Beiträge von Arcosh

    In einer geschlossenen Liga hat man zumindest dann die Möglichkeit sich ein, zwei Jahre mit jungen Spielern "durchzuschleppen", um dann mit deren Weiterentwicklung und guten Transfers oben anzugreifen.


    Dafür gibt es im Handball die zweite Bundesliga. Dort können Vereine sich konsolidieren und wenn sportliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen stimmen wieder in die erste Liga aufsteigen. In der Zwischenzeit bekommen andere Vereine als Aufsteiger die Gelegenheit ihre Erstligatauglichkeit unter Beweis zu stellen. Das ist mir lieber als Vereine zwei oder drei Jahre lang mitzuschleppen, weil sie vor Jahren mal die DEL-Lizenz erworben haben. Bevor die Pre-Playoffs eingeführt wurden, wurden regelmäßig bei den Kellerkindern die teuren Kanadier ab Januar/Februar nach Hause geschickt und die verbleibenden Spiele quasi abgeschenkt, da es keine sportlichen Anreize mehr gab und so die Kosten gesenkt werden konnten.

    Absolut betrachtet ist der Stellenwert des Herrenhandballs in Deutschland selbstverständlich wesentlich höher als der des Frauenhandballs. Aufgabe eines Verbandes ist es aber den Sport in seiner gesamten Breite zu fördern. Relativ betrachtet wäre eine Medaille oder gar Finalteilnahme der Frauen bei der WM im eigene Land und live im TV für das öffentliche Interesse, den Zulauf im Jugendbereich und Sponsoren für die Vereine der HBF um ein Vielfaches größer als eine Olympia-Medaille der Herren, die iim allgemeinen Olympia-Wahnsinn untergeht. Darum geht es mir.


    Bezgl. Pressemitteilung des DHB-Präsidiums:
    Ich muss dir wohl kaum erklären, dass dieser Wortlaut die einzig mögliche Außendarstellung seitens des DHB im Moment ist, so lange die Nachfolge von Bernhard Bauer vollkommen offen ist und die verbleibenden Vize-Präsidenten die laufenden Aufgaben kommissarisch übernehmen. Da wird niemand öffentlich Kritik äußern und der Öffentlichkeit eine Schlammschlacht um Posten und persönliche Interessen servieren.

    also ich sehe nicht, daß sich bob h. so einseitig engagiert....
    wie im fußball -und wers bestreitet träumt- ist auch im handball die HERREN - nationalmannschaft das aushängeschild.
    wem bitte will man es da verübeln, wenn er am anfang einer amtszeit sich deutlich mehr um die herren kümmert
    als um die frauen ?
    erstmal das eine schiff flott bekommen...


    Die Handball-Weltmeisterschaft der Frauen 2017 steht vor der Tür und da müssen tatsächlich JETZT die Weichen für die Spielerinnen und den Trainer gestellt werden, die in zweieinhalb Jahren im eigenen Land um den Titel mitspielen sollen.

    Für die Herren-Nationalmannschaft ist Olympia 2016 sicherlich auch ein wichtiges Ziel, aber eine WM im eigenen Land - möglicherweise mit Liveübertragung der Öffentlich-Rechtlichen (?) - ist für den Frauenhandball eine weit größere Chance als wenn in Rio zwischen Kanuten, Leichtathleten und diversen anderen Sportlern die Herren-Nationalmannschaft eine Medaille holen würde.


    bewerbung 2019....haben wir doch alle auch nur aus der presse-
    und-
    mir ists lieber wir machen was (auch wenns aussergewöhnlich ist) und es kommt was dabei rum als
    3 jahre später uns wieder nur aufzuregen, daß im nachbarland ne wm/em war und wir nicht mal
    im frei empfänglichen fernsehen was sehen konnten....(ich hab sky-mir könnts egal sein)...


    Hauptsache irgendetwas gemacht? Entschuldige, aber blinder Aktionismus ist für mich der falsche Weg. Ich bin durchaus der Meinung, dass sich in der DHB-Spitze etwas ändern musste gegenüber der Ära Strombach, aber bislang sehe ich keine klare Linie des neuen Präsidiums oder strukturelle Veränderungen hin zu einer Modernisierung des Verbands. Was bei der WM 2019 für den DHB rumkommen wird, werden wir sehen. Für das Standing in den internationalen Verbänden war die nicht ganz satzungskonforme Bewerbung durch die Hintertür sicherlich nicht förderlich. Dabei wäre gerade in den Gremien der EHF und IHF endlich mehr Präsenz des mitgliederstärksten Verbandes wünschenswert und nötig.


