Alles anzeigenDas Finanzielle ist in Vereinen gesetzlich klar und sinnvoll geregelt. Eine Zweckentfremdung der Beiträge für Spielergehälter würde ich niemandem empfehlen!!
Die Spielergehälter im Seniorenbereich kommen größtenteils aus Zuschauereinnahmen und Sponsorengeldern.
Ich habe mit einem Freund einen Verein gegründet nur für Jugendliche mit den Sparten Badminton, Handball, Judo und Segeln. Wir haben für alle nur den Minimalbeitrag nach DSB-Vorgaben genommen. In jeder Sparte wurden für die Trainer entsprechend der Qualifikation der Trainer und Trainerinnen Sonderbeiträge veranschlagt. Eine A-lizensierte Bundesliga-Badmintonspielerin kostete die 50 Jugendlichen damals 36 Euro Grundbeitrag zuzüglich 60 Euro Sonderbeitrag. Im Prinzip sensationell, wenn man überlegt, was alleine ein Court in einem Studio kostet.
Ich selber habe für den DEF-Bereich mit einigen Eltern nichts genommen.
Mein Kumpel aus SH stammend berechnete fürs Segeln inklusive Segelschein sagenhafte 60 Euro!
Aber find doch heutzutage mal Bekloppte, die sowas machen!
Hier wimmelte es jahrzehntelang von dutzenden Traditionsvereinen in der 3. Und 5. Liga mit durchgehend höherklassig spielenden Jugendmannschaften in allen Altersstufen. Mittlerweile haben die kaum noch Mannschaften.
Ich kann deinen Optimismus nicht teilen, wenngleich ich dein Engagement schätze.
Leute in deinem Alter stehen heutzutage vor immensen Zukunftsherausforderungen (Klima, Rente, Krieg, Asyl, Wohnraum,...)
Für mich ist vollkommen klar:
Ohne eine tatsächliche Entlohnung geht da kaum mehr was.
Unterstützungsmodelle um verringerte Lebenschancen zu kompensieren, sind da dringend erforderlich.
Vielleicht müssen die Vereine tatsächlich über Sonderbeiträge für qualifizierte Trainer im Jugendbereich nachdenken. Vielleicht kann der Opa (beispielsweise ich selbst) den Sonderbeitrag fürs Enkelkind übernehmen.
Für Kinder aus Familien mit geringem Einkommen oder Migrationshintergrund können solche Gelder meines Wissens sogar jetzt schon veranschlagt werden. Hier gab es in unserem Verein immer genug Solidarität aus der Kuchenkasse!!
Ohne jetzt einen Roman zu schreiben:
Ich würde das alles nicht nur am Geld festmachen. Ich kenne einige, die als Trainer aufgehört haben oder das Ehrenamt niedergelegt haben, aufgrund der mangelnden Wertschätzung, die man heutzutage oftmals erfährt.
Ich wage sogar zu behaupten, dass es nicht primär am Geld liegt, dass das Ehrenamt immer weniger wird.
Man kann es mit der Schule vergleichen, ohne natürlich völlig zu verallgemeinern.
Die heutige Jugend wird immer schlimmer und die Eltern auch ( ohne das jetzt auszuführen ). Und als Trainer im Jugendhandball hast du es nicht nur mit Handball zu tun, sondern bist oftmals gefühlt Ersatzpapa, Psychologe o.ä. und musst dich dann noch mit Eltern rumärgern, die ihre Kinder z.b. 60 Minuten spielen sehen möchten etc etc etc. Und du machst das ganze unentgeltlich, opferst sehr viel von deiner Freizeit und es wird oftmals gar nicht wergeschätzt und einige Elterb ziehen deine komplette Arbeit in den Dreck und man bekommt evtl noch einen vom Vorstand oben drauf.
Da haben einfach viele keinen Bock mehr drauf. Ich kann ja nur für mein Umfeld etc sprechen, aber so schlimm war das alles früher nicht.