Beiträge von Zickenbändiger

    Gibt es irgendwo einen Zusammenfassung? :hi:

    Gültigkeit der Spielerpässe

    Da gibt es ein Missverständnis. Die Spielerpässe gelten bis zum Ende der A-Jugend, dann kommt das Erwachsenenspielrecht.

    Erst- bis Drittspielrecht im Heimverein

    Es gilt nach wie vor das Festspielen innerhalb einer Altersklasse. Ansonsten legt sich die Spielerin mit Einsatz in einer Mannschaft fest, wo Erst-, Zweit- und Drittspielrecht liegen. Hier gibt es keinerlei Prioritätenrangfolge, alle Spielrechte sind gleichberechtigt. Ist das Drittspielrecht festgelegt, gibt es in dieser Saison keinen Einsatz mehr in einer vierten Mannschaft bzw. einem zweiten Verein. Es gibt keinerlei Anträge für Spielrechte im eigenen Verein! Nichts ändert sich, bis auf die Tatsache, dass eine Spielerin nicht in vier Mannschaften spielen darf. Auch für verletzte Spielerinnen ändert sich nichts.

    Zweitspielrecht in anderem Verein

    Erst der Antrag beim Landesverband, dann das Spielrecht im Pass. Kein Festlegen durch Einsatz, dann Punkte weg. Es geht theoretisch ab dem 01.07. mit den Anträgen los, so der Landesverband dann aufgestellt ist. Nun neu (s.o.): Ist das Erstspielrecht im Heimverein noch nicht "ausgespielt", muss es durch Erklärung festgelegt werden. Dann kann das Zweitspielrecht erteilt werden. "Mannschaftsliste" kenne ich nicht, gibt es nicht in § 19 SpO.

    Zwei Mannschaften eine Altersklasse, Aushelfen nächste Altersklasse

    Auch hier ändert sich nichts. Festspielen für erste Mannschaft beachten (Jugendspielrecht spricht von "höhere Klasse", Festspielregel spricht von "höhere Mannschaft"!), die Spielrechte werden verteilt, wie zuerst, als zweites, als drittes gespielt wird.

    Wir haben mehrere Vereine die z.B. in der weiblichen D einmal die Woche trainieren. Und auch dort gibt es Talente. Die reichlich Freizeit haben, die nicht mit Handball gefüllt ist.

    1) Den Spielwart werden nicht Dutzende Anträge erwarten. Er sollte nur in jedem Fall, in dem ein Antrag eines Zweitvereins kommt, bevor die Punktspielrunde gestartet ist / bevor das Talent ein Spiel ausgetragen hat, Rücksprache mit dem Trainer halten, wo das Erstspielrecht verortet sein soll. Es wäre nicht unwahrscheinlich, wenn mangels Kommunikation hier ein Spielrecht "verbrannt" wird. Und selbst eine ausgefeilte frühzeitige Exceldatei hilft nicht, wenn sich zwischenzeitlich die Pläne des Trainers ändern.

    2) Das bisherige Zweifachspielrecht war in den elektronischen Pässen eingetragen. Nirgends steht, dass sich das nun ändert.

    Der 01.07. rückt näher. Dann oder zumindest wenig später sollten die Landesverbände Antragsformulare für Zweit- und Drittspielrechte bereit haben. Noch mal in Kurzfassung:

    Eine Jugendspielerin darf in bis zu drei Mannschaften (auch Senioren) / in ein oder zwei Vereinen spielen. Dies gilt ab dem Alter, ab dem es Spielerpässe gibt (bei uns E-Jugend). 48 h bzw. neu 50 h Regel bleibt. Achtung Falle: Nach Abschluss der Saison in einer Altersklasse dürfte eine Spielerin nach Einsatz in zwei Altersklassen dann auch Spiele in der dritten Altersklasse bestreiten. Dieser Gedanke lässt sich NICHT auf die Spielrechte übertragen! Drei Mannschaften pro Saison!

    - Das Erstspielrecht gilt für eine Mannschaft im eigenen Verein. Es wird durch bloßes Spielen festgelegt (oder durch Erklärung gegenüber dem Verband, wenn Antrag vom Zweitverein zeitlich vor dem ersten Spiel liegt). Weitere Spielrechte im eigenen Verein ebenfalls durch Erspielen.

    - Spielrechte im Zweitverein müssen beim Verband beantragt werden.

    - Im Zweitverein darf nur höherklassig zum Erstverein gespielt werden. ACHTUNG NEU: Höherklassig vom Spielrecht aus betrachtet, NICHT vom Verein! Eine Spielerin der zweiten Mannschaft, die nur zweite Mannschaft spielt, spielt im Zweitverein "höherklassig", selbst wenn das für die erste Mannschaft des Heimvereins nicht zutrifft!

    - Es gibt keine Antragsfrist (wird sich Richtung Deutschen Meisterschaften A und B noch rächen). Es gibt kein Kontingent pro Altersklasse.

    - Das Abtreten des Doppelspielrechts (Senioren) wird komplett ersetzt. A-Jugendliche kann A-Jugend, Damen, höherklassig Damen Zweitverein spielen!)

    - Mit Vereinswechsel nach Vergabe des ein oder anderen Spielrechts geht es von Null los. Drei neue Spielrechte möglich.

    Ich habe aktuell drei Kandidatinnen aus dem Altjahrgang D-Jugend. Eine wird ein Zweitspielrecht in der D I bekommen (höherklassig zur D des Heimvereins). Zwei Mädchen bekommen ein Zweitspielrecht in der C II (höherklassig zur heimischen C, sollten sie dort auch spielen). Theoretisch denkbar ist weiterhin ein Zweitspielrecht für eine E-Jugendliche in der D I.

    Der DHB-Bundesrat hat übrigens gestern nochmal weitere Änderungen der neuen Spielordnung beschlossen:

    Amtliche Bekanntmachung Bundesrat vom 18.05.2025 (PDF)

    Danke für die Info! Dann hat diesmal leider niemand hier mitgelesen.

    Erstspielrecht C-Jugend Heimverein Regionalliga

    Zweitspielrecht anderer Verein B-Jugend Regionalliga

    Drittspielrecht vorerst nicht wahrgenommen

    Zweitspielrecht ist auf Antrag erfolgt, Zweitverein verlässt sich darauf. Im Laufe der Saison möchte der Heimverein die B-Jugend Bundesliga aufstocken und will das Drittspielrecht für wB BuLi vergeben.

    - Zweitspielrecht erlischt

    oder

    - Drittspielrecht durch vom Verband erteiltes Zweitspielrecht blockiert?

    Frage in die Runde. Habe heute mal ein Spiel der Mini-WM (wJD) des HVNB gesehen. Werder gg. Warburg.

    [...]

    Wird das mittlerweile so gespielt oder war das ein Extrembeispiel?

