Beiträge von Barbarossastaedter

    Bist Du Dir da sicher? Woher erhält die Zeitung denn die ganzen Informationen? Sicherlich nicht (nur) durch wochenlange akribische Recherche. Meist kommt der Input vom Verein, es sei denn beim TVG ist das ganz anders... zumal das Wording in PMs auf anderen Plattformen sich interessanterweise immer einem ähnlichen Wortlaut bedienen.

    In der Lokalberichterstattung gilt nach wie vor: Namen sind Nachrichten! Daher ist die Frage, ob ein Spieler ausfällt oder nicht, für die Berichterstattung auch interessanter, ob Aue mit 6:0 oder 5:1-Deckung zu erwarten ist, insbesondere für die Handball-Laien.

    Bitte nicht falsch verstehen:

    Ich finde gallische Dörfer (wie die Gallier von der Alb) echt super, die mit guter Jugendarbeit und noch mehr Herzblut immer wieder an die Tür zum Oberhaus oder der 2. Liga anklopfen.

    Der Erfolg von Gelnhausen scheint auf Basis der guten Jugendarbeit der letzten Jahre aufzubauen. Super! Ich finde die Füchse-Town (1. Liga) sowie die Nachwuchsarbeit von Bayer Dormagen sehr gut! Kostet aber auch einiges! Die Rheinländer schaffen es Jahr für Jahr, wieder neue Nachwuchstalente in der 2. Liga zu etablieren, müssen aber auch jedes Jahr wieder gestandene Talente abgeben und haben in jeder Saison auch Abstiegssorgen bzw. Insolvenzrisiko. Der Etat von Dormagen dürfte zu den niedrigsten der 2. Liga gehören (immer mal wieder Etatprobleme und wenig Zuschauerresonanz). Ich kann nicht beurteilen, wie gut die Jugendarbeit in Gelnhausen ist. Aue scheint von der guten Jugendarbeit des SCM sowie DHfK Leipzig zu profitieren. Gibt es in Gelnhausen die Möglichkeit, mit einem Erstligisten zu kooperieren, um Talenten aus deren Nachwuchsakademie die 2. Liga zu ermöglichen?

    Aktuell hat man Rechtsaußen Redkyn, der per Zweitspielrecht aus Großwallstadt gekommen ist. Dieses Modell könnte man bei einem Verbleib in Liga 3 ausbauen. Bei einem Aufstieg in Liga 2 gäbe es aus meiner Sicht keinen wirklich geeigneten Erstligisten. Es gab vor rund zehn Jahren mal ein, zwei Spieler wie Hendrik Schreiber und Moritz Zörb, die auf diese Weise aus Wetzlar kamen, wohin man durch Jasmin Camdzic einen guten Draht hatte. So richtig dauerhaft gefruchtet hat das aber auch nicht. Dafür müssen die betreffenden Spieler auch so gut sein, dass sie sofort weiterhelfen und nicht den eigenen Talenten einen Kaderplatz wegnehmen.

    Wie hoch ist denn der aktuelle Etat bei Gelnhausen und Aue?

    Ich denke, dass du in der 2. HBL Minimum 1,5 Mio. EUR brauchst, um mithalten zu können.

    Umbau der Halle in Gelnhausen (blauer Boden und Videobanden) wird auch einige 100.000 EUR kosten.

    Für 2024/25 hat der TVG seine Etatkosten offengelegt. Demnach waren es 650.000 Euro, davon entfielen 32 Prozent auf die Kaderkosten für die Drittliga-Mannschaft.

    Ich verfolge seit über 30 Jahren die 2. Bundesliga. Gerade die Entwicklung der letzten 10 Jahre war sehr erstaunlich. Alle Veteine arbeiten zu 100 % professionell. O-Ton Kretzsche gestern: "Die 2. Bundesliga ist die dritt- oder viertstärkste Liga der Welt."

    Hut ab vor der Leistung des TVG. Aber will sich der Verein das mit dem Aufstieg wirklich antun mit seinen semiprofessionellen Strukturen? Das wäre sportlich gesehen absolutes Harakiri und bei den Fans ist spätestens zu Weihnachten die Lust auf 2. Liga vergangen. Schaut euch Oppenweiler an. Sorgt erst für den finanziellen Backround sowie eine zweitligataugliche Halle, um das Projekt Aufstieg plus Liga halten angeht. Gibt es in Gelnhausen die Option, nach Frankfurt zu gehen?

