Beiträge von HansRichard

    Also Professionalisierung ist sinnvoll, wenn ein Markt da ist. Ist das im Frauenhandball so? Ich glaube nein, da gibt es bestensfalls viele ganz kleine Märkte. Aber nicht jeder Markt funktioniert gleich. Insofern ist vieles was ich von Verbandsseite höre und hier und anderswo über die angeblich so notwendige Professionalisierung lese, eher amateurhaft. Wobei ja auch gewisse Meinungs-Unterschiede bestehen, was Professionalisierung genau ist und wie man diese dann erreichen kann.

    Ich habe schon die Einführung der einteiligen 2. Liga bei den Frauen vor vielen Jahren als Fehler empfunden. Für Quasi-Amateurinnen ist es nicht sonderlich attraktiv, am Wochenende hunderte Kilometer durch die Republik für ein paar Spielminuten vor 150 Zuschauern zu düsen und um 3 Uhr ins Bett zu fallen, aus dem man um 7 Uhr wieder raus muss. Solche Fälle kenne ich persönlich. Die Vielzahl der freiwilligen Nicht-Aufstiege zwischen 3. und 2. Liga aber auch zwischen 4. Liga und 3. Liga in den letzten Jahren ist doch ein klarer Hinweis, dass es im ach so professionellen System nicht stimmt.

    Wenn eine Pseudo-Professionalität, die irgendwo in Basel, Wien oder Dortmund entwickelt wird und letztendlich nur eine Unterordnung unter vermeintliche Sponsoren-Interessen ist, sportliche und emotionale Aspekte mehr und mehr verdrängt, wird sie das Gesamtgefüge der Nischen-Sportart Frauenhandball stören, wenn nicht irgendwann zerstören. Die unsägliche Debatte um angeordnete Hallen-Ausbauten gehört da für mich auch mit rein, wobei man ja auch sieht und hört, wie schwer sich Kommunen mit der Bereitstellung finanzieller Mittel dafür tun. Und diese Situation dürfte sich eher zuspitzen.

    Von dem, was da aufgerufen wird, könnte man sicherlich die ein- oder andere Schulsporthalle im ganzen Land errichten. In denen dann alle großen und kleinen Menschen, alle Amateure und (fast) alle Profis Handball spielen können. Das wäre Professionalität für mich!

    Freilos fürs Finale für Barca, dann gegen Sieger aus Füchse/Veszprem. Kompakt gehalten diese Klub WM^^

    Ist es auch bei dieser Veranstaltung üblich, dass der ägyptische Staat Beamte und Soldaten als Zuschauer in die Halle beordert, weil sich sonst niemand interessiert und man totel leere Ränge im Blick der wenigen TV-Zuschauer vermeiden will?? Soll bei internationalem Handball in Ägypten ja Standard sein!

    Bin gerade von einem mehrmonatigen und fast komplett Handball-befreiten Auslandsaufenthalt zurückgekommen und habe dieses Thema hier und anderswo mal überflogen. Also immer noch fern von höchstem Kenntnisstand, aber was ich gelesen habe reicht, um entsetzt festzustellen: Was für ein Bürokratiemonster, welch Datenschutz-Frevel und was für ein Handball-Verhinderungs-Paket!!! Das mag bei größeren Vereinen alles funktionieren und damit dem, was DHB, HBL und HBF für "professionell" halten, entsprechen. Aber die "Kleinen" fallen wieder mal hinten rüber.

    Mein Nachbar zum Beispiel: 64 Jahre alt und seit 14 Jahren immer mal wieder Kurzzeit-Co-Trainer, Betreuer, Fahrer usw in einem dieser kleinen Vereine. Einer, der auf Zuruf "Kannste heute mal...." anpackt, tut und macht, also einer der eigentlich unverzichtbar ist. Der hat sich das angeguckt, ein Gespräch geführt, für sich viele Fallstricke entdeckt, anderes nicht verstanden und entschieden: "Da bin ich raus". Schade um jeden mit solchen Erfahrungen und Konsequenzen, der einfach nur helfen will.

    Und ich bin glaube ich auch raus, weil ich mich nicht in diesen Daten- und Bürokratierausch stürzen werde. Meine Karriere als Kinder-SR oder von der Tribüne geholter Betreuer ist damit auch zu Ende. Mich wird der Handball nicht vermissen, meinen Nachbarn schon.