    Und vor allem mit "B-Jugend Härte" bei der Kontaktaufnahme. Wenn die Ballführerin keine Luft mehr in der Lunge hat, kann sie auch nicht weglaufen. Im Oktober hat eine Warberger Delegation in in der Regionsauswahl noch so verteidigt, dass sie eigentlich das gesamte Spiel über in Unterzahl hätten spielen müssen. Der Erfolg gab ihnen Recht, der eigene Auswahltrainer hat sie gewähren lassen, während meine Mädels auf der anderen Seite nur so über den Boden rollten. Zwei zerbrochene Beißhölzer haben die beiden Schiedsrichterinnen vor Wurfgeschossen bewahrt.

    In Bremen nun eine regelkonformere Deckungsvariante. Für harte bis sehr harte Kontaktaufnahme gibt es nichts vom Schieri. "Auf die Hand schlagen" hab ich nicht wahrgenommen. Hat jüngst für die Regionsmeisterschaft in zwei sicher nicht leichten Entscheidungsspielen gereicht, könnte für die inoffizielle Landesmeisterschaft Bremen/Niedersachsen (Mini WM) auch reichen. Allerdings hätte ich was dagegen...

    Ist tatsächlich ein Extrembeispiel aus mehreren Gründen. Solche internationale Härte ist in der D ganz selten. Warberg macht es inzwischen auch sehr geschickt, spielen eine giftige Manndeckung, teils über die Mittellinie hinaus und teilt bei Ballannahme sofort aus. Mit Bruce Lee bevorzuge ich allerdings "the art of fighting without fighting". Wenn wir so weit vorn decken, dann geben wir nicht auf die Finger, sondern wir sinken zurück und provozieren das Prellen, um dann den Ball zu erobern oder die Ballaufnahme zu provozieren, um Druch auf die Anspielstationen zu machen. Ballgewinn ist viel geiler als Freiwürfe. Saschas Mädels verfolgen spielen eine andere Philosphie. Der Gegner, der keine Lust mehr auf Handball hat, wird auch nicht gewinnen. Das Erfolgsmodell hängt mir zu sehr von der Laune des Schiedsrichters ab, als dass ich das ernsthaft kopieren würde.

    Am 31.05. in der Endrunde gibt es dann hoffentlich die Antwort auf die Frage des besseren Kung Fu.

    Zitat
    Falls die Regel nur lauten würde in Mannschaft I oder II spielen zu dürfen, könnte eine durch die Vorsaison für die JBL qualifizierte Mannschaft mit ihrem Mannschaft I Kader z.B. eine RL Quali spielen. Den erspielten Platz würde in der Saison dann aber die Mannschaft II einnehmen.

    Hat in Niedersachsen jahrzehntelange Tradition, dass Hildesheim, Anderten oder Burgdorf mit der Ersten die Quali der Zweiten gespielt hat. Hat dabei den Landesverband auch nicht geschert, dass nach damaligen Festspielregeln die Jungs dann alle für die ersten beiden Saisonspiele der Ersten nicht spielberechtigt waren (damals keinerlei Wechsel innerhalb einer Altersklassen während der ersten beiden Saisonspiele; Quali in der Jugend Teil der neuen Saison).

    Löst der HVNB heutzutage eigentlich cleverer. Muss die Zwote in die Quali, muss sich auch die Erste in die Quali begeben. Und dann gelten Pokalfestspielregeln (keinerlei Wechsel für die Dauer der Quali). Warum das in der Praxis meines Wissens noch nie umgesetzt wurde, konnte ich noch nicht ergründen. Irgendwie bekommen dann alle immer Wildcards.

    Aber was hat das Alles mit den ab 01.07. geltenden Jugendspielrechten zu tun?

    Die Lösung sind nicht Kaderlisten oder unterschiedliche Gruppen, die zeitgleich an verschiedenen Orten spielen. Wenn zwei Mannschaften aus einem Verein in derselben Relegation zugelassen sind, wird es Versuche geben, das für sich auszunutzen. Profis verweisen in den Durchführungsbestimmungen auf § 45 VIII SpO DHB und führen die Pokalfestspielregeln ein. Jeder spielberechtigte Spieler darf in Mannschaft I oder II spielen... aber ausschließlich in Mannschaft I oder II. Problem gelöst. Aber wie gesagt... Profis. Müsste man ja die Spielordnung des DHB kennen.

    Ostersonntag folgt das dritte Vorrundenspiel. ZeeBee hat immer noch schlechte Laune vom Vortag. Gegner ist die Zweitvertretung des Veranstalters Frederikshavn FI. Für FFI III hat ZeeBee eigens die Spielweise "Dänemark" erfunden. Die bösen Deutschen kommen nach Dänemark mit einer starken Mannschaft, spielen auch noch die dort sonst unzulässige Manndeckung oder sehr offensive 1:5 gegen eine Anfängermannschaft, die es wahrscheinlich gewohnt ist, sich minutenlang den Ball vor einer Fleischmauer hin- und herzupassen. Um nicht eines Tages von aufgebrachten dänischen Eltern vor der Halle aufgeknüpft zu werden, hat ZeeBee sich irgendwas einfallen lassen müssen, was ihm in den letzten 30 Jahren jedenfalls noch nicht eingefallen ist. Und wenn man alle abgefangenen Bälle brav wieder zurückspielt, kann man genauso hoch gewinnen, aber wie durch ein Osterwunder gibt es keine wutschnaubenden Eltern. Hallelujah.... Baby!

    FFI II wäre wieder ein solcher Kandidat gewesen. Gegen den zweiten schwachen Gruppengegner ein 5:8, gegen Hamburg gar ein 6:22. ZeeBee hätte ohnehin seine stärkste Formation lange auf der Bank gelassen, nun wirkt es auch noch wie eine Strafe für den gestrigen kollektiven Blackout der ersten Sechs. Gut so! Die Mädels spielen eine blitzsaubere Manndeckung a la ZeeBee. Beweglich, kein Körperkontakt, keine Fouls, keine durch die Luft fliegenden Zwerge und keine Angriffsfläche für einen Schieri. Die kleinen Gegnerinnen sind hoffnungslos überfordert mit sich, dem Ball, dem Leben, dem Universum und dem Rest. Genau die Situation, für die ZeeBee die Spielweise "Dänemark" erfunden hat. Nur ist ZeeBee immer noch grantig vom Vortag. Lässt alle Leistungsträger auf der Bank schmoren, guckt verdrießlich in die Runde... und lässt die Mädels weiter von der Kette. Die letzten fünf Minuten darf auch die Bank noch mal ran. Im Rücken von ZeeBee echauffiert sich eine schwedische Trainerin.

    "Let them play! Draw back!"

