Beiträge von Kieler Jung

    [...] und auch bei keiner Zeitstrafe etwas überprüft wurde, obwohl einige vermutlich keinem VAR standgehalten hätten.

    Wie meinst Du das? Zeitstrafen an sich sind nicht überprüfbar, sondern nur dann, wenn Zweifel bestehen, ob eine Zeitstrafe »ausreicht« oder doch eine rote Karte gegeben werden muss. Oder hast Du rote Karten vermisst?

    diese 2 Minuten (39:50 Minuten) für Lukas n Witz. Geschenk nach Westen!

    Er hat die Hand ganz eindeutig im Gesicht. Da muss man doch nichts dran diskutieren. War nicht bösartig. Aber Pytlick hatte auch leichte Wirkung.

    Aber schau Dir mal an, wie es dazu kommt. Pytlick haut Zerbe den Ellbogen unters Kinn, der dreht sich dadurch weg und wischt Pytlick bei der Bewegung mit der Hand durchs Gesicht. Das war meines Erachtens keine unglückliche Abwehraktion (dann klare 2 Minuten), sondern unverschuldet (daher für mich keine 2 Minuten).

    In der C-Jugend Regionalliga Nord hat das System einen falschen Spielbericht erstellt:

    Das letzte Tor ist ganz kurz vor dem Schlusspfiff gefallen und wurde vom Kampfgericht erst nach Zeitablauf eingetragen (34:19 zu Minute 50:00). Im Liveticker ist das richtig dargestellt. Im Spielbericht allerdings taucht dieses Tor nicht am Ende auf, sondern als 1:0 zu Minute 00:00. Das führt dann dazu, dass die eine Mannschaft über das gesamte Spiel im Verlauf ein Tor zu viel hat (am Ende stimmt das Ergebnis natürlich, weil der Tor dort »fehlt«).

    Dieses Phänomen gibt es jetzt genau andersherum in der mB-JBLH. Elbflorenz gewinnt gegen Leipzig mit einem Buzzerbeater, der naturgemäß erst nach Ablauf der Spielzeit eingetragen wird. Hier ist der Spielbericht richtig (Tor zu Minute 60:00), aber dieses Mal der Liveticker nicht. Da wird das Tor allerdings nicht zu Minute 00:00, sondern zu Minute 30:00 vermerkt.

    Es ist natürlich wichtiger, dass der Spielbericht stimmt. Verwirrend ist es trotzdem, zumal der Liveticker ja das ganze Spiel über richtig und die komplette zweite Halbzeit dann mit Eintragung des letzten Tores falsch geworden sein dürfte.

    [...] er behindert weder das Rollen des Balles noch das Aufnehmen des selbigen durch die Lübecker Spieler.

    Das ist wirklich grob falsch. Schau Dir die Szene vielleicht nochmal an.

    Ein strafbares Abstandsvergehen liegt nur vor, wenn die angreifende Mannschaft bereits eine regelgerechte Aufstellung eingenommen hat und bereit ist, den Freiwurf auszuführen.

    Es geht überhaupt nicht um ein Abstandsvergehen, sondern darum, dass der Abwehrspieler die Wurfausführung behindert. Bombac hindert den Lübecker Spieler (sogar aktiv) daran, den Ball schnell aufzunehmen, um den Freiwurf auszuführen und so in eine Torwurfsituation zu kommen.

    1) Der Abwehrspieler ist schon am Angreifer dran, als dieser im Begriff ist den Ball zu fangen. Eine Wurfbewegung des Angreifers ist nicht zu sehen. Somit ist hier keine klare Wurfgelegenheit zu erkennen. Nicht 30 Sekunden vor Schluss, auch nicht in der 1. Minute eines Spiels.

    Eine Wurfbewegung ist nicht zwingend erforderlich, um eine »klare Torgelegenheit« anzunehmen. Das ist nach 6a zu Regel 14:1 der Fall, wenn...

    »ein Spieler, der bereits Ball- und Körperkontrolle an der Torraumlinie der gegnerischen Mannschaft hat, die Gelegenheit zum Torwurf bekommt, ohne dass ein Gegenspieler in der Lage wäre, den Wurf mit zulässigen Mitteln zu verhindern.

    Dies gilt auch, falls der Spieler noch nicht in Ballbesitz ist, aber für eine unmittelbare Ballannahme bereit ist. Es darf kein Gegenspieler in der Lage sein, die Ballannahme mit zulässigen Mitteln zu verhindern.«

    Das kann man hier schon annehmen. Das Klammern und das Fangen des Balls erfolgen zeitgleich. Der Spieler hätte mit einer direkten Ausholbewegung ins Leere Tor werfen können.

