Beiträge von BerndO

    Wenn die SR in deinem Fall in ihrer Stellungnahme zu einem Einspruch angeben, dass sie erst nach reiflicher Überlegung (wohlgemerkt 5 Sekunden laut Ursprungspost) meinen, dass war doch eher ein Angreifervergehen oder vielleicht ein Schrittfehler, und dass sie deshalb ihre ursprüngliche Entscheidung korrigiert haben, dann wären sie für mich absolut unglaubwürdig und würden in meinen Augen nur versuchen, einen spielentscheidenden Regelverstoß zu kaschieren und ihre Haut zu retten.

    Wenn man sich noch im Spiegel anschauen können möchte, sollte man da schon eingestehen, dass die Spielverzögerung der Grund war und somit ein Regelverstoß vorlag.

    Hier geht's übrigens dann nicht um eine Tatsachenentscheidung (die gibt es im übrigen gar nicht), sondern um eine Tatsachenfeststellung, aufgrund derer man durchaus auch eine nicht regelkonforme (und somit anfechtbare) Entscheidung treffen kann.

    Just my 2cts

    Versteh die Fragen nicht - mit der FW-Entscheidung für eine Mannschaft A hast Du die Spielfortsetzung festgelegt - da kann dann _BIS_ zur eigentlichen Ausführung was immer du willst passieren - die Fortsetzung bleibt: FW für A. Auch persönliche Strafen gegen A ändern daran nichts.

    Fehler _BEI_ der Ausführung führen zu einer Korrektur mit Anpfiff (sofern FW ohne Anpfiff), oder dann zu einer FW-Entscheidung für die gegnerische Mannschaft (sofern angepfiffen). Wobei ein Anpfiff nur bei korrekter Ausgangsstellung aller Spieler erfolgen darf.

    Ob jetzt mit Spielzeitunterbrechung oder nicht ist doch völlig unerheblich. Wenn Du auf FW für Mannschaft A entschieden hast und die Spieler von A zeigen keine Ambitionen, zum Ausführungsort zu kommen, um den FW auszuführen, ist es ein klarer Regelverstoß, wenn Du deshalb auf FW für B entscheidest - das meine ich mit "umdrehen".

    Du kannst allenfalls die Zeit anhalten, wenn nicht schon geschehen, und anschließend nach der Ausführung des FW durch Mannschaft A sofort den Arm für "Passiv" heben.

    - Passiv erst, wenn der 5.Pass gefangen: Neue taktische Variante, der Empfänger des 4.Passes guckt und feuert den Ball dann irgendwo hin, am besten noch in die eigene Hälfte. Da gehen mindestens 5 Sekunden von der Uhr, Das ist nicht richtig zu Ende gedacht, das ist ein Nachteil für die abwehrende Mannschaft.

    Wenn das passiert (5. Pass weit in die eigene Hälfte), bleibt dir doch unbenommen, sofort auf Passiv zu entscheiden - die Möglichkeit hast Du doch immer. Für mich ist das ein "Soll" nicht "Muss"

    Am 8. März soll es doch eine Infoveranstaltung (online) zum Thema Spieltechnik geben.

    Was bereits mal angedeutet wurde, ist, dass es unter der BWOL zwei BWL-Staffeln, darunter 4 Verbandsligen und 8 Landesligen geben soll, unter denen dann der Spielbetrieb der insgesamt 8 neuen Bezirke hängen soll.

    Ich glaube der Zeitpunkt des Wechselfehlers ist hier entscheidend, was die Spielfortsetzung angeht.

    Vor Anpfiff des Anwurfes: 7m, egal wo der Ball hingehrt, weil der Pfiff des Delegierten/Zeitnehmer kommt bevor der Wurf ausgeführt wird und der Anwurf eigentlich gar nicht angepfiffen wird.

    Danach:

    - Freiwurf wenn der Ball nicht ins Tor geht, weil der Wechselfehler letztlich keinen Einfluss mehr darauf hat, wo der schon gespielte Ball hinfliegen wird.

    - 7m wenn der Ball ins Tor geht.

    Aber das ist auf jeden Fall einen Pfiff der Woche im DHB Schiedsrichterportal wert - 100%ig sicher bin ich mir bei meiner Interpretation auch nicht.

    Rheiner: Ich war immer da :hi:

    Habs nicht gesehen - aber:

    Wenn man mal annimmt, dass Weber den Ball NICHT berührt hat (ist wohl so, da er ja auch nicht die Zeitstrafe bekommen hat) greift dann nicht die folgende Frage (ersetze Abwurf WEISS durch Anwurf WEISS) aus dem Fragenkatalog?

    8.53 Team SCHWARZ spielt mit sieben Feldspielern. SCHWARZ 5 wirft auf das Tor, aber Torwart WEISS 1 wehrt den Ball ab. WEISS 1 wirft auf das leere Tor von Team SCHWARZ. Gleichzeitig begeht Torwart SCHWARZ 12 einen Wechselfehler, indem er das Spielfeld betritt, bevor SCHWARZ 7 dieses verlassen hat. Mit einem Pfiff unterbricht der Delegierte sofort das Spiel. Unmittelbar nach dem Pfiff überquert der Ball die Torauslinie von Team SCHWARZ. Wie ist zu entscheiden?

    a) Hinausstellung von SCHWARZ 12

    b) Hinausstellung von SCHWARZ 7

    c) Freiwurf für Team WEISS

    d) 7-Meter-Wurf für Team WEISS

    e) Abwurf für Team SCHWARZ

    Die Lösung wird mit a) und c) angegeben. Weil der Wechselfehler beeinflusst die Ausführung des Wurfes ja nicht, will sagen deshalb geht der Ball ja nicht daneben bzw. oben drüber.