    Wir können kein defensiv! Wir wollen kein defensiv! Wir spielen kein defensiv! Und keine skandinavische Mannschaft wird freiwillig auf die Fleischmauer verzichten, wenn unsere zweite D-Jugend damit nicht klar kommt. Denkt sich ZeeBee und ignoriert die junge Dame. Und bekommt allmählich ein schlechtes Gewissen. Abpfiff. 19:0. Hmmm.... Nächstes Spiel dann wieder mit Prinzip Dänemark.

    ZeeBee checkt den Spielplan. Wann wäre denn das erste Spiel im B-Pokal? Es graut ihm davor, für den Rest des Turniers gegen Anfängermannschaften und Breitensportteams zu spielen. ZeeBee findet nirgends Nr. 3 der Gruppe 8. Hoch, runter, hoch, runter... die können doch keine Mannschaft vergessen haben? Irgendwo versteckt dann die Lösung. Gruppe 1 hat kurzfristig vor dem Turnier noch eine Mannschaft dazu bekommen, der Sechste wird irgendwo weit hinten aufgeführt. Sechster Gruppe 1 gegen Dritter Gruppe 8. Ähhhhh.... die eigene Zweitvertretung ist auf dem besten Wege Letzter in Gruppe 1 zu werden. F***! Prinzip Dänemark? Torhüterin tauschen? Torhüterin grantig machen? Dadurch Disqualifikation risikieren, weil innerhalb der Altersklasse nicht gewechselt werden darf? ZeeBee kotzt. Trainerkollegin Chrischi kotzt ebenfalls. "Ihr könnt doch nicht gegen uns spielen!" "Liegt nicht mehr in unserer Hand. Und ich glaube nicht, dass Hamburg gegen Ankaret verliert."

    Erst einmal erklärt ZeeBee den Mädels, die Prinzip Dänemark noch nicht alle kennen, dass gegen IK Sävehof alle abgefangenen Bälle zurückgegeben werden. Lange Gesichert. Vorsorglich fordert ZeeBee auch, dass die Pässe aber tatsächlich abgefangen werden und nicht weggeklatscht werden sollen. Es geht weiterhin um Ballgewinn und die maximale Anzahl von Geschenken. Rausgeprellte Bälle dürfen behalten werden.

    Chrischi schreibt ZeeBee, er möge noch mal in die Turnierregeln schauen. Bei Punktgleichheit gilt:

    1. Erreichte Punkte in die gegenseitigen Spielen

    2. Tordifferenzen aus allen Spiele
    3. Mehr geworfene Tore

    4. Los

    Das ist nicht deren Ernst? Die brechen den direkten Vergleich schon nach den Punkten ab? Ich muss im Kinderhandball Anfängermannschaften abschießen, um den direkten Vergleich zu gewinnen? ZeeBee kotzt. Gedankenspiele. Wenn Hamburg im letzten Spiel (gleich nach dem eigenen letzten Spiel in gleicher Halle) einen Punkt abgibt, sind die Mädels ohnehin Zweiter. Gewinnt Hamburg, kommt es zum Dreiervergleich und da hat Ankaret mit Abstand die größte Tordifferenz, so dass Hamburgs Torverhältnis nicht interessiert.

    Ankaret +34

    TVB +14

    Um Platz 2 sicher zu erreichen, brauchen die Mädels +20 Tore aus dem letzten Spiel. Kollektives Entsetzen der Mädchen.

    "Und? Das letzte Spiel habt Ihr mit 19 Toren Unterschied gewonnen."

    "Heißt das jetzt, wir geben keine Bälle zurück?!"

    ZeeBee hat schon sehr clevere Mädchen. Das Schicksal hat der Mannschaft noch eine Chance auf den A-Pokal beschert und als Sahnehäubchen darf nun AMTV zuschauen, wie der etwaige direkte Vergleich vor ihren Augen schmilzt. Gegen Sävehof startet ZeeBee mit einer gemischten Formation. Gegen FFI haben sich alle Mädels in der Manndeckung bewährt, es bedarf keiner Bestbesetzung zu Beginn. Wie ein Uhrwerk arbeiten die Mädchen den 20-Tore-Berg ab. Marit hält einen 7m, Marit hält die wenigen Würfe aus Durchbrüchen. Halbzeit 11:1. Könnte eine Punktlandung werden. ZeeBee stellt sich gerade eine dieser deutschen oder skandinavischen Klammeraffendeckungen vor, die dieselbe Aufgabe hat, in dreißig Minuten zwanzig Tore Vorsprung rauszuholen. ZeeBee grinst. Kurz vor Schluss fällt das 21:1, irgendwer schläft noch mal in der Deckung, Marit hält. Endstand 23:1, die Mädels jubeln. ZeeBee entschuldigt sich beim Schieri, beim schwedischen Trainer, beim schwedischen Co-Trainer. Die selten dämlichen Turnierregeln machen es notwendig. Alle sind aber recht entspannt. Im Anschluss verliert Hamburg mit einem Tor, es kommt nie zum direkten Dreiervergleich, ein einfacher Sieg hätte gereicht.

    Wieder keine Kreisläuferin! In über dreißig Jahren hat ZeeBee zum allerersten Mal vor zwei Tagen gegen eine 4:2 Formation spielen müssen und nun das zweite Mal. Önnereds HK aus Schweden hat seine Hausaufgaben gemacht, sich offenbar das zweite Gruppenspiel angeschaut, während ZeeBee in der Ersatzunterkunft kein W-LAN hat und im Dunkeln tappt. Wieder stiftet die fehlende KM heillose Verwirrung. Bevor das Spiel für die Mädels richtig begonnen hat, steht es bereits 0:4. ZeeBee knirscht mit den Zähnen. Bei 0:5 wird er alle sechs Feldspielerinnen auswechseln und bis zum Ende des Spiels auf die Bank setzen. 1:4. Glück gehabt, Ladies! Das heillose Durcheinander verklingt allmählich, der Gegner ist aber auf zwei Rückraumpositionen so flink besetzt, dass die Mädels meist nur hinterher schauen und Rücklichter sehen. A-Pokal und wie schon zweimal zuvor ist im Achtelfinale Schluss. 15:21 - Önnereds HK wird am Sonntag noch die Bronzemedaille holen. Erstmals in vier Jahren trifft ZeeBee nicht auf den späteren Turniersieger.

    "Ah... der Erfolgstrainer!"

    Trainerguru Olaf begrüßt ZeeBee vor dem Spiel um Platz 3 zwischen seinem Verein und der C-Jugend des TVB.

    "Ist Deine Vorbereitung für das Turnier aufgegangen?"

    Nicht ganz überraschend liest Olaf in der Handballecke mit.

    "Wir haben nicht ein einziges Mal gegen eine richtige 6:0 gespielt."

    "Also fünf Wochen Trainingszeit verschwendet?"

