Beiträge von Zickenbändiger

    Hat sich mal wer die Frage gestellt, warum Fuhr - mit wenigen Ausnahmen - mittelfristig nur mit jüngeren Spielerinnen arbeiten konnte? Erfahrene Spielerinnen sich den Psychoterror nicht angetan haben? Aus der Ferne gebe ich ihm fachlich eine Eins minus, menschlich muss man wohl lange suchen, um da einen kleineren Wicht in der Trainerschaft zu finden. Ich weiß von einem Fall der disziplinarischen Maßnahmen, der im Strafgesetzbuch klar geregelt ist (keine Körperverletzung o.ä., aber auch keine Beleidigung).


    Diese Schreckensherrschaft soll er sich mal in einer Männermannschaft erlauben... Nationalmannschaft der Bundeswehr mag funktionieren, JEDE ANDERE MÄNNERMANNSCHAFT SCHIESST IHN ZUM MOND! Ich habe einen halben Tag die Schlagzeilen nicht gelesen. Möge der DHB bitte auch die richtigen Konsequenzen ziehen!

    Wenn man in einem Verband Spielerinnen für ein 2. Mannschaft "melden" muss, kann ich für nichts garantieren. Dann steht dort in den Durchführungsbestimmungen möglicherweise was Abweichendes von der Spielordnung. Die Spielordnung kennt kein "melden" für eine Mannschaft. Im Bereich DHB gilt, man ist nach zwei Spielen in Folge in der oberen Mannschaft festgespielt. Jedes zweite Spiel kann also ausgeholfen werden, ohne dass sich was an der Teilnahmeberechtigung ändert.

    In der Region Hannover ist der erste Spieltag rum. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich mit der Abschaffung der Spezialregelung für die ersten beiden Spieltage anfreunden kann. Früher war es so, dass bei den ersten beiden Spieltagen der Saison nicht zwischen zwei Mannschaften einer Altersklasse gewechselt werden konnte. Das war so etwas wie eine Vorstufe zum Festspielen. Nach zwei Spieltagen sollte sich möglichst verteilt haben, wer Erste und wer Zwote spielt.


    Beispiele, weswegen ich kein Fan der Wildwest-Regelung bin:


    Sonntagmorgen schießen zwei C-Mädchen in der zweiten C-Jugend von L. zusammen 24 Tore in der untersten Klasse. Endergebnis 33:22. Nachmittags spielen die Mädels noch einmal, nun eine Liga höher, und ballern zusammen 19 Tore.


    In der D-Jugend gewinnt L.-R. wD II mit 20:12. Eine Auswahlspielerin des älteren Jahrgangs erzielt so viele Tore wie der Gegner insgesamt.


    Bei uns im Verein müssen mehrere Jungs der mD I in der Zwoten "aushelfen". Starspieler der D I ist auch eine der "Aushilfen", spielt durch, andere versauern auf der Bank, schmeißt 11 Toren.


    Im männlichen Bereich sehe ich Oberligaspieler, die am ersten Spieltag in der Kreisklasse eingesetzt werden. Ja... alles regelkonform. Die alte Regelung fand ich besser.

    Spielsteuerung


    Spielchen im gestrigen Training. Drei Ballhalterinnen im Dreieck, zwei "Schweinchen in der Mitte", die den Ball abfangen sollen. Bei Ballgewinn Rollentausch der zwei Spielerinnen.


    Prophylaktisch: Ein Dreieck aus Gummitellerchen am Boden, ein Fuß auf dem Teller, damit außen nicht im Kreis gerannt wird.


    Jeder Pass wird abgefangen.


    Dreieck verkleinert.


    Zwei Schweinchen positionieren sich unmittelbar vor den Passempfängerinnen, das Spiel ist tot.


    Passempfängerinnen dürfen den Teller verlassen, um sich anzubieten.


    Das Gerenne der Passempfängerinnen geht los.


    Schweinchen dürfen statt des Balls einen "steal" machen, den Teller besetzen und so Rollen tauschen.


    Schweinchen stellen wieder die Passempfängerinnen zu, das Spiel ist tot.


    Passempfängerinnen dürfen (wenn ein Fuß auf dem Teller ist) die Schweinchen abschlagen => 3 Liegestütze


    Die Bogenlampen erwähne ich mal nicht. Schwierige Geburt, aber durch ständiges Anpassen der Rahmenbedingungen ist einiges möglich.


    Und wo wir beim Thema sind: Vorausschauende Übungssteuerung


    Welcher Trainer kennt das nicht. Zwei gegen Zwei o.ä. mit einer oder zwei Anspielerinnen. Jede Übung/jedes Spiel mit Anspielstation, die keinerlei Torgefahr ausstrahlt, die keine Abwehrspielerin bindet, birgt dieselbe Gefahr. Jeder Pass wird von der benachbarten Abwehrspielerin abgefangen, die Übung ist tot.


    Der Abwehrspielerin ihre ureigenste Aufgabe verbieten? Alles schon erlebt, ist aber grober Unfug. Einer voll berechtigten Angreiferin mit Ball würde ich sagen: "Wenn Du zu faul bist, Dich torgefährlich zu machen, in der Lücke auch die Nachbarabwehrspielerin zu binden, ist der Ball weg!" Geht hier nicht, die Anspielerin hat keine torgefährliche Rolle (könnte aber beispielsweise bei Ballbesitz ein Markierung in "ihrer Lücke" auf dem Neuner berühren dürfen => Bonusaufgabe Abwehrspielerin).


    Die Korrektur geht bei mir also in der Regel an die Passempfängerin, die offenbar nur rumsteht, den Ball erwartet und diesen sich vor der Nase wegschnappen lässt. Sie muss in Vorleistung gehen, dem Pass entgegen gehen/eine Lauftäuschung machen/die Abwehrspielerin hinterlaufen.


    Die Abwehrspielerin neben der Anspielstation schränke ich dagegen nur ein, wenn ich die Stoßbewegung der Ballempfängerin und die Auftaktdynamik brauche. Dann darf sich z.B. die Abwehrspielerin erst bei Ballkontakt ihrer Gegenspielerin bewegen.

    Bin ich in der Sache ganz bei Dir, daher die Großbuchstaben. Ich war letztes Jahr Zeuge, wie unsere Starspielerin der wC I verletzt in Bremen auf der Bank saß und das wäre ihr zweites ausgesetztes Spiel in Folge gewesen. Der Trainer ließ sie nicht als Betreuerin eintragen, sondern beließ es dabei, sie als Spielerin laufen zu lassen. Ich wollte sie in der Folgewoche in der C II einsetzen...

    Mein alljährlicher Hinweis an die Trainerkollegen meines Vereins:



    Moin!


    Die Saison geht los, damit auch die ersten Fallgruben der Spielordnung. Folgendes gilt nur für die Altersklassen bei uns, die doppelt besetzt sind. U21/U23 Regeln spare ich aus.


    - Während der ersten beiden Spiele zweier Mannschaften in einer Altersklasse herrscht Narrenfreiheit. Die Erste darf - inzwischen - in der Zwoten alles wegballern. Das absolute Hin- und Herwechselverbot gibt es seit einigen Jahren nicht mehr.


