Alles anzeigenZitat: "Im jetzt laufenden Verfahren (bei positiver A- und B-Probe) wird grundsätzlich unterstellt, dass der Athlet die Substanz wissentlich eingenommen hat und das ist auch richtig so. Der Athlet hat dann die Möglichkeit Gegenteiliges zu beweisen (bspw. Kontamination von xy)."
Es ist eben gerade die Frage, ob das richtig so ist. Hier werden offenbar komplexere Sachverhalte ohne weitere Betrachtung abgeurteilt, ohne jede Differenzierung. Der Athlet hat die Möglichkeit...? Das Recht wird ihm eingeräumt. Ob es ihm möglich ist, bleibt völlig offen und ist eher unwahrscheinlich.
Zitat: "dass er höchstwahrscheinlich gedopt hat. "
Was genau macht es denn alles so höchstwahrscheinlich? Und was ist den die Realität?
Was spricht denn gegen das, was er vorträgt, warum ist das nicht höchstwahrscheinlich?
Er hat eine blitzsaubere Vita und steht unter permanenter Kontrolle. Für mich ist es höchstwahrscheinlich, dass er nichts zu sich genommen hat. Und nun?
Das im letzten Satz geforderte einheitliche Maß ist möglicherweise und für mich in diesem Fall völlig ungeeignet. Es nimmt jede Möglichkeit der weiteren Bewertung. Diese ist unnütz, ist dann ja klar und das immer. Jeder Vortrag zum Fall macht das überflüssig, wenn es so gehandhabt wird. Alle möglichen anderen Ursachen werden faktisch ausgeschlossen, es sei denn, dem Sportler gelingt das Kunststück des Gegenbeweises. Wenn nicht, hat er halt Pech und ist erledigt, egal wie begründet/ nachvollziehbar die Zweifel an seiner Schuld sind.
Natürlich mag ich den Niko. Unabhängig davon halte ich diesen Vorgang für aussagekräftig, was die aktuell gültigen Verfahrensweisen betrifft. Deren Sinn zu hinterfragen, sollte erlaubt sein.
Ein: " Ist nun mal so und das ist auf jeden Fall richtig." halte ich für zu kurz gesprungen.
Zumal es nach meinem Eindruck fast ausgeschlossen ist, nicht erwischt zu werden. Der Spielplan ist vollgestopft, getestet wird permanent und das ist auch gut so. Für den Sportler hängt hier zu viel dran, um dieses Risiko einzugehen. Daher für mich höchstwahrscheinlich: Nein.
Zum ersten: Mit dem Ausdruck "er hat die Möglichkeit, seine Unschuld zu beweisen" (sinngemäß) habe ich nichts anderes gemeint als Du verstanden hast. Er hat die Möglichkeit / es steht ihm frei / er hat das Recht sind für mich in einem Forum synonyme Ausdrücke, natürlich ist die Aussage, die ich getroffen habe, vorbehaltlich der Tatsache, dass der Athlet das auch tatsächlich kann. Der Rest ist Haarspalterei.
Zum Punkt "höchstwahrscheinlich": Da kann ich mir nur an den Kopf fassen. Wenn sowohl A- als auch B-Probe positiv sind, ist es nun mal höchstwahrscheinlich, dass Portner gedopt hat. In den seltensten Fällen haben Athleten dann nicht wissentlich die Substanzen eingenommen. Das verstehe ich unter höchstwahrscheinlich.
Lance Armstrong hatte auch eine blitzsaubere Vita bevor er erstmals gedopt hat. Können Sportler mit blitzsauberer Vita nicht dopen? Das wäre mir neu.
Das einheitlich Maß bezog sich auf Beiträge in der Diskussion hier: Die Wahrscheinlichkeit anzuerkennen, dass ein zu ahndender Doping-Fall vorliegt, also die Fairness gegenüber allen anderen Sportlern in eine Relation zu der Fairness, die Portner in dem Verfahren zu erhalten hat. Hier wird groß rumgeschrien, wie unfair er behandelt würde, aber die Schwere des Vergehens und die Beweislage wird weitgehend ausgeblendet.
Zum letzten Punkt: Ich habe nie gefordert, Dinge nicht zu hinterfragen. Es ist notwendig, allem mit einer gewissen Grundskepsis zu begegnen, aber hier ist es nun so, dass die Proben (wie gesagt, das einzige, was wirklich nachzulesen ist) im Moment zu Lastern Portners gelagert sind. Das gilt es anzuerkennen und sich nicht verzweifelt an Strohhalmen festzuklammern und so zu tun als seien es Mammutbäume.