    So würde ZeeBee das nun nicht ausdrücken. In fünf Spielen hat es...äh... ein Tor durch Schlagwurf aus der Fernwurfzone gegeben. Und Schlagwurftraining kann ja nie schaden. Nachträglich müsste nur "Turniervorbereitung" umbenannt werden. Juristen sind ja sehr phantasievoll bei Änderung von Definitionen und mit Wortmagie.

    Es spielen bis auf ein Mädchen ausschließlich ZeeBees ehemalige Zöglinge im Spiel um Platz 3 der C-Jugend gegen Bad Schwartau. Vor zwei Jahren hat die Mannschaft in gleicher Halle noch den B-Pokal gewonnen, nun geht es immerhin um Bronze im A-Pokal. Nur dass Schwartau eine volle Bank hat und die Mädels auch qualitativ den deutlich breiteren Kader haben. ZeeBee checkt später einmal die Randdaten. Es spielt der Siebte aus Schleswig Holstein gegen den Meister Niedersachsen/Bremen. Es liegen dennoch zwei Klassen zwischen den Teams. Abgesehen davon, dass die Leistungsträgerinnen des TVB längst platt sind, dem Tempohandball sind sie gar nicht gewachsen. Letztes Jahr ist die C im 1/16 Finale mit vier Toren Unterschied und dennoch einem Klassenunterschied gegen eine norwegische Mannschaft rausgeflogen. Nun richtet der Siebte von Schleswig Holstein den Ersten aus Niedersachsen mit 27:11 hin. Der einzige Trost, es sind überhaupt nur drei deutsche Mannschaften im A-Pokal gewesen und alle drei stehen im Halbfinale. Und im Halbfinale haben sich ZeeBees Ex-Mädels wacker geschlagen, obwohl beim Gegner vermutlich eine Damenspielerin mit Wurzeln vielleicht in Burkina Faso als Haupttorschützin gespielt hat, der die Schieris stets sechs Schritte zugestanden haben.

    Auf der Rückfahrt geht es noch ein wenig hin und her. Die Mädels sind auf Hin- und Rückfahrt jahrelang den Skandi-Park kurz hinter der Grenze gewohnt. Die Enttäuschung ist groß, der Stop passt nicht in die Pausentaktung des Busfahrers. Zweiter Halt ist vor der Grenze, Busfahrer Feo tut uns dennoch den Gefallen eines weiteren kurzen Stops. Vom Skandi-Park meldet sich während der Fahrt dorthin eine Handballmutter, ZeeBee hat mit tränenerstickter Stimme berichtet, er würde den Einkaufsstop dieses Jahr nicht machen können. Jaana fragt an, was ZeeBee denn brauche.

    "Italienischer Rotwein. Amarone. Marke egal. € 35,- plus/minus fünf Euro."

    "Hast Du heute Abend noch eine Feier?"

    "Nee, das ist jedes Jahr meine Belohnung, Ostern überstanden zu haben."

    Dein

    Karsten

    Liebes Handballtagebuch!

    Eine Tasse Kaffee beim Rödspätte Cup/Frederikshavn: 20 Kronen

    Ein fransk hot dog: 65 Kronen

    Der Blick der hinausgestellten Spielerin, wenn in der 25. Minute eines Spiels fünfzig Zentimeter urplötzlich nicht mehr drei Meter sind: unbezahlbar!

    Mit einem Jahr Vorlauf reserviert ZeeBee ein Ferienhaus für Ostern 2025. Nicht irgendwo im Sumpfgebiet eine Viertelstunde nördlich von Frederikshavn. Innerhalb der Stadtgrenzen, an der Nordgrenze der Stadt. Unmittelbare Nähe zum Meer. Und auch noch günstig. In der Woche vor Ostern kommt immer noch keine Info von Dancenter zur Schlüsselübergabe. Es fehlt noch der Code zum Schlüsselsafe in der Dancenter Filiale. Zwei Tage vor Abfahrt bittet ZeeBee um Übersendung eines Codes. "Vielen Dank für Ihre Nachricht, wenn wir dazu kommen, antworten wir gegebenenfalls eines Tages." ZeeBee erinnert noch einmal. Und noch einmal. "Vielen Dank für Ihre Nachricht, blablabla..." Ein verzweifelter Blick in die Unterlagen: Schlüsselübergabe am Haus. Aha. PIN Code 9088. Aha. ZeeBee beruhigt seine Mitstreiter. Offenbar hat das Haus selbst einen Schlüsselsafe oder gar ein elektronisches Schloss. Die Mitbewohner der Unterkunft aus der Grafschaft Bentheim melden sich von vor Ort bei ZeeBee im Reisebus. Ob denn die Adresse stimme, das vermeintlich gebuchte Haus würde gerade von wem anders bezogen. ZeeBee vergewissert sich. Hausnummer 45 stimme. Dort sei aber gerade eine Dame dabei einzuziehen. ZeeBee checkt seine Nachrichten. Drei Stunden vor geplantem Bezug hat sich Dancenter gemeldet:

    "Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass Ihr Wunschhaus für den gewünschten Zeitraum nicht mehr verfügbar ist. Trotz aller Bemühungen konnten wir aufgrund begrenzter Verfügbarkeit keine passende Alternative finden. Ihre Buchung mit der Buchungsnummer [4424908847] wird daher storniert."

    Weiter:

    "Um die Qualität unserer Dienstleistung zu verbessern, bitten wir Sie, die erhaltene Antwort zu bewerten, indem Sie auf den Smiley neben dem Schriftzug "Sind Sie mit der Dienstleistung unserer Experten zufrieden?" zu klicken."

    ZeeBee findet leider keinen Brontosaurusscheißhaufen-Icon, das er klicken könnte. Telefonisch verspricht Dancenter eine Lösung. ZeeBee müsse nur auf der Homepage eine Unterkunft suchen, Formular 8c8iaßciww runterladen, den Mond anbellen, die dänische Nationalhymne rückwärts singen, bei Vollmond eine Kartoffel in Form eines Auerochsen unter einer hundertjährigen Eiche verbuddeln und vielleicht ergäbe sich dann ein Ferienhaus auf einer einsamen Insel vor Grönland. Tusen takk!

    Trainerkollege Tim und Begleiter sprechen die das Ferienhaus illegal besetzende Dame an, die sich als Hauseigentümerin herausstellt. Der ist die Situation höchst peinlich, telefoniert ein wenig herum und organisisert eine Unterkunft in der unmittelbaren Nachbarschaft für nur wenig mehr Miete als die gebuchte Unterkunft. Dancenter verspricht am Telefon eine Rückzahlung der Miete. Tusen takk, Ihr ************!

