Beiträge von Zickenbändiger

    Weiter weibliche D gegen 6:0.

    Die Abkehr von (Teil-)Schwerpunkt Passen/Passstaffetten/tiefes Stoßen war möglicherweise ein Schritt in die richtige Richtung. Wir schmieden unsere Waffen für die skandinavischen Deckungsreihen:

    - Schlagwurf/über das falsche Bein/auch mit seitlichem Ausfallschritt des falschen Beins (Vorbild Stine Oftedal gegen die Skandinavier verwenden*)

    - Schlagwurf gegen die Hand/Turboschlagwurf ohne Verwringung des Oberkörpers und ohne Ausholbewegung des Oberarms hinter dem Körper

    - Schlagwurf an Sperre vorbei

    Auf engem Raum kooperieren die Mädels schon recht gut mit KM. Meine Kreisläuferinnen stehen in den Lücken stets mit Rückensperre/Brust zum Ball. Passiert der Ball KM/wird der Ball an KM vorbeigeprellt > sofortige Wechselsperre. Das automatisieren wir gerade.

    Allmählich begreifen die Rückraumspielerinnen, was ich mit "Lücke aufziehen" meine, wenn sie vor der KM-Lücke stehen. Entweder stoßen wir schon breit an der Lücke vorbei (dann Wechselsperre) oder die Mädels legen den Rückwärtsgang ein (den Handballerinnen ansonsten nur ganz schwer finden) und wechseln rückwärts-seitwärts-vorwärts mit einem Tipper Richtung nächste Lücke an KM vorbei (wiederum Wechselsperre). Da wir auf RM und KM sehr ordentlich besetzt sind, haben wir schon mal ein paar sehr scharfe Waffen.

    Das große Manko in den letzten drei Jahren war immer noch das Erkennen und Nutzen vor Wurfchancen/Schlagwurf vor der Abwehrwand. Auch da sind wir deutlich weiter, mehrere Rückraumspielerinnen nutzen ihr Wurfrepertoire aus. Erste Rufe nach Sprungwürfen werden laut. Die Baustelle (Sprungwurf hoch statt weit, genügend Druck hinter den Ball ohne den Schwung bekommen) überlasse ich aber den C oder B-Jugend Trainern.

    Zwei Mädchen zeigen einen ordenlichen Wurf aus Eckenaußen kommend und wir leihen uns für das Turnier eine Linkspfote aus. Am Wochenende proben wir mal ein wenig das Abräumen, damit auch die Außen was an die Hand bekommen.

    Und weil wir in Vorbereitung auf Skandinavien so intensiv an den Basics Schlagwurf arbeiten, ist das Magazin "handballtraining" auf uns aufmerksam geworden, für das ich lange nicht geschrieben haben. Eine Demoeinheit wird dies Jahr dort womöglich erscheinen, wobei ich mir auch vorstellen kann, unsere intensive Arbeit am Kreis auch noch zu veröffentlichen.

    *Ich habe sehr früh damit begonnen, mit Kindern erst einmal nicht von "falschem" Bein zu sprechen. "Linkes Bein nach vorne, ist deutlich einfacher." Schlagwurf aus dem Lauf über beide Beine gehört seit Jahren zum Repertoire. Aber erst der Blick in den Spitzenhandball, eben auf die göttliche Stine Oftedal, ließ bei mir die Frage aufkommen: "Warum sollen D-Jugendliche das nicht erlernen können? Warum soll das nur dem Spitzenbereich vorbehalten sein?" Wir machen jedes Jahr ein wenig Einführung Absprung über das falsche Bein, also eine recht fortgeschrittene Technik. Beim Torwarteinwerfen gehört das fest zum Programm, Gäste und Neulinge schauen sich das ab und probieren aus. Ich korrigiere stichprobenartig. Im Spiel setzen einige Talente den Sprungwurf über das falsche Bein taktisch richtig ein, auch am Kreis. Dann ist der Stemmschritt über das falsche Bein in der D auch kein Hexenwerk.

