So, es sind erneut einige Wochen vergangen und damit auch einige Entscheidungen gefallen. Der Schweizer Handball hat gleich zwei neue Schweizer Meister erhalten.
Bei den Frauen setzte sich GC Amicitia Zürich im Finale gegen den LC Brühl in der Belle knapp mit einem Vorsprung von drei Toren durch. Damit gewannen die Zürcherinnen eine spannende und umkämpfte Serie verdient und sicherten sich den ersten Meistertitel seit der Fusion sowie gleich auch das Double. Herzlichen Glückwunsch!
Mit diesem Spiel geht jedoch gleichzeitig auch die Karriere von Kerstin Kündig zu Ende. Sie wird dem Verein allerdings im Umfeld erhalten bleiben und würde im Notfall sicherlich noch einmal einspringen. GC spielt bekanntlich eher mit einem kleinen Kader. Bereits Chantal Wick und Hannah Bopp kehrten nach ihrem Karriereende zurück. Daher ist es nicht ausgeschlossen, dass auch Kündig irgendwann nochmals auf das Spielfeld zurückkehrt.
Auch bei den Männern geht eine Dominanz zu Ende. Der Qualifikationssieger und Serienmeister Kadetten Schaffhausen ging in der Finalserie mit 0:3 gegen Kriens-Luzern unter, das damit den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte feiern konnte. Die Schaffhauser fanden in keinem Spiel der Serie über 60 Minuten zu einer konstanten Leistung. Im dritten Spiel stand es nach 53 Minuten noch 32:32. Das Endresultat lautete jedoch 33:39. Kriens-Luzern ist damit hochverdient Meister und mit den Kaderverstärkungen für die kommende Saison eine spannende Option für ein mögliches Champions-League-Upgrade.
Auch von Seiten des Verbandes gab es einige Ankündigungen bezüglich des Modus der höchsten Männerspielklasse. Ab der nächsten Saison wird zunächst eine Doppelrunde mit 18 Spielen ausgetragen. Danach spielen die Teams auf den Rängen 7 bis 10 eine Abstiegsrunde über vier weitere Runden. Die Punkte aus der Hauptrunde werden dabei übernommen. Der Letztplatzierte dieser QHL-Abstiegsrunde trifft anschliessend in der Auf-/Abstiegsbarrage auf den Meister der Nationalliga B. Dieser wird zuvor zwischen den beiden Erstplatzierten der zweithöchsten Schweizer Liga in einer Best-of-3-Finalserie ermittelt. Die Barrage selbst wird im Best-of-5-Format ausgetragen. Der Verein aus der Nationalliga B hat dabei in den ungeraden Spielen Heimvorteil.
Die Finalrunde wird ebenfalls als Doppelrunde gespielt. Auch hier werden die Punkte aus der Hauptrunde übernommen. Nach Abschluss der Finalrunde bestreiten die Teams auf den Plätzen 1 bis 4 die Playoff-Halbfinals. Sowohl die Halbfinals als auch das Finale werden im Best-of-5-Modus ausgetragen. Für die Teams auf den Plätzen 5 und 6 endet die Saison nach der Finalrunde.
Als Ziel ruft die Liga zudem eine Aufstockung auf zwölf Teams aus. Ein völlig dämliches Ziel meiner Meinung nach, zumal man für die Saison 2025/26 kein aufstiegsberechtigtes Team gefunden hat. Welche Mannschaften sollen also künftig in der höchsten Liga spielen und dabei auch noch konkurrenzfähig sein?
Meiner Ansicht nach wird diese Aufstockung nur vorangetrieben, damit die Romandie mit Genf wieder ein Team in der höchsten Liga stellt. Aus eigener Kraft schaffen sie es derzeit nicht, da weiterhin auch eine bewilligte Halle fehlt.
Es bleibt spannend, wie es mit dem Schweizer Handball weitergeht – speziell nach dem Debakel in der WM-Qualifikation gegen Italien.