    Warum sollte der TVG nach Frankfurt gehen? Und wenn ja, in welche Halle? Die Rudi-Lechleidner-Halle fasst mit Zusatztribüne bis zu 1700 Zuschauer. Mehr würden auch anderswo nicht kommen. Klar ist das keine Multifunktionsarena, sondern eine in die Jahre gekommene Großsporthalle, aber 50 Kilometer entfernt seine Heimspiele auszutragen und dort Miete zu bezahlen, das wäre Harakiri. Zumal die Fans auch vor 25 Jahren schon gezeigt haben, dass sie trotz unattraktivem Abstiegskampf nach Gelnhausen kommen, einfach um 2. Liga zu sehen. Das wäre das größte sportliche Highlight im gesamten südosthessischen Raum. Das ist bei alle infrastrukturellen Nachteilen nicht zu unterschätzen. Abgesehen davon kann die Möglichkeit, das Unmögliche zu schaffen und den sportlichen Aufstieg zu realisieren, auch noch mal dazu führen, dass sich mehr Sponsoren finden und vielleicht sogar der politische Wille, eine neue Halle zu bauen. Aber all das passiert nicht von heute auf morgen. Und mit dem Argument, der Mannschaft den sportlichen Aufstieg zu verweigern, wäre nun wirklich unsinnig.

    Naja, so eine Saison kann auch lange werden. Man frage mal in FFB nach, denen ging es nach dem Abstieg nicht mehr gut. Spielen nächste Saison Bayernliga. Wobei das vermutlich auch andere Gegebenheiten waren. Alles stark auf einen Trainer zugeschnitten, Großstadtumfeld.

    In Gelnhausen wird die Mannschaft nicht auseinanderfallen. Man wird auch keine verrückten Dinge tun, um die Klasse in der 2. Liga zu halten. Viel wichtiger ist aber das Signal an Spieler: Du kannst es schaffen, beim TVG aus der eigenen Jugend bis in die 2. Liga zu kommen. Das hält den Verein auch attraktiv für Talente aus dem erweiterten Umfeld. Kapitän Jonathan Malolepszy ist beispielsweise auch kein gebürtiger Gelnhäuser, aber schon als Jugendlicher mehrmals pro Woche aus Osthessen rund 100 Kilometer zum Training gependelt, um mit dem TVG in der A-Jugend-Bundesliga zu spielen.

    Der TVG wird gegen Aue vollkommen befreit aufspielen können. Mannschaft und Verein haben überhaupt nichts zu verlieren, zumal man als krasser Außenseiter in die Aufstiegsrunde gestartet war. Die Halle so oder so Kopf stehen und die Mannschaft gebührend feiern. Sollte das Wunder von der Kinzig gelingen und der Aufstieg eingetütet werden, wird man auch hochgehen. Sportlich dürfte in der 2. Liga nicht viel zu holen sein. Viel wichtiger als das Abschneiden ist aber die Signalwirkung, intern wie extern zeigen zu können, diese Vision, die wir vor Jahren entworfen haben, mit eigenen jungen Spielern in die 2. Liga aufsteigen zu können, ist realisierbar. Es wäre meines Erachtens der größte Erfolg der Vereinsgeschichte, weil das erste Mal in einer eingleisigen 2. Liga.

    Ich würde schon sagen das der TVE gegen Aue immer sicher durch war. Allerdings wurde das dicke Polster aus unkonzentriertheit und nachlässigkeit abgegeben.

    Jetzt mal einen Blick in die Glasskugel, welches Ergebniss wäre aus Sicht des TVE heute Abend am besten? Ich denke ein unentschieden oder?

    Wäre nicht ein Gelnhäuser Sieg in Aue für Emsdetten noch zielführender? Dann wäre Aue im Grunde schon fast raus und Emsdetten hätte mit einem Sieg gegen den TVG mit mehr als zwei Toren Unterschied wieder alles in der eigenen Hand. Dann könnte die Aufstiegsfrage schon vor dem letzten Spiel zwischen Gelnhausen und Aue entschieden sein.

    Eine Gegentribüne ist in der 2. Liga nicht vorgeschrieben.

    Die Gelnhäuser Neue Zeitung schreibt etwas anderes: „Das schwerwiegende Kernproblem des TVGist allerdings das folgende: Die Handball-Bundesliga (HBL) fordert in ihren Statuten für Zweitliga-Spielstätten das Vorhandensein einer Haupt- und einer Gegentribüne.“ siehe hier: https://www.gnz.de/sport/regional…JCQ3Y56UPY.html

    Da bin ich aber mal sehr auf die Antwort gespannt.


