Beiträge von Arcosh

    Barcelona gegen Veszprem und parallel dazu Kiel gegen Paris zu schauen, hat schon Final4-Niveau. Auch wenn ich mich da Jahr für Jahr wiederhole, Veszprem wäre echt mal dran den Titel zu gewinnen und hat diese Saison eine tolle Mannschaft zusammengestellt.

    Roth hat ja etwas polarisiert mit seiner Aussage, dass die meisten Trainer besser pfeifen als die meisten Schiedsrichter.

    Meine Meinung dazu: selbstbewusst, aber höchstwahrscheinlich absolut zutreffend. Auch die Begründung stimmt: Trainer haben durch das Pfeifen im Training so viel Routine, dass die Schiedsrichter das nicht aufholen können. Außerdem haben sie in der Regel wesentlich mehr Spielverständnis und daher auch ein sehr gutes Gefühl. Ich würde auch gerne mehr Ex-Spieler oder auch Ex-Trainer an der Pfeife sehen.

    "Trainer haben durch das Pfeifen im Training so viel Routine, dass die Schiedsrichter das nicht aufholen können." Dem Satz kann ich nur widersprechen! Das Training sind in der Regel einzelne, in sich abgeschlossene und zeitlich begrenzte Übungen in denen Mannschaftskameraden "gegeneinander" spielen. Das ist doch nicht ansatzweise zu vergleichen mit 2x 30 Minuten durchgehender Konzentration auf das Spielgeschehen zweier Mannschaften, die in einem echten Wettkampf gegeneinander antreten - mit allen den kleinen versteckten Aktionen und Nickligkeiten. Ich würde behaupten, dass ich Dir spontan locker 20 bis 30 User in der Handballecke nennen könnte, die als Schiedsrichter-Laien 90% der Entscheidungen auf dem Feld richtig treffen würden - und auch Michael Roth oder Martin Schwalb könnten das sicherlich. Aber die übrigen 10%, die eine genaue Regelkenntnis und eine aufgabenspezifische Wahrnehmung erfordern, sind es, die erfahrene Schiedsrichter dem vorgenannten Personenkreis voraushaben.

    Bei (Nachwuchs-)Spielern wird stets darauf hingewiesen, dass Wettkampfpraxis niemals durch Training wettgemacht werden kann, aber zwei ehemalige Bundesligatrainer denken, dass ihr Herumgespringe an der Seitenlinie und ein paar Pfiffe im Training, die Wettkampfpraxis von langjährigen Schiedsrichtern übertreffen - zumal viele Schiedsrichter selbst langjährige Erfahrungen als aktive Handballer haben. Da überschätzt Michael Roth meiner Meinung nach seine Fähigkeiten.

    Bei den Olympischen Sommerspielen In Los Angeles werden Cricket, Squash, Baseball, Lacrosse und Flag-Football vorläufig in das olympische Programm aufgenommen. Das sind vier neue Mannschaftssportarten, die die Teilnehmerzahl in die Höhe treiben. Sollten ein oder zwei dieser Mannschaftssportarten dauerhaft in das olympische Programm aufgenommen werden (die größte Chance sehe ich bei Cricket), dann würden sicherlich andere Mannschaftssportarten in Frage gestellt werden.

    Die großen Vereine der 1 Liga, leben zum Teil auch von den Einnahmen aus CL und EL Spielen.

    Die direkten Einnahmen der European League reichen kaum, um die Kosten zu decken. Oft sind zusätzliche Sponsorengelder (oder das Erreichen des Final4) notwendig, um überhaupt mit einer schwarzen Null den Europapokal abzuschließen.

    Zitat

    Und ich will nicht wissen, wenn eine HBL bei 1 und 2 Ligavereinen, sehr genau die Bilanzen überprüfen würde, welche Vereine da dann gerade so eine Saison finanzieren können und vor allem gewaltig schwimmen.

    Ich gebe Dir Recht, dass die allermeisten Bundesligavereine keine signifikanten Gewinne erwirtschaften, aber das ist ja gar nicht das "Unternehmensziel". Im Rahmen der Lizensierung werden die Bilanzen aller Bundesligisten extern geprüft. Daher wundere ich mich, wie Du seit Wochen in Deinen Beiträgen davon schreibst, dass Vereine am Schwimmen seien oder weitere wirtschaftliche Ausfälle drohen würden. Dabei schreibst Du immer nur vage Vermutungen und konkretisierst diese nie.

    Hübsche Frauen, lange Beine, knappe Höschen ... Der Sport ist zweitrangig.

