Einbruch in den letzten zehn Minuten
ORANIENBURG. »Wir haben uns über 50 Minuten tapfer gewehrt. Die letzten zehn Minuten waren aber grottenschlecht«, waren die letzten zehn Minuten bei der 22:30 (11:14)-Niederlage vom Dansk Håndbold Klub (DHK) Flensborg in der Handball-Regionalliga Nord beim Oranienburger HC für DHK-Trainer Rainer Cordes etwas, was ihm ziemlich gegen den Strich ging. »Wir sind regelrecht eingebrochen und haben uns in die Niederlage ergeben. Dennoch: Die Niederlage ist letztlich zu deutlich ausgefallen«, sagte Cordes
DHK Flensborg hatte schon im Vorwege der Partie grössere personelle Probleme. Nach dem Ausfall von Jens Fischer und Henry Stapelfeldt war die Mannschaft nur gerade einmal mit zehn Spielerin, davon zwei Torhütern, nach Oranienburg gefahren.
»Nachdem sich Rüdiger Himborn schon gleich bei seinem ersten Tor in der zweiten Minute einen Muskelfaserriß zuzog und wahrscheinlich vier Wochen pausieren muss, konnte Thies Schmalfeld nach einen Foul auch nur noch bedingt seine Aufgaben erfüllen«, sagte der DHK-Coach und musste schon frühzeitig umdisponieren.
Die Gastgeber nutzten die Chancen, sich nach dem 3:3 etwas zu lösen, doch es gelang ihnen nicht, eine grössere Führung herauszuspielen. Beim 8:12 (23.) und zur Pause hatte die DHK durchaus noch Chancen.
Nach dem Wechsel wehrte sich die verbliebene DHK-Rumpftruppe vehement. Beim 18:18 (45.) schafften die Flensburger sogar den Ausgleich. Als kurz darauf aber Frank Peters nach der dritten Zeitstrafe auf die Bank musste, zeichnete sich die Niederlage langsam aber sicher ab.
»Beim 22:23 in der 50. Minute hatten wir noch alle Chancen. Dann aber fehlte die Kraft, es schlichen sich technische Fehler ein, die Oranienburg postwendend bestrafte«, so Rainer Cordes. Bei seiner Mannschaft lief nichts mehr zusammen. Einmal deutlicher in Rückstand geraten, ergab sich die Mannschaft in ihr Schicksal und wurde regelrecht »abgeschlachtet«.
»Nach den starken 50 Minuten vorher waren diese zehn Minuten eine Riesenenttäuschung. So schlecht darf man sich nicht verkaufen«, lag die Schlussphase Trainer Cordes schwer auf dem Magen. »Bei unserem Verletzungspech werden wir unsere Zielsetzung wohl revidieren müssen. Wir kämpfen nicht mehr ganz oben mit«, erkannte Cordes.
Oranienburger HC: Büchner, Tredup; Siegler (5/1), Fritz (4), Bethe (3), Fröhlich (5), Throl (5), Tourmo (3), Schönfisch (2), Strauchmann (2), Rottmaier, Schröder (1).
DHK Flensborg: Meyer, Schulz; Johannsen (9), Peters, Himborn (1). Lautrup (7/3), Kraack, Goldbeck (3), Schmalfeld, Gräber (2).
Schiedsrichter: Wiesemüller/Wodke (Berlin).
Zuschauer: 200.
Zeitstrafen: 6:16 Minuten.
Siebenmeter: 3/1 : 3/3.
Wilfried Zabel