Beiträge von Zickenbändiger

    Früher hab ich versucht, jedes einzelne WM Spiel zu gucken. Dies ist nun das dritte Balltretergroßturnier in Folge, das ich komplett boykottiere. Es ging los, dass die Spielerfrisuren und eingeflogene Frisöre wichtiger als der Sport wurden. Dass '94 noch 4x25 Minuten noch abgewehrt wurde, nun die FIFA Huren die "Hydrationspausen" eingeführt haben. Und wenn nun Diktatoren unmittelbar in das Turnier eingreifen und sich die Hure von Babylon willfährig bückt... dann bleibe ich doch bei meiner geliebten Randsportart.

    Liebes Handballtagebuch!

    Aus irgendwie aktuellem Anlass eine kleine Anekdote von vor etwa neun Jahren. D-Jugend Training in den Sommerferien oder kurz danach. ZeeBee zieht sich allein in der Kabine vor dem Training um. Ein kleines unbekanntes Mädchen stürmt herein.

    "Hallo!"

    "Ich bin gleich fertig mit umziehen."

    Richtig, die E-Jugend Trainerinnen wollten ja mit ****** noch eine weitere E-Jugendliche ins D-Jugend Training schicken. Beide Trainerinnen können ZeeBee nicht leiden, können sich aber der Tatsache nicht verschließen, dass ihre Zwerge sich ganz gut im D-Jugend Training entwickeln.

    ****** macht keine Anstalten, die Kabine wieder zu verlassen. Das Mädchen ist extrem braun gebrannt, ZeeBee wähnt einen nahöstlichen Migrationshintergrund.

    "Ich bin gleich fertig mit umziehen."

    "Ja", sagt ****** und reißt sich die Hose runter, steht nun im Schlüpfer da. ZeeBee sieht sich bereits mit Kartoffelsack über dem Oberkörper von dem männlichen Teil der Familie aus der Halle und auf einen Schrottplatz geschleppt. Im Hintergrund wird die Schrottpresse angeworfen. ZeeBee beeilt sich mit dem Umziehen und flieht in die Halle. Stellt sich später heraus, es ist nur Sonnenbräune vom Urlaub auf den Malediven oder Bahamas oder Hawaii.

    Etwas mehr als zweieinhalb Jahre wird ZeeBee ****** trainieren. Das Talent ist unbestreitbar. Grundausbildung vom Turnen oder Tanzen. Aber das Kind ist anstrengend... ZeeBees langjähriger Erfahrung nach bringen nur Waldorfschüler so viel... "spirit"... mit in die Halle. ****** besucht eine internationale Schule. ZeeBee ist für die Zukunft vorgewarnt. Noch ist ZeeBee in der Kollektivstrafenphase. ZeeBee erklärt was, ****** quatscht dazwischen... prellt plötzlich... albert herum.

    "Sitzpause!"

    Von einer Trainerkollegin aus Henstedt-Ulzburg hat ZeeBee die Foltermethode gelernt. Alle Mädchen mit dem Rücken an die Wand, runter auf Sitzhaltung, alles im rechten Winkel und halten. Mädchen LIEBEN Kollektivstrafen. Bei jedem "Sitzpause!" knirschen ein Dutzend Zahnreihen, ein Dutzend Paar Augen werden verdreht und richten sich dann mit unfreundlichem Blick auf ******. Einheit für Einheit, Wochen für Woche, Monat für Monat... und irgendwann ist ****** mannschaftssporttauglich. Der "spirit" ist nicht gebrochen, arrangiert sich nur mit den alltäglichen Notwendigkeiten in einer sozialen Gruppe.

    Edith fällt noch ein:

    Finale im großen Beachhandballturnier Cuxhaven. Die gegnerische D-Jugend mit zwei athletischen Shooterinnen um die 1,75m, absolute Maschinen und im gesamten Turnier nicht zu stoppen. Die erste Halbzeit ist ein Debakel, nichts und niemand kann die Durchbrüche der beiden Hüninnen stoppen oder gar ihre Würfe halten. ZeeBee hat genug gesehen. In der Halbzeit beordert er ****** auf die Läuferposition: "Und Manndeckung gegen die beiden Shooter." Jemand ist wenig begeistert. "Wer keinen Ball bekommt, kann kein Tor werfen." Jemandem geht ein Licht auf. Die zweite Halbzeit läuft ganz anders als die Erste. ****** schmeißt sich, hechtet, haut sich in jeden Pass zu den Shooterinnen, kann reichlich Anspiele verhindern und der Satz bleibt bis zum Abpfiff spannend. Es gibt kein Happy End, der zweite Satz geht mit zwei Punkten verloren, ****** heult wie ein Schlosshund. ZeeBee greift sie sich, zeigt auf die Anzeigetafel: "Siehst Du den Unterschied zwischen erster und zweiter Halbzeit? Das warst Du! Du allein hast uns fast wieder ins Spiel gebracht." Jemand ist stolz.

    ****** macht ihren Weg. Bei so viel Spielfreude natürlich auf der Spielmacherposition. Später in der C-Jugend ebenfalls auf der Spielmacherposition. Und weil wir in Deutschland so viele überragende Kreativspielerinnen haben, in der Landesauswahl dann... auf Links Außen. Auf der Position wird sie später bei der Jugend EM im All Star Team mit Gold um den Hals landen. Kommt in den Elitekader des DHB. Und trotzdem reibt ZeeBee ihrem Landesauswahltrainer später noch mal unter die Nase, dass er den Positionswechsel für ein Verbrechen am deutschen Handball hält.