    - Ein Handballmensch ist nach zwei aufeinanderfolgenden Spielen der oberen Mannschaft innerhalb einer Altersklasse vorerst dort festgespielt. Was zwei aufeinanderfolgende Spiele sind, bestimmt sich allein, ausschließlich, exklusiv, einzig, schier, lediglich nach DEM SPIELPLAN DER OBEREN MANNSCHAFT. Was zwischendurch in der unteren Mannschaft passiert, betrifft "zwei aufeinanderfolgende Spiele" nicht! ("Aber da war doch ein Spiel der Zwoten dazwischen!" "Und das war Spiel Nr. 3,5 oder was?!")


    - Ist der Handballmensch erst einmal festgespielt, darf er "unten" nicht mehr eingesetzt werden, sonst sind die Punkte futsch.


    - Ich kann jedem, der fragt, zeigen, wo es steht, dass sich ein Handballmensch in der höheren Liga festspielt. Noch niemand konnte mir zeigen, wo eine Ausnahme geregelt ist, dass dies nicht für Handballmenschen einer tieferen Altersklasse gilt. Meine D-Mädels würden sich genauso in der C I festspielen wie jede C II Spielerin! Aber nur im Verhältnis zur C II und nicht zur eigenen Altersklasse.


    - Festgespielt sein ist aber nicht in Stein gemeißelt. Ich kann wieder frei werden durch


    a) oben zwei Spiele aussetzen oder


    b) oben sechs Wochen (früher vier!) pausieren.


    Eine Ummeldung an den Verband ist nicht mehr erforderlich.


    - Und weil das im Gegensatz zu früher nach der letzten Änderung der SpO viel zu unkompliziert ist und zu wenig Strafgelder nach sich zieht, hat sich der DHB eine Auslegung ausgedacht, um wieder möglichst viel Verwirrung zu stiften. Neben dem Status


    a) frei


    b) festgespielt


    gibt es nun auch ohne jegliche Stütze in der Spielordnung


    c) a bisserl festgespielt.


    Ich versuche den Irrsinn mal zu erläutern.


    nicht festgespielt: Saisonbeginn oder nach zwei oben ausgesetzten Spielen


    festgespielt: zwei aufeinanderfolgende Spiele oben auf dem Spielformular gestanden


    a bisserl festgespielt: sechs Wochen pausiert


    Der juristische Geniestreich: Wenn ich nach Spiel Nr. 6 der oberen Mannschaft sechs Wochen ausgesetzt hatte, darf ich unten wieder spielen. Aber nehme ich dann an Spiel Nr. 7 teil, habe ich ja zwei aufeinanderfolgende Spiele absolviert. Ich war nach der Pause halt nur a bisserl festgespielt Hat der DHB leider seine eigene Spielordnung nicht verstanden. Erst fing der Spuk auf Regionsebene an, dann hat sich der DHB dem Schwachsinn angeschlossen.


    - Zum Saisonende gibt es keine Einschränkung mehr, man kann auch für die letzten beiden Saisonspiele unten wieder frei werden.


    Achtung Falle: Zuletzt war es in nuScore so, dass die Kader des letzten Spiels gespeichert blieben. Fehlt ein Handballmensch, musste er aktiv gelöscht werden. Wird er nicht gelöscht, spielt er sich in Abwesenheit womöglich fest. Eine Freude, sich nachträglich mit dem Verband rumzuschlagen, WENN DER TRAINER DAS PROTOKOLL DOCH GEPRÜFT UND ABGEZEICHNET HAT!



    Sportliche Grüße



    Der Rechtswart

    Kleiner Zwischenbericht. Wir üben den Handgelenkspass regelmäßig in jedem Training. Bei vielen sieht das schon rund aus, bei einigen sogar mit der falschen Hand. Gestern im Turnier, sechs Spiele, nicht unerwartet nichts davon zu sehen.


    Eine Gegenspielerin in der D-Jugend, technisch gute und flinke RM, hat den Pass bereits im Repertoire und setzt ihn bei etwa jedem zweiten Pass im Positionsspiel ein. Und von den Handgelenkspässen sind etwa ein Drittel taktisch angebracht... zwei Drittel dagegen Show. DAS wird es bei mir nicht geben.

    Tolles Interview, spricht mir aus der Seele. Will ich nicht bis ins Detail kommentieren, ich habe mal ein Zitat rausgegriffen:


    Zitat

    Warum gibt es keine Ausbildung, an deren Ende man sagen kann: Ich gehöre jetzt zu den besten Kinderhandball-Trainern? Und, ein weiterer wichtiger Punkt sind eben die Karrieremöglichkeiten: Ich müsste die Chance haben, auch als top Kinderhandballtrainer in einem Leistungszentrum eine zentrale Rolle zu begleiten.

    Quelle: https://www.handball-world.new…d.r/news-1-1-1-145021.htm

    Der erste Satz ist... diskutierbar. Wenn ich die Ausbildung zum EHF Master Coach abschließe, bin ich dann einer der besten Bundesligatrainer? Welche Form der Ausbildung macht mich denn zu einem der besten Kinderhandballtrainer? Außer die C-Lizenz in der Eigenwahrnehmung eines Zwanzigjährigen. Mit einer Erfahrung von über dreißig Jahren kann ich behaupten, einer der erfahreneren Kindertrainer zu sein. Und an Erfahrung führt auch kein Weg vorbei auf dem Weg zum "besten Kinderhandballtrainer". Ein, zwei Naturtalente habe ich bislang erleben dürfen. Die stießen dann aber mit wenig Lebenserfahrung an andere Grenzen und konnten Konflikte mit Spielern nicht lösen.


    Den zweiten Satz find ich spannender. Kinderhandballtrainer eingebunden im Leistungszentrum. Das Pferd mal andersherum aufzäumen. Vision statt Rückschau auf der Suche nach der Zukunft. Wenn der neue 1. Herren oder 1. Damen Trainer antritt, dann bekommt er häufig den Job, mal das "Vereinskonzept" zu überarbeiten oder gar zu erstellen. Selbst schon erlebt. Nur ist der Vogel in anderthalb Jahren wieder weg und ein ganz anderer Trainertyp übernimmt. Ich bin dann immer noch da. Ich werde aber nicht gefragt. Nur als Beispiel: Wäre ich in einem Leistungszentrum eingebunden, würde es in der Spitzenmannschaft diese Zirkusnummer Rückraum Mitte kreuzt in Zeitlupe mit Kreis oder dasselbe Spielchen zwischen Halb und Außen nicht mehr geben...

    Ein Trainingslager organisieren


    Nach ein paar Jahren gelungener Kooperation mit Tim (Grüße in die Grafschaft!) der SG Neuenhaus/Uelsen, zwischenzeitlich FC Schüttorf, hier das Rezept für ein erfolgreiches Trainingslager. Man nehme:


    - eine etwa gleichstarke Partnermannschaft

    Trainingslager mit 20 bis 26 Spielerinnen ist um Einiges aufregender und ich kann besser homogene Trainingsgruppen bilden (dritte Mannschaft geht auch, wird aber seeehr anstrengend). Letztes Jahr stellte sich nach der Saison heraus, es hatten die späteren Regionsmeister Bentheim/Emsland und Hannover/Weser/Leine gemeinsam trainiert, die beide zusammen in der Saison 21/22 gerade mal vier Punkte abgaben.