    2) Ja, Bombac macht einen Schritt nach vorn in Richtung der Angreifer. Aber: Zum einen müsste der Ort der Ausführung des Freiwurfs viel weiter hinten liegen, das Foul erfolgte bei ca. 12m. Außerdem verliert Lübeck-Schwartau ohne Gegnereinwirkung den Ball, als der am Boden liegende Spieler aufstehen will. Bombac behindert damit auch keine Freiwurfausführung, da die dazu erforderliche regelgerechte Aufstellung noch nicht erfolgt ist. Als die Lübecker zum Freiwurf regelgerecht bereitstehen, steht auch Bombac 3m entfernt. Dann ertönt jedoch das Schlusssignal.

    Diese Interpretation der Situation finde ich ehrlich gesagt schon reichlich abenteuerlich. Es spielt doch keine Rolle, wie der Ball an die Stelle gekommen ist und wo der Freiwurf auszuführen ist. Der Freiwurf ist gepfiffen, der Ball liegt am Boden und der Lübecker Spieler will diesen schnell aufnehmen. Bombac steht ja nicht irgendwie im Gewusel »auf« dem Ball. Er steht in der Abwehr, erkennt die Situation und macht mehrere Schritte über den Ball hinweg und stellt sich ganz bewusst zwischen Gegner und Ball, um eine schnelle Ballaufnahme zu verhindern. Damit wird den Lübeckern die Möglichkeit genommen, den Freiwurf und damit einen Torwurf auszuführen. Das ist praktisch das Paradebeispiel von Regel 8:11a.

    Ich habe ja nicht gesagt, dass das sinnvoll ist... vor allem, wenn es an anderen Stellen noch immer größere Baustellen gibt, als Visualisierungen von altem Wein in neuen Schläuchen. :)8o

    Das ist der Punkt. Ich finde solche grafischen Darstellungen eigentlich ganz nett (zumindest nach dem Spiel; im Liveticker bräuchte ich das nicht). Aber bei all den Problemen, die noch bestehen und dem Verbesserungspotenzial, hätte das nun nicht mit Nachdruck verfolgt werden müssen.

    Ist eigentlich bekannt, ob der Einspruch nur (oder überhaupt) auf diese Situation gestützt wird. In der eigenen Nachricht des Vereins ist ja auch von »einem« Regelverstoß die Rede.

    Denn abgesehen davon, dass ich in der hier diskutierten Situation auch einen Siebenmeter für richtig gehalten hätte, gab es ja wenige Sekunden später noch eine weitere Situation, in der die schnelle Ausführung des nächsten Freiwurfs durch einen Abwehrspieler aktiv verhindert wurde. Meines Erachtens hätte es dafür eine rote Karte und ebenfalls Siebenmeter geben müssen.

    Oder sieht man das als unanfechtbare Tatsachenentscheidung an, weil es eine Wertungsfrage ist?

    Leider sieht man in dem Video nicht, wann genau der Arm nach oben geht. In der Beschreibung heißt es: »Noch auf dem Weg zum Ausführungsort des Freiwurfs zeigen die Schiedsrichter das Vorwarnzeichen für passives Spiel an.« Das scheint aber nicht zu stimmen, weil die ausführende Spielerin offenbar bereits zur Ausführung bereit ist und die Schiedsrichterin ihr durch eine Geste bedeutet, den Ball zu spielen. Da ist der Arm noch nicht oben. Sollte das Vorwarnzeichen dann noch kurz vor oder direkt mit der Ausführung des Freiwurfs gezeigt worden sein, fände ich es auch nicht glücklich.

    Ich glaube, wir können uns darauf einigen, dass es transparent und deutlich sichtbar gehandhabt werden sollte. Für mein Beispiel des ständigen Festlaufens bleibe ich dabei, dass das Geben des Vorwarnzeichens mit dem Pfiff des Freiwurfs durchaus sinnvoll ist. Wenn das Vorwarnzeichen aber auf einen langsamen und passiven Aufbau des Angriffs basiert (wie im Video), finde ich es da auch nicht gut. Da sollte der Schiedsrichter noch warten, bis der Ball wieder im Spiel ist.

    Das ist gemäß DHB Anweisung leider falsch. Passiv soll nicht vor Ausführung des Freiwurf gezeigt werden. Hier soll man 2-3 Pässe warten nach dem Freiwurf.

    Kannst im dhb-schiedsrichterportal.de mal nach passiv Anzeige suchen.

