Wieso betrogen?
"Betrogen" war vielleicht eine etwas harte Beschreibung im ersten Eifer. Mag sein, dass das im Fußball alles regelkonform ist, aber es führt das Spiel ad absurdum. Zwei Spieler gehen zum Ball, keiner von beiden spielt den Ball und die Füße verhaken sich dabei. Die angreifende Mannschaft bleibt in Ballbesitz, bekommt eine freie Schussgelegenheit aus viel besserer Position und als diese vergeben wird, wird plötzlich dieser Zweikampf wieder bewertet.
Der Angreifer hatte aus dieser Position und seiner Bewegung heraus keine echte Chance auf einen Torschuss und als er den Gegenspieler spürt, versucht er gar nicht mehr den Ball zu spielen sondern verzögert sichtbar seine Fußbewegung um sicherzustellen, dass es zum Kontakt kommt. Das erinnert an Feldhockey, wo der Ball einfach nur möglichst hart in den Schusskreis geschlagen wird in der Hoffnung bzw. Erwartungen, dass irgendein Abwehrspieler nicht schnell genug wegspringen kann und am Fuß getroffen wird, um eine Strafecke zu erwirken. Das finde ich absurd und der Sportart nicht dienlich.
Hinzu kommt, dass der belgische Abwehrspieler in der letzten Szene der Verlängerung auf der Gegenseite im Stile eines Handball-Torwartes in den Schuss gehen und ihn aktiv mit der Hand abwehren darf, aber da er zwanzig Zentimeter vor der Strafraumgrenze ist, ist das quasi egal. Keine gelbe Karte, unbrauchbare Freistoßposition, Spielende.