    - mit einem Trainer auf eigener Wellenlänge

    Tolle Partnermannschaft hilft nichts, wenn der Trainer anders tickt und eine andere Philosophie vertritt. Wenn ich im Trainingslager die offensive Deckung oder meinen Spleen für lange noch Manndeckung in der D-Jugend beibehalten, verteidigen muss, bin ich im falschen Film


    - eine Sportstätte mit Übernachtungsmöglichkeit und ggf. Küche, Kühlschrank, etc.

    Haben wir zu Hause nicht, so dass ich für ein Trainingslager stets auf Reisen gehe. Ratekau, Leipzig, Schüttorf, nun Neuenhaus.


    - mit gehörigem Abstand zum Wohnort

    Aus mehreren Gründen. Für die reisenden Mädels das Erlebnis der gemeinsamen An- und Abfahrt (am besten mit dem Zug für das Gemeinschaftsgefühl und das dämliche Werwolfspiel). Dann um die Helikoptereltern fernzuhalten. Um niemanden auf den Gedanken kommen zu lassen, dass ein Kind abends nach Hause pendelt. Und für uns abgrundtief böse Trainer: Damit der Partner nicht fürchten muss, dass ich seine Linkshänderin, Torhüterin oder sonstige Starspielerin auf dem Rückweg mitnehme. Mein vorletztes Trainingslager musste ich genau aus dem Grund kurzfristig komplett umkrempeln und verlegen...


    - eine rührige Elternschaft vor Ort

    Es müssen Brötchen gekauft und geschmiert werden, Gemüse und Obst geschnippelt, gegrillt, ggf. was aufgebaut werden. Reichlich Wasser wird gebraucht.


    Tim und ich organisieren uns wie folgt:


    - Trainingsgruppen werden gebildet

    Im Vorfeld stellen wir drei Leistungsgruppen zusammen, damit in homogenen Gruppen trainiert werden kann. Zugegeben: Wenn man mit drei Vereinen trainiert und eine D-Jugend Elitegruppe erstellt, die sich fast alle später in der Landesauswahl wieder begegnen, dann ist das schon geil! Aber zwei Mannschaften sind von der Anzahl her gut zu managen. Zur Übersicht bekommen die Gruppen Namen, die nichts über ihre Rangordnung verraten (Trolle, Orks, Oger oder Muffins, Kekse, Croissants - ein immer wiederkehrender Quell der Freude).


    - Trainingsinhalte absprechen

    Zwei Trainer suchen sich je einen handballerischen Schwerpunkt aus und stimmen diesen ab. Es gilt für die Trainer mit ihren Schwerpunkten jeweils fünf Einheiten a zwanzig Minuten zu füllen. Die Einheiten bauen aufeinander auf und werden immer schwieriger/komplexer. Auf die Co-Trainerinnen delegieren wir das "Kontrastprogramm" und das Aufwärmen. Jede der fünf Einheiten (1x Freitagabend, 3x Samstag, 1x Sonntagmorgen) beginnt mit gemeinsamen Aufwärmen oder in zwei Gruppen. Dann verteilen sich die drei Gruppen auf zwei Trainer und eine Co-Trainerin für jeweils zwanzig Minuten. Trinkpause, rotieren. Ich überziehe immer gerne, die anderen müssen dann mal auf die Zeit pochen. Rücksicht nehmen: Einheit 4 und 5 finden nicht mehr mit derselben Intensität statt wie bis dahin. Nicht vergessen: Mindestens zwei, drei TW Trainingseinheiten!


    Im "Kontrastprogramm" bringen wir Koordination, Motorik, Athletik, Schnelligkeit usw. unter. Zwei handballspezifische Schwerpunkte reichen mir. Natürlich kann in einer Kontrasteinheit auch mal Handballerisches außer der Reihe gemacht werden.


    - Trainingsspiel

    Ganz wichtig zum Abschluss, wenn alle platt sind, das Trainingsspiel, um die Einheiten mal umzusetzen. Da trennt sich die Spreu vom Weizen. Ich hatte das Thema "Ballannahme in der Vorwärtsbewegung". Einige meiner Mädels waren im Trainingsspiel eifrig am Stoßen, einige standen zur Ballannahme rum und drehten Däumchen.


    - Trainingsinhalte

    In der Vergangenheit hatten wir in der D-Jugend Trainingsschwerpunkte wie:

    Ballannahme in der Vorwärtsbewegung

    Übergang zur sinkenden Manndeckung

    Kooperation Rückraum/Kreis

    Täuschungen

    Einführung Raumdeckung/erste Kooperation 2:2/3:3


    In der C-Jugend kann ich mich fast einzig und allein an Einführung 3:2:1 erinnern, allerdings ein dankbares Thema für ein Trainingslager. Für die ersten Schritte in der 3:2:1 genau der richtige Trainingsumfang, wie wir letzten Sonntag mit der wC sehen konnten, die als dritte Mannschaft mit an Bord war.


    P.S.: Mit der stärksten Trainingsgruppe habe ich beim Stoßen den Handgelenkspass (nach Nullschritt, also der Drohung von weiteren drei explosiven Schritten zum Durchbruch) mit eingebunden (beschränkt auf die Situation, dass die Abwehrspielerin nicht mehr gezogen werden musste, sondern schnell da war!). Ich kann nur dringend empfehlen, falls es das "Dogma des verbotenen Passes" noch gibt, das zu überdenken. Wie oben schon: Wenn die Zirkusscheiße mit Handgelenkspässen anfängt, Spielerin auf die Bank! Aber situativ richtig ist das ein Baustein auf dem Weg zum U18 WM Titel.

    Zitat

    Das Regelwerk beim Shoot-Out hat im Grunde zwei Abzweigungen im Entscheidendungsbaum:


    Nr.1 kann die Schützin die Torhüterin sehen. Wenn nicht, nach Kontakt Rot für die TW und Strafwurf.


    Nr.2 Schützin kann Torhüterin sehen, wer nimmt zuerst den Raum ein. Entweder Stürmerfoul oder Rot für TW plus Strafwurf.

    Hatte ich auch gedacht und war verwundert über die zurückhaltende Spielweise der Werfer. In einem Falle hatte die TW sogar aktiv Rumpfkontakt hergestellt, die Werferin verunsichert und kam damit davon. Sand ist aber nicht Halle:


    Zitat

    Disqualifikation
    16:6 Eine Disqualifikation ist auszusprechen bei

    (…)

    d) Regelwidrigkeiten des Torhüters, wenn er beim „Shootout“ seinenTorraum verlässt und die Gesundheit des Gegenspielers gefährdet (Regel 8:5: Aktionen, welche deutlich gegen den Körper des Gegenspielers gerichtet sind und nicht das Ziel haben, den Ball zu spielen);


    Ich vermute, dass abgewogen wurde zwischen 1. Welle Halle und Shootout Sand. In der Halle wesentlich höhere Geschwindigkeit auf der einen Seite, die taktischen Möglichkeiten des TW im Sand auf der anderen Seite. Und das war ja teils schon geil, wie mit den Werferinnen gespielt wurde.