    In den Richtlinien heißt es: »Das Vorwarnzeichen sollte generell nicht unmittelbar nach der Ausführung eines Freiwurfs angezeigt werden.«

    Direkt im Zusammenhang mit einem Freiwurf finde ich das Vorwarnzeichen insbesondere dann in Ordnung, wenn sich die Angreifer immer wieder festmachen lassen, um so über ständige Freiwürfe Zeit zu schinden. Das soll auch explizit in die Bewertung mit einbezogen werden. Dann würde ich mit dem Freiwurf-Pfiff den Arm heben.

    Zum Spielbetrieb ist aktuell festzuhalten, dass der Bereich, mit dem die Staffelleiter arbeiten müssen, nicht funktioniert. Das wird nicht offentlichtlich, weil es in handball.net eben nicht sichtbar ist. Es können weder Protokolle bearbeitet werden, noch können Bescheide erstellt und und verschickt werden. Da greift man dann z.B. auf nuLiga zurück. Das ist ein absolutes Unding.

    Worauf greifen denn die Verbände zurück, die mit H4A gearbeitet haben? So wie ich das verstanden habe, sind die Verträge dort gekündigt, weshalb auch insbesondere diese Verbände keine Kehrwende zurück zum alten System vollzogen haben, als sich abzeichnete, dass es mit H360 jedenfalls am Anfang viele Probleme geben wird.

    Naja, es kommt darauf an. Wenn der Heimverein kein ordentliches Kampfgericht stellt und das Heimkampfgericht bei Heim den Fehler macht, ist es auch manchmal sinnvoll die 2-Minuten-Strafe für den zu frühen Eintritt zu geben und auf das eigene Kampfgericht zu verweisen.

    Das kann man nicht bringen, solange nichts dafür spricht, dass das (Heim-)Kampfgericht und der Spiel/die Mannschaft irgendwas geklüngelt haben (wobei ich spontan auch nicht wüsste, wie damit umzugehen wäre). Wenn eine Zeit notiert und dem Spieler mitgeteilt wird, darf er sich darauf grundsätzlich verlassen. Wenn das noch bemerkt wird, ist es gerecht, ihn die richtige Strafe absitzen zu lassen. Ansonsten hat er eben Glück gehabt.

    Was mich auch unglaublich nervt, ist dass man nicht einfach Mannschaftsspielpläne der ganzen Saison auf handball.net aufrufen kann. Das geht auf allen (!) anderen Portalen.

    Am übersichtlichsten finde ich nach wie vor mit Abstand (!) nuliga

    Das geht immerhin mit einem Zwischenschritt, wenn man die Mannschaft aufruft und dann unter »Spielplan« den Datumsbereich entsprechend weit fasst.

    Hat jemand einen Praxistipp, wie er mit der Uhrenproblematik umgegangen wäre? Ein zitieren von Regeln hilft mir in dem Moment, an der Stelle, wenig. :)

    Ich glaube, das Zauberwort lautet: Kommunikation. Die Uhr kann ausfallen und sich mit einer Tischuhr (oder sonst irgendwie eine Stoppuhr) zu behelfen, ist naheliegend. Es muss nur transparent gehandhabt werden.

    Wenn alle vor der ersten Halbzeit glauben, die Uhr gibt das Schlusssignal nach 30 Minuten, hupt aber schon nach 25, klärt man das kurz und nimmt dann die letzten 5 Minuten mit einer anderen Uhr, genau so wie Ihr das gemacht hat.

    Für die zweite Halbzeit sollte man sich dann konkret mit allen Beteiligten abstimmen. Wenn man nicht sicherstellen kann, dass die Hallenuhr jetzt macht, was sie soll, muss eben wieder die Ersatzuhr ran. Entweder wieder nur für 5 Minuten oder über die gesamten 30. Die Idee des Kampfgerichts, diese 5 Minuten an den Anfang zu packen, damit das Spielende für alle klar erkennbar ist und dann auch ein automatisches Signal gegeben werden kann, ist ja durchaus pfiffig. Hingegen ist es eine Katastrophe, das nicht sehr deutlich zu kommunizieren. Da gehen doch alle davon aus, es läuft wie in der ersten Halbzeit und tatsächlich ist das Spiel zu Ende.

    Konkret hätte das Kampfgericht das den Schiedsrichtern vorschlagen müssen und die hätten es dann an beide Trainer kommuniziert. Dann hätte es auch keine Probleme gegeben.

    Die Schiedsrichter zeigen Passives Spiel für JS im Angriff an. JS 7 hat nach vier Pässen den Ball und sieht das Außen JS 2 komplett frei steht und passt zu diesem. Das ist natürlich der fünfte Pass. Noch bevor die Schiedsrichter pfeifen können läuft JS 2 aber an und kriegt in der Luft einen so heftigen Schubser von AB 13, dass er seine gesamte Körperkontrolle verliert und Richtung Torpfosten "fliegt". JS 2 verliert den Ball unterwegs aber wie auch immer kullert er trotzdem ins Tor.

