den Jahren, wo alle gemeckert habe, immer noch eine sehr gute Offensive. Letzte Saison war es durch die Quote von Johansson nicht mehr ganz das Level, aber es kann auch wirklich rein mit Dauertätigkeit von ihm zu tun haben. Der THW wird mit der Spielwiese nie die beste Abschlussquoten haben, aber mit dem mehr an Würfen ist das im Summe trotzdem noch so, dass man über Abwehr oder Torhüter hier auch weiterhin ganz oben mitspielen kann.

    Für die kommende Saison muss Kiel hoffen, dass man zumindest das Level in der Abwehr hält und mit Pérez de Vargas einen Faktor hat, dass wirklich immer einer der beiden Torhüter eine Top-Leistung bringt, gerade in den Spitzenspielen. Die hatte der THW zuletzt nicht immer. Kommt vom Torhüter nicht viel, hat Kiel in den Spitzenspielen keine Chance. Der THW hat auf dem Feld aktuell nicht die Mittel, um einen gebrauchten Tag beider Torhüter in diesen Spielen zu kompensieren. Das ist bei Berlin oder dem SCM nicht zwangsläufig so. Erfahrungsgemäß ist die Wahrscheinlichkeit, dass es über die Torhüter immer funktioniert aber deutlich geringer als z.B. eine grundsätzlich sehr stabile Abwehrleistung. Insofern wäre es schon überraschend, wenn der THW einen Schritt nach vorne in Richtung CL machen könnte. Aber Sport ist Sport und wenn alles wirklich immer so kommt, wie man denkt, würde es doch auch keinen Spaß machen.

    Tendenziell sehe ich beim THW das Problem, dass die Dinge in ihrer Gesamtheit kein rundes Bild ergeben. Sollte Makuc verpflichtet werden oder vlt. schon worden sein, dann ergibt sich für Kiel eigentlich die Notwendigkeit, dass die offensive Stärke der Spieler das Team tragen müsste. Also ein bisschen wie es in Berlin auch ist. Dafür braucht es aber einen deutlich taktischen Fortschritt zu dem, was die ganzen Jahre unter Jicha zu sehen war, gerade auch weil der THW dann trotzdem keinen Gidsel hat. Da muss die Angriffseffektivität deutlich gesteigert werden, gegenüber dem, was beim THW die Norm in den letzten Jahren war. Schafft man das nicht, braucht es aber zwingend eine bessere Abwehrleistung, d.h. man müsste die Spieler und/oder Mannschaft auch defensiv weiterentwickeln. Gerade das ist ein Aspekt, der bisher super wenig in der Zeit von Jicha zu sehen war.

    Wenn man sich die beste Abwehrformation beim THW ansieht, dann standen dort letzte Saison bis auf Zerbe nur Spieler, die seit mindestens 2018 beim THW sind. Die Spieler sind älter geworden und defensive Qualität wurde in der ganzen Zeit weder dazu verpflichtet, noch so richtig entwickelt. Zumindest mit Köster besteht hier die klare Hoffnung auf der Seite des Spiels und am Kreis ist man jetzt ohnehin gezwungen was zu ändern.

    Die Stärken von Jicha als Trainer scheinen doch zu sein, dass die Mannschaft mental und körperlich sehr fit durch die Saison kommt, weil auch die Breite von Kader sehr gut genutzt wird. Auch in Phasen, wo viel Erfolg da war, hatte beim THW nie das Gefühl das Team ist satt oder nimmt Dinge auf die leichte Schulter. Es gab immer den nächsten Titel zu gewinnen. Zu Höhepunkten war der Fokus fast immer perfekt. Kiel wirkte eigentlich nie überspielt, wenn es keine super Verletzungsprobleme gab.

    Ab 2022 hat Kiel angefangen immer mehr Spieler zu verpflichten, die in bestimmten Bereichen wirklich sehr gut sind oder sein können, aber auch deutliche Schwächen in anderen Aspekten haben. Und das auch nicht ausgeglichen, wo man sagen könnte, man kann hier mit der Balance spielen, sondern schon sehr stark auf offensivlastige Qualität mit defensiven Problemen. Insgesamt keine Spieler, die man "nur" richtig führen muss, sondern wo wirklich Basisarbeit angesagt ist. Sei es individuell als auch in der Gruppe. Irgendwie fällt es mir schwer das im aktuellen Trainerteam zu sehen, aber man kann das Training so außen natürlich nicht beurteilen.

    Trotzdem alledem ist Szilágyi scheinbar komplett von Jicha überzeugt, womöglich auch, weil er gerade den Umgang des Druckaspekt beim THW, immer Leistung bringen zu müssen, bei ihm besonders gut aufgehoben sieht. Das ist auch schon gerechtfertigt, denn man muss sagen, dass Kiel in den Jahres des Erfolgs oft dem Druck sehr gut standgehalten hat. Der THW ist in der Regel nie der Underdog gewesen, alle haben Erfolg erwartet. Damit muss man auch erstmal umgehen können. Nur ob das angesichts der Verpflichtungen vom THW die aktuell entscheidende Trainerfähigkeit ist, denke ich eher nicht. Ich würde Jicha z.B. eher zutrauen in Veszprem mal den Bock umzustoßen, was jetzt auch keine leichte Aufgabe wäre.