    Mehrere Jahre nach der D-Jugend. Natürlich sieht man sich noch in der Halle, hat aber wenig Kontakt. Eine überraschende whatsApp Nachricht aus dem Nichts:

    "Hallo Karsten

    Ich habe eben irgendwie an dich gedacht und wollte mich für deine ganze Unterstützung und Hilfe nochmal von Herzen bedanken! Ich habe bei dir viel gelernt und wäre jetzt nicht wo ich bin ohne dich. Danke und ich wünsche Dir einen tollen Feiertag morgen!"

    Eine einsame Träne läuft ZeeBees Wange hinunter. O.k., ein paar mehr. Zweimal in über fünfunddreißig Jahren erhält ZeeBee eine solche Nachricht. Die eine Spielerin spielt aus Spaß wieder im Heimverein in der Kreisliga. Die andere Spielerin hat jüngst ihre beiden ersten A-Nationalmannschaftsspiele noch vor ihren ersten Bundesligaspielen absolviert. Und jetzt rockt sie in China wieder eine Weltmeisterschaft. Nach elf Toren gegen Rumänien schreibt ZeeBee: "Lass den anderen Kindern auch noch ein paar Tore über!"

    Joooo... Christopher! Du verschwendest da eine echte Kreativspielerin auf Außen! Sagt ein weiser Kinderhandballtrainer.

    Und liebe Trainerkollegin I.F.: Dein Neuzugang auf Links Außen... wäre beinahe untrainierbarer Mannschaftsclown geworden. :cool: Mach was aus ihr!


    Dein

    Karsten

    And now to something completely different:

    Zitat

    Liebe Sportfreunde,

    bereits mit den amtlichen Mitteilungen vom 14.04.2026 und auf der Infoveranstaltung zum Jugendspielbetrieb am 07.05.2026 habt ihr die Infos erhalten, dass wir zur neuen Saison, zusätzlich zu den Meldungen in entsprechende Spielklassen, für die Altersklassen Jugend D und Jugend E die Pflichtteilnahme an zwei Turnieren zum Saisonbeginn planen, um die Mannschaften dann zielgerichteter einteilen zu können.

    Sofern ihr für die kommende Saison eine oder mehrere Mannschaften in den o. g. Altersklassen gemeldet habt, möchte ich euch bitten weitere Hallenzeiten für die Ausrichtung der entsprechenden Turniere an den stellv. Vorsitzenden Spieltechnik(komm.) zu melden. Einige Vereine haben das schon während der Infoveranstaltung getan, aber es fehlen immer noch Ausrichter.

    Folgende Wochenenden kommen in Betracht:

    29./30.08.2026
    05./06.09.2026
    12./13.09.2026
    19./20.09.2026
    26./27.09.2026


    IHR WOLLT WAS MACHEN?! Keine Punktspiele von Mai bis November? Wird der Verband vom Basketball, Volleyball oder Fußball bezahlt, den Kinderhandball kaputt zu machen?

    Quali-Runden vor den Sommerferien sind einst krachend gescheitert. Reihenweise sind Mannschaften nicht angetreten, um gefahrlos in die unterste von drei Ligen zu kommen. Wer mit einer Anfängermannschaft antrat, hatte schon verloren, denn die Plätze in der Kreisklasse waren quasi schon vor der Quali vergeben. Es folgte freies Melden, abgelöst von halbherzigen Qualifikationen nach den Ferien und wieder hin zum freien Melden oder gemischten Systemen. So richtig hat kein System funktioniert, zuletzt hatten wir aber immerhin Punktspiele von September bis Mai. Letzte Saison waren von 56 wD Mannschaften rd. 7 Mannschaften falsch gemeldet. In einem Fall eine absolute Überraschung, in einem Fall hat der Verband die Mannschaft in die höchste Liga gezwungen und in anderen Fällen hätte ein einfacher Blick auf die vorhandenen Talente im Team gereicht, um dem jeweiligen Trainer auf die Finger zu hauen. Wenn es doch nur innerhalb eines Verbandes eine Institution gäbe, die sich in der D-Jugend mit den Talenten befasst, sie alle kennt/kennen sollte, sie trainiert, die man fragen könnte...

    Für 7 von 56 falsch gemeldeten Mannschaften wird meine Punktspielrunde kastriert und erst für November angesetzt. Wir sind eine von 60 gemeldeten Mannschaften und haben als eine von sechs Mannschaften für die höchste Liga gemeldet. Da wir unter sechszig Mannschaften maximal zwei, drei Gegner haben werden, habe ich auch kein Interesse an den Sondierungsturnieren. Denn die Strafe für Schwänzen: Ich komme in die höchste Liga! Alle bislang erprobten o.g. Systeme haben es nie geschafft, 50 bis 60 Teams allesamt in eine leistungsgerechte Liga einzugliedern und waren beliebig austauschbar. Bei Verzicht auf Quali-Runden hatte ich wenigstens keine 40:1 Ergebnisse. Nachdem also keine System zum Ziel führte, machen wir nun also die Punktspielrunde kaputt und setzen eine Pause von Mai bis November an. Kann ich meine Mädels gleich zu einer anderen Sportart schicken, wenn sie im Handball nicht mehr beschäftigt werden...

    Nur am Rande:

    Ich habe mir vorhin mal bei youtube ein kleines Lehrvideo zum Spinshot angeschaut mit Segmentierung und Zeitlupe. Sollte ich viel öfter mal machen, dort war sehr schön beim vorbereitenden Hüpfer ein dynamisches Nach-hinten-Schwingen beider Arme zu sehen, um dann zumindest für den Wurfarm mehr Schwung in die Drehung beim Absprung zu haben. Habe ich bislang immer versäumt.