    Danach geben die Schiedsrichter Time-out und sprechen sich kurz ab. AB 13 kriegt dann eine Disqualifikation ohne Bericht (wäre hier sogar mit Bericht vertretbar gewesen?), dass Tor wird allerdings (regeltechnisch ja richtig) nicht gezählt. Trotzdem geht es weiter mit Freiwurf für JS. Wieso? Eigentlich müsste doch AB Freiwurf kriegen, weil die fünf Pässe gespielt waren, oder übersehe ich etwas?

    Wie es wohl richtig gewesen wäre, haben ja schon mehrere geschrieben. Ich habe eine Idee, wie die Vorgehensweise der Schiedsrichter zustande gekommen sein könnte:

    Möglicherweise waren sie der Meinung, dass sie das Foul am Angreifer ahnden müssten (also nicht nur mit der persönlichen Strafe, sondern auch mit einem Freiwurf für den Angreifer), weil sie das passive Spiel noch nicht gepfiffen hatten, als das Foul passierte.

    Allerdings wundert mich der Freiwurf dann trotzdem, weil der hereinspringende Außen, der hart abgeräumt wird und der Ball, der trotzdem ins Tor kullert (vielleicht auch, weil dann der Pfiff gekommen war und der Torwart die Arbeit eingestellt hatte?), ja doch eher nach Siebenmeter klingt. Oder war ein Freiwurf für das Foul vertretbar?

    Sorry, aber das ist einfach nur erbärmlich. Bei der JBLH keine Ergebnisse in der Übersicht sichtbar, Liveticker völlig fehlerhaft und keine Tabellen.

    Und selbst wenn das vernünftig klappen würde, könnte man sich leider nicht die gesamte Liga anzeigen lassen, sondern müsste sich trotzdem noch durch alle acht Vorrunden klicken, um sich einen Gesamtüberblick zu verschaffen. Ein weiterer Nervpunkt.

    Entspannter werden ist die Maßnahme. Man muss immer zwischen Sinn und Wortlaut der Regel unterscheiden. Der Sinn der Regel ist es, dass man nicht mit dem Ball in der Hand über das Spielfeld rennt, sondern es eine Chance gibt, einem Spieler dem Ball abzunehmen (nämlich aus dem Dribbling). Der Sinn bleibt gegeben, egal ob ein Spieler drei oder vier Schritte macht. Könnte man garantieren, dass man es exakt kontrollieren kann, dass ein Spieler nur drei Schritte macht, dann sollte man das auch so rigide pfeifen. Kann man aber nicht. Die Regel im Wortlaut sicher umzusetzen, ist unmöglich. Deshalb ist eine großzügige Linie okay. Man sollte es halt pfeifen, wenn es definitiv sicher ist, dass zu viele Schritte gemacht wurden, aber eine Grauzone erlauben. Das bringt viel mehr als chronisch unzufrieden zu sein und an der Regel rumzudoktern. Man hat es an der Handspielregel im Fußball gesehen. Je genauer man es fassen wollte, desto unklarer wurde die Regel.

    Ich sehe das genauso, würde aber möglicherweise andersherum formulieren, dass man vielleicht nicht eine besonders großzügige Linie fahren soll, sondern nur keine besonders strenge. Wenn der Schiedsrichter Schritte erkennt, soll er sie auch regelkonform pfeifen und sich nicht sagen, dass da ja auch viel Gewühl war oder es nur knapp vier Schritte waren. Gleichzeitig sollte er nicht allzu kritisch herangehen, wenn er sich nicht sicher ist (ob »definitiv« könnte man diskutieren).

    Etwas Entspannung ist daher der richtige Ansatz. Die Regel ist da und sie ist sinnvoll. Sie soll auch angewendet werden. Da dies aber aus den gegebenen Gründen nie mit 100 %-iger Sicherheit möglich ist, sondern auch immer etwas auf Gefühl basiert, müssen sich alle Beteiligten wechselseitig Fehler zugestehen und sollte bei solchen (vermeintlichen) Fehlern nicht übermäßig aufeinander einschlagen.

    Trotzdem: Sollte Kretzsche mit seiner provokanten These im Ansatz recht haben, wäre es an den Schiedsrichtern, sich die Spiele noch einmal und die entsprechenden Situationen ganz genau anzusehen, um zu prüfen, ob mittlerweile vielleicht doch etwas zu viel (im wahrsten Sinne des Wortes) laufengelassen wird...