    Die eklatantesten Fehler hab ich in der wB gesehen (s.o.). Generell fand ich erschreckend, wie erfolgreich die offensive Torhüterin in der weiblichen Jugend beim Penalty agiert hat, weil es da selten Lösungen der Werferin gab. Ich musste eben mal ins Regelwerk schauen, warum die Werferin nicht einfach die Torhüterin umspringt. Das TW Spiel ist so aber vom Regelwerk gewollt/geduldet. Bei den Mädchen wenig, bei einigen Teams gar keine Kempatore. Das muss ab der B drin sein.


    Insgesamt habe ich nur wenig Tempospiel gesehen, vielleicht auch den Temperaturen und dem Spielplan geschuldet. Aber auch dann hätten die Teams Ansätze gezeigt, wenn Tempo in der DNA liegt. In der weiblichen D zähle ich manchmal im Training fünf Sekunden nach Ballgewinn TW runter und will dann eine Torchance sehen. Gut, wir machen auch keinen Spezialistenwechsel im Tor, wie das ab der C oder B üblich ist. Die TW Wechsel müssen offenbar bei der DM perfekt geklappt haben, meine zwölfjährigen Mädels machen im Schnitt pro Spiel mehr Tore von Tor zu Tor als ich in acht bis zehn Spielen bei der DM zusammen gesehen habe.

    Weil die Jugend DM angesprochen wurde:


    Großartig, dass es den Livestream gab. Dass die Ergebniseinblendung nahezu nie aktuell war, ließ sich verschmerzen. Was nervte:


    - Die Nr. 12 mit tollem Spinshot.

    - Super Block von der Nr. 6.

    - Parade von der Nr. 1.


    Der ganze Aufwand und keine Mannschaftslisten für die Kommentatoren. Meine Fresse... amateurhaft.


    Lichtblick am Mikro: Finja Lotta Kock, Bramstedter Trainerin. Und nicht nur, weil sie unter "Zickenbändigerin" firmiert. :D Frei von der Leber losgeplaudert, ab und an ging es auch um das Spiel. Naturtalent: verhaften für zukünftige Übertragungen!


    Teils tolle Spiele und klasse Spieler. Aber was ich in der wB an Anfängerfehlern beim Shoot-Out gesehen habe... unglaublich.


    - Angriff wird abgepfiffen, weil die Werferin mitten auf dem Spielfeld einschläft.

    - Passwinkel Scheiße, weil die Werferin direkt die Spielfeldmitte ansteuert.

    - Werferin steht vor dem Abschluss der herausgelaufenen Torhüterin auf den Füßen wie das Kaninchen vor der Schlange, weil zwei von drei Schritten für das Umdrehen verbrannt wurden. Bei mir lernen die elfjährigen Mädchen, dass die Füße NIEMALS bei der Ballannahme zum Ball sondern in Laufrichtung zeigen. Und in der Altersklasse dürfen die Keeper nicht mal raus.


    Für eine DM ist das Niveau leider noch erschreckend . Hoffentlich wird allmählich die Basis breiter, damit dort wirklich nur Elite aufläuft.

    Der verbotene Pass


    Danke Südkorea! Es kommt nur selten vor, dass das Studium einer EM oder WM wirklich neue Erkenntnisse bringt. Die U18 WM in Nord Mazedonien bringt mich als Jugendtrainer richtig voran. Kleine Spielerinnen, schneller Handball, dynamische Körpertäuschungen, überraschende Aktionen mit der Kreisläuferin... und immer wieder der verbotene Pass. Und trotzdem klappt der Parallelstoß. Auch ohne torgefährliches Heben des Wurfarms.


    Ich habe mal gelernt, man könne ENTWEDER torgefährlich/druckvoll ODER schnell spielen. Nicht beides gleichzeitig. Das muss mal auf den Prüfstand. Stoßen, torgefährlich machen, Schuss oder weiterspielen. Mein ABC der Einführung des Positionsspiels. Die Koreanerinnen führen das ad absurdum. Handgelenkspässe als Transportpass, für den Parallelstoß, beim Kreuzen (angesichts der Entfernungen beim Pass eher Positionswechsel) und mit der kreuzenden Kreisläuferin.


    Jahrelang war bei mir der Handgelenkspasse komplett verboten. Später ausnahmsweise erlaubt, wenn es mal schnell gehen muss. Letzte Saison hat in der wD mal meine RM einen Handgelenkspass erfolgreich und zur Überraschung aller an den Kreis gespiel... gefeuert. Tor. Dennoch blieb es bei mir eher bei der Duldung, in Passübungen habe ich aber immer wieder betont, dass das der "böse Pass" ohne vorherige Torgefahr ist, der nur in ganz bestimmten Situationen vorkommen soll.


    Jüngst machen wir in der Koordinationsleiter auch Handgelenkspasstäuschungen, seit gestern kommt der Pass bei mir auch in Grundübungen/-spielen vor:


    "Wenn die Abwehrspielerin auf Dich zurennt/schnell die Lücke schließt, brauchst Du Dich nicht mehr torgefährlich zu machen. Spiel den Pass von unten heraus!"

    Zitat

    §22 Jugendschutzbestimmungen


    (1) Jugendliche sollen in einer Mannschaft spielen, die ihrer Altersklasse entspricht. Der Einsatz Jugendlicher ist nur bis in die nächsthöhere Jugendaltersklasse zulässig. In einer Spielsaison darf der Einsatz (vgl. a. § 19 Abs. 1) jedoch in höchstens zwei Altersklassen gemäß § 37 Abs. 2 und 3 erfolgen; der Einsatz in Jugendqualifikationsspielen und Spielen der Jugend-Bundesliga der weiblichen A-Jugend wird hierauf nicht angerechnet. Abweichend davon ist ein Einsatz in einer dritten Altersklasse zulässig, sobald die Spielsaison für eine Altersklasse, in der der/ die Jugendliche zuvor zum Einsatz gekommen ist, abgeschlossen ist.

    Die einzige Ausnahme für das Überspringen von Altersklassen ist von wB zur Damen ab dem 16. Geburtstag, bzw. bei DHB Spielern mit Vollendung des 16. Lebensjahres.


    Vor mehreren Jahren ging das noch, eine C-Jugendliche in der A einzusetzen. Dann hat man an den Stichtagen in der SpO geschraubt und auf einen Schlag war das vorbei. Ich habe mal Spiele um die A-Jugend Norddeutsche Meisterschaft gesehen, wo die spätere Juniorennationalspielerin Penda Marie Bönighausen als C-Jugendliche mitgewirkt hat. Sie war Leistungsträgerin... Schade! Hat ihr sicher nicht geschadet.

    Niedersachsen geht das Problem bereits an und bietet einen five-a-side Spielbetrieb als Pilotprojekt mit gemischten Mannschaften an. Erfahrungsberichte habe ich nicht.


