Beiträge von Fridulin

    Zitat von InTheAirTonight

    Was ich damit sagen will ist , dass Führungsstils jede Person anders wahrnimmt und damit klarkommt. Was für den einen gut , positiv ist und menschlich in Ordnung kann für jemand anderen das komplette Gegenteil sein .

    Das ist einer der Gründe, warum das ganze Thema erst nach zig Jahren so bekannt wurde. Davon unabhängig, gibt es aber klare Verfehlungen, die weiter gehen und sich nicht relativieren lassen. Belästigung und Nötigung sind kein Führungsstil sondern eine Straftat - ohne Wenn und Aber.

    Ich finde es auch falsch das Thema mit dem Rücktritt der beiden noch weiter zu fassen und vom eigentlichen Kern abzulenken. Der ist und bleibt André Fuhr, der BvB / die HSG und der DHB. Alles, was sich dann noch ableitet aus dem Thema ist auch wichtig aber nicht der Kern.

    Das Kromer von den Spielerin angesprochen wurde ist belegt und eine Tatsache - da ist dann auch egal, wie er sich in anderen Fällen verhalten hat. Hier hat er scheinbar "nur" ein paar Gespräche geführt und ist wieder zum Tagesgeschäft übergegangen.

    Wer sich wegen einem laufenden Verfahren äußern will, kann dies tun ohne inhaltliche Antwort z.B. "Wir nehmen das Thema ernst und kooperieren bei der Aufklärung. Weiteres können wir wegen des laufendes Verfahrens nicht sagen."

    @Handballlove: Ist das ein versuch der Relativierung? Selbst wenn "nur" eine Spielerin betroffen wäre, wäre das eine Spielerin zu viel. Das es auch Spielerin gibt, die sich nun nicht trauen in der Öffentlichkeit für ihn zu sprechen mag sein - Er hat sich scheinbar immer gezielt eine "Spezies" rausgesucht. Das ist ja genau das perfide. Das André Fuhr als Mensch auch sympathische Seiten hat und auch einiges richtig gemacht hat in seinem Leben, wurde doch gar nicht angezweifelt. Aber der Trainer Fuhr ist mit seiner Art einfach nicht mehr tragbar und hat sich selbst dieses Schicksal provoziert. Mein Mitgefühl haben daher erst die Spielerin, dann der Trainer. Ich hoffe er bekommt die nötige Hilfe und kann einen neuen Weg finden aber als Trainer in der Liga will ich ihn länger nicht mehr sehen. Wenn er es wirklich bereut und aufklärt, könnte man vielleicht einen Weg zurück finden aber das ist derzeit nicht zu erkennen und er trägt einen erheblichen Anteil an der aktuellen Situation.

    Das du dich auch zu Rott äußerst zeigt einfach eine falsche Priorität - Er hat als einziger Manager den Trainer Fuhr entlassen und ist damit einen Teil seiner Verantwortung nachgekommen. Ob das ausreichend und angemessen war, können wir gerne diskutieren aber nicht den Fakt der Entlassung. Auch stellt sich vielmehr die Frage, was haben die Verantwortlichen in Dortmund und Blomberg getan?

    InTheAirTonight: Das ist eine berechtige Kritik - sehe das nicht anders. Am Ende steht aber auch die Tatsache, dass der Manager gehandelt hat. Damit unterscheidet er sich und das muss anerkannt werden in der Diskussion. Bisher habe ich noch keine Vorgänge aus Metzinger Zeit gelesen und das Arbeitszeugnis aus Metzingen wird sicherlich nicht gut sein - vermutlich hat Dortmund bei der Personalentscheidung das auch gar nicht interessiert.

    Ich finde die Sache hat schon einige positive Dinge ausgelöst:

    - Fuhr ist nicht mehr Trainer.

    - Heiermann ist nicht mehr BvB Abteilungsleiter.

    - Beide Spielerin haben einen neuen Verein und können das erlebte Verarbeiten.

    - Die Meldestelle hat bisher funktioniert und hat Beachtung bekommen.

    - Es wurde vom Verband ein erster guter Schritt der Aufklärung unternommen.

    - Das Thema ist nun in der Öffentlichkeit und weitere Fälle werden bekannt.

    Wenn der BvB nun auch noch die Anwaltskosten der Spielerin&Familie in dem Fall übernimmmt kommt ein weiterer Punkt hinzu. Das die verursachten Kosten nicht am Ende doch bei den Spielerin hängen bleiben.

    Es bleibt aber weiterhin ein weiter Weg und viele ungeklärte Fragen müssen gestellt werden.

