Trainer von Wallau/Massenheim wird vom finanzstarken Aufsteiger umworben / Sigtryggsson geht
Seit sechs Jahren arbeitet Martin Schwalb als Trainer beim Handball-Bundesligsten SG Wallau/Massenheim. In dieser Zeit hat er unter anderem Akteure wie Jan-Olaf Immel, Christian Rose, Jan-Henrik Behrends und den nach Hamburg gewechselten Pascal Hens zu Nationalspielern geformt. Dass die SG trotz eines engagierten Schwalb in den vergangenen Jahren nicht mehr an die großen Erfolge Anfang der 90er Jahre anknüpfen konnte, liegt daran, dass die Finanzkraft anderer Vereine mittlerweile wesentlich größer als die der Wallauer ist.
Dass das Mittelmaß, indem die Hessen als Bundesligaachter herumdümpeln, den ehrgeizigen Coach frustriert, ist klar. Bessere Perspektiven fordert der 40-Jährige deshalb von den SG-Verantwortlichen. Weil aber unklar ist, ob die nötigen Finanzmittel akquiriert werden können, um weiter nach oben zu kommen, deutet einiges darauf hin, dass die Wallauer bald ihre Symbolfigur verlieren könnten und Schwalb nach insgesamt 14 Jahren als Spieler und Trainer die SG Wallau/Massenheim verlässt. Zwar verweist der Coach auf seinen bis 2006 laufenden Vertrag, doch bestätigt er Gespräche mit dem Ligakonkurrenten SG Kronau/Östringen, bei dem Schwalb der Wunschkandidat als Trainer ist.
Vor allem, wenn der abstiegsbedrohte Aufsteiger, bei dem Schwalbs bester Freund Michael Roth in der nächsten Saison nicht mehr Trainer, sondern Manager ist, in der Liga bleibt, spricht vieles für einen Wechsel. Mit Hauptsponsor Dietmar Hopp, dem Gründer des Softwareriesen SAP, im Rücken, könnten die Kronauer Schwalb die gewünschten Perspektiven bieten, auch weil sie ab der übernächsten Saison in der neuen, 13 000 Zuschauer fassenden Mannheim-Arena spielen werden. Langfristig wollen die finanzstarken Kurpfälzer unter die ersten sechs der Liga. Sollte Schwalb indes in Kronau absagen, ist Christian Fitzek im Gespräch, jener Coach, der Gerüchten zufolge die erste Alternative in Wallau sein soll, wenn Schwalb geht.
Kommt Rastner zurück?
Umworben von den beiden Clubs ist zudem Kreisläufer Andreas Rastner (35), den es aus beruflichen Gründen aus Gummersbach in hiesige Gefilde zurückzieht. "Ich wäre ein Vollidiot, wenn ich nicht mit ihm gesprochen hätte", sagt Bülent Aksen. Bei Runar Sigtryggsson kann sich der Wallauer Manager dies sparen, weil der isländische Nationalspieler nach eigener Aussage die SG verlassen wird. jh