So wie sich die Sache darstellt, stinkt da einiges gewaltig zum Himmel. Meines Erachtens existierten die beiden Sponsoren, die jetzt einen kurzfristigen Absprung gemacht haben, nur auf dem Papier, um die Lizenz zu erhalten. Der finanzielle Engpass war schon vorher existent. Dass man jetzt auch noch sehr kurzfristig einen Sponsor präsentiert, der eine Million Euro bringen soll, ist doch Augenwischerei. Seriöse Vereine brauchen Monate, manchmal sogar Jahre, bis sie einen Sponsor in dieser Größenordnung akquiriert haben. Und in Lemgo soll das innerhalb von Tagen funktionieren? Sehr seltsam!
Wo steht, dass ein Sponsor allein eine Million aufgebracht haben soll? In der lokalen Presse war letzte Woche von zehn Geldgebern die Rede.
(Solange die Namen der säumigen Sponsoren nicht genannt werden, bleiben zumindest Zweifel an dieser Geschichte ...)
Ebenfalls unseriös ist das Geschäftsgebahren des TBV in Sachen Spielerverpflichtung: da wurden Spieler zu einem Preis verpflichtet, den sich andere Vereine nicht leisten können. Und dann dürfen diese Spieler gleich zu Beginn ihres Enagagements erst einmal auf 10 bis 15 Prozent ihres Gehalts verzichten. Wenn die anderen Vereine 10 bis 15 Prozent mehr Gehalt geboten hätten, hätten sich diese Spieler eventuell für den anderen Verein entschieden.
Teuere Neuverpflichtungen? Lemgos Neuzugänge sind Hendrik Pekeler (Bergischer HC), Timm Schneider (TV Hüttenberg), Patrick Zieker (SG Bietigheim), Dennis Doden (Wilhelmshavener HV), Max Hörning (ASV Senden), Arjen Haenen (eigene 2. Mannschaft) und Finn Lemke. Das liest sich eher nach zurückhaltener Einkaufspolitik - auch wenn Pekeler und Schneider sicherlich von mehreren Vereinen umworben wurden.
Bezüglich der geschenkten Hallenmiete seitens der Kommune stimme ich dir zu. Allerdings sind Subventionen aus öffentlicher Hand für den Profisport ein weites Feld. Ebenso könnte man das Sponsoring seitens (Teil-)staatlicher Unternehmen wie auch EnBW oder die allerorten präsenten Sparkassen in Frage stellen bzw. sich Fragen wo die Grenze verläuft zwischen branchenüblichem Sponsoring mit Mehrwert für den Sponsor und mehr oder weniger verdeckten Zuschüssen aus öffentlicher Hand.