Beiträge von Doppelpass01

    Das Niveau sinkt weiter. Es geht mir aber nicht darum die Spieler anzuzählen, sondern um die unpassende Erwartungshaltung mancher (!) aufzuzeigen. Früher hätte der THW Spieler wie Büchner, mit wirklich sämtlichen Respekt, nicht mal im Notizblock gehabt. Das ist mal der Fakt. Auch die Konstellation, dass Makuc nicht auf Halb gut verteidigen kann, ist durch Landins Abgang ein weiteres Problem. Früher waren solche Deals aus THW-Sicht einfach undenkbar. Die aktuelle Platzierung passt aber zum Kader.

    Aber wohl nicht zum Etat.

    Sind wir doch mal ehrlich. Kiel startet heute mit Johansson, Bilyk und Reinkind im Rückraum. Sorry, aber das ist einfach keine gute Mannschaft. Klar kann man drüber diskutieren, ob Jicha aus Johansson nicht mehr hätte rausholen müssen, aber im Ist-Stand ist das einfach kein Topspieler. Nach einer Viertel Stunde wechselt Jicha auf Ankermann, Skipagotu, Duvnjak. Skipagotu mit einem starken Spiel trotz Schulterschmerzen, zugegebenermaßen lamentiert er zu viel. Duvnjak auf halb rechts natürlich als Schwachstelle auserkoren, wird ständig in den Durchbruch gezwungen. Ankermann in allen Ehren, aber ein richtig guter Bundesligaspieler ist er auch noch nicht.

    Fazit: Kiel hatte heute einen top Rückraumspieler dabei, und der hat starke Schmerzen in der Schulter. Ob's da in dieser Situation wirklich so sinnvoll ist, Jicha anzuzählen? Ich habe jedenfalls eine sehr stark arbeitende 3:2:1 Deckung gesehen. Auch das gehört zu den Aufgaben eines Trainers.

    Ob Köster der Game-Changer ist? In meinen Augen bräuchte Kiel mehr Entscheidungsspieler mit Drang zum Tor a la Grgic, Hutecek, Claar etc.

    Hoffnungsschimmer: irgendwann kommt Madsen zurück.

    Ach ja, was mich hier im Thread ein bisschen nervt, ist, dass wirklich seitenweise die abgedroschenen Floskeln wiederholt werden. Leute, so kommt doch echt keine lesenswerte Diskussion zustande.

    Es stimmt, Kiel ist mit einer schlechten Mannschaft gestartet und es stimmt, es lag eine Menge Druck auf Spielern, die diesen aus gesundheitlichen oder aus Altersgründen eigentlich nicht haben sollten.

    Aber dass eine schlechte Mannschaft starten muss, hat sehr viel mit der sportlichen Leitung zu tun. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Trainer nicht gefragt wurde, als es darum ging, Verträge zu verlängern oder bestimmte Spieler nicht interessant zu finden. Wenn er jeweils eingebunden war ist es seine Aufgabe, dem dann vorhandenen Kader Lösungen mitzugeben, die über „Eric muss funktionieren“, „Männer, wir spielen 7 gegen 6“ oder „Elias trägt uns“ hinausgehen. Im Verlauf der Saison wurde Mo dazu geholt - mit welcher Idee? Wir probieren mal was aus, weil wir ja was machen müssen? Erwartet man ernsthaft, dass er ohne echten Integrationsaufwand „funktionieren“ kann?
    Man kann nur froh sein, dass es Spieler wie Köster oder Fischer gibt, die mit dem THW einen Nimbus verbinden, der sie motiviert, hierher zu kommen und irgendwie auf die nächste Saison (bei Fischer auf 27) hoffen.
    Und um die blöde Organisationsfrage aufzugreifen: Zumindest der Etat gehört in die Championsleague. Dieses Verständnis sollten die Gesellschafter und der AR haben. Die sportliche Leitung nach x halbherzigen Umbrüchen und Kaderbasteleien nicht - und die Mannschaft auch nicht.

    Weil das der größt Tiefpunkt seit drei Jahren ist. Aber ich zweifle auch dran.