    Ich weiss, dass diese Tirade nicht das Geringste ändern wird. Aber ihr wisst ja: musste einfach nur mal gesagt werden!!

    Hiermit hat der gute Mann auf jeden Fall Recht. Und das wäre dann letztlich enorm kontraproduktiv für die sportliche Qualität. Aber vor 2029 tut sich sowieso nichts, bittererweise. Der Verband müsste die prekäre Lage endlich erkennen und "notfallmäßig" schon früher handeln. Aber ob das passiert...

    Sicher nicht!! DHB und auch HBL sind über den Wolken mit WMs/EMs usw. unterwegs, durch die kaum ein Blick nach unten kommt.

    Etwas überspitzt, oder? - In seriösen Medien kann sich doch erfreulicherweise keiner mehr eine herablassende Attitüde gegenüber Frauen bzw. Athletinnen ohne Konsequenzen erlauben. Und „Social Media“ sollte man sowieso meiden, wenn man mental Gesund und stabil bleiben will.

    Naja, hat da nicht neulich ein ÖRR-Reporter über eine Eiskunstläuferin bei Olympia so sinngemäß gesagt: "Sehr schade für die Herren, diese Dame ist schon vergeben"? Von Konsequenzen habe ich nichts gehört.

    Ansonsten erkenne ich als etwas älterer Mann, das sehr viele Spitzensportlerinnen sehr gezielt ihre Körperlichkeit, ihr Aussehen und ja, auch ihre erotische Ausstrahlung auf andere bewusst und gezielt kapitalisieren. Das ist ok, aber das darf man und Mann gerne auch in Medien ansprechen. Frau Schneiders überspitzt und übertreibt in der Tat etwas. Aber davon lebt sie sicher gut!

    Hier ist die nächste Ausgabe:

    Kreis Ab – Episode 439

    Zu Gast in der aktuellen Ausgabe:

    • Marco Kehrenberg (Sport IQ)

    Themen (u.a.):

    • Seiferts Aussagen heizen nötige Debatte an
    • Chancen und Potenziale für die Vereine
    • Blick auf die Arbeit und Ideen im Ausland

    Habe erst heute hören können und sage erst mal danke, dass Sie sich dieses Themas ausführlich angenommen haben!! Vielem stimme ich zu, was dort gesagt wurde, nicht allem!!

    Es ist ein Dauerthema für mich: Bei allen Fragen und Prognosen, die sich um einen vermeintlichen gewaltigen Handball-Boom ranken, der ja immer wieder gerne für alle Ligen und Geschlechter ausgerufen wird, wenn deutsche Nationalmannschaften international sehr gut abschneiden, ist der Blick für mich aber anhaltend viel zu sehr auf die Bundesliga und auf Like- und Follower-Zahlen in den sog. Sozialen Medien gerichtet. Handball wird dadurch immer mehr zum Show-und-Event-Sport, der Leute anzieht, die Spannung und Spektakel aller Art wollen, egal wie und wo das generiert wird. So in Richtung Dart gehend...

    Oder solche, die sich - ja, ja - der ästhetischen Optimierungsstrategie der SoMe folgend, einfach nur an hübschen Menschen erfreuen, die es im Handball beiderlei Geschlechtes bekanntlich zuhauf gibt. Die 16 jährige Tochter eines Freundes hat mit Handball nun gar nix zu tun und wird es auch nie haben, aber sie liegt ihrem Vater gewaltig in den Ohren, irgendein TV-Handball-Abo abzuschließen, weil da z.B. mit den Herren Köster und Schludroff zwei hübsche Jungs unterwegs sind, die sie sich gerne anschauen möchte. OK!

    Kann man alles machen und noch einiges mehr, ist alles zeitgeistig und legitim und nicht zu kritisieren. Nur es darf aus meiner Sicht nicht alles sein. Die Gleichung "Geht es der Bundesliga gut, geht es dem gesamten Handball gut" gilt nicht mehr in Gänze, im Gegensatz zu "Geht es der Bundesliga schlecht, geht es dem gesamten Handball schlecht". Also muss man sich irgendwo in der Mitte einpendeln und versuchen, vieles vom Ruhm da oben über viele Kanäle, nicht nur über die der Sozialen Medien, nach unten in Richtung Basis zu transportieren. Zum Beispiel über Landes-, Bezirks- und Kreisverbände. Das passiert weiterhin viel zu wenig.

