Beiträge von brodie79

    Man muss sich nur mal den Kader von Titelgewinnern ansehen in den letzten Jahren. Die Argentinier sind mit einer Menge Spieler Weltmeister geworden, die weit von Weltklasse weg sind. Natürlich haben sie Messi, aber den hatten sie die ganzen Jahre vorher auch und dazu noch in jünger und besser. Außer heftigen Fußball-Nerds kannte doch vom argentinischen Mittelfeld mit de Paul (Athletico), Fernandez (Benfica) und Mac Allister (Brighton) keiner jemanden. In der Abwehr spielte ein alter Otamendi (Benfica), der seine besten Jahre hinter sich hatte bei Man City. Da spielte nen Tagliafico hinten links, der bei Ajax damals auf der Bank saß. Der Torhüter Martínez ist von Arsenal über Jahre quer durch die Gegend verliehen worden, in der Hoffnung, dass er Spielpraxis bekommt. Der saß selbst bei Getafe in La Liga auf der Bank, bevor dann der Wechsel zu Aston Villa den Durchbruch brachte. Die Liste könnte man so weiter drehen.

    Oder anders: Wer könnte denn heute noch viele Spieler nennen aus dem Kader, mit dem Italien die letzte EM gewonnen hat? Klar sind da paar richtig gute dabei, aber es kein Wunder, dass sich Italien für die letzten beiden WMs nicht qualifizieren konnte. Aber bei dem Turnier hat es einfach gepasst. Das war eine (auf dem Platz) verschworene Gemeinschaft, die einfach richtig gut funktioniert hat. Und das ist das, was Du im Fußball brauchst. In Sportarten wie Handball, Basketball, usw. kann man sehr viel über individuelle Qualität regeln. Nicht alles, aber sehr viel. Das kann man im Fußball nicht.

    Und in Deutschland werden hier Entscheidungen getroffen, die irgendwie weird sind. Jetzt Gündogan zum Kapitän zu machen als Beispiel. Bei Gündogan fragt man sich seit Jahren, wo der Gündogan aus dem Verein in der Nationalmannschaft ist. Warum auch immer, aber konnte eigentlich nie zeigen, dass er eine Säule dieser Mannschaft sein muss. Und jetzt ist er Kapitän. Das ist so wie Emre Can bei Dortmund. Man macht einen Spieler zum Kapitän, bei dem man überlegen muss, ob er überhaupt spielen sollte und der dazu nicht unbedingt für einen Neuaufbau über Jahre steht.

    Wenn man bei den Nationalmannschaften eines gut sehen konnte in den letzten Jahren, dann das es auch dort eine richtige Mannschaft braucht. Einfach eine Reihe von Spielern zusammenstellen, am besten noch alle paar Monate andere, und schauen, wie man daraus etwas macht reicht einfach nicht. So eine Mannschaft muss wachsen, braucht eine klare Struktur und eine taktische Grundordnung, die zur Mannschaft passt.

    Die erwähnten Basketballer z.B. haben 2019 eine WM gespielt, wo sie 18. geworden sind. Von der ersten Fünf bei dieser WM waren dort auch 4 von 5 Spielern dabei, von den 10 eingesetzten im Halbfinale waren es 7. Das waren damals auch schon alle gestandene Spieler Mitte 20, heute um die 30, die allerdings nicht als Mannschaft funktioniert hatten.

    Flick hatte bei Bayern das Problem, dass er insgesamt keine defensive Stabilität in die Mannschaft gebracht hatte. Unter ihm gingen Spiele eher 4:2 als 1:0 aus. Bei Bayern ging das aber gut, schon alleine wegen der Lebensversicherung Lewandowski, der in der einzigen vollen Saison unter Flick 41 Tore in der Liga gemacht hatte. Er hätte eigentlich daran arbeiten müssen, dass sich eine Mannschaft herausbildet, die erstmal wieder Sicherheit und Stabilität gewinnt und dann nach vorne gucken kann. Stattdessen wirft er wild Spieler rein der Hoffnung, dass das irgendwie mit seinem Plan funktioniert.

