Gute Frage. Nach meiner Beobachtung aus dem weiblichen Bereich ist das Problem folgendes:
In E-, D- und meist auch C-Jugend werden grundsätzlich die schwächsten Spielerinnen nach Außen gestellt. Das sind meist die Kinder, die spätestens in der B mit Handball aufhören. Damit ist eine ganz wichtige Phase schon verschenkt, in der spezifische Techniken spielerisch erlernt werden können.
Ab der B-Jugend werden dann, wenn die Leistungsdichte zunimmt, gerade auch in den ambitionierteren Vereinen, denen genug Spielerinnen zulaufen, aus den verfügbaren Rückraumspielerinnen "Opfer" für Außen gesucht. Das sind meist die physisch etwas schwächeren Spielerinnen, besonders gerne auch "ausgewählt", wenn sie technisch überdurchschnittlich begabt sind.
Im Training werden die Außen dann im Folgenden stiefmütterlich behandelt. Meist gibt es nur beim Wurftraining positionsspezifische Einheiten für sie, ansonsten dreht sich fast alles um Rückraumtraining. Oder der Haupttrainer macht Training mit dem Rückraum, der Co-Trainer macht derweil Wurftrainig (was bleibt sonst auch anderes übrig, wenn die Außen unter sich sind?) mit den Außen.
Speziell Spielzüge, die die Außen aktiv miteinbeziehen, werden selten bis nie trainiert. Die werden meist nur gebraucht, um bei 3 gg3 oder 4gg4 über den Rückraum die Abwehr zu stellen. Speziell in Drucksituationen gibt es dann stark verdichteten Rammelhandball über die Mitte, statt überlegt auch mal nach Außen abzuräumen und sich dadurch weniger ausrechenbar zu machen.
In der Summe kommt dann das bei raus, was wir im aktiven Bereich dann beobachten und hier diskutieren.
Ich habe die Hoffnung, dass es Vereine gibt, in denen das anders läuft, ich habe ja auch nur punktuell Einsicht. Aber das ist das Resumée aus den Beobachtungen, die ich über die Jahre machen konnte. Und ich finde das so schade, da für mich beim Handball die Außen das Salz in der Suppe sind. Es würde soviel besser schmecken, wenn man da etwas mehr zutun würde...