    Da gab es leider noch ein paar mehr. Man kann ja tatsächlich gegen keinen Gegner in die Halle gehen und einen souveränen Sieg oder zumindest ein souveränes Auftreten für wahrscheinlich halten. Das ist finde ich der größte Unterschied zu den echten Spitzenmannschaften.

    Es hat ja auch mal jemand entschieden, dass Bilyk in der Mitte spielen soll. Unter dieser Entscheidung leidet der THW jetzt mittlerweile seit drei Jahren. Mit der Konsequenz, dass sich Elias halbtot aufs Feld schleppen muss. Und irgendwer hat auch entschieden, dass Grgic für den THW nicht interessant ist, obwohl der gerne nach Kiel wollte.

    Den Eindruck vom anderen Sport kann man wirklich haben - sowohl was das Tempo, aber auch was das Konzept betrifft. Als nach der EM-Pause in den Spielen gegen die Löwen und Magdeburg (natürlich noch mit Skippy) ein wenig schneller gespielt wurde und auch die Außen mal eingesetzt wurden, hatte ich die Hoffnung, dass auch der THW entdeckt hat, dass „nach Außen abräumen“ gar nicht so blöd ist. War aber nur ein kurzes Aufflackern…

    Es ist der Kader, also die einzelnen Spieler alleine, und das, was der Trainer daraus macht. Und diese Kombi funktioniert an einzelnen Tagen super (3x Flensburg+ 2x SCM) und an den meisten Tagen mittelprächtig bis schlecht (siehe Punktverluste!) und diese Inkonstanz ist nun das 3. jahr in Folge der Grund, dass man von der CL weit weg ist. Es war der Plan, sowohl spielerisch als auch punktetechnisch die Lücke nach oben weiter zu verringern wollen.

    Bis hierher könnte der Text auch anders fomuliert in einer TV-Zeitung stehen: die harte und verzweifelte Arbeit eines Handballtrainers und seiner Untergebenen auf dem Weg ins Mittelmaß wird in dieser Doku detailliert beleuchtet. Ein spannendes Projekt.

    Weiter im Ist Zustand: Stand heute ist beides nicht der Fall, im Gegenteil, die Entwicklung geht in die falsche Richtung! Bei jedem Verein hat das entsprechende Konsequenzen, nur bei Kiel nicht! Am Ende ist man nicht nur ein Sportverein, sondern auch ein Wirtschaftsunternehmen! Nur ist das der Führung offensichtlich völlig schnurzpiepegal!!

    FunFact: bei Spielern baut man Klauseln ein bzgl. Erfolg und CL - der Trainer hat augenscheinlich einen Blankovertrag ohne Bedingungen... Wäre man konsequent, würde man infolge dieser Saison einen Schlussstrich ziehen. Aber mit Köster und Makuc und Fischi wird sich ja alles ändern 🤪🤪

    Die Konstellation, dass ein Geschäftsführer und ein für ein Ressort verantwortlicher Mitarbeiter zumindest ein sehr freundschaftliches, wahrscheinlich aber zu nahes Verhältnis haben, ist einfach nicht gesund. Menschlich ist es sicher zu verstehen, dass am Trainer festgehalten wird. Aber rein aus der Sicht der „Organisation“ darf es eben so nicht sein. Und wenn der Geschäftsführer dann nicht handeln mag, ist es Sache des AR, dann auch dessen Rolle neu zu besetzen. Das ist sicher schmerzhaft, aber es gehört zum Geschäft dazu. Und aus Sicht der Gesellschafter sollte die Einsicht „vom Ende des Schreckens“ eigentlich die naheliegende sein.

    Zum Interview bei Dyn wurden auch mal wieder richtige Meister der Selbstreflektion geschickt. Ich finde die Tiraden des Trainers wirklich peinlich. Als sportlich Verantwortlicher muss er sich doch dahinstellen und den Anspruch an sich selbst haben, dass vermeintliche Fehlleistungen der Schiris einem THW nichts ausmachen dürfen.