    Ich bin ja fast nur noch als Zuschauer und Leser und über verwandtschaftliche Beziehungen im Amateurbereich unterwegs, meistens im Ruhrgebiet und dessen Grenzbereich. So zwischen Kreis- bis Regionalliga M/F/MJ/WJ. Wie immer man Boom definiert, wann immer man eine Kampagne wie "Hands up for more" als erfolgreich ansieht, mein Gefühl ist, das da unten so gut wie nix ankommt. Im Gegenteil, es bröckelt nach meiner Wahrnehmung unverdrossen an vielen Stellen. Es mangelt an SpielerInnen, TrainerInnen und Ehrenamtlichen. In meinem kleinen Blickfeld haben kürzlich die Männer der ETG Recklinghausen und die Frauen von TuRa Bergkamen ihren Rückzug aus Verbands- bzw. Oberliga erklärt. Meine Enkelin spielt ihre letzte A-Jugendsaison in der Oberliga. In der nächsten Saison wird es in dem Klub nach ca. 12 Jahren überhaupt keine WA-Jugend mehr geben. Und mein Schwiegersohn trainiert eine Bezirksliga-Mannschaft, der in der kommenden Saison aller Voraussicht nach der Kreisklassen-Unterbau abhanden kommen wird. Dort und auch anderswo, wenn man sich mal auf der Tribühne mit Handball-Menschen unterhält, spürt man durchaus eine gewisse Resignation.

    Es mögen Einzelfälle sein und für derartige Entwicklungen mag auch der allgemeine gesellschaftliche Trend mit sorgen, selbst der Fußball hat ja gewisse Sorgen. Aber darauf sollte sich der Handball nicht zurückziehen. Sondern endlich den Rückenwind von Olympia, WMs und EMs professionell bis in die tiefen Niederungen der Sportart weiterleiten. Tolle Klickzahlen bei Bundesligavereinen helfen z.B. im tiefen Landesliga-Ruhrgebiet in Sachen Mitglieder-, Zuschauer- und Sponsoren-Gewinnung nicht weiter. Da bedarf es anderer Maßnahmen. Darüber zu reden, welche das sein könnten, das wäre sicherlich mal wenigstens einen Teil einer "Kreis ab"-Sendung wert.

    Das ist mir durchaus bewusst. Man darf aber schon die Frage stellen, ob es zum Beispiel in NRW Eins Live, WDR 2, WDR 3, WDR 4 und WDR 5 benötigt. Und das ist in anderen Teilen das Landes nicht groß anders. Trotz der Reform zum 1. Januar 2027 bleiben noch 53 (!) Radiosender übrig. Das ist echt happig. In NRW gibt es auch elf Lokalzeit-Studios. Sicherlich sind viele davon berechtigt, aber einige benötigt es auch nicht. Das könnte man in der heutigen Zeit auch nach einer Verschlankung gut abdecken.

    Das schlag doch mal der Medienpolitik vor, da hast Du tausende Menschen aus Rundfunkrat, Landtag, Kommunen und Verbänden auf der Palme. Abgesehen davon, dass die angesprochenen Radiosender ja auch sehr unterschiedliche Zielgruppen bedienen. Ist praktisch unumsetzbar! Mich persönlich stört nicht so sehr die Vielzahl der Sender, als eher das, was tagtäglich gesendet wird. Ich finde, die Qualität aller WDR-Sender (ich komme aus NRW) hat im Radio und Fernsehen stark nachgelassen, man eifert stark den Privaten nach. Und natürlich muss der ÖRR auch im Internet präsent sein. Aber auch da ist man bei der Flachheit ganz vorne mit dabei. Und dafür weigere ich mich, auch nur einen Cent mehr zu zahlen. Dennoch ist der ÖRR was Reichweite angeht noch unschlagbar!

    Von Zuschauerzahlen und Quoten wie zuletzt wird man sich wohl verabschieden müssen., selbst unter Einberechnung sämtlicher Streaming-Zahlen. Neue Zielgruppen erreichen? Tja, bei dem Unterhaltungs-Getöse, was Privatsender rundum Sportübertragungen so anstellen, mag das punktuell gelingen. Aber Chancen auf nachhaltige positive Entwicklungen für den Handballsport sehe ich da nicht. In meiner eigentlich sehr Handball-interessierten Familie hält sich die Begeisterung sehr in Grenzen.

