Beiträge von HansRichard

    Ihr seid ewige Nörgler. Ob der DHB einen Plan hat oder nicht weiß ich nicht. Aber sie haben auf allen Medienfeldern die Vize-Weltmeisterschaft bespielt. Sowohl auf Facebook als auch auf Instagram gab es deutlich mehr Postings als sonst üblich. Spielerinnen waren zweimal in kurzer Zeit im ZDF Sportstudio. Was erwartet ihr eigentlich bei einer Randportart?

    Dem stimme ich zu, die Performance des DHB im direkten Umfeld der WM war auch aus Sicht meiner Trainer-Tochter, meiner spielenden Enkelin und aus meiner schon ok bis gut, wenn man die Ausgangsposition betrachtet, Stichwort "Randsportart". Die Vorfeld-Kampagne "Hands up for more" hingegen sehe ich als Versenker, was bedauerlich ist aber erwartbar war.

    Was eine etwas konservierbare Wahrnehmung angeht, so leiden die Handball-Damen natürlich unter der Tatsache, dass stets eine Woche nach ihrem Saisonhöhepunkt Weihnachten ansteht. Da hat Deutschland ja andere Themen.

    Im Sportstudio waren gestern zwei Nationalspielerinnen und der Frauen-Bundestrainer zu Gast. Die Silbermedaille von Rotterdam wurde gefeiert und gewürdigt, alles nett, das Trio kam sympathisch rüber. Schwierige Themen wurden nicht besprochen. Vielleicht mit einer Ausnahme: Verlängert Bundestrainer Markus Gaugisch seinen auslaufenden Vertrag?? Dabei druckste Gaugisch nach meinem Eindruck ziemlich rum. Geradezu inflationär betonte er, dass der Job ihm Spaß macht. Andere Kriterien blieben irgendwie schwurbelig und so ein klares Bekenntnis habe ich auch nicht gehört. Klang so ein bisserl, als habe ihm die DHB-Pressestelle da ein Wording vorgegeben: "Du hast Spaß!!". Und der Markus hat sich dran gehalten!

    Meine im Handball und in der Psychologie tätige Tochter rief dazu vorhin an und meinte überzeugt: "Der ist klar auf Abgang getrimmt, kann es nur noch nicht sagen".

    Was meint ihr? Nachsehbar hier bei ca. 56:45 unter Sportstudio: Aktuelle Sport News, Livestreams & spannende Dokus.

    Das alte System hat gesiegt und zwar deutlich und all seine Profiteure können sich entspannt zurücklehnen, auch die in Deutschland. So klar hatte ich es nicht erwartet. Gerd Butzeck ist hoch anzurechnen, dass er es versucht hat. Angesichts des Resultates muss man allerdings auch fragen, ob er die Zeichen der Zeit im Apparat IHF nicht gesehen oder sie schlichtweg verdrängt hat. Sätze wie "die Mehrheit will eine Veränderung" wirken jetzt irgendwie drollig. Ein Ausstieg wäre sicherlich nicht unehrenhaft gewesen.

    Prominente Gesichter, die hier regelmäßig präsent sind, wären eine tolle Geschichte und würden helfen. Auf der Platte und auch daneben. Eine BundestrainerIN zum Beispiel. Oder auch eine oder mehrere Frauen, die in Verbänden und Vereinen wiedererkennbar, regelmäßig und lautstark für Frauenhandball eintreten. Die das am besten aus einem wichtigen und einflußreichen Amt heraus tun. Oder Supporterinnen aus Politik, Medien und Wirtschaft! Wir brauchen dringend weibliches Denken, weibliches Sprechen, weibliches Handeln, weibliche Sichtbarkeit, um diese Sportart für Mädchen und Frauen interessanter zu machen. Fernsehen reicht da nicht. Aber noch ist der Handball eindeutig Männersache!!

