Beiträge von Zickenbändiger

    Offenes Training der GWD Minden A-Jugend

    Teil II

    Ich tue Minden sicher nicht unrecht, wenn ich die Einladung hier mal weitergebe:

    08.11.2023 von 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr in der neuen Halle des Besselgymnasiums (Hahler Str. 134, 32427 Minden)

    Diesmal von Leistungskoordinator Lars Halstenberg, Thema "Schlagwurftraining". Ich muss leider passen, mittwochs habe ich selbst Training, hätte aber gerade das Thema gerne mitgenommen.

    Anmeldung erwünscht (aber nicht Voraussetzung): lars.halstenberg[at]gwd-minden.de

    Hat den Vorteil, dass man dann per Mail beim nächsten Mal direkt kontaktiert wird.

    HE Whisytreffen 2023, neunzehn Jahre nach dem Start, ist zu Ende. Mit Micha, Enno und mir immerhin drei Handballeckler am Start, Enno in Begleitung und Micha zweites Ur-Treffen-Mitglied aus 2004. Und "Danke" an die Deutsche Bahn, trotz über eine Stunde Puffer tatsächlich über eine Stunde zu spät...

    Mehr geordnetes Tagesordnungsprogramm als einen Tisch im Einstein zu reservieren, hatten wir nicht. Durch die Speisekarte haben wir uns noch ohne Hilfe durchgefunden und erst einmal den Hunger gestillt. Alles wird frisch zubereitet, die Schnitzel sind weit überdurchschnittlich gut! Der zweite Programmpunkt wäre dann ohne professionelle Anleitung erheblich schwieriger geworden. Wie findet man sich im Schlaraffenland zu Recht? Die zündende Idee war dann "betreutes Trinken" mit Albert, der sich sofort bereit erklärte, uns den Rest des Abends als Safariguide zu dienen. Wir haben einfach mal das letzte offizielle Tasting im Einstein nachgespielt, Nachwuchswhiskysommelier Vincent hatte das Programm noch im Kopf und Albert kredenzte uns fünf drams (1 cl) unterschiedlichster Whiskies. Meine Höhepunkte (genaue Abfüllungen habe ich leider nicht mehr parat):

    - Benriach triple destilled

    - sehr hochprozentiger Glen Allachie

    - Mac Talla Strata (Bowmore, 46%)

    Zu jedem Glas gab es von Albert umfangreiches Hintergrundwissen, so dass uns fast die Köpfe rauchten. Sehr schön auch, dass wir nicht nur was über Destille und Destillate erfahren durften, Albert gab auch viele Infos zu den Masterminds hinter den Whiskies, so dass wir nun wissen, wem wir diese Schätze teils zu verdanken haben (ich verneige mich vor Andrew Symington, Jim McEwan und Billy Walker). Mit dem Tasting war der Abend natürlich noch nicht vorbei, hinterher durften wir in die Schatzkammer des Versandhandels, dort den Showroom und das Lager, wo die Lehrstunde ihre Fortsetzung fand. Drei Whiskyaficionados marschierten dann mit einer Flasche unter dem Arm zurück zum Tisch, mittlerweile waren wir die Letzten.

    Zum (traurigen) Abschluss nahmen wir noch einen hochpreisigen dram vom fantastischen 19jährigen Bladnoch, um auf einen für immer abwesenden Freund zu trinken. Slainte, Ronaldo!

    Danke an Albert, Enno und Micha für einen unvergesslichen Abend! Falls Interesse besteht, nächstes Meeting ggf. 2024 in Bünde/Westfalen. Dazu gerne diesen Thread ein wenig am Leben erhalten.

    Es droht ein handballfreier Samstagnachmittag nach dem morgendlichen Training... die Oberliga C-Jugend Mannschaft hat doch aber ein Trainingsspiel. Im Nachbarbundesland. Und eine meiner D-Jugendlichen soll mitspielen. Samstag gerettet!

    Stand(beim)handball

    Die Heimmannschaft macht sich bereits warm, lange bevor unsere Mädels die Halle betreten. Erst rollen sie über die Blackroll, dann dynamisches Dehnen mit Therabändern - das sieht schon recht professionell aus und unsere C-Jugend ist mit 2:6 Punkten in die Oberligasaison gestartet. Ich bin gespannt. Wenig später dann Parallelstoßkontinuum auf zwei Rückraumpositionen gegen zwei Abwehrspielerinnen. Stoßen, (manchmal) auf den Körperkontakt warten, Rückpass zur anderen Position, hinten anstellen. Die Profieindruckblase droht zu platzen. Die ersten beiden Abwehrspielerinnen überzeugen nicht bei dieser einfachen Übung. Das nächste Paar. Übernächstes Paar. Und so weiter. Bereits jetzt weiß ich, wer das Spiel gewinnen wird, obwohl ich den Gegner noch nie hab spielen sehen.

    Keine einzige Abwehrspielerin nimmt Körperkontakt aus einem sicheren Stand heraus auf. Entweder wird ungestüm in die Rückraumspielerinnen hineingelaufen - im richtigen Leben eine Einladung für eine Täuschung und dann ist der Drops in der Regel auch gelutscht. Oder die Fußstellung ist parallel, unsicher, wackelig. Die jeweilige Abwehrspielerin kämpft jedes einzelne Mal, das Gleichgewicht zu halten. Wollte die Ballführerin tatsächlich durch, wird sie jedenfalls nicht von ihrer eigenen Gegenspielerin gebremst. Das Spiel ist lange offen, am Schluss gewinnt aber die bessere individuelle Schulung deutlich. Und unsere - schon überragende - Kreisläuferin wird zwischenzeitlich immer wieder auf RR eingesetzt, wo sie leichtes Spiel hat. Weniger mit der Finesse einer gelernten Rückraumspielerin als mehr mit Kraft pflügt sie weitestgehend ungehindert durch die Deckung, schüttelt die Gegenspielerinnen geradezu ab.

    3:2:1 Lehrvideo Mindens A-Jugend mit Peter Feddern. Der Klassiker. Irgendwo erklärt Feddern eher beiläufig, dass vor den Körperkontakt ein kurzer Stemmschritt gehört. Kein paralleler unsicherer Stand mehr und es wird auch nicht mehr jede Täuschung automatisch mitgemacht.

    Ich war zum vierten oder fünften Mal in Lübbecke zu Gast und hatte Samstag persönliche Premiere beim Mühlenkreisderby. Beide Mannschaften mit bekannten Gesichtern, sowohl Semisch als auch Katze haben schon für Burgdorf im Tor gestanden, Katze damals zwei Jahre leider nur auf dem Papier.