    Fünf Wochen hat ZeeBee die D-Mädels auf das Turnier vorbereitet. Zum Glück noch kein Harz, aber es ist mit defensiven Abwehrformationen zu rechnen. In den letzten drei Jahren liegt der Schwerpunkt auf Passgeschwindigkeit und Passfolgen. Ein wenig auch auf Schlagwürfen. ZeeBee wirft alles über den Haufen, in den vergangenen Turnierspielen gibt es zu wenig Abschlüsse aus der Fernwurfzone. Nun also mehr Schlagwürfe von acht, neun Metern. Schlagwurfvarianten. Wechselsperren der Kreisläuferinnen. ZeeBee ist optimistisch, dass es auch mal für das Viertelfinale des A-Pokals reichen könnte.

    Erster Gegner ist der AMTV Hamburg. Vierter der Oberliga HH. Keine erschreckende Statistik, kein Grund zur Furcht. ZeeBee erinnert die Mädels, dass die Turnierspiele 2x 15 Minuten dauern. Fehler dürfen passieren, Fehler können ausgebügelt werden. Hamburg deckt höchst offensiv. Kennen die Mädels. Hamburg und der TVB sind auf Augenhöhe, der TVB führt jedoch das gesamte Spiel mit ein oder zwei Toren. Ganz souverän spielen die Mädels das Spiel zu Ende und gewinnen mit 19:18. ZeeBee ist stolz auf die Mannschaft.

    Nach dem Abendessen geht es gegen die Zweitvertretung von Ankaret aus Schweden. Die haben ihr erstes Spiel gegen Sävehof I deutlich gewonnen. Die aufgestellte Gedankentabelle wird schon mal ordentlich durcheinander gewürfelt. Anpfiff, Ballbesitz Ankaret, große Verwirrung in der Abwehr. Keine Kreisläuferin weit und breit. Unterzahl?! ZeeBee schaut zur schwedischen Auswechselbank. Drei Feldspielerinnen sitzen dort. Für einen kleinen Moment ist auch ZeeBee verwirrt. Dann die Erleuchtung. Eisenach verdammt! Ankaret spielt mit vier Rückraumspielerinnen und ohne Kreis. ZeeBees Mädels reagieren, wie wohl jeder aufgescheuchte Hühnerhaufen reagieren würde. 6:0.

    "Seid Ihr bescheuert?! Ihr könnt gar keine 6:0!"

    Die fehlende Kreisläuferin hat in etwa den Effekt eines Chinaböllers in einem Ameisenhaufen. Es gibt keine grüne Karte und ZeeBee hätte wohl auch ein ganzes Skatblatt an grünen Karten nicht gereicht, wieder Ordnung in Abwehr und Angriff zu bekommen.

    "Wer seid Ihr und was habt Ihr mit meiner Mannschaft gemacht? Wollt Ihr Lösegeld? Kekse? Süßigkeiten? Waffenfähiges Plutonium?"

    Der souveräne Regionsmeister Hannover hat sich in seine Einzelteile aufgelöst. ZeeBee reagiert mit dem Allheilmittel Halbfeldmanndeckung, um wieder etwas Ordnung herzustellen. Ankaret verlagert im nächsten Angriff, spielt mit asymmetrischer Aufstellung. Auf der rechten Abwehrseite sucht wer verzweifelt eine Gegenspielerin. Die Ballführerin spaziert lachend durch die linke Abwehrseite und erzielt ein Tor. Im nächsten Angriff trägt Rückraum Rechts eine offenbar nur für Halb Links erkennbare Tarnkappe und spaziert lachend an ihrer orientierungslosen Abwehrspielerin vorbei und trifft. Im Angriff dasselbe Chaos, keine Feldspielerin, die nicht Symptome einer schweren Vergiftung mit psychedelischen Drogen aufweist. Sechs Mädchen stolpern ziellos über das Spielfeld. Eine an sich ebenbürtige schwedische Mannschaft gewinnt unerklärlich mit 14:8. ZeeBee hat längst die Contenance, den Humor, den Verstand und die auch Beherrschung verloren.

    Nach dem Spiel wagt zunächst kein Elternteil ZeeBee anzusprechen. Rauch aus den Ohren, penetranter Schwefelgeruch, Blutrinnsale aus den Mundwinkeln sowie Augen und ein glasiger Blick müssen wohl abschreckend wirken. Die Mädels lassen sich mit dem Duschen sehr, sehr, sehr viel Zeit, trauen sich erst viel später aus der Halle. ZeeBee fehlen die Worte. Ein paar Worte fallen nach Blick in die Tabelle dann doch noch ein.

    "Wisst Ihr, was der 'direkte Vergleich' ist?"

    Es stellt sich heraus, dass die beiden ersten Turniergegner die eigentlichen Konkurrenten um den A-Pokals sind, die aber noch nicht gegeneinander gespielt haben. Die zwei Sonntagsgegner sind dann die beiden sicheren Kandidaten für das Erreichen des B-Pokals. Und der TVB geht mit wenig optimalen 2:2 Punkten und -5 Toren in den möglichen direkten Dreiervergleich. ZeeBee geht nicht davon aus, dass Ankaret auch von Hamburg ein Dutzend Voodoopuppen besitzt und diese malträtieren wird. Der notwendige Platz 2 im eventuellen direkten Vergleich rückt in weite Ferne. ZeeBee ist etwas unzufrieden mit der Gesamtsituation.

    Fortsetzung folgt!

    Spannende Rechtsfrage, die vielleicht in der SpO durch Schärfen der Formulierung geklärt werden könnte:

    Im Erstverein werden die Spielrechte durch den bloßen Einsatz festgelegt. Eine Jugendliche spielt in drei verschiedenen Mannschaften >> alle drei Spielrechte sind bis zum Saisonende/zum Vereinswechsel aufgebraucht.

    Im Zweitverein werden sie durch Antrag und Bewilligung durch den Verband vergeben. Machen wir es einfach, Erstspielrecht im Heimverein, Zweitspielrecht im Zweitverein. Drittspielrecht nicht vergeben.

    Jetzt habe ich folgende Konstellation:

    Großer Verein lockt C-Jugendliche für die C-Jugend. B-Jugend Bundesliga soll sie im neuen Verein (voraussichtlich) nicht spielen. Heimverein würde sie gerne in der B einsetzen (mit Zweitspielrecht). Wäre diese Saison nicht gegangen, kommende Saison schaut man auf das Erstspielrecht... Zweitspielrecht B-Jugend Regionalliga beißt sich nicht mit Erstspielrecht C-Jugend Regionalliga.

    Angenommen Spielerin wechselt. Hat Einsätze in beiden Vereinen in beiden Altersklassen. Hypothetische Verletzungsmisere im neuen Verein, die Bundesliga wB braucht Verstärkung. Der Fall des später nachträglich bestimmten Drittspielrecht ist in der SpO nicht konkretisiert.