    Spinnen wir das mal für den regulären Hallenhandball weiter und die Spielordnung DHB erfährt in § 37 IV die entsprechende Änderung. Aktuell sind gemischte Mannschaften nur in D, E und F erlaubt. Für die C Jugend dürfen die Landesverbände das ebenso regeln.


    Es war in Hannover ein Riesenskandal, dass ich vor einigen Jahren mal "gemischte" Mannschaft sehr frei interpretiert habe und mit einer reinen Mädchenmannschaft in der männlichen D angetreten bin. Und da wir in der zweithöchsten Liga (wir waren die mD II und durften gar nicht höher melden) die meisten Jungsmannschaften geschlagen haben, teils deutlich, gab es in der Folgesaison zum Schutze des verletzlichen männlichen Egos* folgende neue Bestimmung: In der männlichen E und D Jugend dürfen gemischte Mannschaften antreten, allerdings dürfen sich immer nur maximal vier Mädchen gleichzeitig auf dem Spielfeld befinden. Also habe ich mir einen Fußballtorwart als Quotenjungen ins Tor gestellt und (fast) alle Spiele 4:6 bestritten. Eine Farce? Eine Farce!


    Jetzt stelle man sich vor, Frauen drängen in Männermannschaften. Welchen rechtlichen Riegel muss die Handballregion Hannover dann davor schieben, dass eine gemischte Mannschaft nicht gegen eine reine Männermannschaft gewinnt, um die armen Seelen der Spieler zu beschützen?


    *Das war ehrlich das Hauptargument auf dem Jugendstaffeltag, warum keine Mädchenmannschaft am Jungsspielbetrieb teilnehmen dürfe. Die Schmach am Montag in der Schule...

    Von den Großen abgeschaut


    Beim CL Final4 der Männer ging es mir so richtig auf die Nerven. RM kreuzt mit KM, der findet sich nun in der anderen Abwehrhälfte wieder, alles nahezu in Zeitlupe, kein Zugzwang, kein Stellungsvorteil, der Sinn ergibt sich mir bis heute nicht. Einen befreundeten Trainer mit Ahnung interviewt. Im Männerbereich wohl eher ein Auftakt für eine Folgehandlung, im Frauenbereich passiert wohl nach dem Kreuz oder unmittelbar aus dem Kreuz heraus (manchmal) was. Hmmmm....


    Nur mal so eine Idee: Was ist, wenn ich aus dem Kreuzen mit dem Kreis eine Auftakthandlung im Kinder- und Jugendhandlung (konkret D und C) bastele?


    >>Und wieder ein Trainer, der die Kinder mit Taktik überfrachten will!<<


    Au contraire! Wenn ich nur den Laufweg der Kreisläuferin als Auftakt festlege, sie mit RM kreuzt (oder lediglich den Laufweg schneidet), KM dann mit Ballannahme sofort torgefährlich werden muss und ich eine Handvoll Folgehandlungen aufzeige, ab da freies Spiel... kann denn ein solcher Spaß Sünde sein?


    Was haben wir für Gegebenheiten?


    - Die Ausbildung der Kreisläufer ist flächendeckend für die Wurst. Ich nehme mich da gar nicht aus. In der C-Lizenz Ausbildung habe ich NICHTS über die Position gelernt. Einige Trainer kennen die Schlagworte "Nachlaufen", "Gegenziehen", "Stellen" oder "Sperren". Wie viele Trainer schulen das? Nach der B-Lizenz Ausbildung wusste ich ne Menge über Sperren/Absetzen. In der ht fanden sich ab etwa '95 über zwanzig Jahre lang gefühlt drei Artikel über Kreisläuferspiel. Was soll dabei rumkommen?


    Einschub: Die Gedanken hier sollen nicht die Ausbildung in Basics ersetzen. Aber warum nicht mal ein Bonbon für die zweitvernachlässigste Position? Einfach mal die KM in das Rampenlicht schieben.


    - Die Abwehrreihen (D- und C-Jugend) lernen gerade die Kooperation. Hinten Mitte ist noch keine gestandene Spielerpersönlichkeit und lernt in der C allmählich (hoffentlich) die Chefrolle.


    - Keine Deckungsreihe dieser Altersklasse hat jemals eine Kreisläuferin im Rückraum kreuzen/schneiden sehen. Keine HM wurde jemals vor die Aufgabe gestellt, dass ihre Gegenspielerin in den Rückraum abwandert (außer mal zum Stellen oder Sperren).


    Spaßpotenzial!


    Ich stelle mir folgende Fragen:


    - Wie wird HM reagieren, wenn KM in den Rückraum verschwindet? Als Klette folgen? Tief entlang des Sechsers begleiten? Diagonal auf die vermutete Wiedereintrittstelle laufen?


    - Lässt sich VM von KM locken? Ignoriert sie KM? Klammern als einzige Lösung? Was ist, wenn KM unmittelbar hinter ihrem Rücken wieder übergeht?


    - Ich habe (voraussichtlich) kurzfristig eine Überzahl im Rückraum. Lässt sich diese für einen Parallelstoß (mit Weiterspielen) fruchtbar nutzen? Ich will ja gerade keine automatisierte Zirkusnummer wie im Profibereich.


    - Wie reagiert VM, wenn statt KM nun RM übergeht? Und rechtzeitig? Wenn plötzlich beide übergehen?


    - Wie groß ist das Chaos, wenn unmittelbar aus dem Kreuz mit KM / zeitgleich mit dem Kreuz mit KM die zweite Auslösehandlung folgt?


    Letzte Saison habe ich mit meiner Phantommannschaft C II (etwa halbe/halbe D und C, kein gemeinsames Training) gegen 3:2:1 zunächst stets mit 2:4 gespielt. Die Abwehr vor Aufgaben stellen mit den Mitteln einer fortgeschrittenen D-Jugend, ohne dass ich im Training Zeit darauf verschwende, C-Jugend Trainingsinhalte im D-Jugend Training zu bringen. Die Gegner haben sich im Laufe der Saison zunehmend besser darauf eingestellt, allerdings eher mit sehr defensiven, wenig regelkonformen Varianten. Übergänge haben wir nur ausnahmsweise mal aus 3:3 eingestreut.


    Ich denke, ich hab da eine neue Idee.

    Liebes Handballtagebuch!


    Ohne das Beachturnier in Cuxhaven ist es kein richtiger Sommer. Zwei Jahre ohne Sommer, nun ist es wieder so weit. ZeeBee hat elf Mädchen mit dabei und die Mädels haben im Training ganz gute Ansätze gezeigt. Zweimal die Woche nach dem Hallentraining haben sie noch mal je eine Stunde in der Sandkiste durchgezogen. Bam Bam und Katharina treffen zielsicher aus dem Spinshot, mehrere Mädchen sind zumindest kurz davor, die Technik zu meistern. Das ansonsten nirgends gespielte Wechselsystem (Läuferin, ein Wechsel Abwehr, ein Wechsel Angriff, kein Spezialistenwechsel im Tor für mehr Speed) sitzt. Und der große Trumpf wird sein, dass mindestens fünf Mädchen von Tor zu Tor treffen können.