    @TCLIP: Die Verantwortlichen von Dortmund und Blomberg haben aus unterschiedlichen Aspekten mehrfach versagt, es geht nur um die Frage der schwerer und nicht um das ob. Beide halte ich daher auch für nicht tragbar, da sie bewiesen haben, dass sie dieser Verantwortung nicht gerecht werden.

    @Lothar Frohwein: Danke für den Beitrag. Er zeigt sehr deutlich, was es für ein Spießrutenlauf für eine Spielerin sein kann sich zu wehren und wie lange sowas dauern kann. Habe dann vollstes Verständnis, wenn eine (junge) Spielerin die Option "einfach gehen und nie wieder drüber sprechen" wählt. Die betroffenen Spielerin wussten doch meist gar nicht, was in der Vergangheiten anderen passiert ist und sehen erstmal "nur" ihre eigene Situation. Nicht jeder Mensch ist außerdem in der Lage sich so zu wehren. Es wurde ja auch berichtet, dass die beiden Spielerin dies auch wegen der Unterstützung ihrer Familien getan haben und diese bereit waren das finanzielle Risiko abzufangen. Erstmal verursacht es einige Nachteile und Gefahren für die Spielerin. Sie macht sich damit erstmal angreifbar und muss sich (öffentlich) rechtfertigen. Wenn du das nicht kannst/willst, kann das ganz schnell sehr unangenehm werden und es fast unmöglich machen anders zu agieren. Zu schweigen kann dann der einzig mögliche selbstschutz sein. Daher nehme ich die Spielerin zwar in die gewisse Mitverantwortung aber die direkte Verantwortung trägt Andre Fuhr und seine direkten Vorgesetzten. Diese haben, unabhägig davon ob bewusst oder unbewusst, gleich mehrfach versagt. Sie haben die Spielerin nicht geschütz und den Trainer weiter machen lassen. Der einzige Funktionär, der dem ein Ende gesetzt hat war der Metzinger Manager. Es stellt sich allerding die Frage, war das Vorgehen angemessen und genug? Im Fall von Blomberg und Dortmund stellen sich daher die Frage, was wusste diese Personen wirklich und welche Mitschuld tragen diese.

    alter Sack: Der Artikel ist ein guter und zeigt, wie schwer das Thema zu greifen ist und das er auch immer drauf geachtet hat sich nicht "zu viele Feinde" zu machen. Es war also immer sehr kalkuliert. Ich habe als Zuschauer auch unterschiedliche Seiten kennen gelernt über die Jahre. Es gab Jahre, da war klar der Fuhr bekommt mindestens 2 Minuten oder fliegt wenn Blomberg in Buxte gespielt hat. In der PK war er dann wieder ganz anders und durchaus Sympathisch. Der eine oder andere wird nun über die Vergangenheit anders denken und seine Meinung ändern.

    Selbst wenn wir all sein Handeln in der Geschichte ausblenden - Er ist der Verantwortliche und bestimmt den Trainer. Er hat den Trainer nachweislich gegen alle Beschwerden verteiligt und diese sogar (Teilweise) bestritten.

    Das war falsch und ist ein Fakt! Es hätte Worte des Bedauerns oder der Entschuldigung mehr als gerechtfertigt. Ob das glaubhaft und angemessen ist, ist dann eine andere Frage aber das komplett weg lassen? Statt dessen persönliche Worte nur für seine Situation. So bleibt der Eindruck eines unbelehrbaren Funktionär, der sich wenns drauf an kommt aus der Verantwortung stiehlt.

    Da ich auch Worte der Entschuldigung oder des Bedauerns erwartet habe Karl:
    Er hätte sich allgemein einfach mal demütig zeigen können und nicht auf "der arme kann die nötige Arbeit nicht leisten" Geheule weg lassen können. Was meint er wie es den Spielerin ging? Fokus wieder nur auf ihn und nicht die "Opfer" des Trainers.

    Er hätte die Verantwortung für die falsche Kommunikation des Vereins übernehmen, den entstanden Eindruck bedauern und bei den Spielerin um Entschuldigung bitten können.

    Er hätte allgemein "eigene Versäuminisse" einräumen können und dafür um Entschuldigung bitten können.

    Er hätte die Aufklärung beginnen können und dann den Rücktritt.

    ....es gäbe aus meiner Sich einige Möglichkeiten und Gründe. Er hat es aber vorgezogen dies nicht zu tun und daher bekommt er von mir einfach nur ein Kopfschütteln und die Wünsche ihn nie wieder in Verantwortung zu sehen. War nie ein Freund von ihm und werde es bestimmt auch nicht mehr werden.

