Beiträge von brodie79

    Freundschaft!

    Das Problem dabei ist doch auch, dass die Eierlegende Wollmilchsau einmal selten und andererseits teuer ist. Und da macht es schon einen Unterschied, ob man im internationalen Markt ein Top3- oder ein Top10-Player ist. In der zweiten Gruppe hat man nicht mehr so viele Chancen, sich reihenweise die Alleskönner raus zu picken.

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es jemand wird, der ein gewisses Standing hat und dabei hinten und vorne gut ist. Da wird man vermutlich nach Perlen tauchen müssen, was jetzt nicht unbedingt die Kieler Stärke. So ähnlich wie man mal an Wallinius auf der anderen Seite geglaubt hat.

    Beim THW ist durch den Wegfall von Weinhold, erst durch Verletzungen, dann Karriereende, vor allem defensiv einiges verlorengegangen. Ich weiß nicht, ob sich der THW einen Gefallen damit tut, den nächsten primären Offensivspieler zu holen. Ich habe keine Ahnung, wer da in der Handballwelt gut für geeignet wäre, um wenigstens etwas den Bezug zu den Wechselgerüchten zu halten.

    Er klang doch so als wäre ein Vertrag unterzeichnet oder dass man sich grundsätzlich einig ist, aber laut seiner Aussage wäre 2027 sehr früh. Heißt vermutlich, dass es an der Höhe der Ablöse hängt, in welchem Jahr er wechselt.

    Zunächst einmal eines vorweg: Soweit ich weiß, ist die Personen am Bildschirm absolut passiv. Die stellt nur die Kameraperspektive zur Verfügung, die von den SR gewünscht wird. Sie spult nur so, wie es die SR wünschen. Diese Person darf keine Bilder zeigen, die die SR nicht anfordern. Deswegen darf man hier dieser Person die Schuld nicht in die Schuhe schieben.

    Interessant ist, dass der DHB die beiden SR öffentlich so brüskiert, denn es passiert ja nicht zum ersten Mal, dass SR nicht auf die besten Bilder zugreifen. War es nicht letztes Jahr beim Final Four der Fall? Im Halbfinale Löwen gegen Kiel? Ich kann mich in jedem Fall noch gut erinnern, an das Spiel Wetzlar gegen Magdeburg, als die beiden SR bei einem Foul von Claar an einem Wetzlarer nur eine Perspektive anschauten und schnell zu dem Ergebnis kamen, dass es nur eine 2-Minuten-Strafe geben darf. Was angesichts der angeschauten Bilder auch ok war. Doch schon während der Beratung der SR sagte der Dyn-Kommentator, dass sie Bilder vorliegen haben, die die Situation gut auflösen. Und da sah man klar den aktiven Schlag von Claar in das Gesicht eines Wetzlarers. Es war also eine klare rote Karte. Im Nachgang kam keine Stellungnahme des DHB dazu. Mag sein, dass es an der Prominenz der SR lag. Denn es waren die Herrn Thiyagarajah.

    Es war doch eigentlich beim Videobeweis gängige Praxis, dass man als Übertragungszuschauer ewig Bilder bekommt, wo man nicht viel sehen kann, um die Situation zu beurteilen. Dann gibt es die Entscheidung. Und sofort danach wird bei Dyn eine andere Kameraperspektive eingespielt, wo man das ganze viel besser sieht. Daher war doch die Frage, was genau sich die Schiedsrichter ansehen? Wenn sie das sehen, was dem Übertragungszuschauer gezeigt wird, ist es oft nicht nachvollziehbar, warum sie sich die Perspektive, die man dann danach sieht, nicht angesehen haben. Ansonsten gucken sie offenbar nicht das, was der Übertragungszuschauer sieht. Dann kann man so vom Stream her nicht beurteilen, was sie sich ansehen und es stellt sich natürlich auch die Frage, warum im Stream etwas angezeigt wird, was so aussieht ein Hin- und Herspulen.