    ZeeBee nimmt sich den Freitag frei, setzt den Rucksack auf und fährt morgens mit der Bahn vorweg, den Claim auf dem Zeltplatz abzustecken. Die Mädels trudeln im Laufe des Nachmittags nach und nach ein, Handballpapa Martin erscheint mit einer halben Zeltstadt im Gepäck. Der Grill wird angeschmissen. ZeeBee verpennt die Trainerbesprechung.


    Das erste Spiel ist erst nach 10:00. Kein Grund, nicht als allererstes zum Frühstück um 6:50 anzustehen. Vielleicht war das mit dem Zivildienst die falsche Berufung... ZeeBee vertilgt zwei Brötchen, einen Yoghurt und eine Banane. Wie wollen einige Mädchen den Turniertag mit einem Yoghurt bewältigen? Und wissen sie, dass die Mannschaftskasse € 7,50 für den Yoghurt bezahlt hat? Am zweiten Turniertag ändert ZeeBee daraufhin die Spielregeln: "Wir spielen heute Morgen ein Spiel. Wer ein Brötchen oder eine Banane ist, darf nachher mitspielen." Große Augen, vier Mädchen stehen vom Tisch auf und rennen los.


    ZeeBee verpennt die zweite Trainerbesprechung.


    >>Wie heißen wir eigentlich?<<

    >>Werdet Ihr merken, wenn Ihr aufgerufen werdet.<<


    Irgendwann spricht es sich allerdings herum, dass wir "Bam Bam und die Ulzburgcupraketen" sind, sehr zum Misfallen des Stadionsprechers. Erstes Spiel. Der Gegner hat noch nicht wirklich viel im Sand geübt. Lange Torwürfe von Tor zu Tor, lange Pässe zur Einwechselspielerin vorn und Spinshot, nur die Deckung will noch nicht so richtig zur Ballseite verschieben. Deutlicher Sieg. Zweites Spiel. Der Gegner hat noch nicht wirklich viel im Sand geübt. Drittes Spiel. Der Gegner hat noch nicht wirklich viel im Sand geübt. Die "blauweißen Robben" sind beim Wechsel der Torhüterin nicht richtig schnell, so dass es 2-Punkte-Tore aus unserem Tor nur so hagelt. Irgendwann bleibt die Torhüterin bei Ballbesitz schmollend im Tor. Läuferin Jara, Bodyguard der Torhüterin, bleibt vorn am Torkreis stehen und schaut sich fragend um.


    Gegner Nummer vier, "Chaos im Sand", Lokalmatador und mit viel Sand vor der Haustür zum Üben, hat einen Plan. Eine Läuferin, Spezialistenwechsel hinten, Spezialistenwechsel vorne, endlich mal eine Drohung in den Rückzug. Leider kommen die gegnerischen langen Pässe zu selten, die Mädchen können mit Laufarbeit alle Deckungsaufgaben gut lösen und sind auch nicht gewillt, das Spiel spannend zu halten. Der wirklich nicht schlechte Gegner hat keine Chance. Fünftes Spiel. Der Gegner hat noch nicht wirklich viel im Sand geübt... Halbfinale ist sicher.


    Abmarsch vom Spielfeld Richtung Hallenbad. Auf dem Weg gibt ZeeBee die Pizzabestellung ab. Vor dem Hallenbad wartet die Mitarbeiterin des Landesverbands und verteilt die Eintrittskarten.


    >>Na, wieder drinnen den Strandkorb in Beschlag nehmen und schlafen?<<

    >>Die einzige Chance auf anständigen Schlaf hier.<<


    ZeeBee bleibt noch ein wenig draußen sitzen. Eine große Gruppe Spielerinnen erscheint zum Schwimmen. Der junge Trainer trommelt die Horde zusammen, Totenstille, klare Anweisungen, wie es weitergeht. Kein Laut von den Mannschaften. ZeeBee ist begeistert und geht in den Eingangsbereich, nimmt den Strandkorb in Beschlag und versucht zu schlafen.


    Früh morgens die ersten whatsApp Nachrichten aus der Heimat, wie es weitergehe.


    >>10:00 Eyendorf - 11:30 Stuhr Halbfinale - 15:00 Findorff Finale>>

    >>Und? Hast Du den Pokal schon eingepackt?<<


    ZeeBee ist sich nicht einmal sicher.


    >>Findorff hat auch zwei, drei normal große Mädchen...<<


    Vorrundenspiel Nr. 6. Endlich ein Einsatz im Stadion am Meer. Mit Stadionsprecher. Der hat Mühe mit dem Teamnamen, den der Verband schon um "... und die.." gekürzt hat. Der Gegner ist immerhin aktuell Gruppendritter... hat aber nicht wirklich viel im Sand geübt. Halbfinale erreicht, keine Halbzeit abgegeben. Sechs Spiele. Verschwindend wenig Spinshots der Gegner. Eine einzige Torhüterin mit Würfen von Tor zu Tor. Die Veranstaltung nennt sich "Niedersachsenmeisterschaft". Hmmmm...


    Halbfinale. Auf der Gegenseite die HSG Stuhr I. Mit dem resoluten Trainer vom Hallenbad. Mit echten Beachtrikots, was das Erscheinungsbild noch mal wesentlich professioneller macht. Mit mindestens fünf Mädchen, die beim Einwerfen blitzsaubere Spinshots zeigen. Endlich eine Aufgabe! :klatschen:


    Der Gegner überrascht mit einer Fleischmauer in der Deckung auf ZeeBees Wechsel- und damit Torhüterseite. Die Läuferin wird auf der wechselzonenfernen Seite gar nicht gedeckt. Dort hat ZeeBee eine seiner Anfängerinnen positioniert, die allenfalls mal einen Punkt treffen kann. Die übrigen drei Mädchen tanzen hilflos vor der Wand hin und her. Ein Phänomen des modernen Kinderhandballs. Die Mädels ballern wie die Wilden aus 27m auf das gegnerische Tor, nicht aber von 7m, wenn da ein Block dazwischen steht. Optimierungsbedarf.


    ZeeBee wechselt auf der Läuferposition, bringt dort Spinshotcrack Katharina. Stuhr deckt weiterhin Fleischmauer und lässt die Läuferin in Ruhe... Die Torhüterinnen mit Würfen von hinten und Katharina erledigen die erste Halbzeit. Zweite Hälfte. ZeeBee sieht das Dilemma. Die Läuferin ist nun auf der Rechtsaußenposition und es fehlt an einer Linkshänderin. Der 360° Spinshot wird nun eher zum 380° Wurf und schon geht nichts mehr. Hinzu kommen plötzlich viele Fehlwürfe, auch vom eigenen Tor aus hämmern wir alles links am Tor vorbei. Stuhr zieht davon.


    >>Wir brauchen jetzt die doppelten Punkte!<<


    Zigfaches Deja Vu... das wird nun nichts mehr. Die Mädels kämpfen sich noch mal auf zwei Punkte ran, auch der letzte Wurf geht daneben. Shootout! ZeeBee hat zwei Spinshotcracks und mehrere Anwärterinnen. Stuhr hat mindestens fünf Spinshotcracks. ZeeBee hat Carlotta im Tor.