    Wir nähern uns dem Saisonende. Die C II ist in einem Übergangsjahr mal nur in der dritthöchsten Liga gemeldet und wurde gerade Regionsmeister mit halbe/halbe D und C (immerhin noch ein Feld aus 38 Mannschaften). Die D I ist auf dem Weg ungeschlagen Regionsmeister zu werden (53 Mannschaften in der Region). Wir kommen im Training nahezu komplett ohne Taktik aus. Gegen Ende der Saison forciere ich durch RM angesagte Auslösehandlungen, weil wir unsere Hausaufgaben schließlich gemacht haben. Während wir spielerisch zu Toren kommen, bemühen viele Mannschaften vor allem in der C-Jugend angesagte Positionswechsel, Doppelpositionswechsel (ich nenne die Zirkusnummern bewusst nicht "Kreuzen", hohes Einlaufen Außen hinter dem Rückraum, etc. Das sieht meist recht unbeholfen aus, kommt gegen manche Gegner auch mehrfach zum Erfolg, ist aber leicht zu verteidigen. Wir erfreuen uns dagegen an herausgespielten Toren aus Aktionen, die so nie im Training stattgefunden haben. Auch eine C-Jugend würde ich - bis auf Einführung/Schulung 3:2:1 - selbst in der höchsten Liga nahezu ohne Taktik trainieren, bzw. mich auf einfachste Gruppentaktik beschränken und weiterhin an individueller Technik feilen.

    Der Name sagt mir gar nichts ?

    Google sagt 3.Liga ?

    Wieso ist eine Frau aus der 3.Liga Thema in der Nationalmannschaft ?

    Weil sie von ZeeBee ausgebildet wurde.

    Man munkelt, sie könnte unserer letzten Überfliegerin Nieke nach Blomberg folgen. Wobei Nieke nur Zwischenstation in Hannover gemacht, dort nebenbei die wB Deutsche Meisterschaft geholt hat, um dann richtig durchzustarten. Chiara ist waschechtes Eigengewächs, ich hatte sie schon als E-Jugendliche in der D trainiert.

    Bei eigener Führung kurz vor Schluss war einst das Stoppfoul üblich, um die Zeit rumzukriegen (und im Einzelfall Meister zu werden). Dann kam die alberne "lex lövgren" als zahnlose Regel daher (die rote Karte hatte man doch eher über, wenn die Meisterschaft gesichert war). Es musste nachgebessert werden, ein 7m tut dann vielleicht doch weh. Dann machte die Regel auch Sinn.

    Nun bei einen Rückstand zu zocken, den provozierten 7m zu riskieren und es wird nicht einmal wer gefoult... da soll eine Regeländerung her? Wie wäre es damit, dass in den letzten 2 Minuten eines Spiels nicht mehr auf das Tor geworfen werden darf? Oder in der crunch time die Trainer in die Kabine müssen. Ehrlich Leute...

    Wir haben schon mal losgelegt. Dänemarktraining, weibliche D gegen 6:0. Dieses Jahr spare ich mir die Passkontinua (die immer so gern bei der Sichtung für die Landesauswahl abegeprüft werden, wo sie noch weniger Sinn ergeben). Schwerpunkt nun noch mehr Schlagwürfe aus 8 m durch die Deckung durch und Kooperation mit dem Kreis.

    - großer Turnkasten im Tor, HL, HR, IR und IL mit Airbodies besetzt (ja... gelogen... Kastenmittelteile hochkant mit Leibchen)

    -RL/RR starten gleichzeitig aus der Außenposition (Linienaußen) ohne Ball aus der Schlange heraus, Laufrichtung zunächst wie zum Gegenstoß, auf RL/RR Position ein Hütchen, 180° Wende, Pass von Nr. 2 in der Schlange

    a) Schlagwurf von 8m auf das Tor (Ecken variieren)

    b) KL und KR dazu, jeweils zwischen Außen- und Halbverteidiger, Ballführerin stößt auf Kreis zu, im letzten Moment Rückensperre wechselweise gegen Halb oder Innen

    c) Stoßen nun (AUSNAHMSWEISE) direkt auf Halbverteidiger, im letzten Moment (bei Torgefahr) Rückensperre Kreis gegen Innenverteidiger, no-look-Pass zum Kreis