    Möglichkeit A: Das bereits vom Verband erteilte Zweitspielreicht für Regionalliga "blockiert" ein Drittspielrecht in der Bundesliga des Erstvereins. Sie ist dort nicht spielberechtigt.

    So wäre es früher in Niedersachsen gewesen. Immer die talentfeindlichste Auslegung. "Kind spielt dieses Saison jedenfalls nicht mehr Bundesliga!"

    Möglichkeit B: Das bereits erteilte Zweitspielrecht für die Regionalliga wB wird vernichtet, sobald das Drittspielrecht in der Bundesliga des neuen Vereins ausgeübt/festgelegt wird.

    Der Zweitverein müsste höllisch aufpassen. So ein Anruf vom Bundesligatrainer kommt bei Personalnot schnell und welche Vierzehnjährige kann da "Nein" sagen und überblickt die Konsequenzen?

    Auf den ersten Blick spricht Vieles für Variante B. Warum soll das Talent nicht den Einsatz in der Bundesliga bekommen? Nun ja... Bestandsschutz des Zweitspielrechts für den Zweitverein. Denn ausdrücklich geregelt sind in der SpO nur zwei Erlöschensgründe:

    § 19 Abs. IX: Ende des Spieljahres

    § 23 Abs. VIII: Vereinswechsel

    Nicht geregelt ist ein Erlöschen durch ein widerstreitendes Drittspielrecht im Erstverein. Und der Zweitverein hat ein berechtigtes Interesse daran, dass das Spielrecht bestehen bleibt, dass er sich darauf verlassen kann. Der Erstverein hat schließlich auch eingewilligt, dass der Zweitverein ein Spielrecht erhält, obwohl es die Möglichkeit gäbe, das Talent im eigenen Verein noch höherklassig einzusetzen.

    Nach der Auslegung dem Wortlaut § 19 SpO nach, verdient weder Möglichkeit A noch B klar den Vorzug. Gehe ich zur systematischen Auslegung über (was kann ich aus anderen Normen ergänzend heranziehen), muss ich Möglichkeit B den Vorzug geben. Der Erstverein ist daran gehindert, die Spielerin höherklassig zum Zweitverein in der B einzusetzen. Es gibt schließlich nur zwei ausdrückliche Erlöschensgründe.

    Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob der Gesetzgeber DHB das so regeln wollte. Ein weiteres Argument wäre allerdings, dass sich der Erstverein etwas dabei überlegt hat, das Talent NICHT im Bundesligakader einzuplanen. Die "Sperre" für das faktische Drittspielrecht würde das Talent davor schützen, für einen einzigen Einsatz als Notnagel in der Bundesliga den doppelten Spielbetrieb C und B aufzugeben. Hätte also auch was, wenn die Spielerin in diesem Falle für die wB BuLi nicht spielberechtigt wäre.

    In jedem Falle würde ich mir eine Konkretisierung in § 19 SpO wünschen. Irgendwann haben wir den Fall.

    Nun wird es in Niedersachsen/Bremen tatsächlich umgesetzt, in der höchsten Liga wC und mC wird das Deckungssystem komplett freigestellt.

    Nur am Rande die übliche Crux, wenn "Spezialisten" am Werk sind:

    Ziel ist es, sowohl defensive als auch offensive Deckungssysteme zu erlauben. Ganz konkret wurde dabei sicher an 6:0 und 5:1 gedacht. Mache ich mit.

    Folge wird sein, dass wir auch Einzelmanndeckung zu sehen bekommen, weil wieder mal nicht zu Ende gedacht wurde. Das wiederum halte ich für kontraproduktiv. Ja, ist eine zusätzliche Aufgabe, vor den ich den Gegner stellen kann. Kann ich in der C aber gut und gern darauf verzichten. Es gibt nun reichlich andere Baustellen.

    Vor vielen Jahren wurde hier geregelt, dass die Jüngsten nur in der Manndeckung spielen dürfen. Richtung C hin wurde die Raumdeckung erlaubt und die Deckungsformen wurden für die Altersklassen konkretisiert. Tatsächlich hat man dann in der D-Jugend versehentlich die Ganzfeldmanndeckung verboten, weil dann neben 1:5 nur noch Halbfeld- oder sinkende Manndeckung erlaubt war.

    Eine halbzeitweise Regelung fände ich unglücklich. Ich kriege Krätze, wenn ich in der E in anderen Verbänden eine Halbzeit 2x3:3 sehe und in der zweiten Hälfte Spiel über das gesamte Feld. Das sind Kinder, keine Laborratten.

    In der Theorie werden nun die C-Jugend Meistertrainer noch mehr gefordert, müssen noch variabler ausbilden. Seit einem Monat trainiere ich mit meinen D-Jugend Mädels 3x die Woche Angriff gegen 6:0. Können wir uns erlauben, die übrigen Hausaufgaben hatten wir schon gemacht. Wenn ich aber parallel noch die 3:2:1 einführen und den Angriff dagegen schulen müsste... Das ist mal eine Aufgabe.

    Ich hatte es schon geschrieben, ich hätte mir einen Testballon gewünscht. Auf die eine Saison beschränken und genau beobachten. Wenn die Mehrheit der Trainer nun die Abkürzung zum Erfolg ergreifen, von 1:5 auf 6:0 umstellen, wie wir es bei Freistellung des Deckungssystems vielfach in der B-Jugend sehen, dann haben wir nichts gewonnen. Vielfach (ich spreche nur vom weiblichen Bereich, ich bekomme keinen Jungshandball zu sehen) wird die 3:2:1 schon nicht vom Trainer verstanden. Der Trainer wird versuchen, seine Ahnungslosigkeit dann in der Fleischmauer zu tarnen. Der kurzfristige Erfolg wird ihm Recht geben, lernen tun die Mädels dabei nichts.

    Bin jedenfalls sehr gespannt.

    Zwischendurch mal wieder was Technisches. Einsatz des Schwungbeins beim Sprungwurf. Ich habe just länger kein Kleingruppentraining mit Videoanalyse gemacht, habe aber zuletzt wieder sehr interessante Bewegungsabläufe bei Sprungwürfen von D und C-Jugendlichen gesehen. Manches sieht man ohne Zeitlupe allerdings auch nur, wenn man durch Videoanalyse geschult ist und bestimmte merkwürdige Abläufe schon mal auf dem Bildschirm hatte.

    Wir nehmen mal den "normalen" Sprungwurf über das "richtige" Bein. Sprungbein ist auf der Wurfarmgegenseite. Auf der Wurfarmseite haben wir das Schwungbein, das auch eine ganz klar umrissene Aufgabe hat. Muss halt nur geschult werden. Für die Fehlerkorrektur - ich ich beschränke mich mal ganz auf das Schwungbein - komme ich mit Beobachtung des Knies und des Fußes schon sehr weit.