    Zarabec war eigentlich immer Rückraumspieler Nummer 7 bzw. in seiner letzten Saison etwas zwischen 6 und 7, weil Wallinius auch gerne mal wenig bis gar nicht eingesetzt wurde. Er wurde dann "ersetzt" durch Skipagøtu, der zusammen mit Bilyk die Mitte besetzen sollte, während Johansson und Wallinius primär auf RL spielen sollten. Dazu Duvnjak als Schweizer Taschenmesser auf allen Positionen im Rückraum, da Weinhold auch vermehrt Probleme hatte, wobei auch Gurbindo nachverpflichtet wurde. Für Sagosen ist Wallinius gekommen, wobei durch die Verletzung von Sagosen der Transfer von 23 auf 22 vorgezogen wurde. Zarabec und Sagosen sind dann zusammen 23 gegangen.

    Die Aufgabe von Zarabec war in der Regel reinzukommen, wenn gar nichts mehr geht und etwas anderes zu versuchen als die reinen Rückraumschützen. Das klappte in der Regel so alle vier, fünf Spiele mal. Im Grunde eine extrem undankbare Rolle. In unwichtigeren Spielen in der Gruppenphase der CL durfte er auch mal länger ran. Das Problem dabei ist aber ein recht typisches THW-Problem, denn die Spieler müssen sich in der Regel individuell durchsetzen und Zarabec fehlten dann die Mittel, sodass er sich meist festlief und sich nicht durchsetzen konnte. Dann probierte er es häufig mit Überraschungswürfen, die auch hier und da mal funktionierten.

    Eine der größeren Fehleinschätzungen der letzten Jahre war zu glauben, dass Bilyk auf der Mitte quasi Sagosen ersetzen kann und dann hat man in der Saison 23/24 seinen Vertrag auch noch verlängert als schon ersichtlich war, dass das nicht so läuft. Als es dann bei Bilyk auch gesundheitlich bergab ging, ist dann Duvnjak eigentlich erst wieder in der Offensive so richtig in den Vordergrund getreten. In den Zeiten von Sagosen war Duvnjak eigentlich primär ein Abwehrspieler, der die zweite Welle läuft. So ähnlich wie es O'Sullivan beim SCM lange war.

    Sowohl Berlin als auch Magdeburg haben ihre Mannschaften aufgebaut als sie keine CL gespielt und finanziell mit Sicherheit nicht mehr Möglichkeiten als Kiel hatten. Wo Gummersbach war vor nicht al zu langer noch war, ist auch klar. Es wurde die Tage auch im VfL-Thread thematisiert, aber Schindler war 2019 beim Abstieg schon in der Verantwortung und es gab hier bei HE auch Stimmen, die nicht verstanden haben, dass man ihn hat weitermachen lassen. Er hatte finanziell ein schwieriges Erbe übernommen, aber dann viele Entscheidungen beim Kader und Trainerwahl getroffen, die gar nicht funktioniert haben. Das soll jetzt kein Plädoyer für Szilágyi sein, sondern eher zeigen, wie sich die Dinge auch entwickeln können. Offenbar hat Schindler aus seinen Fehlern gelernt und trifft nun bessere Entscheidungen.

    Heimbilanz vom THW:

    • 25/26: 3. Platz, 23:5 Punkte, 447:417 Tore
    • 24/25: 5. Platz, 28:6 Punkte, 545:469 Tore
    • 23/24: 5. Platz, 26:8 Punkte, 558:485 Tore
    • 22/23: 4. Platz, 29:5 Punkte, 572:464 Tore
    • 21/22: 2. Platz, 30:4 Punkte, 531:439 Tore
    • 20/21: 1. Platz 37:1 Punkte, 618:479 Tore
    • 19/20: 2. Platz 26:2 Punkte, 424:336 Tore
    • 18/19: 2. Platz 32:2 Punkte, 513:382 Tore
    • 17/18: 6. Platz 28:6 Punkte, 492:422 Tore
    • 16/17: 3. Platz 31:3 Punkte, 484:411 Tore
    • 15/16: 2. Platz 30:2 Punkte, 510:397 Tore
    • 14/15: 1. Platz 35:1 Punkte, 549:407 Tore

