Beiträge von Arcosh

    Im Umkehrschluss bedeutet das aber, dass Kiel, Flensburg und Montpellier in den K.O.-Runden vor dem Final 4 nicht aufeinandertreffen werden. Der Hauptrundensieg ist "Nice-to-have" um sich zwei Spiele zu sparen, aber allen drei Vereinen steht der Weg nach Hamburg damit offen.

    Für die MT Melsungen und die TSV Hannover-Burgdorf hingegen scheint ein Gruppensieg in der möglichen Hauptrunde nicht erstrebenswert, denn dann würde im Viertelfinale der Zweit- bzw. Drittplatzierte aus der Hauptrundengruppe I mit Kiel, Flensburg und Montpellier drohen. Diese Auslosung schreit leider nach taktischen Niederlagen auf dem Weg nach Hamburg.


    Beispiel MT Melsungen:

    • Auf den Gruppensieger der Hauptrundengruppe III wartet im Viertelfinale der Drittplatzierte der Hauptrundengruppe I (mit Kiel, Flensburg und Montpellier) oder der Zweitplatzierte der Hauptrundengruppe II
    • Auf den Gruppenzweiten der Hauptrundengruppe II wartet im Achtelfinale der Gruppendritte der Hauptrundengruppe IV (z.B. Presov, Nexe, Schaffhausen, ...) und im Viertelfinale der Gruppensieger der Hauptrundengruppe II (wahrscheinlich FC Porto)

    ... welchen Weg würdet ihr "wählen"?

    Die Nachwuchsspieler brauchen Spielpraxis auf möglichst hohem Niveau. Wenn der VfL Gummersbach ihnen dies aktuell nicht bieten kann, dann ist eine Ausleihe die beste Alternative und es ist für alle Parteien zielführend die Ausleihe immer für ein Jahr zu vereinbaren, um danach die Situation neu beurteilen zu können. Daraus würde ich noch keine Schlussfolgerungen für die Kaderplanung ab Sommer 2026 ableiten.

    Tobias Reichmann, neue als Kolumnist bei Handball-World.com hat eine klare Meinung:

    Zitat

    [...] Ich als Spieler hätte das nicht begrüßt. Mich an meiner eigenen Ablösesumme selbst zu beteiligen, wäre für mich nicht in Frage gekommen. Entweder, der neue Verein will den Wechsel und kann den Wechsel auch stemmen - oder eben nicht.

    Der bestehende Vertrag mit möglicher, festgeschriebener Ablösesumme ist ja extra mal so festgelegt worden. Der Spieler hat sich mit seinem Verein darauf geeinigt. Dann muss man vielleicht auch hinnehmen, wenn ein interessierter Verein (noch) nicht bereit ist, so viel Geld zu zahlen. Grundsätzlich sollten Verträge Gewicht haben. Sonst braucht man sie irgendwann auch nicht mehr abzuschließen.

    [...]

    Selbst zu meiner aktiven Zeit gab es das schon. Zumindest hieß es, dass Julius Kühn bei seinem Wechsel von Gummersbach nach Melsungen auch die private Schatulle geöffnet hat. Nochmal: Ich würde das für mich ausschließen. Einzige Ausnahme: Ich möchte als Spieler unbedingt weg, weil es wirklich nicht mehr passt und ein selbst geebneter vorzeitiger Abgang die einzige Option ist. [...]

    Andi.Waffen57:

    Bei der SG Flensburg-Handewitt zu spielen bedeutet auf nationaler Ebene ca. 30 Spiele auf hohem Niveau zu absolvieren und aktuell dazu 3-4 fordernde Spiele in der EHF European-League.

    Bei Veszprem zu spielen bedeutet auf nationaler Ebene 3-4 Spiele auf hohem Niveau zu absolvieren und dazu knapp 20 internationale Spiele auf höchstem handballerischen Niveau in der EHF Champions-League. Mit China/USA/Saudi-Arabien-Wechseln im Fußball würde ich das nicht gleichsetzen.

    Man war aber in allen 3 Wettbewerben bis zum Ende dabei und das muss man auch erstmal trotz den guten finanziellen Möglichkeiten schaffen.

    [...]