    d) Kreis steht bereits in der Rückensperre gegen Innenverteidiger, RL/RM nun mit Anlaufrichtung Innenverteidiger, im Moment des Passierens an KR/KL vorbei die Wechselsperre gegen Halb, no-look-Pass zum Kreis

    e) wir ersetzen die Innenverteidiger (Holz) durch Abwehrspielerinnen, Halbverteidiger weiterhin aus Holz, Stoßen nun wieder steil, etwas versetzt nach innen neben Halbverteidigerin, Kreis startet bereits mit Rückensperre gegen Innenverteidigerin, die sich nicht sperren lassen soll, Entscheidung Ballführerin Schlagwurf oder Anspiel Kreis

    f) Gleiche in grün, nun wieder Stoßen weit rüber Richtung Innenverteidigerin, Wechselsperre und Entscheidung Schlagwurf oder Anspiel Kreis

    Dann umgesetzt im Grundspiel 4:4. Vier defensive Abwehrspielerinnen im Innenblock, zwei Rückraumbesetzungen mit je drei Angriffen pro Durchgang und KM positioniert sich pro Durchgang einmal in allen drei Lücken.

    - Kreis IMMER mit Rückensperre, Brust zum Ball. IMMER mit Wechselsperre, wenn Ball an ihr vorbeigepasst oder -transportiert wird

    - die Rückraumspielerin vor der Kreisläuferlücke mit dem Auftrag, jedes Mal diese Lücke aufzuziehen, die Wechselsperre zu provozieren

    - möglichst no-look-Pässe zum Kreis

    - wir haben mit dem kleinsmöglichen Innenblock (auch E-Jugendliche dabei) begonnen und zweimal zur jeweils nächstgrößeren Formation gewechselt

    - bei Mismatches in der Größe soll Kreis die einhändige Ballannahme hoch anbieten

    Auffällig war bei der Premiere, dass es natürlich beim Stoßen hakte. Die letzten drei Turniere hatte ich mit endlosen Passkontinua gestartet, so dass RL/RR auf Stoßen nach Außen, Zurückstoßen, Stoßen nach Innen konditioniert waren. Ohne die Vorbereitung kaum Arbeit RL/RR in die Breite.

    Nur meine beiden RM mit knackigen Schlagwürfen durch die Deckung, im Übrigen eher Würfchen oder große Streuung.

    Teils Kreisanspielversuche bei vier Abwehrhänden vor der Kreisläuferin, die Angriffsarbeit in kleinen Räumen definitiv noch zu schwierig für die Jüngsten.

    Zitat

    Und das, worauf du vermutlich hinauswolltest, ist dann bereits durch den Absatz 8 des § 23 (Vereinswechsel, Spielausweisverfahren) geregelt, oder?

    Wenn alle wichtigen Informationen dort stünden, wo man sie sucht, wäre es ja zu einfach. Danke!

    Zitat


    Zählt eigentlich beispielsweise die C1 und die C2 eines Vereins als zwei Mannschaften oder als eine?

    Die Spielrechte werden auf die Mannschaften, nicht die Altersklassen verteilt. Erstspielrecht C II, Zweitspielrecht C I und ggf. Drittspielrecht B I oder II oder C I höherklassig anderer Verein oder B höherklassig anderer Verein. Einsätze in maximal drei Mannschaften.

    Muss ich mal drüber brüten.

    Die Mädels spielen bis Ende der C-Jugend gegen offensive Deckungen. Ein Turnier in Dänemark ist die große Ausnahme. Einmal im Jahr. Das ganze Jahr über Lösungen im Angriff zu erarbeiten, die im tagtäglichen Spielbetrieb erst ab der C und nur in Überzahl vorkommen, erscheint mir in der D lebensfern. Im Alltag gibt es bei mir 1:1, Stoßen, Zurückstoßen. Viel mehr Kooperation schule ich gar nicht... erst ab der Vorbereitung auf Dänemark. Oder Mini WM/EM, dort Kooperation gegen offensive Deckung. Was Du vorschlägst, könnte ich mir gut auch in meinem (aktuell nicht vorhandenem) C-Jugend Training vorstellen. In der D habe ich aber ganz andere Schwerpunkte.