    Lübbecke startete im ersten Angriff gleich mit einem missglückten Kempa, da war man wohl etwas übermotiviert. Minden zog Richtung Ende der Halbzeit auf sieben Tore davon, so dass ich die Halbzeit etwas früher als die Schiedsrichter einläutete. Dadurch verpasste ich eine spannende Szene Sekunden vor Schluss, als wohl mitten im Lübbecker Wurf von Außen die Mindener Bank den Buzzer betätigte. Ließ sich wohl nicht aufklären, was genau da passiert war. Gab aber den fälligen 7m und 2 Minuten gegen die Bank. Interessanterweise gab das Fachpublikum dem Fanclub die Schuld, da die Trommler denselben Takt wie die Gäste schlugen und das ja wohl als Ansporn nicht funktioniere... Ich sollte öfter mal die Perspektive wechseln und mich häufiger unter die Experten mischen!

    Ich hätte zur zweiten Hälfte (5 Tore rück) nichts mehr auf die Heimmannschaft gesetzt, mit o.g. 4:0 Lauf weckten die Hausherren dann aber das Publikum aus der Schockstarre. Ab dann trug das Publikum die Lübbecker Aufholjagd und wohl dem, der eine alte Katze in der crunch time im Tor hat! Im entscheidenden Moment fand sowohl ein 7m als auch ein Gegenstoß nicht den Weg ins Tor. Wer das Aufwärmen verfolgt hat, hätte dem 7m Schützen allerdings geraten, bei extrem tiefer und breiter Stellung von Katze nicht nach oben zu werfen. Klassiker aus dem TW Handbuch von Hecker/Thiel. Dann verdienter Sieg mit 3 Toren. Ein gelungener Abend.

    Meldefenster für Freitag im Einstein geschlossen, ich habe eben den Zweiertisch auf Dreiertisch hochgerüstet. Spontanbesucher natürlich willkommen, notfalls Campingstuhl mitbringen.

    An alle Whisky- und Rumaficionados: Falls das HE-Whiskyforumstreffen mal weiter in den Süden wandern soll und Ihr eine geeignete Bar habt, dann seid nicht schüchtern! Hier mal bitte melden.

    Ich habe da z.B. gerade den Tipp bekommen, dass sich in Bünde/Westfalen eine mythische Whiskybar versteckt. Ferienwohnung und ein Besuch bei einer Zweitligabegegnung im Mühlenkreis, schon klingt der Aufwand nicht mehr nach komplettem Irrsinn. :lol:

    Eines meiner Lieblingsthemen war immer und seit der letzten Regeländerung mit dem Anwurfkreis wieder aktuell ist die

    Schnelle Mitte.

    Nur konnte ich üben, üben, üben... mehrere Generationen Mädels haben es nie hinbekommen. (In der C-Jugend) Runtergebrochen auf zunächst das Zuspiel, Laufweg mit kleinem Bogen vor der Mittelinie, spätes Umdrehen. Angeschlossen dann langes Kreuzen aus dem Anwurf heraus. Unter dem Strich... ganz viel Zeitverschwendung. Meist scheiterte es bereits an der Torhüterin mit Nebentätigkeit im Streudienst.

    Nun haben wir mal in der D-Jugend (13 Mädchen, 10 Jungs) zwei Wochen Tempospiel (vier Einheiten) auf dem Zettel gehabt. Durch Brückentag und Nachholspiel hatten wir mit etwas zeitlichem Abstand zu dem Block nun zwei Wochen mit je nur einer Einheit. Wiederholung Tempospiel. Weniger in Grundübungen als mehr im Grundspiel 3:3. Zwei, drei oder vier Angriffe in Folge über das gesamte Feld. Fehlwurf > Gegenstoß, Tor > Schnelle Mitte. Vor dem Mittelkreis habe ich mit Gummitellerchen ein Dreieck (ausgerichtet auf passgebenden TW, etwas weniger als die Breite des Anwurfkreises) abgesteckt, das mit kleinem Bogen umlaufen werden soll, um die Ballannahme zu erleichtern.

    Wir sind nach sechs Einheiten mit zwei D-Jugend Teams weiter als ich es durch Grundübungen jemals mit C-Jugend Mannschaften geschafft habe. In der D-Jugend reduziere ich das noch auf stumpfes nach vorn Rennen ohne Auslösehandlung. Je nachdem, wie wir das künftig in Punktspielen hinbekommen, kommt vielleicht noch ein Einlaufen oder ein Postitionswechsel dazu. Aber mit dem bloßen Timing des Anwurfs bin ich schon mal zufrieden. Wie sagt mein Trainerkollege Sven immer: "Spielen lernt man durch spielen."

    Liebes Handballtagebuch!

    Es wird dringend mal wieder Zeit für einen Eintrag, nur benehmen sich alle zur Zeit. Mhhh... fast alle. Vielleicht mal ein Kurzepisodeneintrag.

    Nachricht von Dieter. Ehemaliger Frauenbundesligatrainer und weit und breit der umtriebigste Trainerprivatier, der mit Handball abgeschlossen haben will. Hier mal ein Einsatz als Trainer-Trainer in der zweiten Liga, dort mal ein Wochenendlehrgang, Kurzeinsatz über Ostern beim Turnier in Dänemark als Coach einer C-Jugend... "Ich habe fertig" - nee, is klar. Vor mehreren Wochen war Dieter vom Kreis Wuppertal für einen Kurzlehrgang engagiert worden und hatte diesen akribisch vorbereitet. Anreise am Abend vorher und beim Packen den Laptop vergessen. Für den Perfektionisten eine Vollkatastrophe, für die Jugendtrainer wahrscheinlich die besten Demo-Einheiten ihrer bisherigen Laufbahn. Dennoch bietet Dieter zerknirscht eine kostenlose Wiederholung an, diesmal mit Laptop und Beamer. Und weil auch Kindertrainer unter den Teilnehmern waren, holt er sich für den Zweittermin eben einen Kindertrainer als Referenten dazu.

    Der Lehrgang ist Samstagmorgen. Anreise Freitagnachmittag für das Kulturprogramm. Dieter hatte ein, zwei Konzertvorschläge vorweggeschickt. ZeeBee hatte die Suche etwas erweitert und stößt auf die Delta Bombers im Kulttempel in Oberhausen. Nie gehört, aber dafür gibt es ja YouTube. ZeeBee gibt "Delta" ein und stürzt sich auf den ersten Vorschlag, hört rein und befindet das für gut. Link von dem Konzert an Dieter, der abnickt, ohne aber reinzuhören. Donnerstagabend sucht ZeeBee noch mal die Location und das Konzert der Delta Saints. Findet nichts. Findet die Delta Bombers. Ist irritiert, denn die gesichteten Videos waren doch von den Delta Saints. ZeeBee schwant eine Fehlleistung. Liest was von Rockabilly. F***! Augen zu und durch. Der Kulttempel erweist sich als... schon ein Glücksgriff. Geiler Laden. ZeeBee sichtet das Publikum. Als Metalfan Einiges gewohnt, aber das hier ist... außergewöhnlich. Dieter und ZeeBee sind deutlich untertätowiert, deutlich unterbehutet und fast die einzigen Männer ohne Rockabillyfrisur. Schon der Sideshow-Besuch ist der Eintritt wert. Die Bardame im ersten Stock allein wäre dagegen einen Zehner mehr Eintritt wert gewesen. ZeeBee ist verliebt und bietet an, den gesamten Abend die Getränke zu holen. Musik gibt es auch und die tut jedenfalls nicht weh. Sehr interessanter Abend!