    Würdest Du diesen Satz so auch über den THW Kiel oder die SG Flensburg-Handewitt schreiben? Historisch hat das Umfeld letzterer Vereine sicherlich eine andere Erwartungshaltung, aber finanziell dürfte die MT Melsungen auf Augenhöhe mit den beiden Nordvereinen stehen und sollte dann mit denselben Maßstäben gemessen werden. Die MT Melsungen ist kein Kind, dass gerade das Handballspielen lernt und dafür beklatscht wird, dass es sein erstes Tor erzielt hat.

    [...] Immer wieder wird gesagt, dass einseitige Klauseln in Verträgen unwirksam seien... [...]

    Einseitige Vertragsoptionen sind arbeitsrechtlich heikel, aber nicht grundsätzlich unwirksam. Die Rechtsprechung dazu ist nicht eindeutig, aber in der Regel wird verlangt, dass z.B. bei einer einseitigen Option zur Vertragsverlängerung seitens des Vereins der Spieler für das Akzeptieren dieser Vertragsoption ein höheres Gehalt oder Sonderleistungen erhält, die einen gerechten Gegenwert für diese Einschränkung der freien Berufswahl darstellt.

    Umgekehrt sollten einseitige Vertragsoptionen zugunsten des Sportlers juristisch unproblematischer sein.

    Wenn ich das richtig verstehe, spielt in einem Viertelfinale ein Gruppendritter gegen einen anderen Gruppendritten.

    Was ist denn das für ein Modus? Gab es das woanders so schon mal? Da wird man ja maximal belohnt, wenn man nur dritter wird.

    Im Viertelfinale müssen die beiden Gruppendritten müssen jeweils gegen einen Gruppensieger antreten, zwei Gruppenzweite spielen gegeneinander und der dritte Gruppenzweite spielt gegen den dritten Gruppensieger - aber die Bezeichnungen auf der EHF-Homepage sind missverständlich gewählt.

    "da sie am Pokalwochenende an einem hochklassig besetzten internationalen Turnier teilnehmen wollen" ist eine interessante Umschreibung dafür, dass die HSG Nordhorn selbst Gastgeber des HSG Premium Cup 2025 ist und sich den FC Barcelona, die Füchse Berlin und die SG Flensburg-Handewitt nach Lingen eingeladen hat. Wie man allerdings als ambitionierter Zweitligist auf Idee kommt, eine solche Veranstaltung auf den lange feststehenden Termin der 1. Pokalrunde zu legen und dann zu erwarten, dass der Drittligist sein Heimspiel auf einen unattraktiveren Wochentag verschiebt, kann ich nicht nachvollziehen. Ich hoffe Hildesheim lässt sich die zu erwartenden Einnahmeverluste von den Gästen ausgleichen.

    Aber sag mal - hast Du schon Tickets für das FF 2026 kaufen können ? Ich habe es inzwischen mehrfach auf der Seite der EHF probiert, erfolglos...

    Im Moment ist das verfügbare Ticketkontingent ausverkauft. In den vergangenen Jahren wurden im Verlauf der Saison immer wieder Tickets freigeschaltet. Am besten in den sozialen Medien der EHF Champions-League folgen, um rechtzeitig informiert zu werden.

    Sie werden was für die junge Zielgruppe brauchen, wenn sie weiter auf sie abzielen. Aber Fußball ist zu teuer.

    Woher kommt Deine Annahme, dass die junge Zielgruppe das primäre Ziel von DYN ist. Streaming, Podcasts, Vlogs u.ä. gehören längst auch bei Best Agern zum Alltag. Gibt es dazu eine direkte Aussage seitens DYN?

    In meinem Lokalblatt steht etwas von 800.000 €, die insgesamt für den Handballnachwuchs ausgeschüttet werden. Wenn ich von durchschnittlich 150,00 € Jahresgebühren pro Abo ausgehe, komme ich auf ca. 53300 Abonnenten, die ihren „Move Your Sports“ für den Handball verwenden. Immerhin!

    Der Ausbildungsbonus für die HBL-Vereine ist nichts das einzige Projekt zur Nachwuchsförderung, das der Handball aus der "Move Your Sports"-Initiative finanziert. Steht so auch in der Pressemitteilung:

    Zitat

    [...] Die so generierten Mittel investiert die HBL GmbH zweckgebunden in die Nachwuchsförderung – zum Beispiel in den Ausbildungsbonus. [...]

