Beiträge von Arcosh

    Wenn man deinem Vorschlag gefolgt wäre hätte man wahrscheinlich sofort verloren. Den Widerspruch zu deinem Vorschlag führst du ja selbst auf.

    Nein, da liegt kein Widerspruch vor. Der Zeitnehmertisch muss dem Spieler mitteilen, wann er das Spielfeld wieder betreten darf. Sie müssen ihm, aber nicht mitteilen, dass er das Feld zu verlassen hat, denn das ist durch das Handzeichen 16 der Schiedsrichter bereits entschieden.

    Di, 10.02.2026, 19:00 Uhr: HSV Hamburg - SC DHfK Leipzig
    Di, 10.02.2026, 19:00 Uhr: TVB 1898 Stuttgart - ThSV Eisenach
    Di, 10.02.2026, 19:00 Uhr: Frisch Auf Göppingen - TSV GWD Minden
    Di, 10.02.2026, 20:00 Uhr: VfL Gummersbach - SG Flensburg-Handewitt
    Di, 10.02.2026, 20:00 Uhr: HC Erlangen - TSV Hannover-Burgdorf
    Mi, 11.02.2026, 19:00 Uhr: Rhein-Neckar-Löwen - THW Kiel
    Mi, 11.02.2026, 19:00 Uhr: HSG Wetzlar - Füchse Berlin
    Mi, 11.02.2026, 20:00 Uhr: SC Magdeburg - TBV Lemgo
    Mi, 11.02.2026, 20:30 Uhr: Bergischer HC - MT Melsungen


    Die Koffer der Nationalspieler sind kaum ausgepackt, da geht es schon weiter in der HBL. Der erste Spieltag nach einem Nationalmannschaftsturnier ist immer eine gute Gelegenheit für Überraschungen. Vereine mit wenigen Nationalspielern konnten drei Wochen lang trainieren, während die Nationalspieler in den Topvereinen müde (und blessiert) aus Dänemark und Schweden heimkehren. Stolpergefahr sehe ich für die TSV Hannover-Burgdorf und die MT Melsungen.

    Zum vor der Saison unerwarteten Topspiel empfängt der souveräne Tabellenführer SC Magdeburg die Überraschungsmannschaft des TBV Lemgo. Gelingt der nächste Coup? Die meisten EM-Finalisten dürften beim Gastspiel der SG Flensburg-Handewitt beim VfL Gummersbach auf dem Feld stehen.

    E-Sport braucht dyn als Übertragungsweg nicht.

    Die haben Twitch und Youtube gaming.

    Für die Reichweite braucht der E-Sport das nicht, aber es wäre ein Schritt raus aus der Gaming-Bubble und zu einer breiteren Anerkennung als "echter" Wettkampfsport. Im E-Sport wird sehr viel Geld umgesetzt, aber er fristet außerhalb der Teenager-Bubble ein Schattendasein. Der Traum von olympischen E-Sport-Spielen ist kürzlich gescheitert. Für DYN wären es vergleichsweise günstige Streamingrechte, um da eigene Portfolio zu erweitern.

    Als Johannes Golla im Dezember 2024 einen Vertrag bei der MT Melsungen von 2026 bis 2031 unterschrieb, stand die MT auf Platz 1 der HBL und hatte große Pläne für die Zukunft. Das werden sie ihm damals auch so mitgeteilt haben. Seitdem gab es in Melsungen eine Neuorientierung inklusive "Sparkurs", der sportliche Leiter Michael Allendorf wurde entlassen (und es steht noch kein Nachfolger fest) und Johannes Golla ist in Höchstform. Da sind Zweifel an seiner eigenen Entscheidung nicht überraschend (auch wenn er natürlich selber Schuld ist, so frühzeitig einen so langfristigen Vertrag zu unterschreiben.)



    Für 400.000€ festgeschriebener Vertragsauflösungsklausel würde ich anstelle der SG Flensburg-Handewitt sofort Simon Pytlick nach Berlin verkaufen, um Johannes Golla zu halten bzw. ich könnte mir sogar vorstellen, dass der ein oder andere Gesellschafter oder Sponsor dafür Geld bereitstellt.

    Weil ich die Szene im Hinblick auf die Regelanwendung interessant finde, greife ich das Thema aus dem HC Erlangen-Thread hier noch einmal gesondert auf:

    Zunächst einmal finde ich es bedauernswert, dass wieder einmal heimlich, still und leise in der HBL ein Einspruch gegen eine Spielwertung stattfindet. Ist es wirklich zu viel verlangt, dass die HBL Einsprüche in irgendeiner Form publik macht? Noch dazu ist dies aus meiner Sicht ein spannender Fall, bei dem ich gerne erfahren hätte, ob tatsächlich ein Regelverstoß vorlag.


