Der gesamtgesellschaftliche Zusammenhang darf hier tatsächlich nicht außer Acht gelassen werden. Den Sport als Fragment für den "Leistungsabfall" auszugliedern, ist mir persönlich zu kurz gedacht.
Ich kann nur für mich sprechen, aber ich habe den Aufstieg als Schiedsrichter in den DHB-Bereich auch als sozialen Aufstieg wahrgenommen (u.a. großes Netzwerk, Persönlichkeitsentwicklung und Weiterbildung im Bereich Handball "auf der Platte") und war durchgängig motiviert gute Leistungen abzuliefern und das, für mich mögliche, zu leisten. Durch das Vorleben dieser Werte und Aexl das Begleiten meiner Kinder zu ihrem Hobby, sind auch diese sportlich und menschlich gut unterwegs und, darauf bin ich als Vater stolz, sie leisten das aus eigenem Antrieb.
Ich war viele Jahre im Jugendbereich (Oberliga, JugendBuli) Trainer, MV, Orga-Onkel usw, habe meiner Meinung nach also einen großen Erfahrungsschatz über die Entwicklung von Jugendlichen. Ich kann das o.g. von Aexl zu 100% bestätigen und es ist für mich ein Faktor, der mich sehr fragend zurücklässt. Eltern fahren ihre Kinder (m/w), die 15/16 oder 17 Jahre alt sind, innerhalb des Ortes ins Training und holen sie auch brav wieder ab. Hier wird den Kindern keine Selbstorganisation beigebracht und übrigens, zu spät kommen sie trotzdem ins Training. Wer von den Jugendtrainern kennt die WA-Nachrichten, immer von denselben denn nicht "komme paar Minuten zu spät", obwohl sich der Weg zum Training ja nicht ändert
?! Die Eltern bezahlen jedes Turnier/Auswärtsfahrt/Trainingsbekleidung ohne zu murren (generell ja zu begrüßen), aber wehe sie werden mal für zwei Stunden Dienst oder Fahrdienst benötigt, dann ist "Vogel Strauß"!!! Wenn die Kinder so etwas vorgelebt bekommen, dann, und ich bin wahrlich kein Psychologe, wird für mich unterbewusst die Werthaltigkeit des Sports bei den Kindern nach unten geschraubt. Und mit dem Kommentar von Boris Becker bzgl. "wir wollen immer die Besten sein, aber wehe das Training wird mal angezogen...." gehe ich vollkommen, wie sagen die Magdeburger, Honda
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Da ich ja nicht nur den Sport für sich betrachten will, projiziere ich das Ganze einfach mal auf's Arbeitsleben. Ich arbeite bei einem großen Finanzdienstleister, der jedes Jahr zahlreichen jungen Menschen die Möglichkeit einer Berufsausbildung bietet. Was ich hier, von der Altersgruppe 18-25 in den letzten 10-15 Jahren erlebe, spiegelt das Verhalten dieser Generation leider zu großen Teilen wider. Azubis arbeiten aus dem Home-Office, wegen Furz und Feuerstein wird sich krank gemeldet, Interesse an sogenannten Lehrgesprächen = null, und so kann man die Liste in vielerlei Hinsicht fortführen. Und bevor das jetzt jemand als zu pauschal bezeichnet, es ist ein Erfahrungsbericht von mir, welcher aus meiner Sicht den Großteil darstellt, es gibt auch die Ausnahmen. Nur leider war es früher genau andersherum und hier sehe ich eine aus meiner Sicht fehlgeleitete Entwicklung.
Wie Eingangs geschrieben, bin ich der Meinung, dass die sportliche Flaute sehr vielfältig ist und vermutlich gar nicht genau benannt werden kann (regionale Unterschiede, finanzielle Abhängigkeiten, Demographie usw), aber eins steht für mich unumstößlich fest: Wenn ich erfolgreich sein will, muss ich meinen Arsch selber hochkriegen!