    Das DHB-TV-Magazin will ich gar nicht in Bob Hannings Zuständigkeitsbereich schieben. Mir ging es allgemein um die bislang nachweisbaren Erfolge oder Leistungen des neuen Präsidiums.

    TCLIP:
    Bob Hanning ist ohne Frage ein Macher, aber er macht nur was ihn interessiert. Für ihn gibt es nur die Herren-Nationalmannschaft und den männlichen Nachwuchs (den er bereits vor der Wahl ins Präsidium gezielt auf Berlin ausgerichtet hatte). Frauenhandball? Ein qualifizierter Nationaltrainer für die Frauen-Nationalmannschaft? Damit will sich der Vize-Präsident Leistungssport nicht aufhalten. Du schreibst immer wieder vom dringend nötigen Mut etwas zu ändern. Karten auf den Tisch! Was bedeutet das für dich konkret bzw. was haben Bob Hanning und das neu gewählte Präsidium bislang geändert oder an Veränderungen in die Wege geleitet?

    • Es begann mit dem Alleingang bei der WM-Bewerbung 2019. Damit hat sich Bob Hanning ohne Absprache mit den damals noch amtierenden Gremien in die Medien gebracht, aber verbandsintern zurecht heftigen Gegenwind geerntet. Deutschland ist bei diesem Turnier nichts anderes als der Steigbügelhalter für das Endspielland Dänemark, obwohl mit entsprechendem Vorlauf und Organisation der DHB mit der Halleninfrastruktur in Deutschland locker eigenständig eine EM/WM schultern könnte.
    • Der Bundestrainer Dagur Sigurdsson fällt ohne Frage in seine Zuständigkeit. An der Besetzung gibt es aufgrund der bisherigen sportlichen Ergebnisse wenig auszusetzen, doch der Auswahlprozess war wahrlich kein Ruhmesblatt. Selbst gesetzte Zeitrahmen ließ Bob Hanning mehrfach verstreichen und in den Medien war aufgrund der Fülle an kontaktierten Kandidaten bald nur noch vom Trainer-Casting die Rede. Am Ende zaubert er nach der ein oder anderen Absage von Kandidaten seinen eigenen Vereinstrainer als "Wunschkandidat" aus dem Hut, den er seitdem als lame duck im Verein bis zum Saisonende durchschleift.
    • Die publizierte "Perspektive 2020" ist ein Reihe von Allgemeinplätzen ohne konkrete Angaben zur Umsetzung und wieviel Substanz dahinter steckt bleibt abzuwarten.
    • Das TV-Magazin des DHB zur dritten Liga ist trotz großer Ankündigungen nicht über eine einzige Ausgabe hinausgekommen.

    P.S.: Was hat Lizenz für den HSV Hamburg mit dem DHB zu tun?

    In einem Hamburger Abendblatt-Artikel wird erwähnt und gefragt, wie es sein kann, dass die eingesetzten Schiedsrichter Fabian Baumgart und Sascha Wild (Neuried/Offenburg) wie Göppingen aus Baden-Württemberg kommen. Das würde mich auch mal interessieren, wie das kam: ist das eine Ausnahme gewesen oder ist das üblich?


    Allein am letzten Wochenende:

    SG Flenburg-Handewitt - GWD Minden
    Schiedsrichter: Matthias Brauer (Hamburg) & Kay Holm (Hagen, SH)

    TuS N-Lübbecke - SG BBM Bietigheim
    Schiedsrichter: Sebastian (Braunschweig) & Adrian Kinzel (Bochum)

    Ein Handball-Festtag. Endlich ein Spitzenspiel in Deutschland bei dem Abwehrarbeit im Vordergund steht. Dass die Rhein-Neckar Löwen mit einer hervorragenden Abwehrleistung trotzdem nur einen Punkt mitnehmen, verdankt der THW Kiel eindeutig Kim Sonne-Hansen. Ich hatte ihn bislang nur im Champions-League-Rückspiel gegen Flensburg gesehen und dort wirkte er kaum bundesligatauglich. Aber gestern hat er gut gehalten. Allerdings ist mir aufgefallen, dass er vorallem halbhohe Würfe parieren konnte, während er bei Würfen über Schulterhöhe selten an den Ball kam. Mit ein wenig Videostudium sollten die Magdeburger dies am Mittwoch berücksichtigen.