    Wo wir gerade beim Thema sind:

    Mädchen machen regelmäßig eine kerzengerade Schraube, Jungs ziehen die Knie an, liegen seitlich schräg in der Luft. Vorteile? Nachteile?

    Moin!

    Nach jahrelangem jährlichen Wechsel der Strategie bin ich nun endlich zu dem Schluss gekommen, mit einer wD lieber auf den Spinshot als auf den Kempa zu setzen. Ich werde auch jedes Jahr beim großen Turnier in Cuxhaven bestätigt, im Mädchenbereich zumindest in der D nirgends auch nur der Versuch eines Kempas. Um für zwei Punkte zu zählen, muss es ja nicht mal das klassische hohe Einspringen in den Torraum sein mit Ballannahme weit über den Köpfen.

    Im Training im Trockenen ohne Abwehr kein Problem. Kriegen fast alle hin, den Ball zumindest in der Luft anzunehmen und wieder loszuwerden, ohne ihn zu schlagen, boxen, wegzuklatschen. Stelle ich irgendwo eine Abwehrspielerin hin, ist alles vorbei. Und im Turnier kommt die bedrängte Ballführerin beim Pass zur freien Mitspielerin auch niemals auf die Idee, den Ball mal vorzulegen.

    Gibt es andere Erfahrung? Oder was klappt in der wC oder B?

    ZeeBee hat die Kaderplanung fleißig vorangetrieben. Schon sehr früh. Ein internes Gespräch im Januar in ZeeBees altem Verein:

    "Laatzen hat doch noch ein großes Talente."

    "Trainiert schon bei Karsten mit."

    "Und die Spielerin aus Großburgwedel?"

    "Trainiert auch bei Karsten mit."

    "Was ist mit der aus Bothfeld?"

    "Trainiert ab nächster Woche bei Karsten mit."

    Das Puzzle fügt sich allmählich zusammen. Im alten Verein hat ZeeBee eine starke Mannschaft hinterlassen, die gewinnt Ostern souverän den Rödspätte Cup. Allerdings sind schon erste Erschütterungen der Macht zu spüren...

    Traditionell meidet ZeeBee bei Turnieren die Betreuerunterkünfte, sucht sich beim Ulzburgcup Schlafplätze wie Heizungskeller, Treppenhäuser oder Flure. Die Mädchen sind in erster Etage in einem kleinen Zwei-Klassenzimmer-Trakt untergebracht. Der kleine Flur zwischen den Klassenzimmern muss dann mal als Schlafplatz herhalten. Die erste Nacht ist es ruhig, in der zweiten Nacht hat irgendwer etwas in den Kakao der Nachbarmannschaft getan. Die C-Jugend von... ach... St. Tönis. Bis weit nach 23:00 schreien die Mädchen in ihrem Klassenraum rum, die Abgelegenheit des Trakts macht es möglich, die Security hört wohl nicht so weit. ZeeBee macht es sich soweit möglich bequem. Dann verlassen drei der Grazien ihr Zimmer, setzen sich genau neben ZeeBee und krakeelen auf dem Flur herum. ZeeBee richtet sich auf, ob der Lärm denn wirklich Not täte? Die Damen scheinen den besetzten Schlafsack auf dem Boden gar nicht wahrgenommen zu haben, die mutmaßlichen Chemikalien aus dem Kakao leisten ganze Arbeit.

    "Äh... oh... äh... dann gehen wir wohl mal ins Zimmer zurück."

    Hält ZeeBee für einen ausgezeichneten Plan. Die Luder gehen nicht ins Zimmer zurück, marschieren zur Security:

    "Da liegt ein Mann bei uns auf dem Flur. Wir fühlen uns da nicht wohl."

    Die nächtlichen Ruhestörerinnen werden von der Security zum Klassenzimmer geleitet, ZeeBee muss umziehen. Nennt man wohl Täter-Opfer-Umkehr. ZeeBee hat nun definitiv einen neuen Lieblingsverein.

    Die obere Hälfte des Turnierbaums darf in Henstedt-Ulzburg bleiben, der Rest muss raus auf's Dorf. Dort wird nun um Platz 13 bis 22 gespielt. Das Gefälle ist gewaltig, Platz 3 und 4 der Todesgruppe plus Berliner TSC II dominieren das hiesige Feld. Im ersten Spiel haben es die Mädchen mit einer Anfängermannschaft zu tun. Todesfelde/Leezen - Ihr müsst noch etwas üben, bis es für Eure Damen reicht. Im zweiten Spiel die Zweitvertretung des Gastgebers, die auch deutlich überfordert ist. Rückraum Mitte von Henstedt/Ulzburg hat nach dem Spiel etwas an ZeeBees Coaching auszusetzen, klatscht brav mit den Mädels ab, klatscht ZeeBee demonstrativ verächtlich nur mit dem Zeigefinger ab. Entzückend.

    Es wird der Gegner im Spiel um Platz 13 ermittelt. Aus der Todesgruppe Nord Harrislee gegen die Zweitvertretung vom Berliner TSC. Ein packendes Spiel zweier gleichstarker Mannschaften. Berlin nur mit dem jüngeren Jahrgang bestückt, im Tor, auf Rückraum Mitte und Rückraum Links aber bärenstark besetzt. Unentschieden. Dank der stärkeren Torhüterin gewinnt Berlin und ist der letzte Gegner.

    Pep talk in der Kabine. Das wird alles andere als leicht, mit einem Sieg aus dem Turnier zu gehen:

    "Ihr habt Berlin gesehen. Auf drei Positionen wahnsinnig stark besetzt. Die haben gerade im 7m Werfen gewonnen, haben den Kopf in den Wolken, kommen mit breiter Brust in das Spiel, sind fast nicht zu schlagen."