    ***

    Letztes D-Jugend Spiel der Vorrunde. ZeeBee hat voll Kapelle. Toptalent Frida, die gar nicht mehr weibliche D sondern nur männliche D und wC spielt, wird zur Co-Trainerin befördert. Eine Spielerin vom Nachbarverein möchte sich weiterbilden und schaut vorbei. ZeeBee befördert sie ebenfalls zur Co-Trainerin. Zwei rührige C-Jugendliche wollen mit auf die Bank. Co-Trainer Nr. 3 und 4. Mathematisch kommt das mit der Zahl der Offiziellen nicht mehr hin. ZeeBee geht im Geiste das Wochenende durch, Samstag war kein Spiel, Sonntag spielen noch C II und C I. Frida ist nur für C II eingeplant, wird wieder zum Status "Spielerin" und ZeeBee bittet sie, nicht kurzfristig bei der C I auszuhelfen, weil die das dritte Spiel binnen 48 Stunden wäre. Frida grinst, hat nicht vor heute noch Oberliga zu spielen. Spiel ist vorbei, ZeeBee steht an der Bushaltestelle. Handy klingelt. Fridas Mutter, Co-Trainerin der männlichen D, ist sauer. Sehr sauer. Der mD Gegner vom Wochenende, ungeschlagener Tabellendritter, hatte das Punktspiel auf Montag verlegen lassen, weil der beste Spieler sonst gefehlt hätte. Der TVB hatte großzügig zugestimmt, weil Montag, Trainingstag, alle da sein würden. Nun nur nicht mehr Frida, die Sonntag bereits zweimal auf dem Formular stand und als Leistungsträgerin die beiden bisher engen Spiele der Jungs mitentschieden hatte. F***!

    ZeeBee schleicht Montagabend in die Halle. Der Gegner ist im Schnitt recht klein, bis auf den Haupttorschützen ist alles Jungjahrgang. ZeeBee rechnet sich Chancen aus, dass die Bengels es auch ohne Frida hinbekommen. Die bekommt eine große Tafel Sühneschokolade in der Halbzeit. Die Jungs machen es ordentlich, kurz vor Schluss führen sie mit zehn Toren. ZeeBee flüstert Frida zu, dass es vielleicht ganz gut für das Selbstbewusstsein der Jungs sei, wenn sie ohne ihre Hilfe ein Spiel gewinnen. Grinst, ist erleichtert. Das hätte mindestens eine Kiste (Bionade) gekostet. Plötzlich sieht ZeeBee Unheil, großes Unheil kommen. E-Jugend Hyperknuddelmaus Polly stürmt nach Abpfiff zielstrebig über das Feld, Frida fest im Blick. ZeeBee ahnt das Schlimmste. Polly hat entweder die große goldene schwedische Packung gesehen oder war zielsicher der Schokoladenwitterung gefolgt: "Versteck die Schokolade! Versteck die Schokolade!" Zu spät...

    ***

    C-Jugend Landesliga. Vollkommen unbekannter Gegner aus dem südlichsten Zipfel Niedersachsens. Tabellenführer. Eher ein weißes Blatt in der Mädchenhandballszene und hatte am Wochenende zuvor die Zweitvertretung des befreundeten Peiner Vereins zerpflückt. ZeeBee bekommt einen detaillierten Bericht, der nichts Gutes verheißt. Andererseits ist die Zwote ZeeBees Ausbildungsmannschaft auf der Schwelle zum Leistungshandball, also ist hier bad news = good news. Bad news wiederum das Schiedsrichterinnengespann, die sich als komplett Fachfremde an der Pfeife erweisen. ZeeBees Anti-Stress-Drüse schüttet fix Betablocker-Hormone aus, um das Spiel ohne Dauerschäden am Herzen zu überstehen. Funktioniert gut... bis sich das Fachpublikum bemerkbar macht. Drei Elternteile überbieten sich damit, lautstark ihre - nicht immer sicheren - Regelkenntnisse kund zu tun. Und allesamt Väter, die noch nicht so lange in ZeeBee Land weilen. ZeeBee platzt der Kragen, haut einmal dazwischen, als für einen Schlag gegen den Ball im Wurf mehr als der fällige 7m gefordert wird. Wenig später der nächste unqualifizierte deutlich hörbare Beitrag.

    "DAS WAR WEDER NOCH! WENN DU KEINE AHNUNG HAST, EINFACH MAL RUHIG BLEIBEN!"

    Dreißig Jahre Stimmbandtraining zahlen sich aus. Betablocker-Hormone verlieren ihre Wirkung, immerhin höflich geblieben. In der Halbzeit verspricht ZeeBee den Mädchen, dass sie auf der Tribüne bei Papa landen, um ihn bis zum Spielende zu beruhigen, wenn sich die Fußballproleten-Attitüde nicht ändert. Die Mädels mögen mit dieser Information anfangen, was sie sollen. Die Mädels müssen gepetzt haben, denn das Schiedsrichterinnengespann beweist weiterhin keinerlei Regelkenntnis, was nun aber vom Fachpublikum nicht mehr kommentiert wird. Ein wenig Trainerautorität schadet wohl nicht...

    Edith schiebt ein:

    Mittwochabend nach dem Training:

    "Wer von Euch spielt nächsten Dienstag in der Auswahl beim Regionsvergleichsturnier?"

    "Wissen wir noch nicht, erfahren wir am Samstag."

    "HÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄH?!"

    "Wir sollten uns alle den Dienstag frei halten."

    >>Langes Wochenende mit Feiertag am Dienstag und die Eltern von wer weiß wie vielen Kindern sollen sich mal eben 'den Dienstag freihalten', jedenfalls bis Samstagmittag. Da hat wohl wer die Beziehung zur Erdanziehungskraft verloren...<<

    In Sachen Regionsauswahl wundert sie ZeeBee inzwischen über NICHTS mehr. Das hat nichts, aber auch gar nichts mehr mit der Veranstaltung zu tun, die ZeeBee fünfzehn Jahre als Trainer begleitet hat. Einst gab es eine Sichtung, eine Nachsichtung und dann stand der Kader von 18 Kindern +/-. Heute wird nicht einmal mehr gesichtet, vierzig Kinder stehen Trainingseinheit um Trainingseinheit in der Halle rum und der Einzige, der in Schweiß kommt, ist Papa, der das Kind abgeliefert hat und zeitgleich joggen geht. Schon mehrfach hat ZeeBee seinen Mädchen angeboten, sie von der Alibisportveranstaltung abzumelden. Nun überflüssigerweise auch noch samstags, dem Tag der dritten Mannschaftstrainingseinheit, die ZeeBee nun einstampfen darf.