    Diese Saison sind es noch drei Heimspiele und man sieht schon, dass es Kiel dieses Jahr besonders in den Heimspielen schwer fällt von den reinen Toren her. Auf beiden Seiten sind das die schlechtesten Heim-Werte der letzten Jahre. Die letzten drei Heimspiele sind dann Leipzig, Berlin und Lemgo. Punktetechnisch könnte man theoretisch sogar besser abschneiden als zuletzt. Von den drei Meisterschaften mit Jicha hatte man zwei (19/20, 22/23) durch eine stärkere Auswärtsbilanz als der Wettbewerb geholt und 20/21 durch eine bessere Heimbilanz.

    Was mir auch aufgefallen ist, dass der THW im Tempospiel über das gesamte Spiel bezogen, auch relativ mau aussieht. Bei Spielbeginn ging diese Saison zu Spielbeginn (bis zu den ca. Ersten 15 Min) die Post ab, war dann auch oft (gut) vorne, dann aber ging das verloren und Gegner kamen näher ran. Habe ich da die falschen Spiele gesehen oder teilen das auch die "Allesschauer"? Auch das passt schlicht nicht zu einer Spitzenmannschaft, könnte die fehlende Breite im Kader sein?!

    Wenn Tempo ein Ziel wäre, sehe ich beim THW auch ein gewisses Mentalitätsproblem bzw. man könnte es auch Old School Verhalten nennen. Wenn man z.B. ausgespielt wird, was logischerweise allen immer wieder passiert, dann sind viele Spieler noch eine Weile mit der Abwehraktion beschäftigt. Manche gucken sich um, nach dem Motto: Wer hat denn da nicht aufgepasst? Andere hadern, entweder mit sich oder mit anderen aus der Mannschaft oder sind mit der Gesamtsituation unzufrieden. Eigentlich müsste man sofort im Kopf umschalten auf die nächste Aktion. Hier wurde auch schon mal Wolff erwähnt, dass er so langsam den Ball aus dem Tor holt. Das sieht man bei einigen Spielern, dass sie auch bei eigenen Toren immer bisschen länger brauchen, bis sie zur nächsten Aktion im Kopf bereit sind. Da laufen viele oft gedankenverloren zurück und rechnen gar nicht damit, dass das Spiel schon Vollgas weiter geht. Ich habe keine Ahnung von Training, aber vermutlich ist das eine Sache, die man durch extensives Training als Automatismus reinbringen müsste?

    Die Frage ist natürlich immer, wo man vom Spielstil her hin will. Wenn man sich z.B. Magdeburg ansieht, dann haben die vor drei Jahren angefangen Tempo herauszunehmen. Von den Spitzenteams wirft niemand so wenig aufs Tor wie der SCM. Inklusive 7m. Gerade die bringen für den Rest der Mannschaft auch immer eine Pause. Bei einer kleinen Rotation, die Wiegert bevorzugt, macht das auch Sinn. Dieses Jahr ist der SCM auf Platz 8 bei der Anzahl der Würfe, letzte Saison war es Platz 10. Aber eben verbunden mit einer hohem Effizienz. Ohne zu viel beim SCM drin zu sein, würde ich vermuten, dass man sich dort vor einiger Zeit Gedanken gemacht hat, wie man den Erfolg langfristig konservieren kann und ist dann zum Schluss gekommen, dass das mit Dauertempo schwieriger ist.

    Da kommt oft in Ruhe Kristjánsson von der Bank als primärer Ballhandler, dann wird erstmal aufgebaut und dann geht es los. Berlin hingegen lässt Gidsel als zentralen Umschaltspieler Abwehr spielen, oft mit der Mission diese bewusst offensiv zu interpretieren, um sofort für den Gegenangriff bereit zu sein. Das sind eben ganz verschiedene Konzepte und Philosophien, die funktionieren können. Die Franzosen haben die EM vor zwei Jahren auch mit einem Rückraumspiel gewonnen, aber das sind natürlich auch Athleten. Sagosen am Anfang seiner Zeit beim THW, als er athletisch noch richtig gut drauf war, konnte es auch sehr gut, sich einen offenen Wurf durch Timing und Athletik zu erspringen.

