Wenn ich mir Spiele der weiblichen Nationalmannschaften jeden Alters anschaue, fehlt da häufig das Verständnis fürs Spiel/das Große Ganze und man sieht zu oft ein ratloses Gegenanrennen gegen physisch und taktisch gute Abwehrreihen. Da ist von gelungenen Spielzügen nicht viel zu sehen.
Dieses Trimmen ab D-Jugend in den entsprechenden Auswahlen auf das Individuelle produziert zahlreiche gute Werferinnen mit gutem Antritt und Zug zum Tor. Aber die Umsetzung der unterrichteten Theorie in die Praxis fehlt.
Da marschieren 14-Jährige in der C-Jugend durch die 3:2:1, aber wenn es in den Oberligen gute Defensiven gibt und jetzt in 6:0, da rennt man sich die Köpfe ein.
Wer von den Leuten hier schaut denn z.B. mal beim Deutschland Cup zu? Grausig teilweise, nur einzelne Spielerinnen mit Ich-Handball, die beeindrucken.
Mein Aha-Erlebnis war letztes Jahr das Spiel der wU19 (?) bei der WM gegen Südkorea. Wie unsere (großen, wurfstarken) Mädels da von diesen kleinen Koreanerinnen schwindelig gespielt wurden, das war schon beeindruckend. Mein Gedanke war sofort: was machen die in der Ausbildung anders? Was könnte der DFB da lernen, wenn er wöllte?
Meine Beobachtung aus der Lesitungsförderung ist, dass Mädels, die mit 14, 15 schon groß und physisch sehr stabil sind, sehr viel größere Chancen haben, gefördert zu werden, als zB technisch sehr versierte, aber körperlich (noch) nicht so stabile Mädels. Dabei könnten das nach Abschluss ihrer Entwicklung am Ende die besseren Spielerinnen sein. Das Risiko, dass diese körperliche Entwicklung noch erfolgt, ist aber größer und wird daher nicht eingegangen. Mit dem Ergebnis, dass manche Chancen verpasst werden. Das es nicht nur Spielerinnen mit 1,75m aufwärts braucht, um erfolgreich zu sein, zeigen die Südkoraner.