    Vielleicht nicht immer von sich selbst auf die Allgemeinheit schließen.

    Es gibt in Deutschland knapp 400.000 in Vereinen aktive Volleyballer*innen und darüber hinaus zahlreiche Sportler, die es in Hobby-Gruppen betreiben. Für Zuschauer ist Frauen-Volleyball oft attraktiver als Männer-Volleyball, weil bei den Herren die enorme Athletik den Sport limitiert. Männer-Volleyball lebt von Schlagkraft und bringt dadurch meist nur kurze Ballwechsel zustande. Beim Frauen-Volleyball entwickeln sich eher ansehnliche Ballwechsel. Zusammen mit dem Versuch einer Professionalisierung der Liga und guter Vermarktung gab es in den letzten zehn Jahren ein enormes Wachstum - obwohl das mancherorts auf wackeligen Füßen zu stehen scheint und immer wieder Vereine auf der Kippe stehen.

    Das war ein abwechslungsreiches und am Ende spannendes Mühlenkreis-Derby. GWD Minden mit dominanter erster Halbzeit und zwischenzeitlicher Sieben-Tore-Führung sah wie der sichere Sieger aus. Aber Nettelstedt kam mit einem 4:0-Lauf aus der Kabine und hatte nach 49 Minuten sogar eine Zwei-Tore-Führung herausgeworfen. In den letzten 10 Minuten wechselte die Führung immer wieder und beide Mannschaften hatten ausreichend Gelegenheiten, das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden. In Überzahl hatten die Gastgeber in den letzten zwei Minuten den Vorteil auf ihrer Seite und nutzten dies zum Sieg.

    Ich war nach 5 Minuten schon in der Regelanalyse.

    Was war denn mit dem weggepfiffenen Freiwurf (oder nach Ausführung) von Wetzlar auf der rechten Seite?

    Hatte das Gefühl, die Torschiedsrichterin war selbst überrascht über den Pfiff.

    War aber regeltechnisch alles richtig. Der Kreisläufer führt den Freiwurf regelgerecht zum Rechtsaußen aus (Abstand der Abwehrspieler stimmt auch) und der Wetzlarer Rechtsaußen scheint irgendwie verwirrt zu sein und spielt den Ball direkt wieder zurück zum Kreisläufer, der noch an der Position der Freiwurfausführung steht. Das verwirrt wiederum den Kreisläufer, der nicht realisiert, dass das Spiel läuft. Die Feldschiedsrichterin pfeift dann wahlweise und korrekt Schrittfehler oder 3-Sekunden gegen den Wetzlarer Kreisläufer und es gibt Freiwurf für Balingen.

    Erik Eggers hat für das ZDF (Handball-Bundesliga auf "ambitioniertem Weg") den FAZ-Artikel (Wie sich deutsche Handballvereine professionalisieren) von Anfang der Woche aufgegriffen und ein wenig weitererzählt. Für den unbedarften Leser stellt sich dabei die aktuelle Lage des THW Kiel höchst dramatisch dar:

    Zitat

    Die Tabelle, besagt eine Weisheit des professionellen Mannschaftssports, lügt nicht. Umso aufsehenerregender ist die aktuelle Lage in der Handball-Bundesliga (HBL). Dort nämlich rangiert der Rekordmeister THW Kiel, der Branchenführer der letzten drei Jahrzehnte, nach dem 9. Spieltag nur drei Punkte vor einem Abstiegsrang und hat kaum noch Chancen auf die Meisterschaft. Im Pokal schaut er nach einer spektakulären Niederlage gegen den Tabellenletzten Wetzlar nur noch zu.

    Rheiner:

    Ja, der Produzent der TV-Bilder bei den Champions-League-Spielen dreht die Regler für Helligkeit und Farbsättigung höher. Aber macht das ein "besseres" Bild? Der Farbton des Hallenbodens im rechten Torraum hat mit dem natürlichen Farbeindruck in der Halle jedenfalls nur noch wenig gemeinsam.

    Super Bild in Magdeburg.

    3 Klassen besser als in der HBL.

    Das Bild mag bei den CL-Übertragungen aus Magdeburg heller sein. Aber wenn Du bei DYN-Übertragungen der HBL die unterschiedliche Farbwirkung zwischen den beiden Spielhälften in Magdeburg kritisierst und jetzt in der Champions-League alles top findest, dann muss ich angesichts dieser Bilder an Deiner Expertise zweifeln.

    Wo langweilt man sich in Frankreich im Ligaalltag?