    Für mich war die größte Schwäche beim THW in den letzten Jahren das defensive Umschalten. Das fiel in der CL schon eher auf als in der HBL, wo gerade Teams wie Berlin oder Flensburg, die sofort Tempo machen, gegen Kiel häufig leichteres Spiel und eine höhere Wurfquote als ihr Saisonschnitt hatten. Zumindest Flensburg hatte man dieses Jahr besser im Griff, vlt. gelingt gegen Berlin in der Liga noch was. Der SCM hat das die letzten Jahren eigentlich so gut wie nie angegriffen, weil sie anders spielen, was wiederum gut für den THW war. So hatte Kiel immer Zeit, in die Verteidigung zu kommen und sich zu finden. Wenn dann noch richtig Feuer drin ist, dann geht gegen jeden was. Hier kommt dem THW wiederum zu Gute, dass Wiegert konsequent an Plan A festhält, egal wie es läuft. Auch wenn man dadurch seit einiger Zeit gegen Kiel nicht gewonnen hat.

    es sind kommende Saison 18 Spieler: ich vermute, du hast den TW Dengler vergessen

    Das stimmt. Sorry. Ich hatte nur an die Spieler gedacht, die normalerweise ein Thema für den Spieltagskader sind. Diese Saison hat es Mohab einige Spiele getroffen, weil vier Kreisläufer im Kader standen. Durch die Verletzung von Načinović gibt es wieder Platz für ihn, auch wenn er offenbar gar keine Option mehr ist.

    Gesetz dem Fall, dass Spieler fit sind, was natürlich selten genug der Fall war zuletzt, muss sowieso jemand auf die Tribüne, weil 17 Spieler unter Vertrag sind. Wird dann interessant sein, wen es trifft.

    Den THW hat doch auch in den Spielzeiten, die erfolgreich waren seit 2015 ausgemacht, dass sie eher über die Breite als über die Spitze gekommen sind. Beim letzten Meistertitel 22/23 hatte Bilyk die meisten Feldtore mit 121. Das entsprach ca. 12,5% der Tore. Das ging runter bis Fraatz auf Platz 15 mit ca. 3,4% der Tore. Dazwischen waren 13 weitere Spieler des THW. Es funktioniere mal der, mal der und mal der. Jicha hat eigentlich nur an Sagosen hier und da zu lange festgehalten und ansonsten die Breite genutzt. In jener Saison hatte der THW am Ende acht Spieler im Rückraum, wovon eigentlich immer sechs im Saft waren. In Hinrunde fiel Sagosen noch aus, in der Rückrunde dann Weinhold. Durch das Nutzen der Breite des Kaders konnte kompensiert werden, dass schon "damals" in der Spitze keine Spieler mehr da waren, die jedes Spiel funktioniert haben. In den letzten drei Jahren ging der Anteil des besten Feldtorschützen beim THW kontinuierlich nach oben. Erst Johansson mit etwas über 14%, dann Madsen mit über 20% und diese Saison Skipagøtu. Hätte er sich jetzt nicht verletzt zwischendurch würde sein Anteil vermutlich bei über 25% liegen.

    Nächste Saison sind es erstmal auf dem Papier wieder acht Spieler im Rückraum, aber das bringt auch nur so richtig etwas, wenn Skipagøtu dauerhaft fit bleibt und Madsen komplett genesen zurück kommt. Dann kann man vermutlich über die Kaderbreite offensiv wieder durchprobieren. Und dazu muss es auch noch irgendwie passen. In den ersten Spielen diese Saison konnte man z.B. gut sehen, dass Madsen große Probleme hatte, dass das Spiel minutenlang an ihm komplett vorbei lief, weil es die One-Man-Show von Skipagøtu war. Madsen konnte man richtig ansehen, dass er den erstbesten Ball aufs Tor werfen wird, egal, wie schlecht die Position ist, weil er endlich auch am Spiel teilnehmen wollte.

