Man kann natürlich jetzt in die Gesamtsituation oder in die aktuelle Lage wahnsinnig viel hineininterpretieren, und am Ende kann man auch völlig falsch liegen. Aber ich glaube tatsächlich, dass neben dem deutlich verbesserten Kader dieses Jahr auch die Strategie und die Anlage des Spiels unseren Spielern deutlich mehr entgegenkommen.
Ich habe irgendwo gelesen, dass Lund viel weniger Spielzüge implementieren möchte. Das heißt für mich: Die Spielzüge, die er spielen lässt, sind klarer und einfacher umsetzbar. Es bedeutet für mich aber auch – und das finde ich tatsächlich sehr clever –, wenn du Spieler wie Makuc und Skippy in deinen Reihen hast, die zum einen wahnsinnig torgefährlich, aber auch sehr kreativ sind, bedarf es vielleicht einer gewissen Freiheit und nicht unbedingt für alles und jeden 100 verschiedener Spielzüge. Ich könnte mir vorstellen, dass das der Mannschaft Stabilität gibt. Weniger ist manchmal mehr, und das könnte tatsächlich ganz gut harmonieren.
Außerdem sehe ich bereits jetzt – vielleicht täusche ich mich auch oder die Gegner waren einfach noch nicht stark genug –, dass man in den ersten Auftakthandlungen deutlich schneller und aggressiver im Angriff druck ausübt. Die Auftackthandlungen kommen schneller und aggressiver. Dadurch übt man mehr Druck aus und erarbeitet sich dadurch teilweise schon in den ersten drei, vier Pässen Torchancen. Das habe ich so unter Jicha nicht gesehen. Mir gefällt dieser Spielstil aktuell sehr gut.
Zu behaupten, wir spielen jetzt komplett wie Magdeburg, halte ich allerdings für fahrlässig. Wir haben schließlich auch Leute wie Johansson oder Köster, die einfach in der Lage sind, aus 9 bis 10 Metern Tore zu erzielen. Warum sollte man dieses Potenzial nicht nutzen? Eine Mischung aus beidem halte ich tatsächlich für die beste Strategie.