    Paris Saint Germain, als einzig sicherer CL-Teilnehmer in Frankreich, hat in den letzten fünf Spielzeiten zusammen nur fünf Spiele verloren. Dises Saison hat die Mannschaft ihre bislang die sechs Ligaspiele mit +10, +4 , +8, +9, +7 und +3 gewonnen. Im Großteil der Spiele bestand zur Halbzeit schon eine deutliche Führung, die in der zweiten Halbzeit nur verwaltet werden musste. Der 3-Tore-Sieg war gegen Nantes und in diesem Topspiel musste Paris immerhin einen 5-Tore-Halbzeitrückstand umbiegen und war tatsächlich gefordert.

    Natürlich kann noch vieles passieren , aber die SG sehe ich 24/25 trotzdem nicht in der CL !

    Das wird Smits ärgern und sicherlich nur eine Saison so mitmachen.

    Entscheidend ist wie der einzelne Spieler die Teilnahme an der EHF Champions-League und der Deutschen Bundesliga gewichtet. Natürlich wollen die besten Spieler sich mit den Besten messen und um Titel spielen. Aber es gibt derzeit keinen Bundesliga-Verein, bei dem man sicher mit der Champions-League-Teilnahme planen kann. Wer also sicher in der Champions-League spielen will, der geht nach Frankreich, Polen, Spanien oder Norwegen und langweilt sich im Ligaalltag. Wer in der deutschen Bundesliga spielen will, der wechselt nach Kiel, Magdeburg, Flensburg oder Berlin und setzt darauf, dass sich die Mannschaft mit seiner Hilfe für die Champions-League qualifizieren wird.

    In der ersten Gruppenphase bis Weihnachten ist richtig Feuer drin, da auch die deutschen Mannschaften erstmal die Plätze 1-2 erreichen müssen.

    Beispiel Füchse-Gruppe:

    - Bukarest kommt in der Gruppe durchaus für Platz 1 in Betracht.

    - Die Füchse würden heute Abend wahrscheinlich gerne noch mehr rotieren (und würden es in dem alten Modus wohl auch tun). Allerdings könnte es im Kampf um Platz 2 auf einen Direktvergleich mit Chambery hinauslaufen. Insofern muss heute Abend ein vernünftiges Ergebnis vorgelegt werden.

    Die Löwen müssen in ihrer Gruppe auch erstmal Kristianstad und B. Lissabon distanzieren.

    Bei allem nötigen Respekt darf Chambery keine Hürde für die Füchse Berlin sein. Die Franzosen hatten sich in der Vergangenheit zu Recht einen Namen im europäischen Handball gemacht, aber aktuell sind sie weit von diesem Niveau entfernt. Erstmals seit 2018 stehen sie überhaupt wieder in der Gruppenphase des Europapokals.

    Der aktuelle Modus der EHF European League verspricht durchaus mehr Spannung - aber für die Mannschaften aus der dritten Reihe und nicht für die Füchse Berlin, die SG Flensburg oder die TSV Hannover-Burgdorf während der Gruppenphase. Die Rhein-Neckar Löwen haben durch ihre Platzierung im Lostopf 4 eine anspruchsvolle, ausgeglichene Gruppe zugelost bekommen, aber auch da wäre ein Ausscheiden eine Enttäuschung.

    Füchse Berlin - MT Melsungen (vielleicht mehr Hoffnung als wirklich Glauben)

    TSV Hannover-Burgdorf - SC DHfK Leipzig

    HBW Balingen-Weilstetten - HSG Wetzlar

    ThSV Eisenach - Handball Sport Verein Hamburg

    HC Erlangen - SG Flensburg-Handewitt

    Bergischer HC - Frisch Auf! Göppingen

    THW Kiel - TBV Lemgo Lippe

    Rhein-Neckar Löwen - VfL Gummersbach

    TVB 1898 Stuttgart - SC Magdeburg

    Der Spieltag dürfte wieder viel Bewegung in den Tabellenkeller bringen. Vielleicht gelingt sogar Eisenach die nächste Überraschung in eigener Halle.

    Insbesondere bei Wetzlar stehen spannende Wochen bevor. Entweder sie haben Mitte November mindestens 8 Punkte auf dem Konto oder aber Frank Carstens wird ernsthaft in Frage gestellt werden müssen. Das Rückrundenprogramm der Hessen liest sich eher schwieriger als die Hinrunde und auch am Saisonende haben sie kaum Gegner aus dem Niemandsland der Tabelle, für die es dann um nichts mehr geht.