Ungeschickte Schiedsrichter-Ansetzungen (Beispiel JBLH mB-Finale)

  • Hallo zusammen,

    gleich vorab: Es geht mir hier nicht um die Bewertung der Schiedsrichter-Leistung oder gar um Schiedsrichter-Bashing!

    Ich habe mich im Zuge des Final-Rückspiels der B-Jugend-Bundesliga gefragt, welche Erwägungen bei und Gedanken der Ansetzung von Schiedsrichtern eine Rolle spielen und welche nicht.

    Bei besagten Spiel war das Gespann Lukas Müller/Robert Müller angesetzt. Deren Wohnorte sind Neubrandenburg und Potsdam (Ursprungs-/Heimatverein ist LHC Cottbus). Die Ansetzung erfolgte meines Wissens bereits vor dem Hinspiel in Berlin.

    Ich finde es maximal unglücklich, gerade für dieses »Spiel aller Spiele« der B-Jugend-Bundesliga, in dem es um die Meisterschaft geht (das Hinspiel war unentschieden ausgegangen), Schiedsrichter aus der Nähe eine der beiden Mannschaften anzusetzen (in diesem Fall sogar noch aus dem Nachbarort, mit dessen Verein eine enge Kooperation besteht). Das gibt doch nur unnötige Diskussionen um deren Neutralität, insbesondere wenn es – wie ja in einem Handballspiel zwangsläufig immer wieder – zu Entscheidungen gekommen ist, die man auch anders hätte treffen können. Ich verstehe nicht, warum man Kritikern (typischerweise ja Beteiligte und Anhänger der unterlegenen Mannschaft, insbesondere wenn das Spiel knapp ausgeht) so unnötiges Futter gibt. Und nur damit es keine Missverständnisse gibt: Ich bin der festen Überzeugung, dass grundsätzlich jeder Schiedsrichter neutral ist. Es geht mir hier nur um das Geschmäckle, das so unnötigerweise erzeugt wird.

    Sicherlich werden die Ansetzungen rechtzeitig geplant. Aber auch dann könnte man ja schon Vorkehrungen schaffen, um solche Konstellationen zu vermeiden. Wenn der THW Kiel gegen die Füchse Berlin spielt, könnte man doch problemlos Schiedsrichter beispielsweise aus Nordrhein-Westfalen oder Hessen ansetzen und dieses Thema wäre keines.

  • Kieler Jung Ich fürchte, hier ist Deine Erwartungshaltung zu hoch. Beide Schiedsrichter kamen aus einem anderen Bundesland. Das dürfte das Maximum des geprüften darstellen. Schiedsrichter aus NRW sind doch eine Kosten bzw. Aufwandsfrage (das ist eine längere Fahrtstrecke, weder aus Umwelt- noch aus menschlichen Gesichtspunkten zu empfehlen. Und ich bin der letzte, der zuerst an Umwelt denkt.^^)

    Kooperationen schafft der Verband doch regelmässig nicht zu überprüfen bzw. zu berücksichtigen. Das gilt doch schon auf Kreisebene. Sowohl auf die eine und auch auf die andere Seite. Unsere E Jugend durfte nicht regionsoberliga spielen, weil schon die E Jugend aus dem "Nachbarort" in der ROL spielte und es eine Jugendspielgemeinschaft (JSG) gibt. Das die JSG erst ab der C Jugend gelebt wird (wenn überhaupt), ist da kein Argument.
    Auf der Gegenseite werden immer alle SR Ansetzungen, die nicht besetzt werden konnten, in den Pot geworfen, auch wenn es sich um unseres JSG Partner handelt. Aus meiner Sicht wäre es Aufgabe der Schiedsrichter eventuelle Interessenskonflickte zu melden.

  • Es geht hier nicht um eine x-beliebiges Liga-Spiel, sondern unmittelbar um die Deutsche Meisterschaft. Da darf man sich schon mal einen Moment Gedanken zur Ansetzung machen. Qualität ist ja offenbar auch gewollt gewesen, da für die späteren Spiele der KO-Runde Schiedsrichter aus dem Bundesliga-Kader gewählt wurden.

    Die Entfernung kann auch nicht den alleinigen Ausschlag gegeben haben. Im Bundesliga-Kader, aus dem die beiden kommen, wäre auch ein Gespannt aus Bad Oeynhausen bzw. Bielefeld dabei gewesen, was in etwa genauso weit weg ist. Und auch 100 km weiter, kann ja kaum den Ausschlag geben. Ansonsten hätte man auch das Gespann Klinke/Klinke aus Bordesholm wählen können, die hätten nur gut 30 km zur Halle gebraucht 😉

    Ansonsten habe ich durchaus Verständnis dafür, dass Schiedsrichter-Ansetzungen gar nicht so einfach sind, insbesondere wenn man sich ständig nach Schema F vorgehen, sondern auch variieren möchte und ja ganz unterschiedliche Ligen zu versorgen hat.

  • Ich bin ja prinzipiell bei Dir. Fürchte nur, dass Deine Erwartungen etwas zu hoch sind. Wir reden - soweit ich das verstanden habe - eben nicht über das Finale der deutschen Meisterschaft, dass ja im Final 4 wäre, sondern über das Viertelfinale. Wir reden über die B Jugend. In der B Jugend werden regelmässig Nachwuchskräfte für größere Aufgaben ausgebildet. Wenn hier schon Bundesligakader ausgewählt wurden darfst Du Dich kaum beschweren.
    Ich sehe Deinen Punkt und bin im Wesentlichen bei Dir mit der Erwartungshaltung. Nur wundern tue ich mich nicht.

  • Wir reden - soweit ich das verstanden habe - eben nicht über das Finale der deutschen Meisterschaft, dass ja im Final 4 wäre, sondern über das Viertelfinale. Wir reden über die B Jugend.

    Es ging schon um das Finale der Deutschen Meisterschaft der B-Jugend. Anders als im Pokal gibt es dort Viertelfinale, Halbfinale und Finale, die alle drei als Hin- und Rückspiel ausgetragen werden. Mein konkretes Beispiel war die Ansetzung beim Rückspiel THW Kiel vs Füchse Berlin am 14. Mai.