    Allein der Umstand, dass die Frauen-Bundesliga von einem 65jährigen Mann geführt wird, den keiner unter 40 Jahren kennt und von dem ich z.B. noch nie etwas Zukunftsgewandtes gehört habe, ist ein Trauerspiel!! (Obwohl, passt ja zur TV-Zuschauergruppe...). Selbst die Geschäftsführung ist männlich. Die emotions- und sinnentleerte Kampagne "Hands up for more" ist wohl auch von Männern gemacht worden. Da gabs wohl nicht mal eine eigene Internetseite, sondern nur unter dem DHB-Dach. Im Fussball, voila: https://fussballkannmehr.de/. Läuft die eigentlich weiter? Ich will es nicht hoffen.

    Hier und da tut sich mal was - im Schneckentempo! Mehr Frauen in Führungspositionen würden die Sportart nicht sofort aus Ihrer Problemlage katapultieren. Aber das Tempo der Veränderung würde sich deutlich erhöhen.

    Wie fandet ihr den ARD-Kommentator? Mir hat er viel zu viel geredet, war mir eine Prise zu patriotisch, hat viele besondere Dinge nicht gesehen bzw. nicht erwähnt. Zum Beispiel wäre das geile Kreisanspiel von Nora Mork und auf der Gegenseite der nicht minder geile Diagonalpass von Alina Grijseels durch den Kreis auf RA schon mal wenigstens einen anerkennenden Satz Wert gewesen. Besonders für Zuschauer, die nicht im Handball zuhause sind, ein netter Hinweis: Hey, Leute, das war super klasse!! So geil ist Handball. Stattdessen viele, viele Plattitüden...

    Ganz furchtbar habe ich die aufgedrehte blonde Moderatorin erlebt mit teilweise aberwitzigen Frage-Konstruktionen. Und dann dieses ständige Daumendrücken von jedem und allen. Des Guten zu viel.

    sie selbst hat aber auch nie die Qualität an den Tag gelegt, die sie jetzt fordert. Das gehört auch zur Wahrheit.

    Also das finde ich schon rechtschaffen unverschämt und, sorry, auch überheblich deutsch!! Eine ehemalige Handballerin des Jahres mit ca. 75 Länderspielen und über zehn Jahren in nationalen und internationalen Spitzenvereinen soll sich nicht zum Niveau von WM-Spielen äußern dürfen?? In welcher Welt lebst Du denn?? Wenn man das z.B. auf dieses Forum runterbricht, dürften hier wohl nur ganz wenige eine Meinung haben und diese äußern....

    Handball-WM-TV-Posse: Eine der dümmsten Debatten des Jahres
    DHB-Präsident Michelmann schießt scharf gegen ARD und ZDF. Sie zeigen nur wenig von der Frauen-Handball-WM. Eine für einen Funktionär typische Reaktion.…
    www.digitalfernsehen.de

    Dieses Medium versucht es mal mit sachlichen Argumenten, wird aber bei den bornierten DHB-Herren sicherlich nicht durchdringen....

    Auch nach den Aussagen des Herrn Thiel und anderen Meinungsäußerungen aus der Verbands-Spitze bleibe ich dabei: Deren Kritik ist maßlos und deutet auf großkotziges Denken und ein gerüttelt Maß an Überheblichkeit hin. Schon in der bekannten "Causa Fuhr" war ich über das, was Thiel und Michelmann so von sich gegeben haben, peinlich berührt.

    Auf einen Aspekt hat mich gestern noch mein Schwiegersohn hingewiesen, der im Gegensatz zu mir in den sog. Sozialen Medien unterwegs ist. Da wird Michelmann auf einer extrem rechten Plattform für den "Schande"-Begriff gegenüber ARD und ZDF gelobt. Bekanntlich sind diese TV-Anstalten für AfD und Konsorten ein Hauptgegner und es wird alles begierig verarbeitet, was die Öffentlich-Rechtlichen kritisiert oder wie hier beleidigt.

    Damit sitzt der Präsident des Deutschen Handball-Bundes mit Rechtsextremen in einem Boot, mutmaßlich nicht gewollt, aber als Folge von Naivität und Überheblichkeit. Ist es das wert? Ein Verbandspräsident sollte all seine Worte, gerade kritische, mit Bedacht wählen! Und sich auch nicht als Elephant im Porzellanladen aufführen!

    Um nicht mißverstanden zu werden: auch ich habe als Beitragszahler viel an ARD und ZDF auszusetzen, auch an der Sportberichterstattung. Ich dürfte auch den Begriff "Schande" verwenden, denn ich bin ja kein Präsident....

