Zunächst mal, ich bin, und das habe ich schon mehrfach zum Ausdruck gebracht, absolut kein Wiegert-Fan. Aber ich muss als Außenstehender trotzdem mal nachhaken:
- Die aktuelle Saison eingerechnet, war der SCM in den letzten 4 Jahren nie schlechter als Platz 4. Ok, euer Spielsystem ist reduziert auf 1. run&gun und 2. Damgaard, aber das funktioniert über eine Saison gesehen doch recht ordentlich. Das die Veränderungsbereitschaft in MD eher gering ist, zeichnet sich doch schon seit Jahren im Jugendbereich ab. Ich habe im Anhang eine Auflistung der Meisterschaften des SCM angefügt, da stellt sich einem schon die Frage, warum das so plötzlich aufhörte. Vielleicht liegt es auch in Teilen am verkrusteten Hierarchiedenken, wenn ich mitbekomme, dass A-Jugendliche den Trainer, der selber wie ein Bub aussieht, siezen müssen.
- Fans zahlreicher anderer Vereine würden sich über eine solche Konstanz freuen. Glaubt hier wirklich jemand, dass der SCM über eine komplette Saison die beiden Nordlichter hinter sich lassen kann? Ich sehe da in den jeweiligen Kadern doch einen erheblichen Qualitätsunterschied, wo ich mir nicht sicher bin, ob der SCM das mit dem vorhandenen Vertragsspieleretat (mir nicht bekannt) aufbringen kann.
- Nehmen wir das Beispiel Balingen: Die sind momentan gut drauf und gewinnen in Melsungen (+1) und Magdeburg (+2) und verlieren in Kiel (-4). Und genau diese Differenzen spiegeln in meiner Wahrnehmung auch den Leistungsunterschied zwischen Meisterschaftsanwärter und den Mannschaften dahinter dar.
Aus meiner Sicht ist die Unzufriedenheit der Magdeburger Fans ein wirkliches Meckern auf hohem Niveau, denn regelmäßig im F4 in Europa und unter den ersten 4 in der Bundesliga ist, rein von dem erreichten, echt ok.
Ja, bestimmt täte dem SCM eine neue Verantwortlichkeit auf der Bank gut, alleine schon in der Außenwirkung hinsichtlich der exponierten und zugleich egozentrischen Position von Wiegert, aber würde das wirklich was an der Rangordnung im deutschen Handball ändern? Im Fußball versuchen auch alle den Bayern den Rang abzulaufen, was bekanntlich seit Jahrzehnten mal punktuell gelingt, aber über einen längeren Zeitraum halt nicht.