    Insofern kann dies nur eine Abschätzung der Untergrenze der Abonnenten sein, die ihre Spende dem Handball zuordnen. Ich hoffe, dass ein großer Teil auch dem Leistungs- und Breitensport abseits der Profivereine zugutekommt.

    Kommt die Geringschätzung aus der Tatsache "Geld"? Oder "Mehrbelastung"? Oder der Mischung aus beidem?

    Der sportliche Wert dieser Veranstaltung ist überschaubar, denn allen Beteiligten ist klar, dass ein europäischer Vertreter den Titel gewinnen wird, weil das Leistungsgefälle zu den anderen Kontinenten zu groß ist. Im Grund genommen ist der Sieger der EHF Champions-League die beste Vereinsmannschaft der Welt. Mit diesem Selbstverständnis nennt die amerikanische Baseball-Liga MLB ihr nationales Meisterschaftsfinale "World Series" und die amerikanische Basketball-Liga NBA bezeichnet den nationalen Meister als "World Champion".

    Im Grunde genommen verhält es sich ähnlich mit der Handball-EM und WM. Aufgrund der Leistungsdichte würde ich den EM-Titel sportlich höher bewerten als den WM-Titel. Aber eine Weltmeisterschaft für Nationalmannschaften ist eine in allen Sportarten etablierte Veranstaltung und "Ländervergleiche" faszinieren auch in Zeiten der EU, offener Grenzen, Durchmischung der Bevölkerung, etc. erstaunlicherweise noch immer die Menschen. Zudem gibt es weniger Wettbewerbe für Nationalmannschaften.

    Bei der Vielzahl an Vereinswettbewerben (Bundesliga, DHB-Pokal, Supercup, Champions-League, European League) mutet die IHF Club World Championship zu künstlich an - insbesondere in Verbindung mit Austragungsorten, die eigentlich wenig Bezug zum Handballsport haben. Das Preisgeld ist dann das i-Tüpfelchen, weil es dem Wettbewerb das Image gibt, dass sich wohlhabende Veranstalter für Geld die Vereine zu ihrem Vergnügen und für Sportwashing "einkaufen".

    Dyn - Move your Sport: Geld für die Nachwuchsdarbeit der Bundesligisten: https://www.daikin-hbl.de/de/n/saison-23…smittel---news/

    Erwähnt wird da nur die HBL. Die HBF dürfte ja wohl auch Geld erhalten? Wie auch immer, wenn das Geld (275.000 Euro je Liga) nach der Punktevergabe verteilt wird, dürfte die Freude, besonders bei einigen (ehemaligen) Zweitligisten, wie Dormagen, Potsdam, Hüttenberg, groß sein: [...]

    Dieses Jahr wuchs der Ausbildungsbonus für die HBL-Vereine auf 800.000 € an, d.h. 400.000 € pro Liga

    HBL GmbH schüttet zum zweiten Mal Ausbildungsbonus an Clubs aus – Medienpartner Dyn stärkt mit “Move Your Sport” die Nachwuchsförderung nachhaltig

    horst65:

    Es gibt ein "Ranking", basierend auf den drei Spielzeiten 2021/22, 2022/23 und 2023/24, das die Anzahl der Teilnehmer pro Verband in den jeweiligen europäischen Wettbewerben bestimmt - und aus dem sich u.a. der fixe zusätzliche Startplatz in der Champions-League ergibt. Zusätzlich dazu gibt es in jedem Wettbewerb ein eigenes "Seeding" basierend auf den Spielzeiten 2022/23, 2023/24 und 2024/25, dass die Reihenfolge der Teilnehmer innerhalb dieses Wettbewerbes bestimmt - ergo die Setzliste. Das Ranking basiert auf älteren Spielzeiten, weil bereits im Sommer 2024 allen Verbänden mitgeteilt werden musste, wie viele Vereine sich in der Saison 2024/25 über die nationalen Wettbewerbe für die europäischen Wettbewerbe qualifizieren können. Da das Seeding erst nach Abschluss der Saison erfolgt, können hier die Ergebnisse der Saison 2024/25 bereits berücksichtigt werden.