    ZeeBee wendet sich zur Ausgangstür, ergreift die Türklinke. Talina ist unzufrieden:

    "Na das ist ja eine tolle Motivation."

    ZeeBee grinst, greift auf Alan Shore/James Spader zurück, wendet sich wieder der Mannschaft zu.

    "ES SEI DENN..."

    Jüngst hat ZeeBee eine brutal offensive Halbfeldmanndeckung beobachtet, die bei Ballannahme den Rückraum mit kurzen harten stakkatoartigen Kontakten bei Ballannahme gestört und mächtig beeindruckt hat. Die drei Turniergegner waren jeweils konsterniert und die Deckung hat keinerlei Anlass für Progression gegeben. Voraussetzung ist natürlich eine unfassbare Laufbereitschaft. ZeeBee erklärt, was er von der Abwehr fordert - und dass der Moment im Turnier angekommen ist, in dem nicht mehr bunt durchgewechselt wird.

    Die Mädels setzen die geforderte Deckung 1:1 um. ZeeBee hat sich weit aus dem Fenster gelehnt, auf Halb Links sein Abwehrsorgenkind aufgeboten und selbst sie arbeitet wie ein Abwehrdämon mit. Die Berliner Talente sind vollkommen überfordert, obwohl sie aus dem Berliner Landrecht eine extrem offensive Deckung kennen und der TSC in den vergangenen Jahren auch immer fleißig selbst eine Halbzeit weit jenseits der Mittellinie die Bälle abgeholt hat. Binnen Augenblicken liegen die Mädels mit fünf Toren vorne und bauen den Vorsprung fleißig aus, verteidigen brutal effektiv und haben die Körpersprache der Berlinerinnen schon binnen der ersten Hälfte auf einem Tiefstand. ZeeBee staunt Bauklötze. Die Mädels beginnen das Turnier mit einem hart erkämpften Spiel gegen einen gleichstarken Gegner und beenden das Turnier mit einem 21:8 gegen einen mindestens gleichstarken Gegner. Und das ist nicht mal Bestbesetzung gewesen. Die neuen Aufgaben können kommen.


    Dein
    Karsten

    Liebes Handballtagebuch!

    Ulzburgcup - nach einem Dreivierteljahr Eingewöhnung beim neuen Verein ohne die gewohnten Strukturen, dafür mit reichlich Kröten zu schlucken, endlich wieder ein Stück Normalität. Es wird zwei D-Jugend Mannschaften im Verein geben. ZeeBee muss sich also nicht mehr dafür rechtfertigen, dass man sich zuverlässig vom Training abmeldet, dass alle zwei Monate mittrainieren nicht reicht und dass zweimal die Woche Training die Regel sein sollte. Genau zwei Mädchen bleiben folglich vom letztjährigen Kader über, für die das ebenso selbstverständlich ist, bzw. die für höhere Aufgaben in Frage kommen. Von unten kommt nichts nach und dennoch fährt ZeeBee mit elf Mädchen nach Henstedt-Ulzburg. Hausaufgaben gemacht.

    Die Strecke zwischen Hannover und Hamburg ist für Reparaturen längerfristig gesperrt. Die Umleitung kostet rund eine Stunde. Da kommt die Zugverspätung von 50 Minuten doch gerade recht, den Pizzaabend vor Ort nach Ankunft endgültig zu versauen. Die frisch gewonnene Wartezeit verbringt die Mannschaft mit McFlurries. Während der Fahrt gerät ZeeBees Hirn in den roten Bereich. Mathematik ist ohnehin nicht ZeeBees Stärke und die Abfahrtverspätung von 50 Minuten bei einer Umsteigezeit in Neumünster von 13 Minuten ist eigentlich eine glasklare Angelegenheit. Die Deutsche Bahn arbeitet aber nicht mit Mathe- sondern Bistr-O-Matik. Die Anzeige will verkaufen, dass der Zug trotz fünfzigminütiger Verspätung mit Punktlandung Abfahrt des Anschlusszugs ankommt, mal plus, mal minus drei Minuten. Der Lokführer muss eine Abkürzung in der Umleitung gefunden haben. ZeeBee hat die Mädchen längst auf eine längere Umsteigezeit eingestellt, nun wird der planmäßige Anschlusszug plötzlich wieder ein Thema. ZeeBee schwört die Mädchen auf einen blitzschnellen Bahnsteigwechsel ein. Elf Mädchen sprinten los, ZeeBee... ist am Vortag an der Anmeldung beim Kardiologen mit bedenklichen Symptomen weggeschickt worden: "Dummer Junge, was willst Du hier? Geh gefälligst zum Hausarzt, es könnte ja auch die Lunge sein, dann ist der P-N-E-U-M-O-L-O-G-E und nicht wir zuständig." ZeeBee wird mit Vorhofflimmern bei voller Kenntnis der Krankengeschichte vom Hof gejagt und will nun mit unerkanntem Vorhofflimmern den Bahnsteig entlang rennen. Gut, dass die Mädels den Zug ohnehin nicht erwischen, mit Sicherheit hätte niemand an den Trainer gedacht, der noch auf dem Ankunftsbahnsteig liegt und zuckt. Also Pizza in Neumünster in der Pizza Hütte. Dazu muss erst einmal der Bahnhofsvorplatz durchquert werden. Die Mädels, die allesamt offenbar noch nie in Hagen ausgestiegen sind, rücken merklich nervös zusammen und immer dichter an ZeeBee ran. Selbst Hannovers Junkieszene wirkt dagegen wie ein Karnevalsumzug.