    Selbst die besten Trainer brauchen eine gewisse Zeit, bis sie eine Mannschaft so richtig zum funktionieren bringen. Bei Klopp z.B. gab es in seiner ersten Saison in Liverpool auch große Zweifel, weil vieles nicht funktioniert hat. Auch Guardiolas erstes Jahr bei City war eher durchwachsen. Seine einzige ohne Titel im Profibereich. Da sollte man nicht zu viel erwarten, aber schlechter werden kann es auch nicht.

    Arbeitsrechtlich müssen Optionen immer beidseitig sein soweit ich weiß...

    Das ist ein nicht 100%ig geklärtes Thema.

    Zitat

    Ob eine einseitige Verlängerungsoptionsklausel wirksam ist, ist höchstrichterlich bislang nicht geklärt. Es existieren lediglich vereinzelt instanzgerichtliche Urteile, die sich mit der rechtlichen Zulässigkeit einseitiger Verlängerungsoptionsklauseln befassen, jedoch zu keinem einheitlichen Ergebnis gelangen. So sah etwa das Arbeitsgericht Nürnberg eine einseitige Verlängerungsoptionsklausel als rechtswirksam an (ArbG Nürnberg, Urteil v. 4. Juni 2007 – 3 Ga 32/07). Im Gegensatz dazu hat das Arbeitsgericht Ulm entschieden, eine einseitige Verlängerungsoption verstoße zum einen gegen den allgemeinen im Arbeitsrecht geltenden Grundsatz, dass die ordentliche Kündigung durch den Arbeitnehmer gegenüber derjenigen des Arbeitgebers nicht erschwert werden darf (vgl. § 622 Abs. 6 BGB). Zudem sei ein Verstoß gegen das AGB-rechtliche Benachteiligungsverbot (§ 307 Abs. 1 BGB) gegeben (ArbG Ulm, Beschluss v. 14. November 2008 – 3 Ca 244/08).

    https://www.cmshs-bloggt.de/arbeitsrecht/d…verl%C3%A4ngern.

    Wie viele Spieler, die Profis werden, kommen denn überhaupt je mit dem DFB auch nur in Verbindung? Ob beim DFB alle dies wollen oder das oder jenes ist doch im Alltag der Ausbildung recht egal. Ein Hannes Wolf tingelt jetzt in seiner Rolle beim DFB durch die Vereine, stellt vor, was ihm und seinen Experten um Gerland so vorschwebt und dann ist es den Vereinen überlassen, ob sie das interessiert, ob sie was davon mitnehmen oder ob ihnen das total egal ist. Das war früher bei Sammer auch nicht anders. Der Einfluss vom DFB ist im Alltag recht minimal.

    Bei Sammer ging es vor allem um Zusammenstellung und Umgang der National-Mannschaften im U-Bereich und nicht um die Talente-Basis. Er hat da klare Vorstellungen und wollte die bei den U-Mannschaften durchziehen bis es zum Kompetenzgerangel mit Löw und Bierhoff kam, wer die U21 zu verantworten hat. Den hat er gegen Löw verloren und dann ist er zu Bayern.

    Solange die Realität so aussieht, dass z.B. ein FC Bayern Spieler wie Harry Kane für 100 Mio holt und parallel die Jugendtrainer mit Mindestlohn bezahlt, kann man doch beim DFB machen, was man will. Jugend ausbilden muss man wollen, nicht müssen. Da braucht es Trainer, die das können und wollen. Und dafür muss ich die Trainer auch so bezahlen, dass sie ihre Jugendmannschaft nicht als reines Sprungbrett sehen und zusehen, wie sie Ergebnisse einfahren und sonst nichts.

    Anfang der 2000er gab es die Vorgaben zur Führung von NLZs an die Vereine als Reaktion auf den Rückgang von Talenten Ende der 90er Jahre, was dann mit dem Vorrundenaus bei der EM 2000 und EM 2004 zusammenfiel und auch wenn die WM 2002 mit dem Finale ein Erfolg war, war das eher ein Verdienst von Oliver Kahn mit einer Menge Spiel- und auch Schiedsrichterglück. Die Generation um Neuer herum, die 2009 den U21-Titel gewonnen hat, war dann die erste, die durch das NLZ-Konzept gegangen ist. Damit wurden die Vereine verpflichtet Jugend-Trainer einzustellen, etc.

