Na ja, es schweifte etwas ab, aber der Kern ist schon das, was mit dem Begriff Metropolhanball verbunden ist. Doch vielleicht wirklich etwas enger zurück zum Thema und zu den Erwartungen bezüglich Schiedsgericht.
Wir haben es hier im Grunde genommen ja mit zwei Skandalen zu tun. Der erste liegt beim HSVH, der weshalb auch immer, offenkundig über die Jahre eine Schuldenkaskade aufgebaut hat, die gegenwärtig zusammenzufallen droht, weil irgendein Dominosteinchen zu wackeln begann (wie kolportiert, könnte es die Rückzahlungsforderung von Coronahilfen sein).
Der zweite Skandal ist bei der Liga zu suchen, die sich schuldig gemacht hat, indem sie von ihrem eigenen Regelwerk abwich, indem sie es durch ominöse Solidargemeinschaftsgedanken ergänzte, um über den HSVH ihre Ziele mit den Metropolregionen, Stahlkraft, Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, Wirtschaftskraft usw zu erreichen. Daneben muss man sehen, dass speziell Bohmann schon seit Omni- Sports-Zeiten ein besonderes Verhältnis zum Hamburger Metropolhandball hat, das an seiner Unabhängigkeit Zweifel aufkommen lassen kann.
Was soll man unter diesen Voraussetzungen von einem Schiedsgericht erwarten, welches per Definition ja eher auf Streitschlichtung aus ist, als auf knallharte Urteile. Es ist kein Strafgericht und wenn beide Parteien ihren Anteil an der Misere haben, ist -wie 2014- ein weicher Kompromiß zu erwarten.
Die Ligavertreter auf der einen Seite, zwischen ihren wirtschaftlichen Zielen und Ordndnungsverpflichtungen hin- und hergerissen, etwas verunsichert und in der Hoffnung, dass nicht allzu tief geschürft wird, aber auch ein wenig angepisst, weil man sich vom Protegé jahrelang an der Nase durch die Manege führen ließ. Auf der anderen Seite das Zuversicht ausstrahlende "Start-Up", das sich keiner Schuld bewusst ist, sich aber taktisch angemessen zerknischt und reumütig gibt, Besserung versprechend, Veränderungen gelobend und den neuen Retter präsentierend. Dieser wird mit Beamer und der ihm sicherlich gegebenen Überzeugungskraft routiniert begeisternde Zukuftsvisionen von einem Leben ohne finanzielle Sorgen entwickeln. Da leuchten sogar die Augen der Ligavertreter.
Der Vorsitzende Richter, als nicht unbedingt entscheidungsfreudig bekannt, wird mit dem Kopf wackeln und mit allgemeinem Einverständnis einen weisen Kompromiß in den Schiedsspruch diktieren. Die Lizenz für die kommende Spielzeit wird unter Auflagen und Vorab-Abzug von 9 Punkten erteilt, wenn Verein und Geldgeber es tatsächlich schaffen, die genannte Summe für einen Reset binnen einer Woche richtig zu transferieren.
Same procedure as every time...
Für etwas anderes fehlt mir die Vorstellungskraft.
Den Rest schreibt dann das Leben.