    Im Beitrag #238 schreibt Barbarossastaedter , dass die Halle bei einem Umbau MEHRERE JAHRE nicht zur Verfügung stünde. Wow, machen die aus einer Sporthalle dann eine Multifunktionsarena ?? Die Schwalbe Arena in Gummersbach bspw. wurde in weniger als einem Jahr gebaut - Neubau wohlgemerkt. Ich denke bei einem Umbau in eine zweitligataugliche Halle sollte man mit "ein paar Monaten" sicherlich hinkommen !

    Der springende Punkt ist eigentlich die Gegentribüne als Anforderung in der zweiten Liga. Das wäre in der jetzigen Halle so nicht machbar, auch bei vielen anderen Forderungen wie Mindestabständen zu Trainerbänken, Zeitnehmertisch und zusätzlichen Platz für Kamerateams würde es ziemlich eng. Abgesehen davon sind die sanitären Anlagen jetzt schon für 1.000 Zuschauer sehr limitiert. Wie Rotbart schreibt, bekäme man wahrscheinlich übergangsweise eine Genehmigung für die jetzige Halle, aber eben nicht, um dauerhaft in der zweiten Liga zu spielen. Die Gelnhäuser Neue Zeitung hat das im vergangenen Jahr im Vorfeld der Aufstiegsspiele mal ganz schön aufgedröselt, in welchen Bereichen der TVG Nachholbedarf hätte. Ich schaue mal, ob ich den Beitrag noch finde.

    So ist es gut zusammen gefasst. Mit der aktuellen sportlichen Entwicklung ist zumindest ein wenig Bewegung in die Infrastruktur der Halle gekommen.
    Die politisch Verantwortlichen sind hier mehr aktiv - kann natürlich auch an den kommenden Kommunalwahlen liegen 😜

    Bewegung ja, aber bis zur Umsetzung wäre es noch ein sehr weiter Weg. Die grundsätzliche Frage wäre ja erst einmal: Will man die in die Jahre gekommene Großsporthalle á la Rudi-Lechleidner-Halle umbauen/modernisieren oder eine neue Halle bauen? Würde die Halle umgebaut, stünde sie über Jahre weder für den Schulsport noch für den TVG zur Verfügung. Eine neue, moderne, zweitligataugliche Halle hätte sicherlich einen Reiz. Doch auch da stellt sich die Frage: Wo soll sie stehen? Und wer soll sie finanzieren? Immerhin stellt sich der TVG mit Blick auf den Sponsorenpool inzwischen deutlich breiter auf. Das könnte die Basis sein, um auch mit Blick auf die Infrastruktur irgendwann den nächsten Schritt zu machen.

    Hat man den in Gelnhausen Ambitionen aufzusteigen und sich in der 2 HBL zu etablieren?

    Ist ja sehr oft für 3 Liga Vereine ein gewaltiger Schritt.

    Einmal etwas ketzerisch gesprochen: Das Beste, was dem TVG aktuell passieren kann, ist, um den Aufstieg mitzuspielen und ihn wie im Vorjahr knapp zu verpassen. Denn natürlich wäre ein Aufstieg – der dritte in der Vereinsgeschichte – ein riesiger Erfolg für die gesamte Region, aber ich bezweifle, dass der TVG reif genug dafür wäre, sowohl sportlich und erst recht mit Blick auf die Infrastruktur. Die Halle in Gelnhausen wäre absolut nicht zweitligatauglich. Ich befürchte auch, dass der Zuschauerschnitt leiden könnte, weil die Derbys gegen Nieder-Roden, Hanau oder Kirchzell wegfielen. Auch wären Spieltermine an einem Montag oder Donnerstag wenig attraktiv. Aber klar würde man den Aufstieg auch mitnehmen wollen, wenn er sportlich gelänge. Die Zielsetzung, „irgendwann noch mal zweite Liga zu spielen“, verfolgt man beim TVG schon sehr lange.

    Abseits der wirklich erfreulichen Entwicklung im Bereich der ersten Mannschaft, hat der TV Gelnhausen den Nachwuchsbereich, aber auch die zweite Mannschaft in der Vergangenheit leider sehr stiefmütterlich behandelt. So bleibt diesbezüglich kurzfristig wohl der Griff zur Hand des großen TVG aus der näheren Umgebung. Insbesondere der ehemalige Zweitliga Trainer, dennoch immer im Verein sein Unwesen treiben darf, scheint hierbei eine sehr unrühmliche Rolle zu spielen. So spielen in der näheren Umgebung bei anderen Vereinen sehr viele ehemalige Spieler aus Gelnhausen, um die man sich vielleicht auch ein wenig besser und empathischer gekümmert hätte.