    Ich erinnere mich noch gut daran - das kann aber keine Ausrede sein vergleichbares immer wieder zu machen. Für mich sind EHF und IHF in der Verantwortung, dass so etwas eben gerade ausgeschlossen ist.

    Genau! Jenseits der Bevorteilung oder Benachteiligung einzelner Nationen muss man einmal mehr feststellen, dass die Verbände, wo ich mal DHB und HBL mit einbeziehe, es bekanntlich nicht so mit der Fürsorglichkeit für Spielerinnen und besonders Spielern angesichts deren hoher Belastung haben. Der Rubel muss bekanntlich rollen!

    Das war bereits vorher bekannt.

    Also mir war das auch nicht bekannt, aber ich verfolge das auch nicht so genau! Nachgefragt, weil Rechte haben und sie nutzen sind ja zwei paar Schuh:

    - alle deutschen Spiele im TV-Programm?

    - oder "nur" als Stream?

    - TV auch zur Hauptsendezeit oder nur am Nachmittag?

    Also der ÖRR steht ja vor erheblichen Veränderungen. Ich trau dem Braten noch nicht....

    Ihr seid ewige Nörgler. Ob der DHB einen Plan hat oder nicht weiß ich nicht. Aber sie haben auf allen Medienfeldern die Vize-Weltmeisterschaft bespielt. Sowohl auf Facebook als auch auf Instagram gab es deutlich mehr Postings als sonst üblich. Spielerinnen waren zweimal in kurzer Zeit im ZDF Sportstudio. Was erwartet ihr eigentlich bei einer Randportart?

    Dem stimme ich zu, die Performance des DHB im direkten Umfeld der WM war auch aus Sicht meiner Trainer-Tochter, meiner spielenden Enkelin und aus meiner schon ok bis gut, wenn man die Ausgangsposition betrachtet, Stichwort "Randsportart". Die Vorfeld-Kampagne "Hands up for more" hingegen sehe ich als Versenker, was bedauerlich ist aber erwartbar war.

    Was eine etwas konservierbare Wahrnehmung angeht, so leiden die Handball-Damen natürlich unter der Tatsache, dass stets eine Woche nach ihrem Saisonhöhepunkt Weihnachten ansteht. Da hat Deutschland ja andere Themen.

    Im Sportstudio waren gestern zwei Nationalspielerinnen und der Frauen-Bundestrainer zu Gast. Die Silbermedaille von Rotterdam wurde gefeiert und gewürdigt, alles nett, das Trio kam sympathisch rüber. Schwierige Themen wurden nicht besprochen. Vielleicht mit einer Ausnahme: Verlängert Bundestrainer Markus Gaugisch seinen auslaufenden Vertrag?? Dabei druckste Gaugisch nach meinem Eindruck ziemlich rum. Geradezu inflationär betonte er, dass der Job ihm Spaß macht. Andere Kriterien blieben irgendwie schwurbelig und so ein klares Bekenntnis habe ich auch nicht gehört. Klang so ein bisserl, als habe ihm die DHB-Pressestelle da ein Wording vorgegeben: "Du hast Spaß!!". Und der Markus hat sich dran gehalten!

    Meine im Handball und in der Psychologie tätige Tochter rief dazu vorhin an und meinte überzeugt: "Der ist klar auf Abgang getrimmt, kann es nur noch nicht sagen".

    Was meint ihr? Nachsehbar hier bei ca. 56:45 unter Sportstudio: Aktuelle Sport News, Livestreams & spannende Dokus.

    Das alte System hat gesiegt und zwar deutlich und all seine Profiteure können sich entspannt zurücklehnen, auch die in Deutschland. So klar hatte ich es nicht erwartet. Gerd Butzeck ist hoch anzurechnen, dass er es versucht hat. Angesichts des Resultates muss man allerdings auch fragen, ob er die Zeichen der Zeit im Apparat IHF nicht gesehen oder sie schlichtweg verdrängt hat. Sätze wie "die Mehrheit will eine Veränderung" wirken jetzt irgendwie drollig. Ein Ausstieg wäre sicherlich nicht unehrenhaft gewesen.