    Das ganze Thema NLZ wurde aber mit der Zeit immer mehr professionalisiert, und um die 2010er Jahre herum begann dann aber die zunehmende Arbeit mit Video-Scouting, etc. was rein technisch vorher gar nicht zur Verfügung stand. Das hat dazu geführt, dass in den NLZs oft wie in Profi-Mannschaften gedacht und gehandelt wurde. Sowohl was das Training angeht, als auch die Umfänge. Dazu wurden die Spieler sehr früh in Schablonen gesteckt, um in bestimmte Spielformen und -taktiken schon sehr früh zu spielen. Oft gibt es den Vereinen auch den Wunsch, dass die Nachwuchsteams genauso spielen wie das Profi-Team. Jugend und Profi sind aber zwei paar Schuhe und das versucht man jetzt zu ändern.

    Die Frage wird aber sein, was die Vereine machen. Gehen die das mit, gehen auch die Trainer das mit. Oft genug ist eine Nachwuchsmannschaft für Trainer auch eher ein Sprungbrett in den Profi-Bereich. Schon alleine, weil die Jugend-Trainer nicht selten mit Peanuts bezahlt werden. Selbst bei Bayern München wurde versucht die Nachwuchstrainer unter Mindestlohn arbeiten zu lassen.

    Zunächst einmal ist der DFB fast gar nicht an der Ausbildung beteiligt. Die geschieht immer noch in den Vereinen. Auch das, was beim DFB jetzt passiert, sind gerade einmal Ideen für die Basis, aber ob die auch angewendet werden, wird man sehen. Gerland war als (Nachwuchs)-Trainer bei den Bayern auch immer unzufriedener, weil er das Gefühl hatte, dass die Entwicklung dort nicht stimmt. Aus den Gründen, die er dort anführt. Er konnte also auch in seinem Verein bestimmte Veränderungen nicht aufhalten und ist dann gegangen. Hannes Wolf spricht es ja auch an, dass in den Nachwuchs Dinge wie Videovorbereitung auf den nächsten Gegner, etc. eingezogen sind, die nur auf Ergebnisse abzielen und nicht mehr Spieler auszubilden. Eine Idee ist den Abstieg abzuschaffen, um den Ergebnisdruck herauszunehmen. Aber dann kommen eben wieder die, die sagen, dass dann Leistung keine Rolle mehr spielt, etc.

    Gerland hat doch beim DFB eine Menge zu sagen. Er ist seit 2021 Co-Trainer der U-21 und war jetzt maßgebend an den Änderungen beteiligt, die Hannes Wolf vorgestellt hat.

    Wolf und Gerland: Spielformen für den Nachwuchsfußball
    Im neuen YouTube-Format des DFB "Vom Wohnzimmer auf den Trainingsplatz" stellen Hannes Wolf und Hermann Gerland geeignete Trainingsformen für den Kinder- und…
    www.dfb.de
    Wolfs Idee vom Nachwuchs: "Wir brauchen keine 5000 Hütchen"
    Hannes Wolf soll das Nachwuchsproblem des deutschen Fußballs lösen. Seine Idee davon skizzierte er im März in einem kicker-Interview.
    www.kicker.de

    Bei Wallinius ist oftmals gar nicht mal die Spielintelligenz das Problem, sondern die Handlungsgeschwindigkeit. Er erkennt oft die Situation und will eigentlich reagieren, aber schafft es nicht schnell genug. Dadurch wirkt er teilweise sehr unbeholfen. Ich weiß nicht wirklich, ob man das auf dem Niveau so verbessern kann.