    Knie

    Meine These ist, dass Jungs prinzipell das Knie nach vorne nehme, Mädchen entweder nach vorn oder nach außen zur Seite. Ich erlaube beides, kann mir aber vorstellen, dass die Bewegung zur Seite das Aufdrehen auf der Wurfarmseite unterstützt. Ansonsten:

    - Knie wird gar nicht eingesetzt/hochgezogen. Das Schwungbein (jedenfalls der Oberschenkel, s.u.) bleibt ungenutzt.

    - Es wird z.B. nur auf 25°, 45° oder 70° angezogen.

    - Knie des Schwungbeins kommt kurz hoch auf 90° oder gar höher, schnellt aber sofort wieder nach unten.

    Der gesamte Wurf sieht unrund, verkrampft, verwurschtelt aus:

    - Das Knie geht nicht nach vorn oder nach außen, es wird nach innen gezogen, arbeitet dem Aufdrehen des Oberkörpers entgegen.

    Lässt sich von der Seite nur erahnen, muss man von vorn betrachten.

    Ich wünsche mir die 90° oder gar mehr. Die kleinen Sprungwunder haben das Knie sprichwörlich fast unter dem Kinn. Und dann möchte ich, dass das Knie für einen Moment oben gehalten wird.

    Fuß

    Fehlerbilder beim Knie lassen sich recht gut erkennen, der Blick weiter nach unten lohnt aber auch:

    - Der Schwung wird nicht mit dem Knie nach vorn/oben geholt, der Hacken übernimmt den Schwung. (Man glaubt es kaum, kommt aber häufig bei Mädchen vor.)

    - In Verbindung mit oben, (das Knie schnell sofort wieder runter) kommt nun ein sofortiger aktiver "Kick" nach unten.

    - Der Kick geht zur Seite oder gar nach hinten und nimmt der Körperhaltung die Stabilität. Sieht in Zeitlupe wahrlich schlimm aus.

    - Eine sehr talentierte Links Außen hier in der Gegend setzt ihr Schwungbein auch eher unterhalb des Knies ein, kommt vielleicht erst einmal auf 45° und reißt dann den Unterschenkel seitlich hoch, um sich noch Schwung zu erschleichen. Hat dabei immr eine etwas gebeugte Körperhaltung nach vorn und müsste eigentlich dadurch stets nach unten werfen. Durch die lustige Bewegung des Fußes schafft sie aber eben so noch ausreichend gerade zu bleiben, dass sie doch oben lang werfen kann, aber eher als luschiger Heber. Hab sie samt Trainer ins Kleingruppentraining eingeladen, um das zu reparieren. Wollte sie nicht. Hat wahrscheinlich nun eine Saison später immer noch eine beschissene Technik.

    Hier wünsche ich mir, dass der Fuß "hängen bleibt". Ich kann keinen Vorteil erkennen, wenn der Fuß im Sprung noch eine zusätzliche Richtungsdynamik entwickelt. Kann in meinem Verständnis der Stabilität des Sprungwurfs nur schaden.

    Kleiner Exkurs Sprungwurf über das falsche Bein (hab ich wahrscheinlich schon mal geschrieben). Nach jahrelangen unpräzisen Korrekturen hab ich mir von einer meiner Sprungwunder ein Muster abgeschaut. Meine Korrektur lautet nun:

    "Hoch - hoch - wisch!"

    1. Hoch: Das Knie auf der Wurfarmgegenseite hochreißen.

    2. Hoch 2: Scherenschlag, blitzschneller Wechsel auf das Knie der Wurfarmseite, auch möglichst schnell und weit nach oben.

    3. Wisch: Während das erste Knie nur noch oben soll, will ich nun nach dem Hochreißen des zweiten Knies eine Wischbewegung nach außen haben, um die Hüftstellung zu korrigieren, so dass der Oberkörper beim Aufdrehen nicht von der Hüfte blockiert wird.

    Sprungwurf über das falsche Bein ist keine Hexerei, kann von talentierten E- und D-Mädchen locker erlernt werden und ist beim Durchbruch gegen die Hand Gold wert. Ich mache immer zwei Trainingseinheiten Einführung, die Mädels setzen es danach in jeder Einheit beim TW Einwerfen ein. Ich nehme nur noch stichprobenartig Korrekturen vor.

    Noch mal kurz zum Hirtenjungen und dem Wolf. Haben wir Cineasten hier? Ich habe zweimal auf der Leinwand/dem Bildschirm gesehen, dass die Moral von der Geschichte anders interpretiert wurde. Einmal in Deep Space 9 von Garak gegenüber Dr. Bashir, dass man nie dieselbe Lüge zweimal erzählen sollte. Und noch irgendwo anders mit derselben Interpretation. Ich komme nur nicht darauf. Es kann aber auch in einem Netflix Special von Ricky Gervais gewesen sein. :help:

    Schluchz... Ihr seid so süß!

    Zitat

    die Abende in der Halle mit kuscheligen Abenden mit der ollen Natter getauscht

    Die Verlobung habe ich doch wieder gelöst. Das Luder besteht darauf, dass ich ihren Familennamen annehme.

    ZeeBee Pantherophis Guttatus?!

    Näää, Gesine kommt zurück ins Terrarium.

    Liebes Handballtagebuch!

    Einundzwanzig Jahre Tagebuch... kein Pulitzerpreis, keine Ehrenpräsidentschaft der IG Handball (die ZeeBee indirekt ins Rollen gebracht hat), kein Ehren-Mod-Titel in der Handballecke. O.k., der Künstler lebt für den Applaus. Im Bundesligaforum gibt es zwanzig "likes", wenn man ohne fünf Rechtschreibfehler pöbelt. Hier lesen dafür die Hardcorefans mit und deren zwei "likes" pro Eintrag zählen sicher mehrfach.

    Ein herzliches Dankeschön geht an harmi, der in den Anfangsjahren hier sehr humorvoll über den Mädchenhandball von der holländischen Grenze berichtet und ZeeBee inspiriert hat. Immerhin ein persönliches Treffen hat es mal gegeben. Ein herzliches Dankeschön geht an die Vereine, deren Trainer, Eltern, rabiate Spielerinnen oder Funktionäre hier verewigt werden mussten und die dann Brandbriefe verfassten und ZeeBees Verein zur Löschung der Tagebucheinträge drängten. Oder gleich die Kreuzigung, das Teeren und Federn, das Steinigen, das Vierteilen, etc. forderten. Ein herzliches Dankeschön an die vielen Trainer da draußen, die mit so vielen luschtigen taktischen Kniffen (0:6 Angriff, vierfach besetzte Rückraum Mitte, defensive Deckung im 2x3:3, uvm.) immerwährende Inspiration bereiteten. Und natürlich die Hobbygynäkologin vom Lande, die während des Spiels das Geschlecht von ZeeBees wurfgewaltiger E-Jugendlichen überprüfen wollte und sich dazu schon fast über die Bande gewälzt hatte.