    Dienstagmorgen in aller früh. Handballmastermind Dirk sammelt ZeeBee am Treffpunkt ein für die Fahrt nach Emmerthal zum Sichtungsturnier. Dirk ist Co-Trainer bei der Talentschmiede aus der Nachbarregion. Und gleich um 10:00 treffen drei von seinen Talenten auf sechs von ZeeBees Talenten. Das muntere Spielchen endet unentschieden. Im positiven Sinne sind die Erkenntnisse dürftig, ZeeBee entdeckt nicht das große bisher unbekannte Talent. Zumindest nicht aus der eigenen Region. Dafür stolpert die ein oder andere Spielerin über den Platz, die ZeeBee gedanklich in einer Sichtungsveranstaltung bereits nach drei Minuten gestrichen hätte. Auf der anderen Seite fehlen mehrere Talente von ZeeBees geheimer Liste, deren Namen wahrscheinlich bei den Auswahltrainern nicht mal bekannt sind. Das ist nicht mehr das Auswahlwesen, das ZeeBee vor dreizehn Jahren verlassen hat.

    Das Regionsvergleichsturnier dient den Landestrainern als "Vorsichtung", auf der talentierte D-Jugendliche schon einmal für eine vorzeitige Berufung in die C-Jugend Stützpunkte gesichtet werden. Jedenfalls gilt das wohl bis zum Abend vor dem Turnier. Während der Veranstaltung macht die Runde, dass keine D-Jugend Talente mehr vorzeitig für regelmäßige Teilnahmen an den Stützpunkten gesichtet vorgesehen seien. Die Landesauswahltrainer erfahren dies vor Ort. Die Veranstaltung ist also von vorne bis hinten Muster ohne Wert. In Sachen Landesauswahl wundert sich ZeeBee inzwischen über NICHTS mehr.


    Dein

    Karsten

    Viel zu selten schaue ich mir mal hochklassigen Handball an, um mir was abzuschauen. Ab und an mal bei den Recken in der Halle, beim Frauenhandball schau ich fast nirgends zu, wenn nicht gerade Junioren oder Jugend WM/EM stattfindet. Dort finde ich dann allerdings auch mal Perlen wie das schnelle Positionsspiel der Koreanerinnen mit der Renaissance des Handgelenkspasses, was ich gerne aufnehme. Manchmal muss man aber gar nicht so weit suchen, um Inspiration zu finden.

    Sonntagmittag letztes Punktspiel Vorrunde weibliche D. Die Nr. 1 gegen die Nr. 3 des Regionsverbands. In der zweiten Halbzeit greift der TuS Bothfeld wieder und wieder zur verbotenen 6:0 Deckung (Verbandsregeln: Ermahnung - Verwarnung - ab dann jedes Mal 7m mit Verbleib des Ballbesitzes beim Angriff). Schieri Bernd läuft an der Bank vorbei, ob er eingreifen soll. Ich verneine, die Mädels tun sich zwar schwer aber sollen mal Lösungen finden.

    E-Jugendliche Nella auf RM in Ballbesitz, RL Marieke erkennt in der Abwehr eine mächtige Verdichtung vor sich, so dass sie bei Ballannahme kaum torgefährlich werden kann. Dazu trainieren wir zu selten Positionsspiel gegen verbotene Deckungsformen. Also läuft sie vier Schritte bogenförmig ohne Ball nach Außen, zieht die Deckung auf, bei Passansatz Nella geht Marieke schnell in die Gegenbewegung und erarbeitet sich so blitzsauber eine Torchance gegen 6:0. Mir fällt vor Staunen auf der Bank die Zigarre runter. Nach dem Spiel: "Den Trick behalt Dir mal bei!"

    Räume öffnen vor der Ballannahme

    Im Prinzip habe ich eine Lauftäuschung nach Außen gesehen. Trainiere ich aber nicht, weil ich der Lauftäuschung zwar einen großen wissenschaftlichen Wert beimesse, ich in über dreißig Jahren aber erst eine einzige Spielerin erlebt habe, die in D und C-Jugend erfolgreich mit Lauftäuschungen gearbeitet hat. Wenn ich für die Pfanne angeln gehe, dann verschwende ich keine Zeit auf Nessie im Loch Ness. Und wenn ich 1:1 schule, dann mehr Handfestes.

    Dass wir gar kein Positionsspiel gegen verbotene Deckungsformen trainieren, ist so nicht richtig. Die letzten fünf, sechs Wochen vor Ostern machen wir genau das, weil beim Rödspätte Cup in Frederikshavn 6:0 nun mal die vorherrschende Deckungsform ist. Also Stoßen tief in den Neuner, Parallstoß, Zurückstoßen, Richtungswechsel, Expresspässe, Eckenaußen, Schlagwürfe von vor einer Abwehrspielerin und alles möglichst schnell. Verlagern mit Ball haben wir in zarten Ansätzen auch schon geübt. Verlagern ohne Ball - dazu fehlte mir bislang die Phantasie.

    Nur mal weitergesponnen. Breite Aufstellung (D-Jugend-) Rückraum. Enge Aufstellung Rückraum. Asymmetrische Aufstellung. Verlagern mit Ball in große Breitenräume. Verlagern ohne Ball in große Breitenräume... möglicherweise Früchte vom vergifteten Baum, denn ich trainiere ja D-Jugend, wo ich individuell ausbilden will. Die verlockende und verbotene Frucht "Taktik". Auslöser für die Überlegung ist aber eine Aktion einer D-Jugendlichen, die eine Lösung gegen eine Fleischmauer suchte und sie fand. Vielleicht/Hoffentlich inspiriert durch das Training, wenn wir auch noch nie annähernd Ähnliches geübt haben. Kann es Sünde sein? Ich denke, spätestens Richtung Ostern, wenn wir Lösungen gegen skandinavische Deckungen suchen und erlernen, hole ich das Thema mal wieder aus der Schublade.

    Ich mutmaße mal, dass sich der Löwenanteil der Sportgerichtsverfahren um Entscheidungen des Verbandes drehen oder solche herbeiführen sollen. Der Verband wird vom Vorstand vertreten. Wer auch nur auf die Idee kommt, sowohl Richteramt im Verband als auch Vorstandsposten im selben Verband gleichzeitig zu besetzen, muss schon aus einem ganz speziellen Holz geschnitzt sein. Gilt auch für die Mitläuf... äh... Mitvorstandsmitglieder.

    Mahlzeit!

    Ich frage gar nicht. Letztes Oktoberwochenende. Freitag oder Samstag. Einstein in Husum. Micha und ich arbeiten gerade den Tag aus. Aktuell wären wir zu zweit.

    Bei Interesse hier melden! Tisch muss ich kurzfristig reservieren, sagt Albert.

    Edith sagt: Es wird Freitag, der 27.10. Rückmeldungen diese Woche. Pronto!