    Die kleinere der beiden Haupthallen des Turniers verfügt über vier gestaffelte Sitzreihen und ist zum Spielfeld hin mit einem Geländer nebst Glaswand abgetrennt. Jedes Jahr dasselbe Phänomen, alle Arschlöcher stellen sich vorne an das Geländer und blockieren die Sicht für sämtliche Sitzplätze dahinter. Kurz vor dem ersten Gruppenspiel aus der eigenen Todesgruppe, das sich ZeeBee anschauen möchte, stellt sich eine volle C-Jugend von St. Tönis sowie die komplette Elternschaft der D-Jugend von St. Tönis an das Geländer und blockiert die Sicht. Mit Anpfiff äußert ZeeBee sehr lautstart, bestimmt und unhöflich seinen Unmut. Achselzucken beim neuen Lieblingsverein, alles bleibt stehen. Wasserpistolen... ZeeBee hat die Wasserpistolen vergessen! Letztes Jahr noch fest eingeplant.

    Der Auftakt gegen den vermeintlich leichtesten Gruppengegner Nord Harrislee. Die Mädels sind alles andere als eingespielt, die halbe Mannschaft wird mit Zweitspielrecht die Saison bestreiten und die Spielerinnen trainieren ein bis dreimal die Woche bei ZeeBee, ansonsten teils beim Heimverein. Beide Teams agieren auf Augenhöhe, Nord Harrislee im Angriff stärker, dafür aber mit Feldspielerin im Tor. ZeeBee hat vor dem Turnier zunächst lange keine Torhüterin, hakt dann beim Kooperationsverein nach. In der zweiten Mannschaft in der Kreisklasse spielt Nele im Tor, die mal ins Training reinschnuppert. Unten gar nicht schlecht, zeigt schon ein paar gute Basics, oben noch Verbesserungsbedarf, im Sand sogar insgesamt deutlich stärker. Wechselt den Verein, im Training still, schüchtern, zurückhaltend. Nun im ersten Turnierspiel... im Stile einer D-Jugend Spitzentorhüterin. Und die sind bei den Mädchen ganz, ganz rar gesät. Eine Glanzparade jagt die nächste. "Wer bist Du und müssen wir für Nele Lösegeld zahlen?!" Die Keeperin bringt das Spiel mit einem Tor Vorsprung nach Hause. In über 35 Jahren hat ZeeBee noch nie eine solche Steigerung von Training zu Wettkampf erlebt. Um eine lange Geschichte kurz zu machen, Nele wird sich noch weiter im Turnier steigern und nicht nur ihren Trainer sprachlos zurücklassen.

    Der Ulzburgcup: Die Spitzenmannschaften sind meist Jahrgangsmannschaften, spielen schon seit mindestens drei Jahren zusammen. ZeeBee hat nie Jahrgangsmannschaften, kann sich glücklich schätzen, wenn die Jüngsten schon während der E-Jugend mittrainiert haben. Das Ziel ist stets, in der Vorrunde möglichst ein Spiel gewinnen, dann ums Verrecken nicht das Viertelfinale zu erreichen. Vor zwei Jahren hat ZeeBee genau das verbockt, die Mädels sind mit zwei Klatschen im Gepäck aus dem Turnier gegangen. Dann lieber sowohl pädagogisch wertvoll die Klatschen am ersten Tag in der Vorrunde kassieren, sich steigern und dann psychologisch wertvoll möglichst am zweiten Turniertag alles gewinnen. ZeeBee schwört vor dem Spiel gegen St. Tönis die Eltern ein, dass es so oder so keinen Sieg geben wird, selbst wenn der Gegner schwächer sein sollte. Die Mädels weiht ZeeBee nicht ein, lässt sie eine Halbzeit ohne Support im Regen stehen, klärt dann erst in der Halbzeit über die Turnierstrategie auf. Es ist ohnehin fraglich, ob es eine Chance gegeben hätte. In der zweiten Hälfte coacht ZeeBee aber wieder im Wettkampfmodus, der deutliche Rückstand verringert sich zwischenzeitlich auf zwei Tore... letztlich geht das Spiel planmäßig verloren. Im letzten Gruppenspiel dann der regelmäßige Turniersieger Berliner TSC I. Gruppengegner 2 und 3 werden letztlich Turnierdritter und -zweiter - die Vorrunde ist jedenfalls schon mal anspruchsvoll. Gegen Berlin können die Mädels sechs, sieben Minuten gut mithalten, dann siegt die deutlich eingespieltere Mannschaft mit neun Toren. ZeeBee könnte schwören, dass Rückraum Links größer ist als er und die 1,80 erreicht.

    Fortsetzung folgt

    Ich korrigiere mich. Der Regionsverband (s.o.) hat sehr wohl Durchführungsbestimmungen für die Relegation erlassen. Die finden sich aber nicht im Downloadbereich der Homepage, sondern als Anhang eines Artikels im Nachrichtenarchiv. (So macht Satire einfach keinen Spaß mehr! Die Realität liefert nicht mehr die Vorlagen, die Realität ist bereits die Pointe.) Böse Überraschungen sind vorprogrammiert. Kein Trainer hält sich über den Rundbrief auf dem Laufenden, sondern sucht die Dfb im Downloadbereich.

    Und man hat sich auch Gedanken zu mehreren Mannschaften in der Relegation gemacht:

    Zitat

    1.11 Für den Einsatz in mehreren Mannschaften der gleichen Altersklasse ist § 45 Absatz 8 SpO sinngemäß für die gesamte Relegation anzuwenden. Ein Spieler ist in der Mannschaft festgespielt, in der er zuerst eingesetzt wurde und für eine weitere Mannschaft der gleichen Altersklasse dann nicht mehr teilnahmeberechtigt. Hierunter fallen auch die Relegationen zur Regionalliga und Oberliga in der gleichen Altersklasse.

