Regel 4:4 und Regel 7
Regel 4:4 „Spielerwechsel“ besagt deutlich, dass das „Verlassen und Betreten der Spielfläche nur über die eigene Auswechsellinie erfolgen darf“. Zweck dieser Regel ist offensichtlich, eine gewisse Disziplin zu bewahren und das Erlangen eines unfairen Vorteils bei schnellen Wechseln seitens der Mannschaften zu vermeiden.
Im Erläuterungsschreiben Nr. 3 wurde auf eine Auslegung (Hinweis über einen in Regel 7 der Spielregeln 2005 aufzunehmenden Text) bzgl. der Spielerpraxis, einen (unfairen) Vorteil durch Nutzung des unmittelbaren Raums außerhalb der Spielfläche zu gewinnen , z.B. für eine Laufbewegung, hingewiesen. Die Unzulässigkeit dieser Handlung wird hiermit erneut bestätigt.
Neben den beiden genannten Situationen bestehen jedoch viele andere Situationen, in welchen ein Spieler die Seitenlinie oder Torauslinie völlig harmlos und nicht in der Absicht, einen unfairen Vorteil zu gewinnen, überquert . Wir möchten unterstreichen, dass Schiedsrichter gesunden Menschenverstand walten lassen sollten und diese Situationen nicht so auslegen sollten, um auf irgendeine Weise gegen den Spieler vorgehen zu können.
Einige Beispiele: Ein Spieler überquert vorübergehend die Seitenlinie, auf Höhe der Bank seiner Mannschaft, direkt neben der Auswechsellinie, und zwar deutlich mit dem Ziel, Wasser oder ein Handtuch zu bekommen. Diese Handlung darf nicht als Auswechselfehler betrachtet werden. Gleiches gilt für einen Torwart, der zu diesem Zweck die Torauslinie neben seinem Tor überquert - auch diese Handlung darf nicht bestraft werden.
Gelegentlich verlässt ein hinausgestellter Spieler das Spielfeld nicht genau im vorgesehenen Auswechselraum. Was wichtig ist, ist, dass der Spieler das Spielfeld (ohne Verzögerung und Protest) verlässt und sich zu seiner Bank begibt, denn der Spieler erlangt ganz sicher keinen Vorteil, wenn er das Spielfeld zufällig knapp neben der Auswechsellinie verlässt.
Schließlich darf ein verletzter Spieler nicht gezwungen werden, das Spielfeld innerhalb des Auswechselraums zu verlassen, wenn klar ersichtlich ist, dass seine Verletzung auf der Mannschaftsbank (oder in der Umkleidekabine) versorgt werden muss. Des weiteren sollten die Schiedsrichter unter solchen Umständen besonders aufmerksam sein und es insbesondere gestatten, dass ein Auswechselspieler das Spielfeld schon betritt, bevor der verletzte Mitspieler dieses vollständig verlassen hat, entsprechend dem übergreifenden Ziel, die Unterbrechung so kurz wie möglich zu halten.