Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie bei manchen in Diskussionen, die Engstirnigkeit immer stärker zu Tage tritt, je weniger die eigenen Argumente tragen.
Jeder hat hier mittlerweile verstanden, dass Du Gegner des schnellen Handball bist und die klassische 6:0 Abwehr bevorzugst sowie im Angriff auf das lange Positionsspiel für den Rückraum setzt. 1. und 2. Welle , schnelle Mitte und schnelles variables 1:1, offensive Deckung sind nicht so dein Ding. Ist eine vertretbare Meinung. Dies musst Du aber nicht gebetsmühlenartig in nahezu jedem Post wiederholen. Und jetzt auch noch zu behaupten, die schnelle Spielweise sei gescheitert, das alte Spielsystem das einzig wahre und dem habe sich auf Dauer alles unterzuordnen, ist schon abenteuerlich.
Was spielen denn die in den letzten Jahren erfolgreichen Mannschaften, sei auf NM-Ebene, sei es im internationalen Klubhandball. Was spielt denn Frankreich, Spanien, Dänemark, Schweden, Paris, Barcelona, Füchse, Rhein-Neckar Löwen, mal besser und mal schlechter? Sicher nicht den von Dir propagierten Standhandball. Der Trend geht eindeutig hin zu einem noch temporeicheren und sehr variablen Spiel.
Dies wurde auch nicht erst kurz vor Turnierbeginn und ohne jede Vorwarnung durch Prokop plötzlich ausgerufen, sondern bereits von D.S. propagiert und zum Teil umgesetzt.
Gescheitert bei der EM ist nicht ein Spielsystem oder der Trainer, sondern die Spieler. Wenn das Endergebnis ein Unentschieden ist und mehrere Siebenmeter und klarste Chancen einfach überheblich weggeworfen werden, gegen Spanien für ca. 15 Minuten jeder Angriff mit einem gravierenden technischen Fehler abgeschlossen wird, nachdem man bis dahin auf Augenhöhe gespielt hat, kann man nicht dafür den Trainer oder ein Spielsystem verantwortlich machen, sondern einzig und alleine die Spieler.
Niemand hier hat die von Dir aufgezählten Spieler als störende Gurken bezeichnet oder sich dafür ausgesprochen, nur noch Leipziger Spieler zu nominieren, erst Recht nicht der BT.
Kretsche hat es doch sehr gut dargestellt, in dem er von zwei Trainertypen gesprochen hat. Der eine Typ,der sich die besten Spieler zusammensucht und nach denen sein Spielsystem ausrichtet und den zweiten Typen, der ein Spielsystem verfolgt und sich für dieses System die richtigen Spieler zusammensucht.
Über das was besser ist, kann man trefflich streiten. Aber auf unsere NM und das vorhandene Spielermaterial bezogen, ist es m.M.n. so, dass wir eben in Deutschland nicht über die absoluten Spitzenspieler verfügen, von denen jeder für sich ein Spiel entscheiden kann, sondern alleine über solide Spieler, die aber als Mannschaft und mit einem guten taktischen System auch in der Lage sind, jede andere Mannschaft zu schlagen.
Daher ist m.E. der Trainertyp, wie ihn C.P. und auch D.S. verkörpert, für die NM genau richtig.