    Ostern rückt näher und damit unser alljährlicher Saisonhöhepunkt, der Rödspätte Cup. In der wD dies Jahr 45 Mannschaften (wC 66, wB 62). Und wie jedes Jahr beginnen die Gedankenspiele, wie wir uns auf das Turnier und die ungewohnten defensiven Abwehrreihen vorbereiten werden. Zwar war ich in den letzten drei Jahren nie ganz unzufrieden mit der Vorbereitung an sich, von den fünf oder sechs Wochen Vorarbeit (hier im Thread dokumentiert) habe ich nur leider in Frederikshavn wenig im Turnier wiedererkannt. Allerhöchste Zeit für eine Analyse.

    Viel Zeit habe ich darauf verwendet

    - Passgeschwindigkeit zu erhöhen

    - dichter am Tor zu arbeiten, tief in den Neuner zu stoßen

    - von links nach rechts nach links durchzustoßen

    - Passwege abbrechen oder zu ändern (Richtungswechsel/Expresspässe)

    Kommt auf den Prüfstand... Weg damit! Ich trainiere eine D-Jugend, wenn auch am Ende der Altersklasse. Als Vorbereitung einer C im Übergang zur B und dem ersten B-Jugend Vorbereitungsturnier... vielleicht nützlich. Was soll eine D mit Abräumen, wenn ich auf Außen - noch - keine sicheren Schützen habe? Was soll eine D mit Torvorbereitung aus vier oder mehr Pässen? Jeder Pass erhöht die Fehlerwahrscheinlichkeit. Tiefes Stoßen ja, schnellere Pässe ja, aber nach zwei, drei Pässen muss was passieren. Und am besten etwas mit einer Entscheidung.

    Ebenfalls viel Zeit haben wir auf Schlagwürfe aus der Halbdistanz durch die 6:0 hindurch verwendet. Ich müsste mal die Turnierspiele der letzten drei Jahre durch sehen, ob wir AUCH NUR EIN EINZIGES TOR DURCH SCHLAGWURF AUS 8 ODER 9 M gemacht haben.

    Kommt auf den Prüfstand... D-Jugendliche können Schlagwürfe. D-Jugendliche können zwar auch Sprungwürfe, eher aber in die Weite als in die Höhe. D-Jugendliche (ich rede von Mädchen) brauchen in der Regel den Schwung aus dem Sprung nach vor, geht der Sprung in die Höhe kommt nicht genügend Druck hinter den Ball. Und wir sind es nun einmal nicht gewohnt über den Block zu werfen. Ich habe mir eine Vorbereitungszeit von sechs Wochen gesetzt... es bleibt bei Schlagwürfen.

    Kommt nicht weg, aber was ändern? Ich habe keine Aufzeichnungen von den Vorbereitungswochen der letzten Jahre. Es bestand auch kein Zweifel, dass die Mädchen Schlagwürfe können und von 8, 9 m Treffen. Die ungewohnte Torchance an sich erkennen und unter Stress umzusetzen... Vielleicht müssen wir spielnäher trainieren, nach den Übungen sofort ins 3:3/4:4 mit Durchbruchverbot/Schlagwurfpflicht. Ist wieder albern, eine klare Durchbruchchance zu verbieten, um ggf. eine schlechte Wurfchance zu nehmen. Modifizieren: 3:4/4:5 für weniger Durchbruchräume. Abwehr wechselweise einen Blockarm/beide Arme unten zu lassen für Entscheidungstraining.

    Analyse der Stärken:

    - Alleinstellungsmerkmal (vielleicht sogar im ganzen Turnier): präzise Langpässe von TW Marit

    - RM weit überdurchschnittlich doppelt besetzt

    - KM weit überdurchschnittlich doppelt besetzt

    Erste Welle wird ein Thema. Wird nur Schwerpunkt, braucht keine skandinavientypischen Abwandlungen.

