Beiträge von Río

    Die beiden besten schon mal nicht

    Fakt.

    Gidsel hat doch schon 1000 mal erzählt, dass er auch nach Berlin ist, weil er dort 1 von 4 Millionen ist. Außer 1-2 mal pro Woche in der Max Schmeling Halle. Und ansonsten einfach sein Leben lebt. Das habe ich von Pytlik in irgendeinem Interview mit TV2 auch mal gehört.

    Und dass die Familie zurückzieht und er sich dort ne Zweitwohnung nimmt, ist keine Lösung? Das passiert in Deutschland so häufig, dass es sogar eine steuerliche Behandlung des Themas gibt. Es gibt ganze Bücher zum Thema doppelte Haushaltsführung.

    Es gibt ein Fallkonstellation, wo ich die Unzumutbarkeit annehmen würde. Wenn familiär die Kinder gefährdet sind und er als Vater immer sofort los können muss, wenn ein die ständige Gefahr eines medizinischen Notfalls besteht und er das nicht anders zB über seine Frau abgfangen kann. Aber da stellt sich die Frage, ob dann die Tätigkeit als Handballprofi überhaupt machbar ist. Egal wo.

    So ist es.

    Ähnliches habe ich gefühlt schon 100 Seiten vorher geschrieben. Zunehmend entsteht bei mir der Eindruck, dass inzwischen an jedem nur denkbaren Hebel gezogen wird, um herauszufinden, ob sich damit vielleicht doch noch etwas erreichen lässt: mentale Gesundheit, Vertragskündigung, Prüfung des Vertrags auf Formfehler, öffentlicher Druck …

    Ich halte J. G. zunehmend für ungeeignet, Kapitän der Nationalmannschaft zu sein.

    Auch nicht zu vergessen, die Katzen haben das Torhüterduell klar gewonnen und die Zebras gewinnen trotzdem mit 35 geworfenen Toren und bekommen trotz schlechterer TW Leistung nur 35 Tore.

    Da war am Wochenende aber jemand richtig in der Science-Fiction Abteilung unterwegs :lol:

    Ich habe früher immer gekotzt, wenn dieses hässliche UFO in Mannheim ausverkauft war und die ganze Region dahin gepilgert ist. Umgekehrt schmerzt es einfach zu sehen, wie dieses Potential nicht genutzt wird und die Kätzchen in der Mittelmäßigkeit versauern. Daher die Tagträumerei was passieren müsste um zurück nach 2010 zu kommen.

    Ich spinne einfach mal ein bisschen rum – wird niemals passieren, aber:

    Uwe hat BWL in Heidelberg studiert und das Studium abgeschlossen. Es gibt definitiv schlechtere Voraussetzungen für einen Geschäftsführerposten. Also: Er löst Bachert ab, Kretzsche kommt als sportlicher Leiter dazu und weil in Melsungen gerade ohnehin kein Stein auf dem anderen steht, angelt sich Kretzsche noch Jaron als Trainer. Mir ist gerade völlig egal, wie unrealistisch das Ganze ist.

    Das wäre einfach mal ein richtig spannendes Projekt, bei dem es weder in der Führung noch auf der Trainerbank an handballerischer Kompetenz fehlen würde. Und die Strahlkraft von vor allem Kretzsche und Uwe würde der gesamten Handballregion richtig guttun und vermutlich auch wieder einiges von der früheren Begeisterung entfachen.

    Aber ne, wird niemals passieren.

    Eine Sache, ganz nüchtern:

    Ich finde es schade, dass hier in mehreren Posts Robert Enke herangezogen wurde, in den SM ebenso.

    Als ehemaliger Fan von Hannover seit der Ära Jörg Sievers war ich auch Fan von Enke. Ich habe den Podcast der ARD gehört, das Buch gelesen und das Leben und Leiden von Robert Enke hat nichts mit den hier genannten Begriffen zu tun.

    Indem man gutgemeint Golla verteidigt und Enke als Beispiel nimmt, ohne Genaues zu wissen, wird ein ernstes und wichtiges Thema hier entwertet.
    Haut es gerne raus, wenn klinische Depression hier bekannt und bestätigt ist, aber bezieht diese furchtbare Krankheit bitte nicht auf die Aussage „mentale Gesundheit gefährdet“.

    Ein Vereins- und Wohnortwechsel hat Robert Enke nicht geholfen, seine Gesundheit wiederzuerlangen.

    Danke!

    Ich finde es albern das am Gehalt festzumachen, so ala "der verdient so viel, der soll gefälligst den Kopp dichtmachen und sich nicht so anstellen", oder "das müssen hunderte andere Familien auch aushalten". Also bei 60 TEUR muss man das aushalten, weil andere bei 5 TEUR das auch müssen. Wusste gar nicht, dass die mentale Gesundheit mit dem Konto verbunden ist.

    Ich sehe es eher so, dass man bei niedrigen Gehältern häufig keine andere Möglichkeit hat, als dass man solche Modelle mit örtlicher Trennung eingehen muss, aber je höher das Gehalt ist, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass man schneller entscheiden kann, dass der neue Job in der neuen Stadt doch nicht so toll ist. Und dann wechselt man halt wieder zurück. Man bekommt dann eher das Gefühl, dass man seine eigene Lage bzw. eigene Gemütslage wieder verbessern kann und in der eigenen Hand hat. Weil man halt keine normale Führungskraft ist, die sich einfacher wieder einen Job in der alten Heimat suchen kann, sondern ein Spitzensportler mit einem festen Vertrag für 5 Jahre kommt man ggf. ja auch schneller in diese Situation in der man das Gefühl hat nicht mehr Herr der eigenen Lage zu sein. Und die Alternative, wenn sich alle Vertragsparteien, alte wie neue, nicht einigen können, wäre halt ein Berufsverbot für einen Sportler. Da kann man wohl schnell mal verzweifelt sein.


    Eine privat bezahlte Stunde Psychotherapie kostet in Deutschland schnell zwischen 134 und 190 Euro – und natürlich gibt es, je nach Anbieter und Umfeld, auch noch deutlich höhere Honorare.

    Und ja: Eine Person mit 5.000 Euro Einkommen muss im Zweifel schlicht mehr aushalten, weil die kassenärztliche Versorgung derart schlecht ist, dass Wartezeiten von rund sechs Monaten keine Seltenheit sind – sofern man nicht gerade großes Glück hat.

    Bei einem Einkommen von 60.000 Euro im Monat kann sich dann jeder selbst ausrechnen, wie viele privat bezahlte 50-Minuten-Einheiten Psychotherapie möglich sind, bevor das Ganze auch nur ansatzweise existenziell wird.