Beiträge von Arcosh

    Ich hab Hockey EM geguckt - und war wieder sehr froh, dass dieses System dem Handball erspart bleibt.

    Magst Du ausführen wieso?

    Die letzte Hockey-EM habe ich nicht gesehen. Allgemein empfand ich beim Hockey die Durchführung des Videobeweises immer sehr gut, weil es einen unabhängigen Schiedsrichter für die Sichtung des Videomaterials gibt und die Kommunikation mit dem Schiedsrichter auf dem Feld sehr transparent dargestellt wird.

    Für mich sind es krasse Fehlentscheidungen.

    Das Erste kann zwei Minuten Wiede sein oder zwei Minuten Herburger. Aber nicht gar nichts und drei Angriffe Pause für Johansson. Nicht nach Videobeweis. [...]

    Gemäß den HBL-Regularien für den Videobeweis müssen die Schiedsrichter vor Ansicht der Videobilder gegenüber dem Delegierten den Anwendungsfall klar definieren und können dann genau diesen Anwendungsfall überprüfen. Nach meinem Verständnis bedeutet dies, wenn die Schiedsrichter dem Delegierten mitteilen: "Videobeweis, Regel 8, Grün #3", dann können sie nur das mögliche Vergehen von Fabian Wiede anhand der Videobilder prüfen. Alles andere (wie z.B. eine Zeitstrafe gegen Lukas Herburger) wäre ein (spielentscheidender) Regelverstoß.

    Diese Handhabung des Videobeweises seitens der HBL kann man falsch finden, aber die Schiedsrichter müssen daran bewertet werden, wie sie im Rahmen der ihnen vorgegebenen Regeln entscheiden und da ist ein mögliches Foul von Lukas Herburger außen vor und deine "entweder/oder"-Forderung nicht regelkonform. Zudem ist diese Regel bezogene Anwendung des Videobeweises beim Großteil der Sportarten mit dieser technischen Unterstützung die gängige Praxis.

    (Es ist zwar ein anderer Wettbewerb, aber eine ähnliche Fragestellung hatten wir bereits vor Jahren beim EHF-Pokalfinale zwischen Benfica Lissabon und dem SC Magdeburg. Die Schiedsrichter überprüften bei Lissabons Ausgleichstreffer zum Ende der regulären Spielzeit, ob das Tor vor Ablauf der Spielzeit erzielt wurde - was eindeutig der Fall war. Gleichzeitig konnte man auf den Bildern deutlich sehen, dass der Werfer zuvor den Torraum betreten hatte, aber dies konnte rückwirkend nicht geahndet, weil es nicht Bestandteil dieses Videobeweises war.)

    Gummersbacher bezieht sich offenbar auf den Fall Michael Kraus ... aber das funktioniert nur in Verbänden wie dem Handball, der sich gebetsmühlenartig selber einredet, dass Doping im Handball nichts bringen würde.

    Zitat

    Weil Kraus innerhalb eines Zeitraums von 18 Monaten dreimal nicht an dem im Adams-System angegebenen Aufenthaltsort angetroffen worden war, drohte ihm im August eine Sperre von bis zu zwei Jahren. In der Verhandlung vor der Anti-Doping-Kommission des Deutschen Handballbundes (DHB) am 28. August in Hamburg wurde der 31-Jährige aber freigesprochen, nachdem er angegeben hatte, bei einem Termin kein Klingeln an der Haustür vernommen zu haben. Der betreffende Kontrolleur räumte ein, er könne nicht ausschließen, dass die Klingel defekt gewesen sei.


    Quelle: Ran.de

    Ich frage dich nochmal Capitano, wieso kommt in Dortmund die neue Tribüne nicht ? Nur weil man es jetzt nicht mehr zwingend machen muss ?

    Von alleine ein bisschen mehr die Professionalisierung voranschieben geht wohl auch in Dortmund nicht...