    Aber vermutlich war der Wechselfehler bevor der Anwurf angepfiffen wurde - aber dann kam der Pfiff vom Delegierten etwas spät.

    es ist nicht egal, aber auch kein Eigentor. Wenn der Torhüter im Torraum den Ball kontrolliert, ist auf Abwurf zu entscheiden. Durch einen Abwurf (wie auch einen Freiwurf, Anwurf...) kann aber kein Eigentor entstehen, das wäre hier also eine fehlerhafte Ausführung, die zu korrigieren ist (also der Gegenstoß hätte nicht gezählt) und der entsprechende Wurf wird dann auf Anpfiff wiederholt.

    nicht ganz korrekt: kein Eigentor aber auch keine fehlerhafte Ausführung - siehe dazu Frage 49 aus dem IHF-Regelfragenkatalog:

    somit Gegenstoß auch regelgerecht...

    Die einschlägige Regel 15:2 (ab 2005, davor 15:6) gilt zumindest mal seit 2001 (älteres Regelwerk habe ich gerade nicht greifbar) - dein letzter Lehrgang ist also schon eine kleine Weile her :P

    Dazu passt Regelfrage 330

    330. Spielzeit: 43:27 – Spielunterbrechung durch den Zeitnehmer nach Torerfolg A15 und nach Anwurf. Er teilt den Schiedsrichtern mit, dass Spieler A15 nicht im Spielproto- koll aufgeführt ist. Im Spielprotokoll sind bereits 14 Spieler für Mannschaft A eingetragen. Die Schiedsrichter stellen fest, dass der Spieler A11 gar nicht anwesend ist. Entscheidung?
    a) Tor wird annulliert.
    B) Tor zählt.
    C) Spieler A11 wird gestrichen und A15 nachgetragen..
    D) Spieler A15 darf nicht mitspielen und muss das Spielfeld verlassen.
    E) Progressive Bestrafung gegen den Mannschaftsverantwortlichen A
    F) Schriftlicher Bericht

    Lösung b,c,e,f

    Also alles gut

    SBO ist in der Tat eine feine Sache - auch wenn man die bedienbarkeit sicher noch verbessern könnte. Auch im Badischen jetzt flächendeckend auf Verbandsebene im Einsatz und eigentlich recht zuverlässig

    Für mich ist die rote Karte eine klare Fehlentscheidung.
    Balic verhindert nicht die Ausführung des Wurfes sondern blockt diesen lediglich. Das ist explizit kein Vergehen gemäß 8:10c und wird auch genau so gelehrt.
    In der offiziellen DHB Lehrpräsentation zu den Lehrgängen dieses Jahr wurde genau so eine SItuation beschrieben und klar gesgat, dass ist KEINE rote Karte
    Sobald der Ball die Hand der Werfers verlassen hat gilt der Wurf als ausgeführt. Wenn Balic den Ball anschließend blockt, kann er die Ausführung nicht verhindert haben.
    Das ist ein normales Abstandsvergehen und wäre in der Situation eine 2min Strafe, mehr nicht.


    +1

    Wäre sehr neugierig, was dazu im Spielbericht steht.


    im SIS steht D+B, somit automatische Sperre

    Hallo Markus,

    leider nicht ganz richtig.

    Vor der beschriebenen Situation spielte A mit 5/1 - jede DQ (ausser denen wegen Vergehen vor Spielbeginn) ist mit einer Hinausstellung verbunden!!

    D.h. A spielt in diesem Fall mit 4/1 weiter.

    d) ist einfach falsch, weil sie eben nicht nur für den Rest der bestehenden Strafzeit um einen Spieler reduziert wird. Ansonsten würde die Antwort ja bedeuten, dass mit Ablauf der Reststrafzeit A wieder vollständig mit 6/1 spielen dürfte.

    Bsp.:
    15:00 Hinausstellung von A2 -> A mit 5/1
    16:30 Beleidigung von A2 -> DQ und A mit 4/1
    17:00 -> A mit 5/1
    18:30 -> A wieder komplett

    wäre d) richtig so wäre A bei 17:00 schon wieder komplett, was wohl jedem einleuchtet, dass dies nicht korrekt wäre.

    Aber eigentlich hatte Suomi das ja schon mehr oder weniger erklärt.

    Nette Fragestellungen, wobei die zwei konkreten Fälle von Arcosh sicherlich nicht der Intension der Regel entsprechen und somit wohl jeder SR dies nicht abpfeifen würde.
    Wenn aber wie letztens in einem Spiel der 5. Liga der Ball nach Abwehr durch den TW parallel zur Torauslinie Richtung Spielfeld und dem bereitstehenden Aussenangreifer springt, so entscheide ich auf Freiwurf wenn der TW den Ball mit dem Fuß ins Toraus befördert, und zudem gab's auch noch "Gelb" weil er den Gegner danach noch "schwungvoll" mit dem Fuß an der Hand erwischt hat.
    Gebe aber zu, dass dem Trainer der betroffenen Mannschaft die Regel 5:10 nicht geläufig war.