    Wir haben schon vielversprechend mit Sperrstellung in der Fleischmauer* gearbeitet, allerdings ausschließlich als indirekte Sperre/Eigensperre, um in der Lücke den Ball ungehindert annehmen zu können. Und auch mit Wechselsperren, wenn der Ball an der Kreisläuferlücke vorbeigepasst/-transportiert wird. Da ich mir keine Großbaustelle aufmachen möchte, kommt KM auf die drei mittleren Lücken und nicht nach Außen. Die Aufgabenstellung wird sein, aus

    - KM auf "Halb" oder zentral

    - Ball kommt von Außen oder Ball kommt von der Mitte

    Torchancen zu bauen. Ich tendiere erst einmal zu:

    - KM links oder rechts ("Halb")

    - Sperrstellung Richtung Ball

    - Pass an Kreisläuferlücke vorbei > Wechselsperre

    - RR/RL stößt weg von der Kreisläuferlücke, zieht die Lücke auf, KM steht blank durch indirekte Sperre

    - Anspiel

    Klingt zu einfach? Wir sind in der D-Jugend.

    Ähnliches Prinzip im Zentrum, nur dass RM das über Verlagern weg von der KM-Lücke löst und dann das Anspiel kommt.

    Und wenn wir ohnehin nur kleine Lücken haben, aber lernen die Kreisläuferlücke aufzuziehen... dann kann ich auch zwei Kreis hinstellen.

    Fortsetzung folgt.


    *Klingt respektlos den Skandinaviern gegenüber. Ist es auch. Ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, dass mich mal eine Kinder 6:0 beeindruckt hätte. Beeindruckend war lediglich mal eine Mannschaft, die ständig zwischen Varianten von offensiv und defensiv wechselten, ansonsten hab ich - aus Sicht der Abwehr - keine Vorteile erkennen können, die Kinder im 9er einzusperren.

    Liebes Handballtagebuch!

    Samstagnachmittag auf dem Lande. ZeeBees Ausbildungsmannschaft wC II reist als Tabellenzweiter zum Tabellenletzten nach Schellerten. Die Halle ist berüchtigt für ihre unmittelbar am Spielfeldrand gelegene Tribüne. Der Legende nach müssen bei Männerspielen die tribünennahen Außen der Gastmannschaft ein wachsames Auge auf ältere Herren mit Gehstock in der ersten Reihe haben. ZeeBee hat jedenfalls schon mal ein wachsames Auge auf die Gegnerinnen, allesamt offiziell jedenfalls C-Jugendliche. >>Was füttern die hier und wo kann ich das kaufen?<< Wenn die Heimmannschaft 6:0 decken dürfte, wären sie Erster und nicht Letzter.

    Vorweg spielt die B-Jugend. ZeeBee begrüßt die Trainerin der Gäste nach dem Spiel, wird sogleich überrumpelt.

    "War Deine Mail ernst gemeint?"

    "Ähhh.... wuass?"

    "Vor zwei Monaten. Du hast alle wD-Jugend Trainer der Region angeschrieben."

    In der Tat hat ZeeBee zu Saisonbeginn sämtliche Mädchentrainer der D-Jugend einmal angeschrieben, zu einem Punktspiel eingeladen und Unterstützung sowie Knowhow angeboten. Zu viele Spielbeobachtungen mit vier Rückraum Mitte, drei Rückraum Mitte bei drei Kreis Mitte, fünf Rückraumspielerinnen, sechs Kreisläuferinnen - ZeeBee hat es einfach nicht mehr ertragen und Anschauungsunterricht angeboten. Eine einzige Rückmeldung von fast fünfzig Trainern. ZeeBee muss sich getäuscht haben, es steht doch alles zum Besten mit der weiblichen Jugend in der Region. Beweist auch die Regionsauswahl, wo ZeeBee mit etwas Training einen dressierten Koala in die Top 10 bringen könnte und sicher auch einen sportlichen Kleiderständer unter die Top 20.

    "Die war ernst gemeint."

    "Hat bei uns jedenfalls für herzliches Gelächter gesorgt."

    >>Aber bestimmt nicht so laut, wie wenn ich mal raus zu Euch auf's Dorf fahren und bei Euren Mädchenmannschaften zugucken würde.<<

    Schön zu wissen, dass ZeeBees Idee wenigstens für Unterhaltung gesorgt hat.