    Der Rückgriff auf die Pokal-Regeln, ein durchaus sinniger Schachzug. Leider gibt es natürlich Vereine, die mit der Ersten und ggf. Zwoten schon qualifiziert sind. Dann geht die Vorschrift natürlich ins Leere. Sämtliche "Profis" dieser Altersklasse könnten dann in der Relegation auf unterster Ebene eingesetzt werden. Als ob Jahrzehnte des Missbrauchs nicht mal Anlass gewesen wären, hier einfach mal dazwischen zu hauen (§ 55 IV SpO liefert alle Optionen).

    Aber der Knüller natürlich der Versuch der Privilegierung der Vereine, die um die Teilnahme an der Jugendbundesliga mitspielen. Anders lässt sich die Erläuterung nicht verstehen. Was soll das?! Geht nur ebenfalls ins Leere, ich sehe kein Schlupfloch in § 45 VIII SpO.

    Es lebe der Föderalismus!

    Wir haben ganz frisch eine richtig knusprige Situation. Der Landesverband hatte bereits seine Quali-Runden angesetzt und - verhältnismäßig - scharfe Regeln eingeführt, was die Teilnahmeberechtigung von Spielerinnen in einer zweiten Mannschaft angeht, die in der Vorsaison in der ersten Mannschaft festgespielt waren (s.o.).

    Nun zieht der Regionsverband nach, setzt seine Quali-Runden an, gibt aber - vorerst jedenfalls - keine Durchführungsbestimmungen heraus. Es gilt dann die SpO. Das hat zur Folge, dass zweite Mannschaften auf Landesebene teils recht "kastriert" in die Quali gehen und womöglich tatsächlich mit der "echten" Zwoten spielen müssen, eine Ebene tiefer nun aber die Regionalligamannschaft für die Dritte abräumen darf. Kannste Dir nicht ausdenken.

    Es ist nicht klar geregelt, wie die 50 Stunden zu verstehen sind. Der Sachzusammenhang erleichtert aber die Auslegung:

    Die Spiele sind offiziell angesetzt, aus dem Spielplan ergeben sich die Anwurfzeiten. Was nirgends festgehalten wird (sprich ich kann mich schlecht darauf berufen):

    - etwaige Verzögerungen des Anpfiffs durch ein vorangegangenes Spiel

    - wann ein Spieler erstmals tatsächlich eingewechselt wird

    Daher kann ich nur dazu raten, ausschließlich den Spielplan heranzuziehen. Anpfiff Spiel 1 um XX:00, Anpfiff Spiel 3 um XX:00 plus 2 Tage und 2 Stunden. Die weitere Minute bräuchte ich gar nicht. Als Spielleitende Stelle würde ich Spielchen wie: "ist doch erst in der zweiten Halbzeit eingewechselt worden, da waren die 50 Stunden dann rum", gar nicht mitmachen.

    Ach ja... fand ich sportpolitisch ja sooo wichtig, die 48 h Regel um 2 Stunden zu erweitern. :nein: Was waren das vorher für chaotische Zustände.

    § 55 IV SpO gibt den Landesverbänden große Gestaltungsfreiheiten. Wie oben beschrieben, es reicht aber nicht, den Rahmen auszuschöpfen. Die Regelungen müssen dann aber auch umgesetzt werden, bzw. dürfen nicht durch Wildcards ausgehöhlt werden.

    Kaderlisten finde ich problematisch, selbst wenn zwei Teams parallel die Quali bestreiten. Soll über ein Stück Papier die Spielberechtigung einzelner Spieler eingeschränkt werden? Eine kleine Verletzungsmisere und die Dispositionsfreiheit fehlt.

    Der Ansatz, den Jungjahrgang in die Quali der zweiten Mannschaft zu zwingen und darüber hinaus "nicht festgespielte" Spieler des Altjahrgangs, ist auch nicht verkehrt. Dann muss die Regel aber frühzeitig bekannt sein und darf nicht nach der Saison hinter dem Busch hervorspringen. Und alle müssen sich klar sein, dass zum Saisonende hin womöglich Spiele im Hinblick auf die bevorstehende Quali abgeschenkt werden.

    Semantik: Eine Mannschaft, die in der Folgesaison komplett in der Ersten spielen wird, die Quali der Zwoten durchlaufen zu lassen, ist Trickserei.

    Die Quali der Jugend steht an. Und damit eines der schwierigsten Themen in der Spielordnung / in den Durchführungsbestimmungen: Wen darf ich in der zweiten Mannschaft einsetzen, wenn die erste Mannschaft derselben Altersklasse bereits qualifiziert ist? Früher galt: Zwischen den ersten beiden Saisonspielen darf es keine Wechsel zwischen den beiden Mannschaften geben, d.h. wer in den ersten beiden Quali-Spielen in der Zwoten eingesetzt wird, durfte dann in den ersten beiden Punktspielen der Ersten nicht eingesetzt werden. Hat hierzulande aber nie jemanden interessiert, die Platzhirsche schossen mit der Regionalliga- später Bundesligamannschaft die Zwote durch die Quali und der Landesverband hat beide Augen zugedrückt. Ungerecht? Scheißt der Papst in den Wald?

    Zuletzt in Niedersachsen/Bremen eine spannende Modifikation. Muss die Zwote in die Quali, zieht sie die Erste auch mit runter in die Relegation. Und dann galten per Dfb die Pokal-Festspielregeln: Innerhalb des Wettbewerbs durfte nicht die Mannschaft gewechselt werden. Ein sehr guter Ansatz... viele willkürliche Wildcard Entscheidungen haben das dann wieder untergraben, bzw. ich vermute, der DHB wird sich von den Landesverbänden nicht in die Suppe spucken lassen, dass fest qualifizierte Mannschaften nun wieder die Quali aufblähen.