    Investitionen in die Infrastruktur gehen kurzfristig zu Lasten der finanziellen Mittel für den Kader und man riskiert sportlich in der Tabelle z.B. ein oder zwei Plätze zu verlieren. Natürlich wäre es wünschenswert, wenn die Vereine aus eigenem Antrieb die Professionalisierung in den Fokus stellen. Aber bei einer Abwägung zwischen kurzfristigem sportlichem Erfolg und langfristiger Professionalisierung, wird bei fast allen Vereinen Ersteres den Vorrang bekommen - so lange es keine äußeren Zwänge gibt.

    Wenn Wiede den Schiedsrichtern sagt, dass er Johansson im Gesicht getroffen hat und die Schiedsrichter keine Bestrafung geben, hat es nichts mit der schlechter Anwendung des Videobeweises zu tun.

    Ich finde Fabian Wiedes Aussage wird hier unzulässig verkürzt. Das DYN-Interview im Wortlaut:

    Zitat

    Fabian Wiede: "Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich ihn auf jeden Fall getroffen habe. Das habe ich auch zu den Schiris gesagt."

    Annett Sattler: "Du hast zu den Schiris gesagt, dass Du ihn getroffen hast?"

    Fabian Wiede: "Ja, ja, hundert prozentig. ja, ja. Das habe ich auch zu Erik gesagt, als ich mich sofort entschuldigt habe. Aber ich habe das Gefühl, er fällt halt genau in mich rein. Ich habe auch meine Hand auf Schulterhöhe ungefähr und dass er dann da in mich reinfällt, finde ich ... ja, man kann zwei Minuten geben, da hätte ich mich auch nicht beschwert. Aber in dem Moment fand ich halt, ist er wirklich nach vorne gestolpert und ist in mich reingeflogen. Deswegen ... ja, für mich ist es schwierig zu entscheiden. Die Schiris haben so entschieden."

    Es ist doch nicht Sinn der Regel, dass jede Berührung im Gesicht zwingend mit zwei Minuten bestraft wird. Die Beurteilungskriterien bzgl. persönlicher Strafen nach Regel 8 sind:

    Fabian Wiede nimmt Erik Johansson frontal an und seine Bewegung zielt ersichtlich darauf ab, den Gegenspieler mit beiden angewinkelten Armen am Körper aufzunehmen. Die Aktion ist nicht gezielt gegen den Kopf gerichtet. Dass Erik Johansson sich durch das Momentum seines vorherigen Zweikampfes quer in der Luft liegend mit dem Kopf fast auf Hüfthöhe in den Abwehrspieler hinein bewegt, kann und darf nicht Fabian Wiede zum Vorwurf gemacht werden. Ich fand die Entscheidung nach dem Videobeweis mutig, aber richtig. Sie entspricht nicht unbedingt der Linie die wir letzte Saison in der HBL gesehen haben, aber sie entspricht meiner Meinung nach dem Sinn der Regel.

    Spannendes Spiel zum Saisonauftakt. Der THW Kiel hat zu Beginn der zweiten Halbzeit den Rückstand eindrucksvoll egalisiert, aber in den Schlussminuten zu viele freie Wurfchancen liegen gelassen bzw. Lasse Ludwig hat mehrfach sensationell pariert. Die Füchse Berlin dafür in der letzten Minute ohne echte Idee.

    P.S.: Die Linie der Schiedsrichter hat mir gut gefallen. Wer frontal mit dem Kopf voran in die Abwehr springt, muss damit rechnen Kontakt zu spüren.

    [...] Überraschungsmannschaft für die Saison 25/26 wird für mich Stuttgart sein. Könnte ein Platz auf 10 oder 9 werden. Die Ergebnisse aus der Vorbereitung sehen gut aus. [...]

    Soweit ich das sehe, hat der TVB Stuttgart in der Vorbereitung nur gegen zwei Ligakonkurrenten gespielt. Eine 20:21 (13:13)-Niederlage gegen Frisch Auf! Göppingen und eine 25:29 (15:12)-Niederlage in Magdeburg, bei der sie eine couragierte 1. Halbzeit gezeigt haben. Das schreit für mich noch nicht nach einem einstelligen Tabellenplatz.