    Ein Vater schaut beim Aufwärmen von einer Hallenhälfte zur Anderen. Drüben halbe/halbe Alt- und Jungjahrgang C, wenn auch die ein oder andere B-Jugendliche nicht verwundern würde, hüben 40 % Jungjahrgang und 60 % D-Jugend. "Kaum zu glauben, dass das der Tabellenletzte sein soll." The bigger they are, the harder they fall.... sagt der Engländer.

    Die Gastgeber mit dem Überraschungsergebnis des letzten Wochenendes, als man eine der ambitionierteren Mannschaften auswärts geschlagen hat. Das Spielprotokoll beflügelt die Phantasie. 8:0 Zeitstrafen und dennoch gewonnen. ZeeBee stellt sich vor, wie die großen Mädchen vom Lande so lange auf die Heimmannschaft eindroschen, bis jeglicher Widerstand brach. Der Spielbericht bringt dann Aufklärung. Die Gastgeber sind mit der häufigen 5:0 Deckung nicht klargekommen. 8:0 Zeitstrafen und deswegen gewonnen!

    Anpfiff. Die Heimmannschaft mit einer dichten 3:3 Deckung, die Außen stehen fast hinter den Halben. Nach 90 Sekunden will ZeeBee schon nach der grünen Karte greifen, weil die Mädels es dennoch durch die Mitte versuchen und den breiten, freien Korridor auf Außen vollkommen vernachlässigen. Allerdings lösen die Mädchen die Aufgabe ganz ordentlich über Ersatzkreisläuferin Toni und im 1:1. Vier Tore Führung nach fünf Minuten, kein Grund das TTO zu nehmen.

    Dann das déja vu. Vor zwei Wochen läuft es beim punktfreien Gegner auswärts genauso. Die Mannschaft, der die Schiedsrichter noch bis in die letzte Minute hinein die Bedeutung der Außenlinie beim Einwurf und die 9m Linie beim Freiwurf erklären müssen. Die Feldspielerinnen im Tor stehen hat, denen die Mädels Hämatome auf Bauch und Oberschenkel werfen. Die überhaupt nur zwei Torschützinnen hat und in der Halbzeit eine auch noch zum Reitturnier wegschickt. Die den Sport von vorne bis hinten nicht verstanden hat. Und dennoch schaffen es die Mädchen, das Spiel zu vergeigen. Und nun wieder Pubertätsalzheimer aller neun Feldspielerinnen.

    2:6

    9:9

    ZeeBee will zur Grünen Karte greifen. Die Gastgeber haben ihm allerdings keine zur Verfügung gestellt. ZeeBee platzt der Kragen.

    TTO

    9:10

    20:14

    Halbzeit

    Vor zwei Wochen sind es zur Pause nur zwei Tore Rückstand gewesen, zwischenzeitlich mal drei, dann wieder ein Tor vor kurz vor Schluss und sie verdaddeln das Spiel. Nun sechs Tore zur Halbzeit und keine Feldspielerin kann mehr Handball spielen. Vor einer Woche rehabilitieren sich die Mädchen zu Hause gegen den Tabellenführer. ZeeBee überlässt B-Jugendlicher Lene die Brücke, setzt sich auf die Tribüne, schaut sich an, wie der Gegner ohne Gegenwehr auf vier Tore davonzieht, zur Halbzeit mit drei Toren führt, in der zweiten Hälfte wieder auf vier Tore davonzieht und Lene das Spiel seelenruhig UND OHNE TTO zum 33:31 coacht. Liegt also am Trainer.

    Vor zwei Wochen hat ZeeBee dann auch tatsächlich die Contenance verloren. Bis auf Rückraum Mitte Lenya spielen alle Mädels, als ob sie noch nie einen Handball gesehen hätten. Ein befreundeter Trainer später einfühlsam:

    "Haben sie so schlecht gespielt?"

    "Wenn wir schlecht gespielt hätten, hätten wir mit fünf Toren gewonnen!"

    ZeeBee schlägt nach jenem Spiel zwei Mitfahrgelegenheiten aus, um stattdessen lieber vierzig Minuten Straßenbahn zu fahren.

