K73 lebt in und von der Handball-Bubble. Der ist kein Maßstab. Maßstab wären signifikante und nachhaltige Effekte nach Titeln, Medaillen oder wenigstens guten Turnieren. Davon gab es ab 2007 einige und auch einige "Enttäuschungen", die aber bei realistischer Zielsetzung der Leute mit etwas mehr Ahnung als Tante Edith und Opa Holger auch eher unter "immer möglich" einzustufen waren. Die schon x-mal gesagten großen Worte vom Wachstum verpufften alle und schrumpften ganz schnell auf das Maß zurück, was eben Platz und Rolle des Handballs ist und bleiben wird. Nach 2007 und 2016 habe ich öfter mal von Enttäuschung gelesen und das man sich mehr versprochen hat, was Zulauf und Nachhaltigkeit angeht. Die Metropolisierung des Handballs ist auch nicht so gelungen wie gewünscht. "Dorfclubs" wie Reineckendorf, Bittenfeld, Kronau, Burgdorf haben sich umbenannt oder Erlangen und Melsungen spielen in den nächst großen Städten und das funktioniert auch, aber auf einem Niveau, was sich nicht mehr groß ändert. Es läuft halt halbwegs konstant. Ich sitze ständig neben Leuten in der Halle, die sehen aus wie die absoluten Hardcorefans und kennen keinen Spieler des Gegners und haben beim eigenen Team schon Probleme. Die sind da um sich selber zu feiern, die kollektive Party zu zelebrieren, selbst denen ist alles andere rund um den Sport scheißegal und das, obwohl in MD wahrscheinlich traditionell noch mehr Sachverstand vorhanden ist als in Hamburg oder Stuttgart z. B.
Die Natio ist 4 Wochen vor einem Turnier auf der nationalen Wahrnehmungsebene und spätestens 2 Wochen nach dem Turnier fällt der Handball wieder zurück auf seine normale, regionale Bedeutung und das bleibt auch so.
Fazit: Du kriegst Opa Edith und Tante Holger für 3 Wochen mit der Natio vor die Kiste, aber wenn es diese 3 Wochen im Leben von Edith und Holger nicht geben würde, dann würden Edith und Holger auch nix vermissen und auf solche Klientel kann man nun mal nicht die Bedeutung der Sportart bauen, sondern nur auf die, die sich 365 Tage im Jahr mit dem Sport identifizieren und die sind begrenzt, zahlenmäßig und regional.