    Dass Spieler, die den avisierten Sprung in die erste Mannschaft nicht schaffen, sich in der Umgebung (Langenselbold, Altenhaßlau, Wächtersbach) anderweitig neu orientieren, finde ich nicht verwerflich. Im Gegenteil: Letztlich hilft es dem TVG, wenn die genannten Vereine in unmittelbarer Nachbarschaft weiter existieren können. Spieler, die „zu gut“ für die genannten Vereine sind, kommen zum TVG wie die Bechert-Brüder aus Selbold oder Yannik Mocken aus Altenhaßlau, davor die Marquardt-Brüder. Spieler, die den Durchbruch beim TVG nicht schaffen, gehen den umgekehrten Weg.

    Die aktuellen Probleme im Nachwuchsbereich sind aus meiner Sicht vielschichter. Denn lange Zeit lag der Nachwuchsbereich beim TVG auf wenigen Schultern: Deinet, Jambor, Geiger, Budanow. Sie haben es geschafft, über viele Jahre was aufzubauen und so das Gerüst für die aktuelle Mannschaft zu stellen. Die Vision, in Gelnhausen wieder größtenteils mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs zu spielen, ist aufgegangen. Allerdings gab es zeitweise ein doppeltes Vakuum: Zum einen sind Deinet, Geiger und Budanow dann für die erste Mannschaft verantwortlich gewesen, zum anderen kam nach den starken Jahrgängen, die den TVG in die A-Jugend-Bundesliga gebracht haben, nicht mehr viel nach. Inzwischen ist der TVG im gesamten Verein und auch im Nachwuchsbereich breiter aufgestellt. Was allerdings fehlt, ist die qualitative Breite. Denn langfristig wäre es wichtig, auch mal wieder in der A-Jugend-Bundesliga zu spielen. Denn nur so war der TVG damals attraktiv für einen Spieler wie Malolepszy, der damals aus Osthessen 100 Kilometer zu jedem Training gefahren wurde und jetzt schon seit vielen Jahren Kapitän ist.

    Von außen wirkt das alles als ob man in Gelnhausen einen echten Plan verfolgt. Minerva ist eine ziemlich spannende Personalie, Auf der Grosswallstadt Homepage steht, dass Minerva weiter als Jugendkoordinator in Groswallstadt bleibt und es wird angedeutet, dass beide TVGs künftig zusammenarbeiten wollen. Man darf gespannt sein, was da noch alles kommt. Die Entwicklung des TV Gelnhausen in den letzten Jahren ist jedenfalls – zumindest aus der Ferne betrachtet - bemerkenswert. Chapeu!:thumbup:

    Eine engere Kooperation im Nachwuchsbereich könnte für beide Vereine zu einer Win-Win-Situation werden, wenn Talente des TV Großwallstadt an der Schwelle zur 2. Liga Spielpraxis sammeln können. Der TV Gelnhausen gleicht so aus, dass der eigene Nachwuchsbereich zumindest auf Spitzenniveau aktuell brach liegt. Das war übrigens vor zehn Jahren mal anders. Da trennte beide Vereine im Nachwuchsbereich zumindest von den Leistungen her gar nicht so viel.

    Bei Leon David finde ich es auch sehr schade. Bin aber auch der Überzeugung, dass bei einem fitten Leon David ein Torben Fehl vor ihm gesetzt wäre.


    Daniel Drozdz und sein Berater wollen unbedingt in die zweite Liga. Probetrainings bei Zweitligisten haben meines Wissens schon stattgefunden. Ich bin mir unsicher, ob der Sprung nicht jetzt zu groß ist. Alex Bechert ist die Nr. 1 beim TVG mit dem deutlich ausgereifteren Torwartspiel. Daniel Drozdz lebt von seiner Explosivität und Athletik. Dadurch hat er natürlich spektakuläre Paraden. Er braucht auf jeden Fall Spielzeit.

    Mindestens ein weiteres Jahr in der 3. Liga hätte ihm auf jeden Fall gut getan. Selbst danach bin ich mir nicht sicher, ob er den Sprung in die 2. Liga schafft. In jedem Fall bin ich gespannt, ob sich sein Berater nicht verzockt hat und wen der TVG als Ersatz verpflichten wird.

    Der TV Gelnhausen hat angekündigt, sich im Sommer von Kreisläufer Leon David und Torhüter Daniel Drozdz zu trennen. Während David verletzungsbedingt immer wieder Rückschläge hinnehmen musste, konnte man sich bei Drozdz nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen. Das ist aus meiner Sicht schon ein herber Rückschlag, weil Drozdz für die 3. Liga ein herausragender Torhüter ist, aber vermutlich erhofft er sich auch Angebote von höherklassigen Vereinen.