    Trainings(meta-)organisation

    Wir basteln mit männlicher und weiblicher D noch an der optimalen Trainingsgestaltung. Meine Betreuerin aus der B-Jugend hatte sich einem anderen Verein angeschlossen, kaum dass sie bei mir den Posten übernommen hatte. Der Plan war, im Training durch Hauptteil 1, Hauptteil 2 und Kontrastprogramm drei homogene Leistungsgruppen jeweils 15-20 Minuten durchzurotieren. Das wäre meine Idealvorstellung, denn kurze intensive Programme in etwa gleichstarken Gruppen bei insgesamt rund 20 Kindern ist Gold im Vergleich zum üblichen Mist, dass zehn Kinder unterschiedlichster Leistungsstärke durch ein und dieselbe Übung gejagt werden. Dazu brauche ich aber eben Trainer, Trainer und Betreuerin.

    Gestern hatten wir zwischenzeitlich mal ein ganz neues Modell. Zwei talentierte C-Jugend Mädchen haben mal reingeschnuppert, ob die Betreuerrolle was für sie wäre. Der mD Trainer (Sportlehrer) war ohnehin da. Und seit einigen Wochen hospitiert ein befreundeter B-Lizenz Trainer bei mir, der unendlich mehr Ahnung hat als ich, aber eher ab B-Jugend aufwärts, und mit dem Gedanken spielt, mal bei den Zwergen einzusteigen. Trainingsgestaltung lag bei mir, mein go-to-Aufwärmspiel wurde dann aber von den beiden Erwachsenen auf der einen Seite geleitet und von den beiden Nachwuchskräften auf der anderen Seite. Ich konnte mal hin und her wechseln zwischen den beiden Gruppen, musste nicht überall selbst korrigieren, bzw. habe die beiden C-Jugendlichen beim coachen gecoacht. Völlig ungewohntes entspanntes Arbeiten, wobei ich mehr Multiplikator als Trainer war. Beim Wurftraining später (Pflichtprogramm: stumpfes Ballern mit Maximalkraft auf den Boden/gegen die Wand mit viel Korrektur) ähnlich. Auch da konnte ich die Neu-Trainerinnen führen, statt selbst alles zu korrigieren.

    Das Modell des Trainer-Trainers kenne ich sonst konkret nur aus der zweiten Liga Damen, dass sich mal ein junger Trainer einen erfahrenen Kollegen dazugeholt hat. Der Altmeister blieb total im Hintergrund bei den Heimspielen, erarbeitete die Trainingskonzepte, leitete den jungen Kollegen an, kümmerte sich um Video und übernahm wohl auch mal die ein oder andere Einheit. Bemerkenswerte Idee und nur Insider wussten, warum der Abstiegskandidat aus dem Tabellenkeller von einem Tag auf den Anderen 15:1 Punkte (oder so) zum Saisonende holte.

    Wenn im Verein oder im Umfeld noch irgendwo ein Jedimeister rumläuft, der aber nicht mehr den Stress des vollen Trainerjobs haben will, gibt es da vielleicht eine andere Organisationsform, wie das wertvolle Wissen doch noch zum Einsatz kommt. Jener Altmeister oben und ich haben am Wochenende in Wuppertal für eine kleine Trainerschar einen Trainerlehrgang durchgeführt. Auf die düstere Mutmaßung, dass man wohl mal wieder nichts erreicht habe, meinte ich, dass es mir schon vollkommen genügen würde, das Feuer an die ein oder zwei jungen Bekloppten weiterzugeben. Nach dem Training sprach uns der junge Trainer der einen Demo-Mannschaft an und löcherte uns mit Fragen. Funke ist vielleicht übergesprungen, Ziel erreicht.

    Fachlicher Austausch: Offenes Training der GWD Minden A-Jugend

    Jahrelang habe ich als Regionsauswahltrainer frustriert zugesehen, wie in der Region Hannover die Platzhirsche den kleinen Vereinen die Talente abnahmen und nie etwas zurückfloss. Teils hörten dann beim "Leistungsverein" talentierte Jungs aus der "zweiten Reihe" sogar auf, ohne dass es jegliche Bemühungen gab, sie nun wiederum an Nachbarvereine zu vermitteln. Ich verwehre mich gegen das Märchen, dass die bösen großen Vereine die vermeintlich toll ausbildenden kleinen Vereine ausbluten. Das Trainer-Knowhow ist in den "Leistungszentren", im Breitensportverein übernimmt Mutti, Vati oder eine B-Jugendliche das Kindertraining. Aber warum nicht wenigstens Knowhow mit den Vereinen an der Basis teilen, wenn bei den Zwergen schon keine Ausbildungsentschädigung fließt (die es jahrelang auch nicht mehr gab)?

    Als Vereinstrainer war ich irgendwann in derselben Position und ich habe bislang viermal ein Mädchentrainerseminar angeboten und durchgeführt. Drei Referenten, mädchenhandballspezifische Themen, ein Vormittag, kleiner Obolus für den Aufwand und hinterher Hotdogs. So wollte ich mal Trainer von den Nachbarvereinen aus der Region erreichen, deren Talente schließlich teils bei mir landen, es aber keinerlei Gegenleistung gibt. In der Spitze hatten wir vierzig Teilnehmer aus vier, fünf Bundesländern... aber eben keine Trainer aus den Nachbarvereinen!

    Wie es besser laufen könnte, habe ich gestern bei GWD Minden erlebt. Unser Torwarttrainer hatte mich mit der Nase darauf gestoßen: Offenes Training der Bundesliga A-Jugend von GWD. Nachwuchskoordinator Lars Halstenberg und A-Jugend Trainer Sebastian "Baggi" Bagats hatten kurzfristig eingeladen, beim A-Jugend Training mal Mäuschen zu spielen. "Körpertäuschungen" war angekündigt, letztlich verfeinert auf "Nullschritt mit Folge zur Wurfarmseite mit AIM Position*". Klingt etwas holprig, startete etwas holprig, machte nach einer Stunde dann aber allmählich furchbar viel Sinn.

    Elf Feldspieler, zwei Torleute. Für den kleinen Kindertrainer schon der Auftakt interessant. Rund fünf Minuten dynamisches Dehnen in Eigenregie, dann institutionalisiert fünf Sprints über 20m bei maximaler Beschleunigung, betont langsames Zurückschlendern zwischen den Sprints. "Irgendwie wollten wir in jeder Einheit ein Schnelligkeitstraining mit einbauen, aber ohne die sportwissenschaftlich empfohlenen langen Pausen zwischen den Sprints", gestand Baggi hinterher.

    Und dann eine Lehrstunde in hoher Wiederholungszahl. Nullschritt mit Durchbruch zur Wurfarmseite, später mit Abschluss per Turboschlagwurf und zum Schluss auch mal Durchbruch gegen die Hand. Beobachtunsschwerpunkte:

    - Landung parallel, sauberes zeitgleiches Aufsetzen der Füße, nicht zu breit, Fußspitzen nach vorn, um nicht die Folgehandlung zu verraten

    - AIM Position (angewinkelt) des Wurfarms nicht nur während der Landung, sondern auch bei Seitwärtsbewegung bis in den Wurf

    - dynamischer Schrittsprung zur Wurfarmseite

    Nullschritt in Reifen. Vom Stepper. Über kleinen Kasten mit Hinsetzen. Die Mindener Jungs musste ordentlich was tun für das Publikum von rund zwanzig, dreißig Trainern (laut Eigenangaben von weibliche D bis Frauen-/Männerbereich).