    Ich beschneide Deinen Post mal und bin (leider) einverstanden

    Mir tut Skippy wahnsinnig leid. Allerdings weiß ich noch nicht, warum? Ist er doch angeschlagener als man weiß und wird im Rahmen einer Wiedereingliederung immer wieder rangeführt? Das würde ich der Umwelt auch nicht auf die Nase binden.

    Aber er wirkt geradezu geradezu traurig. Ich habe ihn im Mai zufällig in Sonderburg beim shoppen gesehen. Mit Freundin. Selbst da wirkte er traurig. Mir fällt kein passendes Wort ein. Vielleicht melancholisch?

    Oder sind seine Spielweise und der Stil des Trainers nicht kompatibel ? Das wäre traurig von Kaderplaner und für sein Leben.

    Tja und deine nicht vorhandene Begeisterung… bei mir ist sie auch nicht. Lass uns weiter suchen

    Skipagøtu sitzt beim THW auf der Bank, kommt kaum zum Einsatz. Laut Aussagen ist er angeschlagen, plagt sich mit Verletzungen herum. Dann fährt er zur Nationalmannschaft, spielt da zwei Spiele durch, macht jeweils gefühlt 10 Tore und viele Assists. Kommt wieder zum THW und kann wieder kaum eingesetzt werden, weil nicht fit. Das Szenario gab es letzte Saison drei Mal. Also entweder spielt er bei den Färöer, obwohl er eigentlich verletzungsbedingt nicht spielen sollte. Dann sollte der THW aber mal ernsthaft mit ihm reden. Oder er wird jedes Mal genau zur Nationalmannschaft wieder fit und verletzt sich dort am Ende oder verkraftet die Spiele nicht. Dann sollte Kiel aber auch dringend einen Plan machen, wie das in den Griff zu bekommen ist oder die ganzen Verletzungsprobleme sind nicht der Grund, dass er häufig so wenig spielt.

    Würde mich schwer wundern, wenn er gar nicht so angeschlagen war, dass er so wenig gespielt hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich der THW als Arbeitgeber ansieht, wie ein potentieller Schlüsselspieler, der jetzt auch kein verdienter Altmeister à la Duvnjak ist, nur für seine Nationalmannschaft fit ist oder gegen jede Vernunft dort spielt.

    Johanssons Wurfquote:
    - 22/23 62,24 %
    - 23/24 62,80 %
    - 24/25 54,95 %

    Dass seine Wurfquote so in den Keller gegangen ist, war einer der Hauptgründe, warum der THW letzte Saison offensiv ein Stück hinter vergangenen Spielzeiten geblieben ist. Vermutlich spielt die Belastung da eine große Rolle. Gerade, wenn sich Kiel nur noch sechs Rückraumspieler + Nachwuchs leisten kann oder will, sind Spielzeiten wie die letzte von Bilyk oder Reinkind nicht kompensierbar.

    Der SCM hat 2019, also einige Jahre in der Amtszeit von Wiegert noch Spieler wie Filip Kuzmanovski, Christoph Steinert oder Erik Schmidt geholt. Also jetzt nicht gerade Spieler, die man aus heutiger Sicht als typische SCM-Spieler bezeichnen würde. Dort hat es doch offenbar auch einige Zeit gebraucht, bis die Profile gepasst haben. Hat sowohl Wiegert als auch den SCM jetzt nicht daran gehindert, sich offenbar zu entwickeln. Ich würde jetzt nicht drauf wetten, dass Szilagyi und Jicha dasselbe gelingt, aber wer weiß.

    Wer weiß, ob da nicht doch Dynamik in die Sache kommt. Wenn Barcelona bzgl. Makuc mit sich reden lässt, z.B. nach dem Final 4, dann ändert sich Lage vlt. auch nochmal. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der THW mit allen Mittel Skipagøtu halten will, wenn es eine Alternative gibt.

    Die Frage ist doch, ob Kiel einen Nachfolger hätte, der direkt zu haben ist, für ungefähr das Geld, was ein Wechsel von Skipagøtu einbringt. Oder dass sie zumindest sicher wären, einen solchen auch wirklich zu bekommen. Nur mit drei Rechtshändern im Rückraum, von denen einer den Großteil der aktuellen Saison verletzt war, wird man kaum auf Risiko einen Spieler abgeben, egal wie unzufrieden wer mit wem ist.

    Das komische an der Situation bei Skipagøtu die Saison war doch, dass er beim THW nicht so richtig zur Verfügung stand, zur Nationalmannschaft gefahren ist, dort zwei mal gefühlt 10 Tore gemacht hat und dann wieder nicht voll einsatzfähig war und den Großteils des Spiels auf der Bank saß. Im November, im März und im Mai auch wieder. Irgendwas war da doch an der Begründung für die geringe Spielzeit merkwürdig, wenn er sich nicht gerade dort immer wieder verletzt.