Ich glaube, capitano19 hat zu sehr seine Handballbrille auf und verkennt die aktuellen Realitäten. Es gab / gibt bereits Projekt, wo die Handballteams im Fahrwasser der Fussball-Bundesligisten geschwommen sind. Die aktuelle Entwicklung ist aber eine völlig andere:
- Bayer Leverkusen: Handball-Abteilung leidet seit Jahren unter knappen Budget und wird vom Hauptverein gefühlt kaum mehr beachtet.
- Werder Bremen: Da sprach man vor einigen Jahren von einem möglichen langfristigen Ziel erste Liga. Seit 2-3 Jahren hat sich der Fokus aber auf die Fussballfrauen verschoben. Werder hat vor kurzem ein riesiges Projekt gestartet und investiert Millionen in ein neues (Fussball)-Vereinszentrum. Die Handballerinnen haben auch praktisch überhaupt keine richtige Fanbase in Bremen.
- BVB: Infrastruktur Probleme seit Jahren ungelöst. Nun will Watzke offenbar für das Amt des Vereinspräsidenten kandidieren. Sollte er das Amt übernehmen, wird das langfristig sicher keinen positiven Effekt auf die Handballfrauen haben.
Die HBF feiert sich und ihre Erfolge gerne. Und der aktuelle Zuschauerrekord ist real. Aber meiner Meinung geht es aktuell nicht darum, weiter zu professionalisieren und zu etwas transformieren, was der Frauenhandball eh nie leisten können wird. Es wäre besser, alles daran zu setzen, den aktuellen Status Quo zu erhalten. Ich denke, das wird schon schwer genug. Will man mit dem Frauenfussball konkurrieren, wird das nicht gut enden.
Besser wäre es, den Wert der Traditionsvereine zu erkennen und deren Marken zu stärken. Es ist z.B. gut, dass Buxtehude nächste Saison in einer moderneren Halle spielt. Auch ein zweiter starker "Ost"-Club wäre sehr wichtig für die Liga.