    Also die Kaderplanung bei Dortmund ist ein Kapitel für sich. Es ging einfach darum, dass er natürlich ein Talent ist, aber er hat in Teilbereichen richtig heftige Defizite, die im Jugendbereich recht egal waren aufgrund seiner körperlichen Überlegenheit. Die hat er jetzt nicht mehr und nun muss er sich da richtig verbessern, wenn er den Durchbruch schaffen will. Es ordnet aber die Ergebnisse im Jugendbereich ein, wo er ein Überspieler war. Das ist er jetzt nicht mehr. Er ist ein Talent von vielen. In Dortmund sorgt das eben dafür, dass man lieber zwei gestandene Spieler holt. Und Moukoko wird nicht auf dem Flügel spielen. Da hat Dortmund jetzt schon ein extremes Überangebot an Spielern, die dort alle besser sind als er. Seine Stärke ist unbedingt Wille zum Abschluss. Das ist heute eigentlich viel wert, weil die meisten Spieler eher immer noch einmal spielen wollen, aber das, was er dafür in der Jugend gemacht hat, funktioniert so im Profi-Bereich nicht mehr so richtig. Insofern muss er jetzt die Lücken in der Ausbildung nachholen, obwohl er rein von den Ergebnissen eine Vorzeige-Beispiel für Ausbildung ist.

    Das nach 3 Spieltagen zu beurteilen, halte ich für verfrüht. Füllkrug ergänzt den Kader und so stellt sich der BVB in der Spitze breiter auf, so wie es sein muss, wenn man zu den Top-Teams gehören will.

    Dortmund spielt nur mit einer Spitze, d.h. Haller im Moment. Die Flügelspieler sind mit Malen und Adeyemi besetzt. Und dahinter hat Dortmund sehr große Talente mit Bynoe-Gittens und Duranville, die ohne Verletzung bereits jetzt sehr mehr viel anklopfen würde. Noch dazu Reus. Heißt Dortmund wird im Normalfall nicht mit zwei Stürmern spielen. Und jetzt hat man Füllkrug als zweiten Spieler für die eine Position im Sturmzentrum. Der will im Sommer zur EM, d.h. für die Bank ist der auch nicht da. Haller wird Afrika-Cup spielen im Januar, d.h. man hat Füllkrug hier auch geholt, damit man dann einen gestandenen Spieler hat. Heißt Moukoko ist jetzt der Ersatz vom Ersatz.

    Es wird auch immer mit dem Begriff Leistung herumgeworfen, meint aber Ergebnisse.

    Die Menschen im Osten der Republik verdienen z.B. weniger als die im Westen. Leisten die daher weniger? Sind das faule Leute? Weil muss ja, verdienen schließlich weniger. Ergebnis ihrer Arbeit ist geringer, also müssen die doch weniger leisten. Nee, natürlich nicht, es gibt eben andere Voraussetzungen und Bedingungen.

    Um die Leistung zu bewerten ist das reine Ergebnis zu betrachten viel zu wenig. Ein Busemann, der sich jetzt z.B. zu Wort gemeldet hatte, hat mit Geburt im Februar ein sehr großen Wettbewerbsvorteil gegenüber einem Kind, was im Dezember geboren wurde. Will man das belohnen? Ist das eine Leistung? Es melden sich halt die zu Wort, die es geschafft haben, auch aufgrund eigentlich unfairer Voraussetzungen und labern was von Leistung. Dabei lässt sich das, was wirklich geleistet wurde, in sehr vielen Fällen überhaupt nicht am Ergebnis ablesen. Insbesondere im Jugendbereich.

    Es gibt kaum ein Land, was noch klassische Mittelstürmer hat. Real Madrid spielt nicht ohne Grund ohne einen nach dem Abgang von Benzema. Barcelona kauft nicht ohne Grund einen Lewandowski am Ende mit 34 für 50 Mio, etc. Argentinien ist Weltmeister geworden ohne einen solchen. Álvarez ist 1,70m als deren "9er".

    Deutschland hat auf Positionen Probleme, wo so gut wie jede Nation nach Spielern sucht. Die aktuellen Probleme der Nationalmannschaft haben so gut wie nichts mit der Ausbildung zu tun. Deutschland ist 2017 U21-Euromeister geworden, hat 2019 das EM-Finale verloren und ist 2021 wieder U21-Europameister geworden. Es gab in der deutschen Fußballgeschichte keine Zeit, wo Deutschland im U21-Bereich derart abgeräumt hat wie die letzten Jahre.