    Ich stelle jetzt mal die Aussage in Raum: Selbst wenn die beiden Spielerin "nur allgemein" unter der Situation gelitten haben und das Thema deshalb öffentlich gemacht haben wäre es gut so. Wir können gerne auch Fragen, ob die Spielerin gut beraten wurden und ob der Wechsel vielleicht eine falsche Entscheidung (Sportlich gesehen) war aber Grundsätzlich war es wichtig, das Thema öffentlich zu machen. Das dabei dann auch die Vertragsauflösung erfolgte ist nicht die alleinige Motivation und ich empfinde es als eine Zumutung, dass der Fokus von einigen immer auf das Schwächste Glied in der Kette (die Spielerin) gelenkt wird ohne auch nur ein kleines Anzeichen von Demut oder Mitgefühl.

    Kein Wort zu seiner eigenen Verantwortung sondern er will seinen Teil beitragen und den Weg frei machen. Sehr interessante Aussage… er ist damit wenigstens konsequent und vergeigt selbst seinen Abgang…

    Unglaublich, dass kein Wort der Entschuldigung oder Selbstkritik enthalten ist… das ist wirklich mal ne Leistung… Danke für nichts und hoffentlich sehen wir ihn nie wieder als Funktionär im Handball. Der sollte sich wirklich Schämen so abzutreten.


    Einen wirklich Beitrag wäre eine aktive Aufklärung und nicht mit mitleidigen Worten zurücktreten und sich aus der Verantwortung zu ziehen.

    Vorallem macht man es sich zu einfach jetzt so den Fokus auf den BVB Kader zu lenken. Da gibt es viel wichtigere Themen rund um das Team und die Verantwortlichen. Nicht jeder ist dafür gemach solche Konflikte zu lösen und hat den Mut sich dem öffentlich zu stellen. Ich bleibe dabei - es ist ein Thema aber der falsche Ansatz.

    Ich finde wir dürfen hier sowohl bei den "Vorfällen", den Verantwortlichen und Vereinen/Verband nicht alles in einen Topf werfen. Es mag Systematisch gewesen sein aber ich glaube es gibg viele tolle Vereine und Personen im Handball. Die haben sich nichts zu Schulden kommen lassen und müssen sich nun fragen anhören, die man nicht haben will. Gerade deshalb muss es eine Aufarbeitung auf breiter Basis geben und es wäre ein wirklich tolles Zeichen, wenn das die Liga machen würde. Diese ewig zerschrittene Gruppe von Funktionären könnte damit zeigen, wie wichtig das Thema ist und dabei Glaubwürdig auch Veränderungen durchführen. Wir reden über Vorgaben zum Spielfeld, LED Banden etc. Wieso wird eine unabhängige Psychologische Betreuung nicht pflicht! Die Liga hätte die Möglichenkeiten und ist meiner Meinung in der Verantwortung, wenn einzelne Vereine diese Aufarbeitung nicht wollen oder gar verhindern.

    Allgemeine Frage: Ist ein Vorfall des DHB Trainers Fuhr bekannt? Ich finde das ist eine extrem wichtige Frage. Sollte das nicht der Fall sein, ist die Verantwortung des DHB eine andere und die aktuelle Reaktion nachvollziehbarer. Gäbe es aber belegbare Information, dass DHB Verantwortliche mehr wissen zum Thema haben......will ich nicht weiter formulieren...

    Im Spiegelartikel gabe es eine Passage, die andeutete, dass selbst Gespräche mit dem Psychologen bekannt geworden sind. Bin unsicher ob nur die Termine oder auch Inhalt dieser. Will damit die Frage stellen, welche Unabhängige Stelle hier hinterfragt werden müssen. Die gibt es ja nicht umsonst sondern um auch eine sinnvolle Konfliktlösung zu ermöglichen. Auch die Frage, was und wie ein Mannschaftsrat funktioniert ist wichtig. Im Statement von Rosengarten wird die Frage nach Solidarität der Mitspielerin und der Verantwortung der Berater richtigerweise auch angesprochen. Wenn es so viele mehr oder weniger bekannte Fälle gab über 10-15 Jahre (Spiegel berichtet glaube ich ab 2010/11). Wieso nicht mehr als die Weigerung der Nationalmannschaft und wie war die Aussage dazu? "Der ist mir zu streng" wird wohl kaum ausreichen in diesem Fall. Damit stellen sich immer mehr Fragen.