    Ich teile Stefan Kretzschmars Einschätzung, dass die Rhein-Neckar Löwen spielerisch die bessere Handballmannschaft sind, während der THW Kiel vorallem über seine Physis Spiele gewinnt. Die wenigsten Mannschaften sind in der Lage dem Kieler Rückraum über 60 Minuten eine so offensive und aggressive Deckung entgegenzustellen, aber so können die Zebras wirkungsvoll gezähmt werden. Dieses Spiel werden sich insbesondere die Gegner in der Champions-League sehr genau ansehen.

    Bereits seit einigen Jahren hat der gastgebende Verband das Recht pro Gruppe je eine Mannschaft bereits im Vorfeld der Auslosung zu setzen. Einerseits lässt sich damit das Interesse der ausländischen Fans durch grenznahe Spielorte steigern, aber natürlich wird auch der Spielbaum für die eigene Mannschaft "optimiert".

    Das Ungleichverhältnis zwischen Heim- und Auswärtspunkten ist nun wahrlich kein Alleinstellungsmerkal des BHC. In dieser Spielzeit weisen bislang nur fünf Mannschaften in der HBL ein positives Auswärtspunktekonto auf und die halbe Liga hat nach 14-15 Auswärtsspielen in dieser Spielzeit weniger als zehn Punkte in fremder Halle geholt. Das ist schlicht eine Folge der Ausgeglichenheit der Liga - insbesondere im Mittelfeld. Wenn eine Mannschaft aufgrund der Unterstützung der Zuschauer, der bequemen Anfahrt, der Schiedsrichterentscheidungen, etc. in eigener Halle einen Vorteil von 2-3 Toren hat, dann reicht das diese Saison oftmals aus um als Sieger vom Platz zu gehen.

    Rhein-Neckar Löwen - MT Melsungen
    GWD Minden - HBW Balingen-Weilstetten
    SC Magdeburg - THW Kiel
    Bergischer HC 06 - HSG Wetzlar
    Frisch Auf Göppingen - TSV Hannover-Burgdorf
    SG BBM Bietigheim - TSG Friesenheim
    VfL Gummersbach - SG Flensburg-Handewitt
    GWD Minden - TBV Lemgo
    HC Erlangen - HSV Hamburg

    Der Passus "An der 2. DHB-Pokalrunde nehmen die 16 Gewinner aus der 1. DHB-Pokalrunde teil. Danach werden das Achtel- und Viertelfinale ausgespielt" ist mir allerdings etwas schleierhaft, denn mit 16 Mannschaften wäre die 2.Runde ja bereits das Achtelfinale.


    Wohl einfach ein Tippfehler. Da die erste Runde mit 64 Mannschaften gespielt wird, nehmen an der 2. Runde natürlich 32 Gewinner der ersten Runde teil.

    Ähnlich wie in Göppingen war es kein hochklassiges Spiel, aber spannend und mit einem wohl gerechten Unentschieden. Beim VfL Gummersbach hat mir die Abwehrarbeit gefallen aus der heraus zahlreiche Ballgewinne und leichte Tore aus der ersten und zweiten Welle resultierten. Ärgerlich sind in einem so knappen Spiel die vergebenen freien Würfe. Sei es einmal mehr Raul Santos der zwei Tempogegenstöße recht leichtfertig vergeben hat oder Andreas Schröder, der in der Schlussphase von der Bank kommend den Ball abfängt, aber dann nicht im Tor unterbringen kann. Gerade in so engen Spielen kostet dies Punkte. Auf der anderen Seite haben sich die oft gescholtenen Kreisläufer ein Lob verdient. Joakim Larsson hat immer wieder Freiräume geschaffen und Alexander Becker war mehrfach bei Abprallern zur Stelle und hat sie sicher eingenetzt.

    Wurde denn wenigstens der letzte Angriff des VfL halbwegs ernsthaft gespielt oder war das so eine Geschichte wie die letzten Sekunden in Göppingen?

    Wirklich strukturiert war der letzte Angriff leider nicht. Nach der Auszeit landete ein versuchtes Kreisanspiel von Simon Ernst auf Alexander Becker in den Fängen der Abwehr, aber der gescheiterte Versuch eines Gegenstoßpasses brachten den VfL direkt wieder in Ballbesitz. Nach Foulspiel an Julius Kühn war das Spiel wenige Sekunden vor Ende nochmals unterbrochen, aber die Zeit reichte bloß noch zu einem letzten Wurf von Simon Ernst aus gut zehn Metern den Burgdorfs Torwart parierte.