    "Danke! In der Straßenbahn kann ich mehr Leute beleidigen als im PKW!"

    Vor zwei Wochen ist die Situation allerdings auch eine Nuance anders. Damals auf der Gegenseite eine sympathische Mutti-Trainerin. ZeeBee gönnt ihr den seltenen Erfolg. Diesmal auf der anderen Trainerbank der Vorsitzende der hiesigen Handballregion. Der Sportsfreund, der einst ZeeBee für zwei Jahre als Trainer gesperrt hat. Der beim Sportgericht den Antrag gestellt hat, die höchstmögliche Sperre noch zu verdoppeln. Der ZeeBees C-Lizenz aberkannt hat. Der ZeeBees B-Lizenz aberkannt hat. Der ZeeBee eine Geldstrafe von € 1.000,- aufgebrummt hat. Der ZeeBees Regionsehrenbrief von 2003 aberkannt hat. Wegen eines Schabernacks. Wegen der Idee eines Schabernacks. Wegen eines nie auch nur ansatzweise in die Tat umgesetzten Schabernacks. Der bockig alle drei Angebote, das Gesicht zu wahren, die Strafen zurückzunehmen, ausgeschlagen hat. Der auf ein Urteil des Sportgerichts bestanden hat, obwohl das Gericht bereits die Aussichtslosigkeit seiner Position deutlich gemacht hat. Der daraufhin einen außerordentlichen Regionstag hat einberufen müssen, die lückenhafte Satzung zu reparieren.

    Heute würde es keine Niederlage geben. Auch nicht bei Minus 6 zur Halbzeit! ZeeBee wird in der Kabine kurz laut, fängt dann aber seine Schäfchen wieder ein. Fünfundzwanzig Minuten Halbfeldmanndeckung. Die 3:3 über Einläufer Außen nach Pass zur Halben knacken. Über noch mehr Gegenstöße. ZeeBee schnappt sich seine Torhüterin, schwört sie ein, dass beide nun ausschließlich positive Stimmung verbreiten dürfen.

    21:14

    22:14

    HEUTE WIRD ES KEINE NIEDERLAGE GEBEN! ZeeBee kämpft gegen die Wut an, dass alle neun Feldspielerinnen nur ein Bruchteil ihres Könnens zeigen. Schluckt alle Beleidigungen, Flüche und Beschimpfungen herunter, auch wenn immer noch haarsträubende Dinge passieren.

    27:28

    Dreieinhalb Minuten ohne Tor bei immer noch reichlich dahergeschenkten Chancen. Aber mit Marit im Tor...

    Abpfiff

    ZeeBee bedankt sich artig beim Heimtrainer für das Spiel und die zwei Punkte.

    Dein

    Karsten

    Auch wenn ich mich teils wiederhole... wenn ich Jahr für Jahr denselben Irrsinn im Kinderhandball erlebe, kann ich nicht die Klappe halten. Wie man es nicht macht:

    - Jahrgangsmannschaften

    Bei einem der größten Breitensportvereine Hannovers gibt es Jahrgangsmannschaften (wo es ausreichend Kinder gibt). Erste Mannschaft Altjahrgang, zweite Mannschaft Jungjahrgang. Alles schön ordentlich sortiert und nach der Saison wechselt dann eine geschlossene Mannschaft in die nächsthöhere Altersklasse. So muss Mannschaftssport sein, jeder hat seinen festen Platz.

    Zum Saisonstart spielen beide Teams auf mittlerer von drei Ebenen eine Aufstiegsrunde. Die zweite Mannschaft verbleibt in der mittleren Liga, die erste Mannschaft steigt versehentlich in die höchste Liga auf, wo man es sehr schwer haben wird. Vier Anfängerinnen schließen sich dem Verein an. Die mittlere Liga wäre schon zu hoch und die Regionsoberliga ist dann definitiv nichts für Anfängerinnen. Auch wenn die erste Mannschaft nicht durchgängig stark besetzt ist, Anfängerinnen wären in der zweiten Mannschaft besser aufgehoben. Geht aber nicht, die vier Mädchen gehören ja dem falschen Jahrgang an. Die D II nimmt die Mädchen nicht auf. Also bremsen sie nun das gesamte Training der ersten Mannschaft aus und müssen in Punktspielen auflaufen, wo es nicht nur keine Erfolgserlebnisse gibt, die Trainerin weiß gar nicht, wo sie die Mäuse verstecken soll.

