• Schade, dass die aktuelle Saison hier noch nicht wirklich eine Bedeutung gefunden hat. Aber das gibt mir den Anlass als Schweizer dazu, etwas über die vergangene Saison zu berichten.

    Die Liga wird immer stärker. Zum einen durch gute Nachwuchstalente (Niclas Mierzwa, Noam Leopold) und zum anderen bauen Vereine wie Kriens-Luzern auf internationale Stars (Nikola Bilyk, Lukas Herburger und auch Aksel Horgen soll ein Gespräch sein). Die Spielzeit 2025/26 war für die Schweizer Vereine zum Vergessen. Zwar spielten mit Bern, Luzern und Schaffhausen drei Teams International mit, scheiterten alle jedoch in der Vorrunde. Gerade Luzern will wohl in den kommenden Jahren international Erfolgreich werden und Schaffhausen national den Rang ablaufen.

    Aktuell laufen die Playoff und Playouts. Schaffhausen (gegen Zürich), Luzern (gegen Basel) bekunden keine Probleme in den Viertelfinals und führen 2:0 und haben Matchbälle in den Best of 5 Serien. Auch Bern führt gegen Thun im Bernerderby 2:0, diese Serie ist jedoch deutlich ausgeglichener und noch nicht entschieden. Einzig St. Gallen konnte gegen den Favoriten aus Winterthur zum 1:1 ausgleichen. Wie in den letzten Spielzeiten bekunden die Winterthurer mühe gegen St. Gallen

    In den Playoffs führen die wohl krassen Underdogs aus Stäfa mit einem Break 1:0. In den 27 Hauptrundenspielen gelangen den Zürcher Oberländer gerade einmal ein Sieg (zuhause gegen Thun) und ein Unentschieden (zuhause gegen Basel). Umso überraschender ist der erste Auswärtssieg gegen Aarau. Die Serie startete vergangenen Sonntag und geht heute weiter. Allerdings mit verändertem Personal auf Seiten von Aarau. Am Tag nach der Auftaktpleite beurlaubte man Trainer Stevic. Urs Mülenthaler soll die Mission Klassenerhalt nun lösen. Ein Weltstar unterstützt in dabei, Viran Morros.

    Ein Debakel gibt es wohl was den Aufstieg angehen wird. Es entwickelt sich aktuell ein Schneckenrennen um den Aufstiegsplatz, der nach Playoff-Serie entschieden werden soll. Wer aber Aufstiegsberechtigt ist und auch Aufsteigen will, bleibt noch unklar. Gut möglich, dass es am Ende, wie letzte Saison, keinen sportlichen Absteiger geben wird.

  • Zwölf Tage sind seit dem letzten Schweizer Update vergangen, und es hat sich einiges getan. Doch ganz von vorne:

    Die Playoff-Viertelfinals wurden allesamt von den Favoriten gewonnen. Schaffhausen (gegen Zürich), Luzern (gegen Basel) und Bern (gegen Thun) gewannen ihre Serien jeweils mit 3:0. Einzig Winterthur musste ein Spiel an St. Gallen abgeben, setzte sich aber dennoch durch. In den Halbfinals treffen nun Schaffhausen auf Bern sowie Luzern auf Winterthur. In beiden Duellen wurde die erste Partie bereits ausgetragen, und es gab klare Siege für die Gastgeber aus Schaffhausen und Luzern.

    Auch die Best-of-5-Serie im Playout ist zu Ende. Aarau zog nach der Startniederlage die Reissleine, entliess den Trainer und ersetzte ihn durch Urs Mühlentahler. Ihm stellte man unter anderem Weltstar Viran Morros zur Seite. Die Reaktion gelang: Aarau sicherte sich mit einem 33:30-Auswärtssieg das Rebreak zum Ausgleich und ging danach zuhause mit einem 31:30 in Führung. Vor Rekordkulisse mit über 1500 Zuschauern gelang Stäfa jedoch der Ausgleich (33:32). Vergangenen Samstag stieg dann die Belle, welche Aarau erneut knapp mit 34:32 gewann. Stäfa musste sich nach Spielschluss also mit dem Abstieg abfinden. Dennoch war es von der Spannung und der Stimmung her wohl die bisher beste Serie der laufenden Saison.