    Die einzige Titel davor war 2009 mit der legendäre Mannschaft mit Neuer, Hummels, Boateng, Höwedes, Khredira, Özil. Dazu gehört noch ein Thomas Müller in diese Mannschaft vom Alter her. Diese Mannschaft hat dann 2014 einen erheblichen Teil des Weltmeisters gestellt. Wenn man also mal so um die 5 Jahre weitersieht, dann sollten diese Spieler, die zwischen 2017 und 2021 drei extrem erfolgreichen Turniere gespielt haben, jetzt die Nationalmannschaft stellen. Und die Qualität der Spieler ist dafür allemal da. Dazu bedarf es aber eines Trainers, der mehr drauf hat als jetzt Flick, der schon in seiner einzigen vollen Saison bei Bayern an seine Grenzen kam, die sich jetzt bei Nationalmannschaft so extrem zeigen, weil man dort vom Können her auf Augenhöhe spielt.

    Das es keine Mittelstürmer mehr gibt hat auch nicht nur mit der Ausbildung zu tun, sondern mit dem, was Kinder spielen wollen. Beim Basketball gibt es z.B. kaum noch Brett-Center, die direkt am Korb viel drauf haben. Warum? Weil alle Steph Curry sein wollen und lieber von der Mittellinie werfen. Da kannst Du ausbilden oder Leistung verlangen oder was auch immer.

    Ich z.B. hatte als 10-jähriger die Möglichkeit in ein Fußball-NLZ zu gehen und hab da 2,3 Mal trainiert, aber wollte dann nicht. Weil ich so super fleißig war? Nee, ich war einfach nur körperlich extrem früh entwickelt, konnte in der Regel mit 2 Jahre älteren mithalten. Ich war aber eigentlich eher faul als fleißig. Aber die anderen hatten eben null Chance aufgrund meiner körperlichen Vorteile. Die Trainer haben in mir jemanden gesehen, der kaum zu stoppen ist und damit entsprechend für Siege sorgen kann. Das hat dann aber nichts mit Leistung zu tun, sondern war einfach nur Glück. Mit 17,18 wenn sich das dann langsam alles ausgleicht, sieht die Welt eben anders aus. Man könnte sogar sagen, dass das Wettbewerbsprinzip in diesem Alter dafür gesorgt hat, dass ich weniger gemacht habe. Vielleicht hätte ich sportlich was erreichen können, aber weil ich so große körperliche Vorteile hatte, musste ich nicht so viel tun. War natürlich nicht so, ich war einfach faul. ^^

    Jetzt aktuell haben wir im Fußball den Fall Youssoufa Moukoko. Neben wir mal an, sein Alter stimmt wirklich, dann hatte er im Jugendbereich durch seine Entwicklung körperlich so große Vorteile, dass er dort die Netze kaputt geschossen hat. Jetzt, wo der körperliche Vorteil nicht mehr da ist, sieht es relativ dünn aus. Ihm fehlt so viel Spielverständnis, weil er es in der Jugend nie gebraucht hat. War einfach körperlich so dominant war. Die Leistung hat aber immer gestimmt in der Jugend. Seine Mannschat war erfolgreich, er persönlich war erfolgreich und was hilft ihm das jetzt? Was war die Leistung im Jugendbereich wert?

    Vor ein paar Jahren hat ein gewisser Tim Wendt, damals Torhüter bei der 2. Mannschaft, drei von drei gehalten gegen Hüttenberg in seinem ersten Profispiel mit 20 als er für den erkrankten Niklas Landin vertreten durfte. Hat den THW nicht davon abgehalten trotzdem Landin zu behalten, während Tim Wendt heute Oberliga spielt. Nicht mal als 2. Torhüter für einen gewissen Andreas Wolff, der in diesem Spiel nur 27% gehalten hat.

    Redet ihr von Alexander Bommes?

