Zitat:
"Lasse Andersson verlässt die Füchse Berlin und öffnet das Tor für Gerüchte um Simon Pytlick. Schließlich spielt dessen Freund Mathias Gidsel in der Hauptstadt und wird dort seit Kurzem von Pytlicks Entwickler Nicolej Krickau trainiert. Doch es gibt gute Gründe dafür, dass Fans der SG Flensburg-Handewitt ganz entspannt sein können.
Die dänische Liga wird um eine Attraktion reicher. Lasse Andersson wechselt im Sommer 2026 von den Füchsen Berlin zu Höj Elite – der ambitionierte Verein aus der Nähe von Kopenhagen rüstet weiter auf. Aktuell tragen bereits namhafte Handballer wie Till Klimpke, Hampus Wanne, Hans Lindberg und Michael Damgaard das Trikot des Aufsteigers, der zudem bis 2028 eine neue Halle bekommen soll.
Andersson zu Höj – was das mit der SG Flensburg-Handewitt zu tun hat? Ganz einfach: Die Füchse benötigen nun dringend einen neuen Rückraumspieler. Und die SG beschäftigt davon mit Simon Pytlick einen der besten weltweit. Klar, auch andere Clubs haben starkes Personal im Kader, das für Berlin interessant sein dürfte. Aber nur Pytlick würde beim deutschen Meister (endlich) auch im Verein mit seinem Nationalmannschaftskumpel Mathias Gidsel zusammenspielen.
Und er würde auf seinen in Flensburg entlassenen Entwickler Nicolej Krickau treffen, der von Geschäftsführer Bob Hanning nach dem Berliner Beben mit der Freistellung von Jaron Siewert und Stefan Kretzschmar als Trainer und Sportlicher Leiter in Personalunion eingestellt worden war. Das Gerücht, das Pytlick Lust auf Berlin und Gidsel haben könnte, war bereits vorher immer mal wieder hochgekocht. Nach Krickaus Amtsübernahme wurde es aufgrund der gemeinsamen GOG-Vergangenheit des Trios zusätzlich aufgeheizt. Und jetzt, da die Füchse Bedarf haben, könnte es sogar überkochen.
Pytlick und Berlin – aus der Luft gegriffen ist das nicht. Bevor der dänische Olympiasieger und Weltmeister im Frühjahr seinen bis 2027 laufenden Vertrag in Flensburg bis 2030 verlängerte, soll er sich ernsthaft mit einem Wechsel in die Hauptstadt im Sommer 2026 beschäftigt haben. Dies wäre aufgrund einer Ausstiegsklausel möglich gewesen. Das Rennen machte zwar die SG, aber – wie die vergangenen Wochen zeigten – ein langfristiger Vertrag ist im modernen Handball in der medialen Betrachtung kaum mehr als eine Absichtserklärung.
Dennoch gibt es gute Argumente, dass SG-Fans erstmal nicht in eine Pytlick-Panik verfallen müssen – auch wenn der Name des 24-Jährigen wahrscheinlich so lange mit Berlin in Verbindung gebracht werden wird, bis Gidsel die Hauptstadt eines Tages verlässt.
Erstens: Nach Informationen von shz.de kann Pytlick die SG frühestens 2027 wieder per Ausstiegsklausel verlassen, ohne dass ein Wechsel der Flensburger Zustimmung bedarf. SG-Geschäftsführer Holger Glandorf, der sich eine gesunde Gelassenheit im Umgang mit Spekulationen angeeignet hat, kommentiert das natürlich nicht. Er betonte schon kurz nach dem Krickau-Start in Berlin bei Dyn in ruhigem Ton: „Simon hat bei uns einen Vertrag bis 2030.“ Mehr gebe es nicht zu sagen. Punkt.
Zweitens: Die Summe, die ein Interessent aufbringen müsste, um Pytlick 2027 (geschweige denn 2026 ohne Klausel) zu verpflichten, dürfte gewaltig sein. Selbst wenn Berlin wollte – ob der nicht auf Rosen gebettete Meister das Geld aufbringen könnte, erscheint sehr fraglich.
Drittens: Noch nie hat Pytlick öffentlich geäußert, dass es sein ultimatives Ziel ist, im gleichen Verein wie Gidsel (der schon) zu spielen. Ebenso wenig hat der Däne jemals offen Abwanderungsgedanken aus Flensburg geäußert, sondern im Gegenteil seinen Vertrag verlängert. Der Halblinke scheint große Lust zu haben auf die Verantwortung und die Chefrolle, die ihm bei der SG zugedacht ist. Womöglich sogar als Kapitän.
Pytlick ist ein realistischer Kandidat für die Nachfolge von Johannes Golla, der 2026 zur MT Melsungen wechselt. Sollte er gefragt werden, wäre das „eine Ehre“, hatte Pytlick im März im „Hölle Nord“-Podcast gesagt."