    Nichtsdestotrotz wird man aus meiner Sicht mit Individualhandball, egal, ob das Würfe aus dem Rückraum sind oder Skipagøtu und Makuc rennen ohne Vorbereitung in die Abwehr nicht auf die Effektivität von 70% herum kommen, welche die guten Teams in der Offensive haben. Die beste Quote vom THW in den letzten Jahren war 20/21 mit 66,5%. Zu der Zeit waren die Top-Teams auch noch nicht bei 70%, sondern eher so im Bereich 67-68% und Kiel hatte da noch mehr geworfen. Heißt vom reinen Ergebnis her hatten sie kein Problem, auch wenn das Spiel "damals" schon nicht modern war. Das funktionierte, weil der THW nach der Verpflichtung von Pekeler auch bei den Gegentoren entweder Liga-Spitze oder nah dran war. Diese Kombination hat es ausgemacht.

    Für mich muss Kiel entweder defensiv wieder Liga-Spitze werden oder sie müssen offensiv eine andere Spielart entwickeln, welche eine höhere Effektivität ermöglicht oder sie müssen von der individuellen Qualität wieder eine Menge Weltklasse verpflichten oder entwickeln. Individuelle Weltklasse verpflichten sehe ich finanziell nicht, ob man die Abwehr bei der Menge an Spielern, die ihre Stärke primär offensiv haben, wirklich wieder so stabil kommt, scheint fraglich. Für eine Entwicklung zu einem Mannschaftsspiel in der Offensive gab es unter Jicha auch nicht wirklich Anzeichen, dass sowas möglich erscheint. Für mich müsste bzgl. der Kaderplanung für Reinkind ein starker Defensivspieler geholt werden. Dann gäbe es die Chance, dass man defensiv wieder entscheidend zulegt.

    Berlin ist letzte Saison Meister geworden mit einem Rückraum aus Andersson, Lichtlein, Gidsel, Langhoff, Wiede und dem wenig eingesetzten Beneke. Dazu die Außen Freihöfer und West av Teigum, am Kreis Marsenic und Darj, sowie Herburger als primärer Abwehrspezialist. Über Gidsel muss man nicht reden, aber er alleine kann das auch nicht ziehen. Da sind eine Menge Spieler, die individuell nicht das oberste Regal sind, die aber Weltklasse zusammenspielen. Eine Mannschaft, die mehr ist als die Summe der einzelnen Teile. Hier wurde über Jahre eine Spielweise entwickelt, welche die Stärken der Spieler nutzt und geguckt, wie man die Schwächen kompensieren kann. Dann spielt man z.B. eine offensive Abwehr, wenn Gidsel auf Halb verteidigen muss und geht auf Steals. Akzeptiert nicht nur, dass man überspielt wird, sondern geht schon in den Gegenstoß, wenn der Gegner noch nicht mal geworfen hat. Und das sollte doch der Anspruch an die Trainerposition sein und nicht, dass es am besten überall Weltklasse braucht, damit der Trainer erfolgreich sein kann.

    Gíslason haben sie bis 2019 weiter machen lassen. Dabei sahen die Jahre davor so aus:

    Rekordpleite unter Gislason: THW Kiel verzweifelt an sich selbst
    Nach einer denkwürdigen Pleite in Göppingen drohen dem THW Kiel schon früh die Felle davonzuschwimmen. Der Handball-Meister steht vor einem Rätsel.
    www.sport1.de
    Gislason kocht nach Derby-Debakel: "Maßlos enttäuscht"
    Der THW Kiel ist im 87. Nordderby bei der SG Flensburg-Handewitt unter die Räder gekommen. Alfred Gislason übt deutliche Kritik.
    www.eurosport.de
    Handball: Alfred Gislason schimpft nach Blamage des THW Kiel in Champions League
    Der THW Kiel muss in der Champions League eine unerwartete Niederlage hinnehmen. Trainer Alfred Gislason schimpft über den schwachen Auftritt seines Teams.
    www.sport1.de
    Lövgren: "Gislason-Entlassung unvorstellbar" | SPOX
    Nach dem 24:42-Desaster in der Champions League bei Paris Saint-Germain sitzt der Stachel beim THW Kiel tief. Auch die kritischen Stimmen gegen Trainer Alfred…
    www.spox.com