    Hat der jemals ein Handballspiel kommentiert?

    Nein, er moderiert natürlich nur. Aber vor, während und nach Spielen redet er natürlich schon im Rahmen der Moderation. Und da wirkt er doch eher so, als sei er ihn fachfremder Moderator, der ein Repertoire von Sportarten "betreut" ohne vom Fach zu sein.

    Wie oft hat man z.B. von Kühn gegen schwächere Gegner sehr gute Ansätze gesehen, die Hoffnung gemacht haben (vor allem medial) und dann beim ersten Aufeinandertreffen mit besseren Nationen wieder komplett enttäuscht worden sind. Ich sehe jetzt bei Deutschland niemanden, der es schafft sich auf hohem internationalem Niveau auch in die notwendigen Abschlusspositionen zu bringen durch das richtige Timing und die notwendige Explosivität, um die Wurfkraft dann auch auszuspielen. Bei Kühn z.B. hat man immer den Eindruck die Abwehrspieler wissen schon vor ihm, was er vor hat und können das entsprechend verhindern.

    Wobei Buschmann "bei uns" im Basketball auch nicht wirklich super beliebt ist. Seine Art war in den 90ern natürlich schon etwas und hat auch viel für den Basketball getan durch die Begeisterung, die er rübergebracht hat, aber irgendwann hat sich das auch abgenutzt und inhaltlich kam bzw. kommt von ihm so gut wie nichts. Keine Details, keine Hintergründe, keine Taktik, etc. Das ist wie bei Bommes mit Handball. Wenn man das nicht weiß, würde man auch nie drauf kommen, dass er mal gespielt hat. Da wird auch nur kommentiert, was selbst der größte Laie auch selbst sieht.

    So ziemlich jede Sportart außerhalb vom Fußball macht mit dem Modus ein ziemliches Gewese mit ständigen Änderungen. Meist ein Final 4 mit möglichst wenig davor. Im Eishockey wurde der Pokal vor gut 15 Jahren ganz abgeschafft. Die Begründungen waren in allen Sportarten geringeres Interesse bei den Übertragungen und schlechte(re) Zuschauerzahlen.

    Ich denke, dass der THW gerne mit Dule verlängern würde in der aktuellen Rolle und Dule auch selbst bleiben will. Bleibt die Frage nach den finanziellen Vorstellungen beider Seiten. Kann mir auch vorstellen, dass nochmal um zwei Jahre verlängert wird. Dann wäre er so alt wie Bezjak jetzt. Wie wertvoll so ein "cleverer, alter Fuchs" sein kann, konnte man erst wieder im CL-Halbfinale sehen, wo Bezjak nach dem Ausscheiden von Gisli Barcelona richtig alt aussehen lassen hat.

    Zeiten von Großereignissen zu vergleichen ist bei Langstrecken eher schwierig, weil die selten auf Zeit gelaufen werden. Aber im Grundsatz ist Klosterhalfen natürlich eine Stufe dahinter, kann aber bei richtigen Rennverlauf und Formsteuerung durchaus mal für eine Überraschung sorgen.

    Bei der ganzen Betrachtung zu Ergebnissen, etc. ist auch zu beachten, dass eine sehr starke Ergebnisorientierung in der Jugend dafür sorgt, dass die körperlich besser entwickelten Kinder eines Jahrgangs entsprechend bevorzugt werden, um bessere Ergebnisse zu erreichen. Bei der U16 Nationalmannschaft im Fußball sind immer um die 85% der Spieler im 1. Halbjahr des Jahrgangs geboren. Viele Kinder aus den späteren Monaten verlieren dann das Interesse, weil sie nicht eingesetzt werden aufgrund der körperlichen Defizite, weil es nur ums Gewinnen geht. Hier versucht man die Chancenungleichheit durch den Zeitpunkt der Geburt zu reduzieren, um den Pool aus potentiellen Talenten länger aufrecht zu erhalten. Der reine Leistungsgedanke soll erst später vollends zum Tragen kommen, wenn die körperlichen Differenzen nicht mehr so stark ins Gewicht fallen.