    P.S.: Frage an die Regelexperten
    Freiwurf für Mannschaft A. Die Schiedsrichter haben bereits das passive Vorwarnzeichen angezeigt. Der Spieler von Mannschaft A steht zur Freiwurfausführung an der Neun-Meter-Linie mit dem Rücken zum Tor. Als der Freiwurf freigegeben wird dreht er sich um und wirft aus der Drehbewegung heraus aufs Tor. Dabei trifft er den an der Torraumlinie stehenden Abwehrspieler von Mannschaft B auf den Brustkorb und der Spieler geht zu Boden. Wie wäre eure Entscheidung bzw. Spielfortsetzung?

    TSV Hannover-Burgdorf - VfL Gummersbach
    TuS N-Lübbecke - SG BBM Bietigheim
    HSG Wetzlar - HC Erlangen
    TBV Lemgo - Bergischer HC 06
    TSG Friesenheim - Füchse Berlin
    SG Flensburg-Handewitt - GWD Minden
    THW Kiel - Rhein-Neckar Löwen
    HSV Hamburg - Frisch Auf Göppingen
    MT Melsungen - SC Magdeburg

    Die Cable Guys sind Weltklasse (insbesondere wenn John Tripp verkabelt wird :D ) und sogar die Schiedsrichter/Linesman haben dabei schon mitgemacht. Allerdings sollte man auch nicht verschweigen, dass der Preis des Servus-TV-Einstiegs in die DEL-Übertragungen u.a. die Einführung des Powerbreak war - eine 90-sekündige zusätzliche (Werbe-)Unterbrechung in jedem Drittel, die das Spielgeschehen für die Zuschauer in der Halle ein wenig zerstückelt.

    Unterm Strich muss man ServusTV aber attestieren, dass sie neue Mittel ausprobiert haben und sich nicht einfach in die bekannten 08/15-Übertragungen eingereiht haben mit dem ewig gleichen Ablauf.

    Ich kann zwar den Artikel nicht lesen, da ich mich weigere, so ein Komödienblatt zu unterstützen, aber das DATUM der Veröffentlichung ist schon recht verdächtig!! :hi:


    1. Dank des Wunsches nach Auffindbarkeit via Google muss man nicht zahlen
    2. Der Artikel wurde mit Datum 31.03. veröffentlicht.

    Die Kaderplanung des HSV Handball erscheint bislang sinnvoll. Einzig die im Artikel angesprochene Vertragsverlängerung mit Pascal Hens lässt ahnen, dass selbst ein Michael Biegler nicht alle alten Seilschaften ad hoc durchtrennen kann.

    Ein Einzelfall als Gegenargument? Javi Martinez hat sich nicht bloß das Kreuzband gerissen, sondern nach eigener Aussage waren Außenband und Kreuzband gerissen, Meniskus verschoben und dazu eine Sehne und einen Muskel verletzt... und selbst damit ist er jetzt nach nicht einmal acht Monaten schon wieder ins Training eingestiegen. Das bestätigt eher die These, dass sechs Monate bei einem einfachen Kreuzbandriss ausreichen.


    MT Melsungen rechnet bei Patrik Fahlgren (gerissenes Kreuzband und Außenband) mit sechs bis sieben Monaten Ausfallzeit. Petar Djordjic war nach seinem ersten Kreuzbandriss nach sechs Monaten wieder ins Training eingestiegen und nach weniger als sieben Monaten hatte er wieder auf der Platte gestanden. Bei Runar Karason hat es jüngst bei seinem zweiten Kreuzbandriss auch nur sieben Monate gedauert bis er wieder in der Bundesliga auflief.

    Seit wann sind es denn bei Kreuzbandrissen neuerdings acht Monate Pause? In der Regel bedeutet es ein halbes Jahr Pause.

    Hast du etwa Roter Teufels Befund nicht gelesen, der klar dargelegt hat: "Meistens dauert es am Ende länger als vorhergesagt"? :hi:

    Ich gehe bei optimaler ärtzlicher Versorgung und wenn es keine Komplikationen im Heilungsverlauf gibt davon aus, dass er ab September wieder mit Aufbautrining beginnen kann. Deshalb wird der THW Kiel sicherlich seine Fühler nach Alternativen ausstrecken - alles andere wäre fahrlässig - aber ich rechne nicht damit, dass zur neuen Saison ein teurer Ersatz verpflichtet wird.