    Nullschritt mit Gegenspieler, der Signale setzt. Arme hoch > Durchbruch. Arme tief oder seitlich > Turboschlagwurf über den Ellenbogen. Mit Aufdrehen des Oberkörpers > Richtungsvorgabe für Durchbruch. (Dies werde ich definitiv im D-Jugend übernehme, allerdings soll dann der Arm auf Durchbruchseite unten bleiben, der andere seitlich hochgehen, um gleich ein Feedback zu geben, dass es die falsch Seite war, wenn ich gegen den ausgestreckten Arm renne.)

    Unterschiedliche Übungsfolgen auf den Außenbahnen ohne/dann mit Abwehrspieler, Zurückziehen auf RM und Abschluss wieder mit Entscheidungstraining. Letztlich über eine volle Stunde das Hauptthema Stück für Stück erweitert, variiert, erschwert. Im D-Jugend Training undenkbar, sich so lange mit einem Thema mit nur moderaten Abwechselungen zu beschäftigen. Während des Trainings standen Baggi und Lars allen Zuschauern für Fragen zur Verfügung, was dankend angenommen wurde. Mich interessierte, warum die AIM Position während der gesamten Aktion beibehalten werden sollte. Die Jungs hatten zunächst große Schwierigkeiten damit, die Disziplin zu wahren, nahmen den Arm für die Ausholbewegung dann doch meist runter, was sich aber im Laufe der Einheit minimierte. Lars erklärte, dass in der Seitwärtsbewegung weiterhin "alles möglich" bleiben soll, für ein Kreisläuferanspiel, für einen Wurf, für einen Richtungswechsel gegen die Hand. Muss ich mal drüber brüten.

    Und weil man in Minden die Handballerseele bestens kennt, wurde hinterher noch eine Dreiviertelstunde zur "dritten Halbzeit" geladen, so dass wir erst spät wieder in Hannover waren. Herzlichen Dank an die GWD, Baggi und Lars! Eine Fortsetzung als Reihe ist angekündigt. Über einen Feedbackbogen erhofft sich der Verein Rückmeldungen und Themenwünsche. Ich werde das Konzept für Hannover aufgreifen und mal versuchen, ein paar Kindertrainer in die Halle zu locken. Zur Nachahmung empfohlen, wir schmoren alle zu sehr im eigenen Saft!

    *AIM- ("Alles ist möglich") Position: "Positionstraining für Rückraum-, Kreis- und Außenspieler", Axel Kromer - Arm ist vor der Aktion bereits in Hab-acht-Stellung (Ball oben, Arm seitlich ausgestreckt), um sich bereits alle Optionen offen zu halten.

    Einführung Sperren - neu betrachtet

    Viele von uns haben jüngst mal über den Tellerrand geschaut und das Augenmerk auf Basketball gerichtet. Zumindest die zweite Hälfte des Halbfinals gegen die USA konnte ich schauen, beim Finale Sonntagnachmittag war ich - klar - in der Handballhalle. Ein Bild verfestigt sich in meinem Hirn. Morgens im Halbschlaf. Wieder und wieder wird der Ballführer außerhalb des 3-Punkte-Kreises (frontal) freigeblockt, streift seinen Gegenspieler ab und zieht zum Korb. So einfach. So selbstverständlich. Wenn das doch nur im Handball ginge...

    Geht nicht. Solche Tiefenräume sind ja nicht da.

    Geht nicht. Wir schulen ja keine Frontalsperren.

    Geht nicht. An eine Sperre muss ja zwingend Plan B, die zweite Folgehandlung geknüpft sein. Das Absetzen. Geht nur aus der Rückensperre.

    In der D-Jugend habe ich solche Tiefenräume! Sperre einführen, mit der viel schwierigeren Rückensperre - wer hat sich das ausgedacht? Sperre einführen und kein Sperre/Absetzen - warum denn nicht!? Wir lehren doch sonst vom Einfachen zum Komplexen, vom Leichten zum Schweren! Warum kommt die Einführung der Sperre immer als Rückensperre daher, möglichst gleich mit Absetzen und dann auch noch gegen den Halbverteidiger in der 3:2:1, die am schwierigsten zu sperrende Position, wenn sie vernünftig ausgefüllt wird. Und dann teils auch noch gegen die Ballrichtung mit Richtungswechsel des Ballführeres.

    Sperren mit Kindern? Ich hab ne pfiffige Kreisläuferin in der D. Balljäger berichtete mir damals mal, Till Herrmann, LA von Göppingen, habe in seinem Handballcamp bei Aufwärmspielen schon als E-Jugendlicher erfolgreich Sperren gestellt. Wenn wir mal den ganzen Quatsch mit Absetzen weglassen, nur den kurzen Antritt, die korrekte - frontale - Stellung (im Basketball teils mit verschränkten Armen vor der Brust) und den Durchbruch nehmen, dann ist das ein Kinderspiel. Was breche ich mir immer einen ab, in der C-Jugend das Anschleichen, den korrekten Abstand, die Drehung auf dem Fuß, die Stellung schräg zur Spielfeldecken/alternativ schräg nach vorne, das Halten der Sperre, das Timing beim Absetzen, das Aufziehen der Situation, den richtigen Pass einzuführen... beginnend von NULL. Wenn die Mädels Vorerfahrung aus der D mitbrächten - könnte dann wohl einfacher sein.

    Einfache Grundübungen mit aufrecht stehendem Kastenmittelteil (Airbody für die reicheren Vereine),

    - prellen auf Abwehr drauf, Frontalsperre von hinten kommend, durchprellen zur Hand

    - (...) durchprellen gegen die Hand

    - prellen zur Wurfarmgegenseite, Sperre auf der Wurfarmseite, Richtungswechsel und durchprellen

    - mit Pass-/Rückpass, erst WA - Seite, dann Durchbruch WAG-Seite

    Nun im Spiel. Parteiballvariationen mit festen Zielen. Prellgebot. Kreisläuferin auf beiden Seiten, keine Pässe zu KM, nur für Sperren da.

    Dann im Endlinienball mit Passbeschränkung nach hinten oder zur Seite. Breitenräume groß wählen. KM hinter der Abwehrkette, immer wieder mit der Frontalsperre und dem Durchbruch. Angriff muss auf Kreisläuferhöhe immer das Tempo etwas rausnehmen, damit sich KM nicht den Wolf läuft. Oder Beschränkung auf eine Seite für KM. Oder zwei KM, eine links und eine rechts. Könnten für beide Teams wechselweise spielen.