    Eine erfolgreiche Saison geht zu Ende, wenn auch ZeeBee Erfolg eher an individuellen, kollektiven und Fortschritten der kleinen großen Persönlichkeiten misst. Nach zwanzig Jahren erstmals mit der D das Vorbereitungsturnier von Luuutz gewonnen und dabei die Heimmannschaft zumindest im 7m Werfen geschlagen. Die Ausbildungsmannschaft C II ist Regionsmeister, die D I ist verlustpunktfrei Regionsmeister. Wieder haben einige Mädels den Sprung in die Landesauswahl geschafft. ZeeBees Torhüterin war als womöglich jüngste TW aller Zeiten bei der DHB Sichtung mit zwei Jahrgängen unter Par. Zwei große Events stehen noch auf dem Zettel. Über Ostern der 4. Rödspätte Cup in Folge. Dann die inoffizielle Landesmeisterschaft, die Mini WM im Mai. Der TVB repräsentiert Kuba. ZeeBee hat sich schon ein eigenes Kuba-"Trikot" bestellt mit dem Konterfei von El Komandante. Manchmal ist Amazon ja doch sehr praktisch. Vorsorglich wird auch noch eine Cohiba organisiert. Die dritte Teilnahme am Großturnier des HVNB in Folge. Zweimal konnten die Mädels verdient Silber holen, diese Saison scheint das Teilnehmerfeld wieder sehr anspruchsvoll zu sein. Vielleicht kann man sich ja doch noch mal verbessern. Dann Einsatz der Cohiba.

    Zwei, drei Tagebucheinträge wird es also noch geben. Keine Panik! Am Wochenende hat sich ZeeBee mit seiner langjährigen Mitbewohnerin Gesine verlobt und die hat einerseits für Handball nichts übrig und ZeeBee ist andereseits nun mal "pantoffolaro". Die Hallenschuhe und das Taktikbrett werden an den Nagel gehängt, die Abende in der Halle mit kuscheligen Abenden mit der ollen Natter getauscht und an den Wochenenden gibt es dann Kultur statt Halle und Handball. Einundzwanzig Jahre Tagebuch, fünfunddreißig Jahre Kinderhandball... irgendwann muss auch mal Schluss sein, solange es noch Spaß macht. Aktuell spielen zwei von ZeeBees Mädels in der ersten Liga, eine in der Zwoten, eine in der dänischen A-Jugend Bundesliga. Sieben Mädels haben es in die Jugend-/Juniorennationalmannschaft geschafft, zwei davon standen auch schon mal auf dem Treppchen, ein paar weitere Mädchen zumindest mit DHB Lehrgängen. Alle Feldspielerpositionen mindestens einmal in der Nationalmannschft besetzt, nur mit der Torhüterin hat es - noch - nicht geklappt.

    Es war schön, hier vor Publikum pöbeln, lästern, belehren, fabulieren, schwätzen zu dürfen. Es war schön, dafür den Shitstorm zu ernten. Applaus gab es auch manchmal und ZeeBee durfte auch schon Fans persönlich kennenlernen. Es wird mir was fehlen.

    Dein Karsten

    P.S.: Insider und auch Nicht-Herpetologen werden diese Worte im richtigen Kontext verstehen.

    Moin!

    Wir hatte das Thema früher schon mal ein wenig andiskutiert. Die Gerüchteküche sagt, in einem Landesverband sei in der Schwebe, die Kinder- und Jugendhandballrichtlinie im "Elitebereich" aufzuweichen:

    > Freigabe der Deckungsformationen in der C-Jugend Regionalliga

    Ab der B geht ohnehin fast alles, dosiert soll in der C-Jugend die 6:0 eingestreut werden. Die wiederum wird meines Wissens bei der DHB Sichtung schon abverlangt, obwohl sie im Alltag bislang überwiegende ja gar nicht gespielt werden darf. Ich wundere mich ohnehin über nichts mehr.

    Ich bin als Trainer schon etwas raus aus der Altersklasse. Was mich (in der Theorie) stört, ist "cold turkey" von C zu B. Der Altjahrgang C wechselt in die B und nach meinem Verständnis (ohne beim B-Jugend Training tatsächlich regelmäßig zuzuschauen) fängt Handball wieder bei "Null" an. Statt Übergänge, Sperren/Absetzen, 1:1, Pass zum Diagonalkreisläufer wird nun gegen eine Mauer gespielt. Da wäre ich doch für eine weicheren Übergang, dass in der C (allerdings nur höchste Liga, warum nicht auch in den Oberligen?) schon vielfältiger ausgebildet werden muss. Müssen sich die Trainer der Spitzenvereine mal etwas ins Zeug legen. Vielleicht kommt ja nebenher mehr individuelle Ausbildung bei rum.

    Dem Gedanken liegt die romantische Vorstellung zu Grunde, dass in der didaktischen Folge 1:5 > 3:2:1 > 6:0 nun nicht die mittlere Stufe übersprungen wird, das o.g. Problem cold turkey nicht bloß um zwei Jahre vorverlegt wird. Ein wenig Hoffnung macht, dass die C-Jugendlichen noch im Wachstum sind und es nicht für alle Teams erfolgversprechend ist, eine Mauer hinzustellen.

    Um die Diskussion (hoffentlich) loszutreten:

    - Ich war schon immer für mehr Eigenverantwortung der Trainer und weniger Vorschriften.

    - Minis bis E-Jugend finde ich den deutschen Weg gut, die Fleischmauer zu verbieten. Keine Diskussion. Ich sehe aber auch dem Osterturnier freudig entgegen, wo wir mal genau vor die Aufgabe gestellt werden, gegen 6:0 spielen zu müssen. Gäbe es auf Landesebene Spielbetrieb in der D-Jgd., wo sich die ernsthaft ausgebildeten D-Jugend Mannschaften messen, fände ich die Aufgabe gegen 6:0 reizbar. Würde mich zwingen, nicht nur in der Vorbereitung vor Ostern sondern bereits im Sommer mehr Fokus auf Schlagwürfe zu setzen.

    - Die defensive Deckung in der Regionalliga (gern auch in den Oberligen) zu erlauben, halte ich ebenfalls für richtig. Die Umsetzung muss aber auch unter Beobachtung stehen. Wenn die 10 (oder 30) besten Mannschaften des Landesverbands direkt von 1:5 auf 6:0 Deckung springen, ist nichts gewonnen. Nicht gleich alles ändern und dann zurückrudern - vielleicht eine Saison eine Proberunde, die Regeländerung auf ein Jahr beschränken und dann erst entscheiden. Sähe im Nachgang irgendwie besser aus als eine 180° Wende.