    Mehr oder weniger zeitgleich ging die letzte Runde der Nationalliga B über die Bühne. Bereits vor Spielbeginn stand fest, dass Emmen (1.), Stans (2.) und Winterthur (5.) nicht aufsteigen wollen. Genf (3.) wollte zwar aufsteigen, erhielt die Lizenz jedoch nicht. Einzig Baden-Endingen (4.) und Möhlin (6.) bekamen grünes Licht für einen Aufstieg. Aufstiegsberechtigt waren jedoch nur Teams unter den ersten vier Rängen, was vor Spielbeginn also nur auf Baden-Endingen zutraf. Damit hatte Baden-Endingen den Aufstieg im Auswärtsspiel gegen Genf in den eigenen Händen. Nach 55 Spielminuten lag Baden-Endingen komfortabel mit 28:24 in Führung. Genf gewann jedoch dank eines 6:0-Laufs in den letzten Minuten noch und vermieste Baden-Endingen den Aufstieg. Weil Möhlin gegen den NLB-Meister Emmen verlor und Yellow Winterthur Steffisburg deklassierte, sprang Yellow Winterthur noch auf den vierten Platz. Damit befand sich kein aufstiegsberechtigtes Team unter den ersten vier, womit es erneut keinen sportlichen Absteiger gibt und das Tableau der höchsten Schweizer Liga unverändert bleibt und Stäfa doch noch zum feiern kam.

    Noch bitterer verlief das Abstiegsrennen. Wädenswil-Horgen, Birsfelden und Küsnacht-Zürich wiesen am Ende alle 19 Punkte auf. Die Tordifferenz führte jedoch dazu, dass Wädenswil-Horgen und Birsfelden den Gang in die 1. Liga antreten müssen. Wädenswil-Horgen spielte in der letzten Runde gegen den Vizemeister Stans „nur“ unentschieden, während Küsnacht-Zürich Birsfelden im Direktduell mit 32:31 schlug. Der Siegtreffer fiel nach der Schlusssirene per 7-Meter. Ohne dieses Tor wäre Küsnacht-Zürich anstelle von Birsfelden abgestiegen. Für Birsfelden bedeutet dies den direkten Wiederabstieg.

  • Die Kadetten Schaffhausen und der HC Kriens-Luzern haben ihre Halbfinalserien jeweils souverän mit 3:0 gewonnen.

    Steht schon fest, ob der Schweizer Verband den Meister oder den Hauptrundensieger für ein Champions-League-Upgrade vorschlagen wird bzw. ob Kriens-Luzern überhaupt daran interessiert wäre?

  • Steht schon fest, ob der Schweizer Verband den Meister oder den Hauptrundensieger für ein Champions-League-Upgrade vorschlagen wird bzw. ob Kriens-Luzern überhaupt daran interessiert wäre?

    Wissen tue ich es zwar nicht, aber ich gehe davon aus, dass es der Meister sein wird. Im Falle des Meistertitels gehe ich auch stark davon aus das Luzern an diesem Upgrade interessiert wäre. Ihr Kader nächste Saison ist schon sehr stark besetzt. Da will man sicherlich auch international angreifen und auch den Kadetten aus Schaffhausen den Rang ablaufen. Diese hingegen wissen nun wer der Mann an der Seitenlinie sein wird in der kommenden Saison. Jonas Wille, aktuell norwegischer Nationaltrainer wird an den Rheinfall wechseln.

  • Die Kadetten Schaffhausen und der HC Kriens-Luzern haben ihre Halbfinalserien jeweils souverän mit 3:0 gewonnen.

    Steht schon fest, ob der Schweizer Verband den Meister oder den Hauptrundensieger für ein Champions-League-Upgrade vorschlagen wird bzw. ob Kriens-Luzern überhaupt daran interessiert wäre?

    Es ist immer der Schweizer-Meister, der für ein eventuelles CL-Upgrade vorgesehen ist.

    Interessiert wären mit Sicherheit beide Teams.

  • Grundsätzlich finde ich eine Meisterschaft wie die in der HBL, ohne nachfolgende Playoff’s, ehrlicher und aussagekräftiger.

    Es sind nun aber mit Sicherheit die beiden besten Mannschaften im Final.

    Aus meiner Sicht hat Kriens Luzern mit Luca Siegrist den absolut stärksten Spielmacher im Team. Er wird sich bestimmt auch bei Melsungen in der HBL durchsetzen.

    Kadetten Schaffhausen hat für mich die bessere Abwehr und etwas mehr Breite im Kader.

    Entscheidend wird sein, wer jetzt zum Schluss weniger „angeschlagene“ und daher frischere Spieler aufbieten kann.