    Im Spiel erst mal auf Ansage von draußen. Dann mal schauen, ob KM schon weit genug ist, Eigeninitiative zu entwickeln. Vielleicht ist RM weit genug. Wäre aber schon in der C-Jugend die große Ausnahme.

    Zitat

    Beim HVW gibt es die Möglichkeit für Bezirksspielleiter nach Augenmaß noch Teams auszutauschen, wenn durch die Quali ungleiche Konstellationen entstanden sind bzw. können Teams untereinander die Klasse tauschen wenn das Sinn macht. Es ist also nichts in Stein gemeißelt.

    Und von genau dieser Flexibilität würde ich mir noch mehr wünschen, um alle Trickser auszutricksen.

    Du machst ein Qualiturnier.

    - Qualiturnier wird boycottiert.

    Du stellst die Nichtteilnahme vorab unter Strafe.

    - Die schicken ihre E-Jugend zur D-Jugend Quali. Ein einziges verlorenes Turnier tut ja nicht weh.

    Du machst eine Vorrunde mit vier, fünf Spielen. Mehrere absichtlich verlorene Spiele tun vielleicht doch weh.

    - Die schenken das kriegsentscheidende Spiel ab.

    Du bietest von vornherein eine Quali auf drei Leistungsebenen an.

    - Die melden in die unterste Ebene, um nicht aus Versehen in die höchste Liga aufzusteigen, in der die Mannschaft qualitativ hingehört, aber auch mal Spiele verlieren könnte. Wie soll der Trainer das rechtfertigen?

    Wenn nur halb so viel Energie auf das Training verwendet würde, wie auf das Bescheißen des Systems, um mit unterforderten Kindern Kreisklassenmeister zu werden, könnten die Kinder vielleicht sogar was lernen.

    - Es gibt vier, fünf Vorrundengruppen. Der Erste soll sich für die höchste Liga qualizieren. Wie immer gibt es die unvermeidbare "Todesgruppe", weil man die Stärke der Mannschaften vorher nicht kannte. Die Ergebnisse legen nahe, dass auch der Zweite/Dritte aufsteigen müsste. Dem Staffelleiter das Ermessen geben, weitere Mannschafte aufsteigen zu lassen.

    - Eine "Anfängerstaffel" wird angeboten. Trainer A. Shloj meldet seine Granatenmannschaft in die Anfängermannschaft und bombt alles weg. In die Durchführungsbestimmungen gehören Kriterien zum Umgang miteinander in dieser Welpenschutz-Liga. Alle Vereine müssen diese zur Kenntnis nehmen und die Kenntnisnahme schriftlich bestätigen. Ein Kantersieg - Verwarnung. Fall zwei - Mannschaft wird gestrichen.

    - Mehrere Leistungsebenen. Eine Mannschaft erweist sich als völlig falsch gemeldet. Auch wenn es logistisch weh tut, Wechsel der Liga.

    - Zur Halbserie passiert personell was extrem in die ein oder andere Richtung. Wechsel der Liga und dort ohne Wertung spielen.

    Zitat

    Für die E Jugend gibt es beides: Turnierform und Liga.

    Die Turniere sind für Anfänger gedacht. Hier wird (grundsätzlich) 2* 3:3 gespielt, Ergebnisse werden nicht aufgeschrieben und alle bekommen einen Preis. Getreu dem Grundsatz "Spielerlebnisse statt Ergebnisorientierung" steht hier der Spaß für alle im Vordergrund. (Individuelle) Leistung steht im Hintergrund.

    Und zurück zum Thema.

    Das ist der Vorteil am Föderalismus. Jeder kleine Verband kann vor sich hin was auspobieren und so ergeben sich schöne Lösungen an der Basis. Turniere in der E-Jugend für Anfänger und ein Ligasystem für Fortgeschrittene - das finde ich eine altersgerechte Spielweise. Vielleicht etwas größere Pausen zwischen zwei Spieltagen aber dann geballte Spielerfahrung an einem Samstag oder Sonntag. Und die E-Jugendlichen mit mehr Handballerfahrung können sich im Ligabetrieb beweisen. Ob es jetzt 6:6 sein muss, weiß ich nicht. Bin zu lange in der D und darüber. 5:5 z.B. erscheint mir kindgerechter.

    Flexibilität und Durchlässigkeit der Ligen fände ich im Kinderhandball am Wichtigsten. Nur als Beispiel, wir spielen in der D-Jugend auf Regionsebene gerade auf drei Ebene bis zu den Herbstferien Vorrunden aus. Hat es in dieser Form meines Wissens in dieser Ecke noch nie gegeben und ein faires Ligasystem gab es ohnehin noch nie. Immerhin erbt man seine Spielklasse nicht von vollkommen schwächeren/stärkeren Vorgängern.

    Erst nach den Herbstferien haben sich die "echten" Ligen" dann zusammen gefunden. Und wie jedes Mal gibt es bei der Meldung diese kleinen "Irrtümer" :thefinger: . In der untersten Vorrunde, also systematisch eigentlich bei den Anfängern und mit Aufstiegschancen auf die mittlere von drei Ligen die HSG 09 Gronau/Barfelde nach zwei Spielen mit 4:0 Punkte, 55:4 Toren und die Hälfte der TOP10 Torschützen von sechs Mannschaften. Klar... war nicht vorhersehbar. Braucht man die Trainer aber nie darauf anzusprechen, die Antworten kenne ich bereits: "Ich habe die Mannschaft gerade erst übernommen. Vor drei Wochen konnten die Mädchen noch gar nichts, die Entwicklung war nicht abzusehen. Die halbe Mannschaft ist mir gerade erst zugelaufen, die wohnen alle neben einem Atomkraftwerk. Wir sind doch nur neun, höher kann ich nicht melden. Die Eltern fahren nicht gerne weit." Letztes Jahr in der Mini WM der D-Jugend Mannschaften mit 32 männliche D Teams, quasi eine Niedersachsenmeisterschaft. Platz 2 ging an die HSG Schaumburg Nord, den einzigen unterklassigen Verein von acht Teilnehmern der Finalrunde. "Ich habe die Mannschaft gerade erst übernommen. Vor drei Wochen..."

    Und daher würde ich mir z.B. wünschen, dass in solchen Fällen wie aktuell bei uns in der D-Jugend der Aufstieg mit dem Überspringen einer Liga möglich wäre, wenn genau der Aufstieg in die höchste Liga von vornherein vermieden werden sollte. Die Durchführungsbestimmungen müssen unfähige Trainer gleich mitberücksichtigen. Ein anderer Ansatz in der Vergangenheit war es, die Quali vor den Sommerferien auszuspielen. Vorrundenturniere von je vier, fünf Mannschaften. Habe ich einmal mit einer Mini-Mannschaft in der E-Jugend mitmachen dürfen. Der Gastgeber schlägt uns 10:1. Kommt in die höchste von drei Ligen. Wir werden Zweiter, weil drei Teams boycottieren. Und wohl dank des einen Treffers kommen wir in die mittlere Liga. Die drei säumigen Teams landen in der untersten Liga - wo sie hinwollten. Das war vor knapp über zwanzig Jahren, es hat sich nichts geändert. Also müssen die Durchführungsbestimmungen stets schlauer sein als all die Idioten da draußen.