    01. Füchse Berlin

    02. SC Magdeburg

    Ich sehe wieder einen Zweikampf um die Deutsche Meisterschaft zwischen den Füchsen Berlin und dem SC Magdeburg, den Kleinigkeiten (Verletzungen, Spielplangestaltung, etc.) entscheiden werden. Beide Vereine haben ihre Mannschaften im Kern gehalten und sich punktuell, sinnvoll verstärkt.

    03. SG Flensburg-Handewitt

    04. THW Kiel

    Der SG Flensburg-Handewitt traue ich am ehesten zu, den Anschluss zur Ligaspitze zu halten, aber ich denke, dass der Griff nach dem Titel erst in der Saison 2026/27 erfolgen kann, wenn die Mannschaft eingespielter ist. Der THW Kiel hat weiterhin ausreichend Qualität im Kader, um sich sicher für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren, aber mehr ist in der HBL aktuell nicht erreichbar. Der THW dürfte wieder bei 15 bis 20 Minuspunkten landen.

    05. VfL Gummersbach

    06. MT Melsungen

    07. TSV Hannover-Burgdorf

    08. Rhein-Neckar Löwen

    09. TBV Lemgo

    10. HSV Hamburg

    Im Mittelfeld fällt mir die Reihenfolge sehr schwer. Der VfL Gummersbach hat eine eingespielte Mannschaft und die "Schwachstelle" im linken Rückraum wurde mit zwei vielversprechenden Neuzugängen verbessert. Zudem kann sich der VfL komplett auf den nationalen Wettbewerb fokussieren. Daher halte ich Platz 5 zwar für sehr ambitioniert, aber machbar. Der MT Melsungen traue ich eine Wiederholung der Vorsaison nicht zu. Die Abgänge von Elvar Örn Jonsson, Ian Baruffet und Rogerio Moraes sowie der Ausfall von Nebojsa Simic für den Großteil der Hinrunde wiegen zu schwer - auch angesichts der Leistungsdichte der Top4. Die TSV Hannover-Burgdorf dürfte die Teilnahme ein vier, fünf Punkte kosten. Die Rhein-Neckar Löwen sind eine spannende Überraschungstüte. Wenn ich richtig gezählt habe, gab es im Sommer acht Abgänge und acht Zugänge im Kader sowie den Wechsel auf der Trainerposition. Auf dem Papier halte ich die neuen "Einzelkomponenten" für besser als den Kader der Vorsaison, aber wie schnell oder ob überhaupt das Konstrukt als Mannschaft zusammenfindet, lässt sich kaum einschätzen. Ein einstelliger Tabellenplatz sollte das Ziel sein, um mit Konstanz im Kader in der Saison 2026/27 höhere Tabellenregionen in Angriff zu nehmen. Der TBV Lemgo war für mich vergangene Saison ein Phänomen, denn sie haben ein unglaublich langatmiges, träges Angriffsspiel präsentiert, aber damit Erfolg gehabt. Ich persönlich hoffe, dass dieser aus meiner Sicht unattraktive Handball nicht wieder belohnt wird. Zuletzt habe ich den HSV Hamburg mit in diese Gruppe aufgenommen, weil ich denke, dass sie sportlich eine der positiven Überraschungen der Saison werden können. Der Abgang von Leif Tissier wiegt schwer, aber beim Heide-Cup haben sie sich als sehr ausgeglichene Mannschaft mit Spielfreude präsentiert und ich traue ihnen einige Überraschungen zu.

    11. Frisch Auf! Göppingen

    12. ThSV Eisenach

    13. HC Erlangen

    Drei Mannschaften für das unteres Mittelfeld mit wenig Abstiegssorgen und einer Saison, in welcher der ein oder andere unerwartete Sieg das Highlight sein wird.

