Naja, ich habe davon gehört, dass eine solche Technik im Einsatz sein soll. Genaueres weiß aber scheinbar niemand!? Für Aufklärung wäre ich dankbar. Im Übrigen schrieb hier jemand, dass bei einem anderen Spiel diese Kamera aufgrund eines massiven Lattenkrachers bereit nach dem ersten Angriff den Dienst versagt haben soll. Ich habe daher meine Zweifel an der Zuverlässigkeit dieses Systems.
Hier gibt es Informationen zum Video Referee Assistance System der französischen Firma Vision Sport. An der Rückseite der Latte befindet sich eine Einheit mit drei Kameras die überwachen ob der Ball komplett hinter der Linie war. Beim Champions-League Final Four hat mir die Technik gefallen, weil sie mit einem optischen Signal gekoppelt war. In Katar ist es wohl anders gelöst und einer der offiziellen am Spielfeldrand überwacht das System. Googelt man ein wenig stößt man auf dieses Video von Tests dieses Systems (oder eines ähnlichen?). Dort sieht man auch Szenen aus dem Blickwinkel der Kameras.
Die Kameraunterstützung ist zwar besser als das bloße Auge der Schiedsrichter, aber meiner Meinung nach lässt sich damit keine eindeutige Entscheidung fällen. Der Blickwinkel der Kamera ist nicht immer senkrecht über Ball und Torlinie und so kommt es zu den bekannten perspektivischen Verzerrungen. Zudem verwendet die Kamera gezwungenermaßen ein Weitwinkelobjektiv (zu erkennen daran, dass die Torlinie im Kamerabild leicht gekrümmt erscheint anstatt gerade). Das verschlimmert die perspektivischen Verzerrungen zusätzlich. Schließlich ist selbst ein modernes professionelles Handballtor nicht starr genug und fest genug verankert. Ein harter Wurf an die Latte versetzt das Gebälk in Schwingungen (auch das ist im Video zu erkennen) und verzerrt somit die Messung. Ein vom Torgehäuse unabhäniges System erscheint mir sinnvoller/sicherer. Auch das Abfallen der Kamera in der Anfangsphase des Spiels Tunesien gegen Mazedonien wird man analysieren müssen.