    Geh doch mal in die Fußgängerzone und frag mal Passanten, ob sie wussten, dass die WM der Frauen im Handball dieses Jahr in Deutschland stattfindet. Du wirst größtenteils ein "Nein" bekommen.

    Also da braucht man nicht unbedingt in eine Fußgängerzone, um ernüchternde Zahlen zu bekommen. Meine als Co-Trainerin einer Frauen-Viertliga-Mannschaft und als Trainerin einer Weiblichen Jugend in der dritten Liga agierende Tochter hat vor ca. zehn Tagen in beiden Mannschaften mal gefragt, ob die Damen die vom DHB inszenierte Kampagne "Hands up for more" kennen würden. Bei den Frauen waren es etwas mehr als die Hälfte, die davon schon mal gehört hatten, bei den Jugendlichen nicht mal die Hälfte. Weitere Einzelheiten der Kampagne konnte fast niemand nennen. Immerhin wussten wohl ca. 80 Prozent, dass die WM bevor steht. Es gab aber auch nicht wenige, die der Meinung waren, die WM würde erst im Januar gespielt. Also WM-Fieber sieht doch irgendwie anders aus....

    Gutes Interview, guter Mann! Aber ich denke, dass der Herr aus Ägypten genügend Kapital zusammen bekommen wird, um eine Wahl zu seinen Gunsten zu beeinflussen....

    Die Diskussion um die Olympia-Tauglichkeit des Handballsportes verstehe ich allerdings nicht. Da gibt es doch Sportarten wie z.B. Moderner Fünfkamp, Dressurreiten oder im Winter Rodeln, die global noch erheblich weniger verbreitet sind. Diskussionen über diese Verbände habe ich nicht wahrgenommen. Warum im Handball? Kann mir das jemand erklären??

    (Law und Order-Mentalität und Prinzipien- und Paragraphenreiterei ist da oftmals kontraproduktiv; Flexibilität und Abwägungen oftmals viel angemessener im Sinne des Handballs)

    Liest sich für mich nach kollektiver Mauschelei, nach Machtmissbrauch einer Verbandsinstitution, ja vielleicht sogar nach Korruption!

    Hast Du konkrete und belastbare Beispiele/Quellen aus dem Handball, dass "Law und Order-Mentalität und Prinzipien- und Paragraphenreiterei da (also wohl im Frauenhandball) oftmals kontraproduktiv" gewesen sind? Und dafür, dass "Flexibilität und Abwägungen oftmals viel angemessener im Sinne des Handballs" sind? Was auch nach Machtmissbrauch und Korruption riecht!

    Angesichts der zweimaligen Verwendung des Wortes "oftmals" müsste es ja von Beispielen und Quellen nur so wimmeln! Also her damit!

    Viele richtige Fragen aus meiner Sicht, manche richtige Analyse. Beides hätte man noch verlängern können. Viel hört man überall von Professionalität, die gefordert wird aber noch überall fehlt, Viel liest man darüber auch in diesem Forum und allein in diesem Text taucht der Begriff fünfmal auf, meist im Kontext einer Mangelerscheinung. Er wird immer wieder gerne genommen, vor allem, wenn Menschen ihre persönliche Professionalität oder was sie darunter verstehen zum Ausdruck bringen wollen, ohne das allerdings klar zu sagen. Was ich mich nach all dem Konsum von Nachrichten und Meinungen zum Thema Frauenhandball frage, ob alle von derselben Professionalität reden oder ob alle dieselben Vorstellungen haben.

    Ich erlebe die Forderung nach Professionalität hier überwiegend in Verbindung mit viel Geldausgeben, Zerschlagung bestehender Strukturen, unsachgemäßen Vergleichen bzw. Kopierversuchen, Experimentiererei, Überforderung handelnder Personen bzw. Gremien. Ist das wirklich der Weg, der eingeschlagen werden soll vor allem in Zeiten wachsender wirtschaftlicher Unsicherheit?

    Was ist für euch "Professionalität", welche können wir uns leisten und wieviel braucht der Frauenhandball überhaupt davon?