    Synergieeffekte Teil II / Krisenmanagement im Spiel

    Seit den Osterferien haben wir das Mannschaftstraining der männlichen D I und der weiblichen D fusioniert. Zweimal die Woche trainieren beide Teams gemeinsam und wir mischen in zwei oder drei leistungshomogene Trainingsgruppen. Diese Saison ist das möglich, da die Jungsmannschaft mit zehn Spielern zum einen recht homogen besetzt ist, zum anderen das Mädchentraining nicht ausbremsen. In vergangenen Jahrgängen gab es immer ein, zwei Superstars, der Rest durfte auch mal den Ball in die Hand nehmen. Im Abschlussspiel jedes Training Jungs gegen Mädchen geht es immer knapp zu.

    Die Mädchen haben keinerlei Schwierigkeiten sich zu motivieren, hart gegen Jungs zu verteidigen. Jungs haben immer Schwierigkeiten Mädchen in der Deckung anzufassen, müssen aber alsbald merken, dass sie sonst im Abschlussspiel deutlich den Kürzeren ziehen. Den Punkt haben wir überwunden, auch die Trinkpausen finden nun eher an einer statt zwei Tränken statt. Die Kunst ist es nun, auch E-Mädchen zu integrieren oder, in Ermangelung einer zweiten wD, auch mal Anfängerinnen oder gar wie gestern eine Anfängerin der wE. Die Konstellation funktioniert, wird aber eher eine Eintagsfliege bleiben. Zu sehr schwanken die Rahmenbedingungen von Jahr zu Jahr, auch wäre das System nicht mit allen Trainern denkbar. Die Vorteile überwiegen. Homogene Trainingsgruppen ohne großes Gefälle. Im Idealfall noch mit Betreuerin Training in drei Gruppen parallel. Zwei handballspezifische Inhalte jede Einheit. Mehr Trainer gucken über die Trainingsgruppen drüber und tauschen sich aus. Gestern das erst Mal überhaupt Umschaltspiel über das gesamte Feld bei zwei Teams in der Halle. Motivationsschübe durch den Geschlechterkampf.

    Eine meiner Spielerinnen wird diese Saison gar keine Einsätze im Spielbetrieb der wD haben. Die Liga wird einfach zu schwach sein. Sie spielt ausschließlich männliche D und in der zweithöchsten Liga der C-Jugend. Weitere Mädchen werden einzeln in die Jungsspiele hineinrotiert. Ich fahre dreigleisig. Höchste Liga weibliche D, um alle Mädels in Bewegung zu halten. Vorgestern spielten zwölf Mädchen gegen eine körperlich sehr, sehr starke Mannschaft. Auf unserer Seite vier E-Jugendliche, zwei davon mit ihrem D-Jugend Debüt. Zwei aus dem jüngeren E-Jugend Jahrgang. David gegen Goliath musste ähnlich ausgesehen haben. Wir konnten munter E-Jugendliche spielen und Erfahrung gewinnen lassen. Bei den Jungs spielen immer zwei Mädchen mit, eine davon rotierend. Die wC II gibt es nur auf dem Papier und am Wochenende, gedacht für den jüngeren C-Jugend Jahrgang und die älteren D-Jugendlichen. Die D-Mädchen werden an die C-Jugend herangeführt, bzw. die C-Jugendlichen müssen vor ihrem festen Wechsel in die Oberliga Verantwortung übernehmen.

    Am Wochenende hatten die Jungs auswärts Premiere beim hiesigen ehemaligen Platzhirschen TSV Anderten. Drittligist, im Jugendbereich aber inzwischen recht weit weg von den glanzvollen Zeiten. Auf der Trainerbank aber immer noch hochklassig besetzt. Jara und Frida starten zunächst auf der Bank, wechseln im Laufe der ersten Halbzeit. Jara auf Hinten Mitte eine Bank, bekommt vorne aber keinen Ball an den Kreis. Frida braucht ein paar Minuten, um sich einzugrooven. Zwei, drei Fehlwürfe, ein Fehler in der Deckung, danach auf Halb und Vorne Mitte eine Macht und zeigt den Anderter Jungs klar ihre Grenzen auf. Die erste Halbzeit ist sehr hektisch. Das sehr junge Schiedsrichtergespann pfeift auf beiden Seiten kreuzwild, Nullschritt oder drei Schritte werden aber konsequent bei uns weggepfiffen, "Abwehr im Kreis" weit weg vom Ball wird gegen uns als 7m gepfiffen, vorne kann die Anderter Abwehr machen, was sie will, in der Hälfte werden keine 7m verteilt. Dass Kampfgericht und Schieris ein Tor unterschlagen macht die Stimmung nicht unbedingt besser. Unsere Jungs und Mädels sind ein klein wenig besser, haben das Spiel aber angesichts der doppelten Unterzahl und dem Halbzeitstand von 11:8 schon aufgegeben.

    Trainer Ralph appelliert an die Mannschaft, sich auf das Spiel zu konzentrieren und sich nicht von den Rahmenbedinungen runterziehen zu lassen. Ich war in der ersten Halbzeit schon drauf und dran die Halle zu verlassen. Zwar bin ich mit einer Menge Humor gesegnen, dass zwei junge Schiedsrichter sich so sehr einen Heimsieg herbeisehnen... eine lange Sperre ist unglücklich, wenn man am Wochenende drei Punktspiele hat. Aber doppelte Unterzahl ist eine zu große sportliche Herausforderung. Und ich liebe Al Pacino:

    "Ihr habt es gerade sehr leicht. Ihr verliert das Spiel und könnt Euren Eltern sagen: "Die Schieris waren schuld!" Also habt Ihr gerade nichts mehr zu verlieren. ABER UM WIE VIEL GEILER IST ES, HIER UND HEUTE GEGEN NEUN ZU GEWINNEN?! ES DENEN ZU ZEIGEN, DASS SIE NICHT MAL MIT DEN SCHIEDSRICHTERN AUF IHRER SEITE GEWINNEN KÖNNEN! IHNEN HINTERHER IN DIE AUGEN ZU SEHEN... ALS GEWINNER!"

    Oder so ähnlich. Um eine lange Geschichte kurz zu machen, Frida übernimmt eine Führungsrolle und lässt die Gegner alt aussehen (5 Tore, der Zwillingsbruder trifft gar 7 mal), Jara bekommt auch mal einen Ball und trifft, die Jungs spielen sich in einen Rausch, die Schiedsrichter pfeifen nun noch konfuser aber mehr verteilt, so dass beide Trainerbänke Tobsuchtsanfälle bekommen und das Spiel geht 20:24 aus. Al Pacino wäre stolz!