    Rückblick zu einem Spiel der männlichen D-Jugend:


    >>Was machen die denn da?<<

    >>Babypenalties.<<


    Ein Spieler steht auf dem Spielfeldmittelpunkt. Pass-Rückpässchen mit den Penaltyschützen. Die Mädchen sind fassungslos.


    ZeeBee: >>Wir machen so einen Quatsch nicht, wenn es dazu kommt.<<


    Es ist recht windig. Es ist Halbfinale. Die Mädels wollen ins Finale. Babypenalties? ZeeBee hat Stolz... und ist kein Teenager mehr.


    >>Es ist ganz schön windig. Richtige Penalties oder Babypenalties?<<


    Die Mädels wollen gewinnen. Mario und ZeeBee entscheiden die Reihenfolge wie echte Kerle: Schere-Schere. Schere-Schere. Schere-Papier... Mario entscheidet sich zu folgen. Lucie positioniert sich als Anspielerin. Bam Bam verwandelt erfolgreich den ersten Spinshot. Stuhrs erste Werferin setzt ebenfalls zur Pirouette an, wirf nicht platziert genug halbhoch, kein Problem für Carlotta. Katharina wirft der Torhüterin gegen die Beine. Die zweite Werferin versucht es mit einem Aufsetzer, Carlotta riecht den Braten und geht nach unten. Zeigt die Faust. Frida, letztes Jahr noch als E-Jugend Küken in der D dabei und mit Dauerhandbremse unter den Älteren, beim Turnier wieder und wieder nicht mit dem Spinshot erfolgreich... trifft doppelt per Pirouette unten rechts in die Ecke. 4:0. Die nächste Werferin von Stuhr zeigt einen technisch starken Spinshot platziert nach oben... Carlotta hält. ZeeBee signalisiert Lucie, bislang Passgeberin, einen einfachen Wurf zu machen. Lucie trifft souverän. Große Aufregung am Kampfgericht. Lucie habe bereits das zweite Mal geworfen. Wie soll das gehen, wenn sie bislang angespielt hat? Weiter geht's. Das nächste Stuhrer Mädchen wählt einen unglücklichen Laufweg weit nach Außen, zeigt dort ebenfalls einen Spinshot, abermals kein Problem für Carlotta. 5:0. Der Wurf war schon gar nicht mehr nötig, die Schiedsrichterin wollte ihn aber noch ausspielen lassen. FINAAALE!


    >>Hast Du die Mädchen von Findorff gesehen? Ganz schön groß. Wie ist die Taktik?<<

    >>Können die Spinshots? Können die von Tor zu Tor werfen?<<


    Die Wettervorhersage kündigt Gewitter für unmittelbar nach dem Finale an. Das mE Finale verzögert sich, denn die Jungs entscheiden sich für ein Shootout. Das wE Finale verzögert sich, denn die Mädels entscheiden sich für ein Shootout. Das mD Finale verzögert sich, denn die Jungs entscheiden sich für ein Shootout. Weiblich D Finale. Es wird merklich dunkler und windiger. Die Mannschaften laufen ein. Bei den Gegnern scheint die ein oder andere Spielerin vom Vortag zu fehlen, die Durchschnittsgröße ist deutlich gesunken. Die Mädels haben Findorff klar im Griff, der einsetzende Regen und starke Wind macht sich beim Fangen und den langen Würfen bemerkbar. Das Publikum verschwindet nach und nach ins Hauptzelt. Erster Satz geht an uns. In der zweiten Halbzeit liegen wir klar vorne, dann kommt der Wolkenbruch. Das Schiedsrichtergespann bricht das Spiel vorzeitig ab.... Niedersachsenmeister! :cool:



    Dein

    Karsten

    Beobachtungen im Sand


    Jahrelanger Skeptiker, was das Sandeln angeht. Beachhandball? Neee, lass mal. Nach und nach mit angefreundet und inzwischen trainieren wir in der Sandsaison nicht nur zweimal die Woche nach dem Training in der Sandkiste, die ein oder andere Technik lässt sich beim Beachhandball besser trainieren als in der Halle (Blocken... ja, dieser Hüpfer in die Luft mit nach oben gestreckten, geschlossenen Armen).


    Am Wochenende war "Niedersachsenmeisterschaft" E und D-Jugend in Cuxhaven. Da man frei melden konnte, eher "offene niedersächsische Meisterschaften". Einige Beobachtungen:


    - wir (weibliche D) erschießen nahezu jeden Gegner aus dem eigenen Tor heraus, haben selbst aber nur eine Handvoll Torwarttore aus der Distanz kassiert

    - unser stärkster Gegner spielte im Halbfinale gar eine Fleischmauer auf Torwartangriffsseite (noch nie gesehen vorher), die meisten Teams eher defensiv, passiv

    - es hat sich noch nicht herumgesprochen, dass man entlang der gesamten Spielfeldlänge abzüglich der Torräume einwechseln darf


    Wurfkraft Zwergenhandball

    Wenn ich mich richtig erinnere, haben wir von einer einzigen Torhüterin bei 8 Gegnern mal Tore von Tor zu Tor kassiert. Von uns haben regelmäßig fünf Mädchen aus dem eigenen Tor heraus getroffen. Einen Gegner haben wir gar dazu gezwungen, ihre Torhüterin im Tor zu belassen. Das führte zur absurden Situation, dass unsere Läuferin vorn am Torkreis arbeitslos auf ihren Einsatz wartete.


    In der E-Jugend jedes einzelne Training, in der D-Jugend einmal die Woche 10 Minuten stumpfes Ballern auf den Boden/gegen die Wand. Korrigieren bis zum Umfallen. Wo soll der Wurf denn sonst herkommen? Gehen die Mädels nachts in den Steinbruch und schmeißen Steine oder im Urlaub Kokosnüsse am Strand?


    Abwehr Kinderhandball Beach

    Die Fleischmauer war das extremste Beispiel der langweiligen Deckungen und war auch nur in einer Halbzeit erfolgreich, da ich keine Linkspfote habe. Erste Halbzeit mauerte die Deckung unsere Torwartangriffsseite komplett zu und ließ unsere Läuferin auf wechselferner Seite in Ruhe. Also tausche ich dort eine unserer zwei Spinshot Expertinnen hin und der Gegner guckt dumm aus der Wäsche, das gesamte Abwehrsystem zerfällt. Zweite Halbzeit verballern wir zuviel und unsere Läuferin ist als Rechtshänderin auf der rechten Seite für den Spinshot im Nachteil. Abwehrsystem siegt, ist aber.... laaaaaaaangweilig.


    Die Kinder können im Sand nicht prellen, dürfen den Ball einmal im Sand nach drei Schritten ablegen und weitere drei Schritte machen. In der D ist damit noch nicht viel anzufangen. Auch wenn es viele graue Haare kostet: Ran an den Speck, Bälle klauen! Wir haben es uns leicht gemacht. Läuferin deckt Torhüterin, die beiden verbliebenen Abwehrspielerinnen kümmern sich um die Überzahl. Verschieben zur Ballseite.