    alter Sack Oder in der Gedankenwelt von Herrn Heiermann, kann solch eine Geschichte doch nicht der wirklich Grund sein :huh:

    Das Thema wird also tatsächlich von Woche zu Woche komplexer. Ich habe am Anfang immer nur über die Dortmund Zeit geschrieben, da mir dazu Aussagen bekannt waren. Das jetzt auch die vorrigen Vereine hinterfragt werden, ist dem Thema entsprechend passend. Allerdings sollten wir dabei nicht vergessen, dass es wohl eine langjährige Entwicklung gibt und wir über unterschiedliche "Grenzüberschritte" und betroffene schreiben. Was zur Trennung in Metzingen geführt hat, ist doch nicht bekannt oder? Gibt es zivilrechtliche Vorgänge gegen Fuhr? Daher auch wichtig, die "Systemfrage" zu stellen. Peter Prior hat das offen in Frage gestellt. Es ist nie nur der Trainer oder Funktionär alleine in der Verantwortung. Im Spiegelartikel haben die Spielerin versuche geschildert, das Problem "zu lösen" und sind gescheitert. Das es nun mit Beratung der Meldestelle passiert ist, zeigt eine Veränderung und ist ein positiver Lichtblick.

    Daher haben ich nun folgende Bereiche:
    1. Fuhr als Trainer in Dortmund / DHB

    2. Vorgänge und Verantwortung in Dortmund

    3. Vorgänge und Verantwortung in Blomberg

    4. Vorgänge und Verantwortung in Metzingen

    5. Was wusste der DHB?

    6. Lehren aus dem Fall für alle

    Verschwiegenheitsklauseln sind in vielen Arbeitsverträgen üblich und können bei außergerichtlichen Vereinbarungen sinnvoll sein. Sie sind aber in einigen Fällen ein Problem - Will damit zum Beispiel auf den Themenkomplex Gewalt gegen Frauen von Profisportlern hinweisen. Das Vorgehen von Jerome Boateng und seine Anwälte haben beim Selbstmord von Kasia Lehnhardts sicherlich eine Rolle gespielt. Sie hat Geld bekommen und musste schweigen - das kann bei Psychischen Problem echt ein Problem sein. Wenn das Thema einmal in der Öffentlichkeit ist, kann das zum Spiesrutenlauf werden.

    Ich finde das Statement gut und wichtig. Es werden offene Fragen gestellt und es ist sachlich. Die Forderungen sind dem Thema entsprechend klar formuliert und das einzige Fingerpointing ist berechtigt. Richtig ist auch, dass sie sich selbst nicht aus der Verantwortung nehmen. Bin gespannt ob jetzt nochmal Bewegung rein kommt in das Thema.

    Fachfremder: Leider kann auch das Stillschweigen "missbraucht" werden. Man gucke sich den aktuellen Jerome Boateng Prozess an und was da im Raum steht... auch da gegen eine Frau und der beschuldigte hatte die Möglichkeiten und Mittel sich zu schützen. Die BvB Anwälte sind ein anderes Kaliber als die BvB Handballabteilungsleitung.

    Auch wenns komisch klingt: Bin leider nicht überrascht und passt ins Bild. Das Thema "nur" mit der Entlassung von Fuhr als erledigt anzusehen, wäre extrem mies. Dieses Interview macht vor allem klar, dass hier jemand offensichtlich alle Macht hatte und sich dessen auch bewusst war.... Es wäre wirklich dringend nötig, dass jetzt von Verbands/Liga Seite einige Fragen gestellt werden. Sonst brauchen wir uns nicht fragen, warum der Sportliche erfolg ausbleibt.. unglaublich miese Situation. Richtig und Wichtig, dass das Thema nun öffentlich angesprochen wurde. Noch wichtiger: Aufklärung und Zukünftig besser machen!

    Ich glaube diese Erklärung soll einfach nur die Trennung kommunizieren, damit der bvb aus der Schusslinie kommt. Lustigerweise ist die Homepage und „über uns“ weiterhin mit einer Lobeshymne für Fuhr und seine Arbeit online.

    https://handball.bvb.de/Der-BVB/Ueber-uns

    Und weiter: „André Fuhr versteht Handball. Er ist ein Profi im positivsten Sinn, hervorragend in Trainingsmethodik und Spiel-Taktik.

    Es ist eine glückliche Fügung, ihn für unsere Borussia gewonnen zu haben.“


    Finde die Selbstdarstellung auch etwas komisch… da hat aber jeder so seine Vorstellung 😉