Kommt die Geringschätzung aus der Tatsache "Geld"? Oder "Mehrbelastung"? Oder der Mischung aus beidem?
Der sportliche Wert dieser Veranstaltung ist überschaubar, denn allen Beteiligten ist klar, dass ein europäischer Vertreter den Titel gewinnen wird, weil das Leistungsgefälle zu den anderen Kontinenten zu groß ist. Im Grund genommen ist der Sieger der EHF Champions-League die beste Vereinsmannschaft der Welt. Mit diesem Selbstverständnis nennt die amerikanische Baseball-Liga MLB ihr nationales Meisterschaftsfinale "World Series" und die amerikanische Basketball-Liga NBA bezeichnet den nationalen Meister als "World Champion".
Im Grunde genommen verhält es sich ähnlich mit der Handball-EM und WM. Aufgrund der Leistungsdichte würde ich den EM-Titel sportlich höher bewerten als den WM-Titel. Aber eine Weltmeisterschaft für Nationalmannschaften ist eine in allen Sportarten etablierte Veranstaltung und "Ländervergleiche" faszinieren auch in Zeiten der EU, offener Grenzen, Durchmischung der Bevölkerung, etc. erstaunlicherweise noch immer die Menschen. Zudem gibt es weniger Wettbewerbe für Nationalmannschaften.
Bei der Vielzahl an Vereinswettbewerben (Bundesliga, DHB-Pokal, Supercup, Champions-League, European League) mutet die IHF Club World Championship zu künstlich an - insbesondere in Verbindung mit Austragungsorten, die eigentlich wenig Bezug zum Handballsport haben. Das Preisgeld ist dann das i-Tüpfelchen, weil es dem Wettbewerb das Image gibt, dass sich wohlhabende Veranstalter für Geld die Vereine zu ihrem Vergnügen und für Sportwashing "einkaufen".