    ACHTUNG, jahrelange Erfahrung: Mädchen haben kein, null, nada, nix, niente Konzept von "Ballseite"! Kann ich bis zum Herzinfarkt korrigieren und einfordern, wird nichts! "Am Ball", "Minihandball" oder so ähnlich hat mehr Aussicht auf Erfolg. Ist dennoch ein langer, steiniger Weg. Lohnt sich aber, wenn man am Schluss einen gleichstarken Gegner trotz Unterzahl über das Feld scheucht.


    Ich bin innerlich eigentlich mit einem Konzept von "Manndeckung auf Ballseite" gestartet. Mit jedem Richtungswechsel des Balls springt die Deckung eine Gegenspielerin weiter in Passrichtung. Unser Ergebnis war - teils - allerdings viel besser. Letztlich weiß ich:


    - wir sind in Unterzahl und der Torwurf wird früher oder später kommen

    - der Gegner kann entweder einen oder zwei Punkte ergattern

    - in der D trauen sich auch die Expertinnen selten in Bedängnis den Spinshot zu


    Einfache Tore in Kauf nehmen, doppelte Punkte verhindern.


    - die Torhüterin ist in Manndeckung

    - eine echte Manndeckung ist gar nicht nötig, die Ballführerin darf nur nicht komplett unbedrängt werfen


    Im Laufe des Turniers haben die Mädels eher die Räume zwischen Ballführerin und Anspielstationen verteidigt und ich habe immer wieder "Abstand" eingefordert. So kam es selten zu Freiwürfen, Pässe waren stets möglich (aber abfanggefährdet) und der Weg zur freigespielten Spielerin war stets kurz. Selbst der Halbfinalgegner mit mindestens fünf Spezialistinnen kam kaum zum Spinshot. Das Shootout entschieden letztlich nicht die Werferinnen sondern unsere Torhüterin.


    Wechseln Kinderhandball Beach

    Die kürzeste Strecke zu einer Linie liegt im rechten Winkel. Schnelle Wechsel sind elementar. Wie viele Trainer das nicht begreifen und Wechselchaos laufen lassen... unglaublich! Die Auswechselspielerin hat den kürzesten Weg nach draußen zu suchen, nicht den Weg zur ihrer Einwechselzone.


    Was wir nicht vom eigenen Tor aus erschossen haben, erlegten unsere beiden Spinshotcracks, die vorne an der Torraumkante einwechseln. Anweisung an die Torhüterin:


    - Erster Blick geht zum Tor.

    - Zweiter Blick geht zu unserer Einwechselspielerin vorn.

    - Erst dann darfst Du einen kurzen Pass spielen.


    Bis auf ein Gegner hat niemand gegen uns diese Drohung aufgebaut. Auch bei der männlichen D wurde überwiegend vorne aus- und hinten eingewechselt. Ist mir ein Rätsel.


    Im Finale mD beide Teams mit Spezialistenwechsel. Wechselfern der Läufer, zwei Abwehrspezialisten hinten, zwei Angriffsspezialisten werden vorn eingewechselt. Maximal effizient, wahrscheinlich haben Abwehr und Angriff auch nach der Halbzeit getauscht, worauf ich nicht geachtet habe. Kindgerecht?


    Im Sand haben wir übrigens keinerlei soziale Maßnahmen ergriffen, was bei vier Gegnern mit offensichtlich ganz wenig Beachhandballerfahrung zu absurden Ergebnissen führte. Allerdings haben die gegnerischen Trainer so mal eine Vorstellung bekommen, was sie noch alles optimieren können. Einer hat sich für die "Lehrstunde" bedankt.

    Zitat

    Hatte schon die Erfahrungen machen müssen das man als deutlich Unterlegener in Unterzahl angereist 95% vom Spiel im Feld 5:6 Spielt


    Zitat

    Wie geht in E und D-Jugend Überzahlangriff?

    In Niedersachsen, möglicherweise aber bundesweit, gibt es jedenfalls keine regeltechnische Überzahl unterhalb der C-Jugend. Bei Hinausstellungen darf aufgefüllt werden. Sie kann theoretisch nur dann entstehen, wenn der Gegner trotz Personalmangels dennoch antritt und von Beginn an eine Spielerin fehlt oder sich in der Mannschaft ohne Auswechselspielerin wer im Laufe des Spiels verletzt bzw. in dieser Situation eine Hinausstellung kassiert. Viele Trainer tun sich schwer, wenn der Gegner nun - ausnahmsweise erlaubt - defensiv deckt. Wie spiele ich diese Überzahl aus?


    Weiß ich nicht. Ist in dreißig Jahren noch nie vorgekommen, wird auch nie vorkommen. Wenn ich bei einem Kinderspiel die Personallage des Gegners ausnutze, verliere ich immer - auf die eine oder andere Weise.

    Habe ich noch nie verstanden. Was beweise ich wem, wenn ich mit 6:5 oder 6:4 Spielerinnen gewinne? Brauchen die Eltern das? Die Kinder? Das Trainerego? Die Idee des Spiels ist es doch die bessere Mannschaft zu ermitteln. Da hat der Gegner Sportsgeist und tritt in Unterzahl an... Manchmal hat man allerdings das Glück des Tüchtigen, Februar 2005 gegen meinen jetzigen Verein:


    Zitat

    Wir reisten mit ganzen fünf Mädchen an und unser Gegner hatte 4:0 Punkte aus der Rückrunde. Als goldene Regel sag ich mal: Wenn ich den Gegner schon in doppelter Unterzahl spielen lasse, dann sollte ich auch gewinnen :devil:. Kein Gedanke wurde jedoch an eine faire Geste verschwendet, wobei wir körperlich wirklich nicht bedrohlich wirkten. Aber man antizipierte wohl das Endergebnis und verzichtete von vornherein auf die Herausnahme zweier Spielerinnen. 5:11 (1:6) für die Mannschaft in Unterzahl - es gibt Situationen, in die man sich hineinmanövriert, in denen man wohl einfach nicht gewinnen kann.


    Gegenbeispiel. Vor einigen Jahren war die weibliche Konkurrenz so schwach und unsere wC so voll, dass wir parallel als weibliche und männliche D gespielt haben. Der Verband hat sich das eine Saison angesehen, war angewidert von der Tatsache, dass Mädchen regelmäßig gegen Jungs gewinnen und konkretisierte aus Schikane "gemischte D Jugend" um in "maximal vier Mädchen gleichzeitig auf dem Spielfeld". Um überhaupt als Mädchenmannschaft antreten zu dürfen, reichte das nicht. Scheinheilige Frage dann auf dem Staffeltag:


    >>Zieht Ihr jetzt also eine männliche D zurück?<<

    >>.<<


    Wir spielen eine Saison lang mit einem Quotenjungen im Tor (Fußballtorwart) und vier Feldspielerinnen. EIN Trainer hat 4:4 gespielt. Und prompt verloren. Allerdings nur auf dem Papier.

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