    https://www.sueddeutsche.de/sport/kassel-thw-geschaeftsfuehrer-gibt-trainer-gislason-rueckendeckung-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-170911-99-07001

    https://sport.sky.de/handball/artikel/nur-platz-sechs-darum-laeuft-es-beim-thw-kiel-nicht/11286924/34240


    Auch ganz interessant so als Rückblick:

    https://www.kn-online.de/sport/regional/gislason-war-die-schwerste-entscheidung-TZ7VEMMZKJE5PYN4KWQJPFQSRU.html


    Das erste Liga-Spiel, was ich vom THW live gesehen habe, war das hier:

    Ich finde den interessantesten Teil gar nicht in dem Clip. Die Aussagen, dass man sich wirtschaftlich nicht in der Lage sieht, die sportlichen Ziele immer mit einem 16er Kader umzusetzen und dass man aktuell die Nationalspieler aus der B-Jugend nicht gehalten bekommt. Hier wäre doch mal interessant gewesen zu hören, wie man die halten möchte. Indem man ihnen einfach einen Kaderplatz gibt? Machulla ist nun nicht gerade für die Nutzung der Breite des Kaders bekannt. Was würde denn ein großes Talent reizen bei den RNL zu bleiben, wenn man womöglich kaum Einsatzzeit bekommt? Inwiefern ist die Kaderplanung von Gensheimer wegzunehmen für das Halten von Talenten förderlich?

    Halblinks: Johansson funktioniert selten, auch eher der reine Shooter

    Johansson kam mal zum THW als Shooter. Mittlerweile ist es so, dass wenn auch nur eine kleine Chance da ist, einen Pass zu spielen, wählt er lieber diese Option als zu werfen. In vielen Spielen hat man das Gefühl, dass er im Laufe des Spiels fast dazu gedrängt werden muss, zu werfen, weil Kiel das eigentlich braucht. Wenn er dann trifft, hat er dann Selbstvertrauen auch weiter zu werfen. Er scheint überhaupt nicht die Art von Spieler zu sein, die von ihren Fähigkeiten, fast schon bedingungslos überzeugt sind.

    Unabhängig, ob die Szene korrekt war, oder auch nicht, wäre ich hier als Kiel auch sauer und würde mich ungerecht behandelt fühlen. Wenn das der Maßstab ist, dass man sich nicht nur das eine ansieht, sondern auch noch andere Dinge: Warum schaut man sich dann nicht nach jedem Angriff das ganze nochmal an, um nachträglich alle Fehlentscheidungen zu korrigieren? Man greift jetzt eine Szene raus, die man sich gar nicht deswegen angesehen hat. Das war doch auch die Kritik von Zerbe. Es ist vollkommen willkürlich, wo man das Video nutzt. In dem Fall hat Kiel irgendwie Pech gehabt und Eisenach wird belohnt, dass Walz einen Spieler schlägt. Da kann man doch sagen: Alles richtig. Da muss sich doch in Zukunft was ändern.

    Jichas Aussagen und die idiotische Berichterstattung des THW ramponieren gerade gehörig das Image.