    14. SC DHfK Leipzig

    15. TVB Stuttgart

    16. Bergischer HC

    17. HSG Wetzlar

    18. GWD Minden

    Am Tabellenende erwarte ich zunächst die beiden Aufsteiger GWD Minden und den Bergischen HC - allerdings nicht weit abgeschlagen. Die HSG Wetzlar ist in meinen Augen der größte Wackelkandidat unter den etablierten Erstligisten. Beim SC DHfK Leipzig und dem TVB Stuttgart müssen die Blicke eher nach unten als nach oben gerichtet werden, aber normalerweise sollten sie am Saisonende vor den Aufsteigern platziert sein.

    Und abschließend: Es wird, wenn überhaupt, in der Rückrunde ein Spiel in der Lanxess Arena geben. Aber es ist auch gut möglich, dass es keins dort gibt. Hinsichtlich potentieller Erlöse aus dem Ticketverkauf natürlich schade. Stimmungstechnisch kein Verlust. Da macht der Schwalbe keiner was vor.

    Die Rückrunde beginnt schon Mitte Dezember und somit käme der Weihnachtsspieltag (Heimspiel gegen Hamburg) in Betracht. Die Kölnarena wäre am Samstag 27.12. zwischen zwei Eishockeyspielen am 26. & 28.12. verfügbar, aber das würde ein entsprechend kurzes Zeitfenster und damit verbunden einen großen Personaleinsatz für den Auf- und Abbau bedeuten.

    In 2026 kommt eigentlich nur noch die SG Flensburg-Handewitt als namhafter Gegner mit Zugkraft nach Gummersbach bzw. eventuell Köln. Das Spiel ist direkt am ersten Spieltag nach der EM-Pause, aber einerseits ist das ein Spieltag unter der Woche und zum anderen glaube ich angesichts der Gruppenauslosung nicht an ein herausragendes Abschneiden des DHB-Teams, das eine Handball-Euphorie im Rheinland auslösen würde.

    Insofern erwarte ich diese Saison kein HBL-Spiel in Köln.

    Kein Wunder, dass die Glaubwürdigkeit des Anti-Doping-Kampfes immer geringer wird, wenn die Beteiligten eine "21-monatige Sperre rückwirkend ab dem Datum der Probenentnahme" verkünden und Medien von "langer Sperre" fabulieren, aber in Wirklichkeit Nikola Portner während gut zwei Dritteln seiner "Sperre" uneingeschränkt aktiv war und Titel gewonnen hat.

    Ehrlicherweise hätten NADA und WADA formulieren sollen, dass sie zur Überzeugung gekommen sind, dass Nikola Portner nicht schuldhaft gedopt hat und deshalb eine sechsmonatige Sperre dem Vergehen angemessen ist. Im Weiteren hätten sie dann feststellen müssen, dass die Urteilsfindung des HBL-Präsidiums im Juni 2024 falsch war und deshalb die noch ausstehenden vier Monate der Sperre ab Urteilsverkündung im August 2025 nachgeholt werden müssen. Hätte das HBL-Präsidium sorgsamer gearbeitet, dann hätte Nikola Portner den Großteil seiner Sperre in der Sommerpause 2024 ableisten können.

    Eine so kurzfristige Turnierabsage wäre nicht besonders professionell (und wirtschaftlich wahrscheinlich auch nicht sinnvoll) und der Rest des Kaders kann sich einspielen.

    Steht schon fest, welche Gruppensieger im HF Aufeinandertreffen?

    Bester Gruppensieger (Punkte, Tordifferenz, etc.) spielt gegen den besten Gruppenzweiten. Die anderen beiden Gruppensieger gegeneinander. Mit dieser Gruppenauslosung kann sich der SCM wie vergangenes Jahr zum Halbfinale gegen eine nicht-europäische Mannschaft ballern.

    Der Benchmark sind die +52 Tore in zwei Vorrundenspielen aus dem Jahr 2023. Aufgestellt vom SC Magdeburg selbst.