    Für die Quali zur Saison 26/27 nun eine neue Variante im HVNB in den Dfb zur Relegation:


    Uff...

    Zitat

    §9 SpO DHB Spielsaison
    (...)
    (2) Im Jugendbereich gehören die Qualifikationsspiele zum neuen Spieljahr.

    Zitat

    §55 Einschränkung des Spielrechts in Meisterschaftsspielen
    (1) Für Vereine mit mehreren Mannschaften in derselben Altersklasse wird das Spielrecht der Spieler in Meisterschaftsspielen eines Spieljahres des Vereins in der Weise eingeschränkt,

    Alle Alarmglocken verstummen aber erst einmal, wenn man bei Absatz 4 ankommt:

    Zitat

    (4) Die Landesverbände können für den von ihnen geleiteten Spielbetrieb betreffend Qualifikationsspiele und -turniere im Jugendbereich abweichende Regelungen beschließen.

    Sehr weise Ermächtigungsgrundlage, die war dringend nötig. Endlich können die Landesverbände so etwas wie Gerechtigkeit in die Quali für das o.g. Thema reinbringen. Und dann kann man auch mal so tun, als wäre nach Saisonende noch wer festgespielt. § 55 IV SpO DHB ist ja recht offen.

    Option 1: Freiwilliger Verzicht auf einen Startplatz (in der Regionalliga), um dann mit beiden Teams Quali Regional-/ und Oberliga zu spielen. Wahrscheinlich weniger praxisrelevant, aber ein fairer Ansatz. Leider fehlt nun die Klausel, dass die Pokal-Festspielregeln für die Dauer der Quali gilt (keinerlei Wechsel zwischen den Teams).

    Option 2: Der (neue) Jungjahrgang darf ausnahmslos spielen, Spieler des (neuen) Altjahrgangs nur, wenn sie in der alten Saison nicht in der Regionalliga festgespielt waren.

    Der Jurist bekommt Schnappatmung.

    1. Quasi-Rückwirkung der Norm. Wäre es für die Trainer nicht schick gewesen, wenn sie zum Saisonende gewusst hätten, dass es taktisch schlau gewesen wäre, mehrere Spieler aussetzen zu lassen, damit sie für die Quali frei sind? Und wenn sie es gewusst hätten, wäre es nicht reihenweise zu Wettbewerbsverzerrung gekommen?

    2. Gleichbehandlungsgebot: Die Regionalligisten werden ausgebremst, die Bundesligisten können machen, was sie wollen? Ernsthaft?

    Sieht so aus, als würde hier der Föderalismus eine gerechte Lösung verhindern. Der DHB wird sich nicht vorschreiben lassen wollen, dass fest qualifizierte Mannschaften nun doch in die Quali sollen, nur weil es eine zweite Mannschaft auf Landesverbandsebene gibt. Aber warum es dem Landesverband nicht möglich sein soll zu prüfen, wer in der Vorsaison in der Bundesligamannschaft festgespielt war, will mir nicht in den Kopf. Wozu die Privilegierung der Bundesligisten? In der Praxis heißt das: Der Bundesligist läuft in der Regionalligaquali mit dem vollständigen Bundesligakader auf, während der Regionalligist in der Oberligaquali nur den Jungjahrgang einsetzen darf.

    Ich sehe da noch Optimierungsbedarf...

    Und wir kommen zur Siegerehrung für die Saison 25/26:

    Gold für Amelie mit € 810,- Strafgeld

    Silber teilen sich Emila und Levke mit je € 690,-


    Die Teamwertung:

    Gold geht an die SGM mit € 3.810,-

    Silber an die HSG BF mit € 1.770,-

    und Bronze an SVE H mit € 1.470,-

    Der TuS A mit zwei Teams in der Anfängerstaffel zusammen bei € 2.130,-, aber es ist nun mal eine Teamwertung. Trotzdem Respekt!


    Die inoffizielle Ausrede des Verbands: Der DHB sage, in der E könne man sich nicht festspielen. Das muss aber ein anderer DHB sein als der, der in der Spielordnung die Festspielregeln vorschreibt, keine Ausnahme für die E dort regelt und auch in den "Durchführungsbestimmungen für eine einheitliche Wettkampfstruktur im Kinderhandball" jegliche Ausnahmen vergessen hat.

    Mir geht es nur um die Drohkulisse auf dem nächsten Jugendstaffeltag für nächste Saison, wenn die Region aktuell zu viel Geld hat und mal eben auf € 13.000,- diese Saison verzichtet. Da macht sich ein Staffelleiter schon sehr viel Mühe, ein Auge zuzudrücken. Das heißt aber nicht, dass alle schlafen.

    Nur im Sinne der Anfänger muss sich da nächste Saison mal was ändern, wenn die echten Anfängermannschaften schon verzweifeln.

    Vorletzter Spieltag ist rum. Den hab ich noch mal analysiert und habe parallel noch mal geschaut, ob nicht noch neue Spielerinnen in der Schwarzen Liste dazugekommen sind. Ich bin jetzt bei

    € 12.990,-

    Strafgeldern in der ANFÄNGERSTAFFEL wE angekommen. :lol: Aber einen Spieltag gibt es ja noch...

