"Hamburg ist eine große Herausforderung"
Hamburg - Das Blitzlichtgewitter war so groß wie selten zuvor. Als Rafael van der Vaart am Dienstag (07.06.05) die AOL Arena betrat, drängelten sich ca. 60 Medienvertreter und Vereinsoffizielle im Pressekonferenzraum, um den Neuzugang von Ajax Amsterdam zu begrüßen. Locker und entspannt nahm der 22-Jährige auf dem Podium Platz und beantwortete mit einem charmanten Lächeln die Fragen der Reporter. Die Eindrücke, die er von Hamburg gewonnen hat, seien wie bei seinem ersten Besuch "durchweg positiv", bestätigte van der Vaart. "Die Leute, das Stadion, die Stadt", das alles habe ihm "ein gutes Gefühl" gegeben. Mit dem HSV möchte der Nationalspieler so schnell wie möglich international spielen. "Mit Ajax habe ich in der Champions-League gespielt. Hier kann es genauso laufen. Zusammen können wir etwas erreichen. Hamburg ist eine große Herausforderung", erklärte van der Vaart. Sein Ziel für das nächste Jahr: "Auf jeden Fall UEFA-Cup, aber vielleicht auch mehr", gab er schon einmal mutig bekannt.
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Von seinen Nationalmannschaftskollegen habe ihm nur Khalid Boulahrouz über Hamburg und die Bundesliga erzählt. Auf die Frage, ob es auch Kontakt zu Makaay gab, antwortete er kess: Maakay? Nein, der ist doch Konkurrent." Nationalcoach Marco van Basten habe ihm stattdessen sein OK zu einem Wechsel nach Deutschland gegeben. "Es ist schön in der Bundesliga zu spielen und eine gute Möglichkeit, sich zu zeigen", bestätigte van der Vaart. Sportchef Dietmar Beiersdorfer freute sich, den Neuzugang willkommen zu heißen. "Es ist schön, so einen Topspieler begrüßen zu dürfen. Wir hoffen, dass sich Rafael bei uns wohl fühlt und sich noch weiterentwickelt."
Am Vormittag durchlief der Neuzugang erst einmal alle medizinischen Tests. "Bei Ajax läuft das ein wenig anders, da bist du in fünf Minuten durch, aber so ist das halt - nicht weiter schlimm", lächelte der Mittelfeldspieler. Festgestellt wurde nichts. "Alles in Ordnung. Rafael ist topfit", erklärte Teammanager Marinus Bester. Anschließend begab sich van der Vaart mit Freundin Silvie Meis auf Wohnungssuche. Am Freitag (10.06.05) werden die beiden heiraten und anschließend in die Flitterwochen fliegen. Danach wartet ihr neues Zuhause auf sie. "Das macht alles meine Freundin. Ich hatte bisher nur das Stadion gesehen. Vielleicht ist hier noch etwas frei", scherzte van der Vaart, bevor er selber noch einmal auf den Rasen der AOL Arena durfte. Mit Jeans und Jackett zeigte der Techniker kurz, worauf sich die HSV-Fans in der kommenden Saison freuen dürfen.
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[SIZE=7]Bremen/Bayern: Sport-Bild meldet zunächst Vollzug, Allofs und Hoeneß dementieren - 07.06.2005 16:31[/SIZE]
Wirrwarr um Ismael-Transfer
Der Wechsel des französischen Abwehrspielers Valérien Ismael von Werder Bremen zum FC Bayern München ist entgegen anders lautender Meldungen vom Dienstag noch nicht perfekt. Dies stellte Werders Geschäftsführer Klaus Allofs in einer Stellungnahme nochmals nachdrücklich fest.
Bayern-Manager Uli Hoeneß hatte zunächst via Sport-Bild (Mittwoch-Ausgabe) den Deal als bereits vollzogen eingestuft und dabei die Ablösesumme, die der deutsche Meister und Pokalsieger für Ismael bezahlen müsse, "viel billiger als zehn Millionen Euro" bezeichnet.
Allofs nahm dies mit "großer Verwunderung" entgegen. "Fakt ist jedoch, dass noch nichts unterschrieben ist", so der Ex-Nationalspieler auf der Website des SVW.
"Wir haben mit den Bayern lediglich eine Absprache getroffen, in der der finanzielle Rahmen eines Transfers für den Fall abgesteckt wurde, dass wir eine sportlich zufriedenstellende Lösung für Werder finden", so Allofs zum Stand der Dinge weiter. Uli Hoeneß' Vorstoß in dieser Angelegenheit war somit etwas vorschnell, wie Allofs weiter klarstellt.
So wurde zwischen beiden Vereinen eine garantierte Ablösesumme vereinbart, die jedoch noch um weitere erfolgsbezogene Zahlungen erweitert werden soll. "Insgesamt ergäbe es die von uns eingeforderte finanziell interessante Situation", gab Allofs zu Protokoll.
Am Nachmittag ruderte dann auch der FCB ein Stück zurück. Uli Hoeneß erklärte gegenüber fcbayern.de aus seinem Urlaubsdomizil in Frankreich: "Wir sind auf einem guten Weg, aber der Transfer von Ismael ist auf keinen Fall über die Bühne. Sobald wir Ergebnisse erzielt haben, werden wir diese mitteilen."
Der SV Werder bemüht sich bereits intensiv um potenziellen Ersatz für Ismael, der im Sommer 2003 aus Straßburg an die Weser gewechselt war und prompt Meisterschaft und Pokal unter Trainer Thomas Schaaf gewann. In der abgelaufenen Runde, in der die Bremer Platz drei erreichten, landete der Franzose in der kicker-Top-Spieler-Liste der Bundesliga auf Rang elf (kicker-Durchschnittsnote: 2,95).
Ein heißer Kandidat auf die möglicherweise frei werdende Stelle in der Werder-Abwehr ist der Franzose Sylvain Monsereau vom FC Sochaux (der kicker berichtete). Der Ligue-1-Vertreter verlangt jedoch für den 24-Jährigen angeblich über vier Millionen Euro Ablöse.
Bei der Rückholaktion von Torsten Frings, der mit seinem Bayern-Salär von geschätzten drei Millionen Euro nicht ins Bremer Gehaltsgefüge passt, wird bei Werder indes über eine Abstandszahlung des Meisters diskutiert, wovon man in München jedoch nichts wissen will.
Ein Kandidat für die rechte Abwehrseite ist bekanntlich der junge Mainzer Matthias Abel (23), der bei den Rheinhessen allerdings noch bis 2006 unter Vertrag steht und daher nur gegen eine Ablöse zu haben wäre.
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