  • Grüzi,

    Vor dem ersten Finalspiel in der Schweizer Quickline Handball League zwischen den Kadetten Schaffhausen und dem HC Kriens-Luzern spricht Kadetten-Trainer Hrvoje Horvat im Interview mit „Logbuch Sport“ über den Fokus im mentalen Bereich, die verpasste WM-Qualifikation der Schweizer Nationalmannschaft und die Nachwuchsarbeit bei den Eidgenossen: https://logbuch-sport.de/handball/hrvoj…eizer-handball/

    Mit welchen Gefühlen blickt ihr in die Zukunft des Schweizer Handballs?

  • So, es sind erneut einige Wochen vergangen und damit auch einige Entscheidungen gefallen. Der Schweizer Handball hat gleich zwei neue Schweizer Meister erhalten.

    Bei den Frauen setzte sich GC Amicitia Zürich im Finale gegen den LC Brühl in der Belle knapp mit einem Vorsprung von drei Toren durch. Damit gewannen die Zürcherinnen eine spannende und umkämpfte Serie verdient und sicherten sich den ersten Meistertitel seit der Fusion sowie gleich auch das Double. Herzlichen Glückwunsch!

    Mit diesem Spiel geht jedoch gleichzeitig auch die Karriere von Kerstin Kündig zu Ende. Sie wird dem Verein allerdings im Umfeld erhalten bleiben und würde im Notfall sicherlich noch einmal einspringen. GC spielt bekanntlich eher mit einem kleinen Kader. Bereits Chantal Wick und Hannah Bopp kehrten nach ihrem Karriereende zurück. Daher ist es nicht ausgeschlossen, dass auch Kündig irgendwann nochmals auf das Spielfeld zurückkehrt.

    Auch bei den Männern geht eine Dominanz zu Ende. Der Qualifikationssieger und Serienmeister Kadetten Schaffhausen ging in der Finalserie mit 0:3 gegen Kriens-Luzern unter, das damit den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte feiern konnte. Die Schaffhauser fanden in keinem Spiel der Serie über 60 Minuten zu einer konstanten Leistung. Im dritten Spiel stand es nach 53 Minuten noch 32:32. Das Endresultat lautete jedoch 33:39. Kriens-Luzern ist damit hochverdient Meister und mit den Kaderverstärkungen für die kommende Saison eine spannende Option für ein mögliches Champions-League-Upgrade.

    Auch von Seiten des Verbandes gab es einige Ankündigungen bezüglich des Modus der höchsten Männerspielklasse. Ab der nächsten Saison wird zunächst eine Doppelrunde mit 18 Spielen ausgetragen. Danach spielen die Teams auf den Rängen 7 bis 10 eine Abstiegsrunde über vier weitere Runden. Die Punkte aus der Hauptrunde werden dabei übernommen. Der Letztplatzierte dieser QHL-Abstiegsrunde trifft anschliessend in der Auf-/Abstiegsbarrage auf den Meister der Nationalliga B. Dieser wird zuvor zwischen den beiden Erstplatzierten der zweithöchsten Schweizer Liga in einer Best-of-3-Finalserie ermittelt. Die Barrage selbst wird im Best-of-5-Format ausgetragen. Der Verein aus der Nationalliga B hat dabei in den ungeraden Spielen Heimvorteil.

    Die Finalrunde wird ebenfalls als Doppelrunde gespielt. Auch hier werden die Punkte aus der Hauptrunde übernommen. Nach Abschluss der Finalrunde bestreiten die Teams auf den Plätzen 1 bis 4 die Playoff-Halbfinals. Sowohl die Halbfinals als auch das Finale werden im Best-of-5-Modus ausgetragen. Für die Teams auf den Plätzen 5 und 6 endet die Saison nach der Finalrunde.

    Als Ziel ruft die Liga zudem eine Aufstockung auf zwölf Teams aus. Ein völlig dämliches Ziel meiner Meinung nach, zumal man für die Saison 2025/26 kein aufstiegsberechtigtes Team gefunden hat. Welche Mannschaften sollen also künftig in der höchsten Liga spielen und dabei auch noch konkurrenzfähig sein?

    Meiner Ansicht nach wird diese Aufstockung nur vorangetrieben, damit die Romandie mit Genf wieder ein Team in der höchsten Liga stellt. Aus eigener Kraft schaffen sie es derzeit nicht, da weiterhin auch eine bewilligte Halle fehlt.

    Es bleibt spannend, wie es mit dem Schweizer Handball weitergeht – speziell nach dem Debakel in der WM-Qualifikation gegen Italien.