    Das Perfideste: Gegen Ende der Saison werden Spielerinnen in der Anfängerstaffel E-Jugend eingesetzt, die nicht nur höherklassig festgespielt sind, die teils aber auch schon Erfahrung in der D-Jugend gesammelt haben. Das hat keinen Einfluss auf das Festspielen, wirft nur ein ganz neues Licht auf die Imbezilität einiger Trainer. Da ist eine Liga für Frischlinge eingerichtet, wo sie sich freischwimmen und erste Erfahrung im Handball sammeln dürfen. Und da werden nicht nur gleichaltrige Profis eingesetzt, sondern auch noch Mädchen die in der nächsthöheren Altersklasse bereits Erfahrung haben. Also nicht nur Hechte im Karpfenteich. Inzwischen wird mit Haien besetzt.

    Alle bekloppt.

    Moin!

    Wenn der Spieler aktuell das Erstspielrecht bei Verein A hat, kann er innerhalb des Wechselfensters zu Verein B wechseln und hätte keine Wartefrist (§ 26 II 2 SpO). So weit so gut.

    Ein Zweitspielrecht kann er dann aber nur für die nächste Saison beantragen, nicht für die Quali, denn beide Vereine haben ja eine B-Jugend (§ 19 XI S. 2 SpO).

    Andersherum, erst Quali spielen, dann wechseln, würde in jedem Fall die Wartefrist nach sich ziehen (§ 26 III lit. b) SpO), was aber eher nicht weh tut. Und ohne Wegfall der Wartefrist gilt auch nicht die Sperre bis zum 15.10. für ein neues Spielrecht, denn hierfür ist die Inanspruchnahme des Wechselfensters ohne Wartefrist Voraussetzung.


    Spricht eigentlich alles dafür, erst die Quali zu spielen und erst dann zu wechseln.

    Nach der Saison ist Quali-Saison. Bei uns laufen schon die Vorbereitungen heiß. "Kannst Du uns Waltraud und Elfriede für die Oberliga-Quali ausleihen? Falls wir es nicht schaffen, können sie ja..." Nee, können sie nicht! Weder bei Euch zu Gast mit Zweitspielrecht noch alternativ wechseln und einfach zurückwechseln.


    I. Zweitspielrecht Zweitverein für die Quali

    Das alte Spieljahr läuft zwar noch bis zum 30.06. (§ 8 SpO) und bestehende Jugendspielrechte erlöschen erst dann (§ 19 IX SpO), die Quali gehört in der Jugend aber bereits zur neuen Saison (§ 9 II SpO). Zeitlich überschneidend sind also sich eigentlich widersprechende Jugendspielrechte denkbar.

    Nein, ich kann keine Spielerinnen mit Zweitspielrecht für die Oberliga-Quali C-Jugend (weder C- noch D-Jugendliche) "verleihen". Wir planen mindestens eine C Jugend für den Spielbetrieb selbst zu melden. Ein Spielrecht im Zweitverein für die Quali funktioniert nur nach den Voraussetzungen des ehemaligen Gastspielrechts (§ 19 XI S. 2 SpO): In der Altersklasse, in der Quali gespielt wird, darf es im Erstverein (Heimatverein) keine Mannschaft geben, egal ob ich eine D- oder C-Jugendliche für die C verliehe. Spannende Frage für mich ist, ob zu dem Zeitpunkt dann überall schon die Mannschaftsmeldungen tatsächlich raus sind und was passiert, wenn der Erstverein später mal eine Mannschaft nachmeldet? Sind aber die hier erst mal nicht spannenden Exotenfälle.


    II. Fortbestand der Zweitspielrechte in der Saison

    Das für die Quali erteilte Spielrecht gilt dann für den Rest des Spieljahres fort (§ 19 XI S. 3 SpO - außer bei einem Vereinswechsel: § 23 VIII SpO), unabhängig vom Erfolg der Quali. Eins von maximal drei Spielrechten ist dann weg. Und der Zweitverein ist dann ebenfalls festgelegt. Schafft nur ein dritter Verein die Quali und der wird plötzlich attraktiver, bleibt nur der Vereinswechsel mit Wartefrist. Die Spielrechte lassen sich nur auf zwei Vereine verteilen (§ 19 I SpO).


    III. Vereinswechsel für die Quali

    Dafür gibt es das Wechselfenster vom 15. März bis 31. Mai (§ 26 II 2 SpO). Wer innerhalb dieses Zeitraums den Verein wechselt [UND noch keine Quali bislang gespielt hat: § 26 III lit. b) SpO], bekommt für Spiele der neuen Saison keine Wartefrist von zwei Monaten (sonst § 26 II 1 SpO). Für weiterführende Meisterschaften der alten Saison kann ich mich natürlich nicht - ohne Wartefrist - verstärken (§ 26 III lit. a) SpO).

    "Falls wir es nicht schaffen, können sie ja..." Gegen jegliche Trickserei (soll da ja jedes Jahr im Mai an der Lübecker Bucht wilde Völkerwanderungen im Handball gegeben haben), gibt es § 26 II SpO DHB: Wer das Wechselfenster in Anspruch genommen hat, kann bei einem weiteren späteren Vereinswechsel in derselben Saison oder bei Antrag auf ein neues Spielrecht in einem weiteren/im ehemaligen Verein nicht vor dem 15. Oktober spielen (§ 26 II 3 SpO). Die Formulierung:

    "... darf frühestens zum 15. Oktober desselben Jahres ein Vereinswechsel vollzogen oder weitere Jugendspielrechte erteilt werden..."

    spricht dafür, dass

    a) am 15.10. - nach Ablauf der Wartefrist - auch sofort gespielt werden darf ("vollzogen") und die Wartefrist nicht draufgeschlagen wird und

    b) "weitere Spielrechte erteilt" nur für den Zweitverein gilt, nicht den Erstverein, da im Erstverein die Spielrechte durch Spielen manifestiert werden und nicht erteilt werden müssen.


    Hab ich was übersehen?