    Ich habe vor einer Weile das erste Mal einen Bericht vom THW gelesen und war total überrascht. Ich habe in meiner ersten Saison als Schreiberling für das BBL-Team in einem Spielbericht mal einen Kommentar zu den Schiedsrichter gemacht. Das war eigentlich total harmlos, nicht der Rede wert. Der Artikel war ca. 8 Sekunden raus, da klingelte das Telefon und die BBL war dran: Entweder der Satz fliegt oder es hagelt gewaltig Strafe. Keine Ahnung, wie die HBL diesbzgl. drauf ist und der THW ist natürlich auch nicht irgendwer, aber ich wäre total überrascht, wenn sich die HBL das einfach so bieten lässt. Vlt. hat Kiel auch Budget dafür eingeplant. ^^

    Da dieser Thread mittlerweile auch nur noch THW-Analyse beinhaltet vielleicht mal die Frage, ob nicht einfach auch der Einsatz von Eisenach gewürdigt werden sollte? Die waren ja unmittelbar beteiligt. Hintze bei den RNL habe ich nicht verstanden und auch nicht gut gefunden, aber in Eisenach scheint er wieder genau seine "Kragenweite" gefunden zu haben. Schon toll, wie der den "Underdog" nach der Ära Kaufmann weiterführt.

    Bzgl. Hintze bei den RNL war doch das erstaunliche, dass diese in seiner ersten Saison nach 22 Spieltagen Anfang März Tabellenführer waren mit 33:7 Punkten. Da war Jaganjac auch schon eine Ecke verletzt. Alles sah danach aus, als würde Hintze in Mannheim eine große Erfolgsgeschichte werden. Dann folgte eine Niederlage in Leipzig, eine Heimniederlage gegen Hamburg und ab da waren die RNL nicht mehr die Mannschaft der ersten 22 Spieltage, mit Ausnahme des Pokal Final 4s, und sind es auch nie wieder geworden.

    Danke für deine Einordnung brodie79 ! Ich würde mir inzwischen diesen Impuls von Außen wünschen, indem man den Trainer wechselt, aber du zeigst hier eine weitere Option auf. Denn unabhängig von unseren Wünschen, ist Jicha nach derzeitigem Stand noch mindestens bis 2028 Trainer beim THW. Das kann man bewerten, wie man möchte, aber es ist nun mal Fakt. Streiten kann man nun über die möglichen Erfolgsaussichten beider Optionen.

    Die Erfolgsaussichten des Duos, und irgendwie ist es offenbar ein Duo, würde ich persönlich als gering einschätzen. Dennoch ist es erstmal Sport und dazu ein Mannschaftssport, wo es Dynamiken gibt, die oft auch Ebenen ablaufen, die man so als reiner Konsument des Spiels, gar keinen Einblick hat. Ich konnte dankenswerte ein bisschen Mäuschen spielen, weil ich drei Jahre die Pressearbeit für einen Basketball-Bundesligisten gemacht habe und entsprechend auch viel hinter die Kulissen sehen konnte und so auch viele Stunden im Mannschaftsbus verbracht habe. Das war schon sehr interessant. Wenn man im Sport alles immer 100%ig vorhersehen könnte, wäre Sport auch nicht so interessant.

    Vielleicht guckt man in drei, vier Jahren auf diesen Sommer zurück und kann feststellen, dass z.B. die Verpflichtung von Köster genau der Schlüssel war, ab wann es wieder lief. Vielleicht auch nicht. Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich im Sommer 2018 nach der Saison 17/18 nicht vermutet hätte, dass sich der THW in der Folgesaison von 19 auf nur noch 6 Minuspunkte steigert und nur knapp hinter Flensburg landet. Nicht nachdem in den Vorjahren Spieler wie Dissinger, Bilyk, Nilsson und Zarabec als die Zukunft des THW auserkoren wurden, aber die Hoffnung die Genesung von Duvnjak war, der "damals" auch schon 30 war.

    Für mich ist das Argument für einen Personalwechsel auf der Bank, dass die Teams, die zuletzt konstant vor Kiel waren, Teamhandball spielen. Auf jeweils ganz verschiedene Art und Weise. Beim THW ist hier wenig zu erkennen, was darauf hindeutet, ob das erreicht werden soll und wenn ja, wie. Man liest und hört eigentlich immer nur etwas von Entwicklung, aber was oder wie soll sich denn wohin entwickeln? Und was genau funktioniert davon (noch) nicht? Das klingt alles ein wenig zu viel nach leeren Floskeln.