    Ich habe mir die Szene bei DYN (ab 1:57:50) noch einmal angesehen. Sander Øverjordet versucht einen Durchbruch auf Halbrechts und bleibt nach Kontakt mit Adrian Sipos liegen. Der Torschiedsrichter macht deutlich sichtbar die Handzeichen 15 und 16, um den Betreuern das Betreten der Spielfläche und die Behandlung des Spielers zu ermöglichen und später ist im Bild zu sehen, dass Sander Øverjordet auf der Spielfläche behandelt wird. Gemäß Regel 4:11 Abs. 2 in Verbindung mit Erläuterung 8 führt dies dazu, dass der Spieler drei Angriffe seiner Mannschaft auf der Bank bleiben muss. Einzige Ausnahme bei einem Feldspieler wäre, dass sein Gegenspieler in dieser Szene eine progressive Bestrafung erhält (Erläuterung 8c). Tatsächlich nutzen die Schiedsrichter den Videobeweis und entscheiden auf Zeitstrafe - aber nicht gegen Adrian Sipos, sondern gegen Dainis Kristopans für ein vorangegangenes Foulspiel an Viggo Kristjansson, nachdem dieser den Ball zu Sander Øverjordet weitergespielt hatte.

    Insofern sollte unbestritten sein, dass Sander Øverjordet drei Angriffe seiner Mannschaft hätte pausieren müssen. Mir stellt sich die Frage, ob dies dem Spieler explizit mitgeteilt werden muss. Erläuterung 8a führt aus, dass mit dem Zeigen des Handzeichens 16 die Pause für den Spieler obligatorisch ist und in 8b wird ergänzt, dass Zeitnehmer und Sekretär oder der Delegierte für das Zählen der Anzahl der Angriffe
    verantwortlich sind und der Mannschaft mitteilen, wenn der Spieler die Spielfläche wieder betreten darf.

    Anstelle der MT Melsungen (und Lothar Frohwein) hätte ich argumentiert, dass das Handzeichen 16 die drei Angriffe Pause für den behandelten Feldspieler Sander Øverjordet impliziert und es dafür keiner weiteren Anweisung der Schiedsrichter oder des Zeitnehmertisches bedarf. In diesem Fall würde dann Regel 4:11 Abs. 3 zum Tragen kommen, die das zu frühe Wiederbetreten der Spielfläche wie einen Wechselfehler behandelt. Das heißt die Folge von Sander Øverjordets Verbleib auf der Spielfläche hätte eine Zeitstrafe für den Spieler und Ballbesitzwechsel zugunsten der MT Melsungen sein müssen. Dies wäre mit Sicherheit als spielentscheidend zu werten gewesen. Die Frage wäre allerdings, ob das Nichterkennen des Verbleibs auf der Spielfläche eine Tatsachenentscheidung ist oder als Regelverstoß seitens des Schiedsrichter bzw. eher seitens des Zeitnehmertisches zu bewerten wäre.


    Wie ist Eure Meinung dazu?


    Zum Abschluss noch der Regelbezug:

    Zitat

    Regel 4:11 Spielerverletzung

    Im Falle einer Verletzung können die Schiedsrichter zwei teilnahmeberechtigten Personen der betreffenden Mannschaft (siehe 4:3) bei Time-out die Erlaubnis erteilen, die Spielfläche zu betreten (Handzeichen 15 und 16), um den verletzten Spieler zu versorgen.

    Nachdem ein Spieler auf der Spielfläche versorgt wurde, muss er diese umgehend verlassen. Er darf die Spielfläche erst nach Abschluss des dritten Angriffs seiner Mannschaft wieder betreten (Verfahren und Ausnahmen siehe Erläuterung 8).

    Der Spieler kann unabhängig von der Anzahl der gezählten Angriffe bei Wiederaufnahme des Spiels nach einer Spielhälfte wieder eingesetzt werden. Betritt dieser Spieler die Spielfläche vorher, wird er nach Regel 4:4-4:6 bestraft.

    ALF :

    Hättest Du ad hoc eine Statistik parat, wie sich die Anzahl der Disqualifikationen (pro Spiel) bei den Europameisterschaften von Turnier zu Turnier entwickelt hat? Ist die These haltbar, dass der Videobeweis und das theatralische Verhalten von Spielern, um die Schiedsrichter zum Monitor zu schicken, zu mehr Disqualifikationen führen?


    Edit: Wikipedia liefert folgende Daten für direkte Disqualifikationen bei den letzten Europameisterschaften:

    JahrAnzahl SpieleDirekte Disqualifikationen
    20266521
    20246510
    2022658
    2020657

    Das ist ein deutlicher Anstieg in diesem Jahr, der nicht allein durch spielerische Entwicklungen wie z.B. erhöhter Dynamik zu erklären ist.

    Glückwunsch zur Vize-Europameisterschaft an die deutsche Nationalmannschaft! :respekt:

    Heute konnten sie zwanzig Minuten lang den Dänen Paroli bieten, aber danach haben sie einfach zu viele "unforced errors" gemacht. Wenn man die Präzision der Dänen bei der schnellen Mitte erlebt und dem gegenüber sieht wie sich Knorr oder Mertens festlaufen und Bälle verlieren, weil die Anspielstationen fehlen oder Pass- und Laufwege nicht abgestimmt sind, dann zeigt das einfach den aktuellen Unterschied auf. Hinzu kommt über das ganze Turnier eine zu schwache Quote von der Siebenmeterlinie.


    Es gilt diese talentierte Mannschaft weiterzuentwickeln, dann werden weitere Medaillen und vielleicht auch Titel folgen. Spieler wie Grgic oder Uscins haben großes Potential, aber müssen in Vereinen auf höchstem Niveau reifen, um auch in absoluten Stresssituationen ihre Leistungen zeigen zu können.