    Kannste Dir nicht ausdenken.

    - Selektion in der Auswahl

    Ein Freund von mir kommt zum Auswahltrainer Mädchen Posten wie die Jungfrau zum Kinde. Das Auswahlwesen ist seit Jahren ein Trümmerhaufen, chaotischer geht es nicht mehr. Sichtung der '13er Mädchen. Das Programm ist vorgegeben, mein Kumpel hatte keine Chance, sich selbst was auszudenken. Über sechzig Mädchen, verteilt auf zwei Gruppen, jeweils 60 Minuten. Ringelpietz mit Anfassen, auf der Stelle rumprellen, Passkontinua im Pendellauf. Ich meine, sie dürfen auch ein paar Male auf das Tor werfen. In dem Chaos soll Sven nun die Talente rausfischen.

    Halbes Jahr später. Der Landesverband möchte nächstes Jahr von Hannover zwei Auswahlteams sehen. War früher völlig selbstverständlich, seit Jahren kann man hier allerdings froh sein, wenn man eine konkurrenzfähige erste Sieben hat. Ich habe neulich beim Training zugeschaut. Zwei überdurchschnittlich talentierte E-Jugendliche, die noch gar nicht dran sind. Eine Handvoll Semi-Talente, aus denen man was machen kann. Und ganz viel Durchschnitt, Unterbau für die Landesliga Damen. Auf dem Papier: 38 Kinder. In der Auswahl. Dem Unterbau der Landesauswahl. Stattdessen Breitensport und Bewegungstherapie in überfüllter Halle. Weil der Landesverband Masse will. Ich höre was von einer "Quote letztes Quartal". Damit die Jüngsten nicht durch das Raster fallen. Ich schlage bei der Gelegenheit eine Quote für Vegetarier, Klavierspielerinnen, Brillenträgerinnen und Dackelbesitzerinnen vor.

    - Talente versauern lassen

    Wir hatten eine Gastspielerin einmal die Woche im Training. Top 10 Talent der Handballregion (immerhin 53 wD Mannschaften), spielt daheim in der Kreisklasse. Schmeißt bis zu 17 Tore im Spiel, hat offenkundig in der Liga nichts verloren. Training/Punktspiele in der männlichen D (die wahrlich Verstärkung gebrauchen können)... Fehlanzeige. Training/Punktspiele in der weiblichen C... Fehlanzeige. "Rechtshänderin? Rückraum? Davon habe ich schon welche." Trainiert also einmal die Woche bei uns mit. Statt gleichzeitig im Heimatverein in der eigenen Mannschaft, wo sie keine einzige ebenbürtige Spielerin hat. Da ist dann das Geschrei groß, dass wir sie dem eigenen Trainingstag klauen. Erst auf meine Intervention hin wird sie nun in der C integriert (sonst wäre sie ja eher früher denn später weg).

    Vorrunde wC zur Regionalliga. Letztes Spiel, ich springe als Coach ein. Die Mädels sind ungeschlagen Erster, der Gegner ist Vorletzter. Großer Breitensportverein mit festen Jahrgangsmannschaften. Hat Personalprobleme, muss doch tatsächlich ein Talent aus dem Jungjahrgang einsetzen (erstes Spiel in der C I in der Saison). Spielt sonst beim punktfreien Tabellenletzten in der Zwoten. Könnte in der Ersten richtig gefördert werden. Spielt sich den Frust von der Seele, ist Haupttorschützin ihres Teams mit sieben Toren. Nach dem Spiel dann zurück in die Daddelmannschaft. Gehört ja zurück zu ihrem Jahrgang.

    - Meldung der Mannschaften

    Wir hatten mehrere Modelle, wie die Staffeln im Kinderbereich zusammen gesetzt werden. Quali vor den Sommerferien, Einteilung nach den Sommerferien (die üblichen Verdächtigen sind nicht zum Qualiturnier erschienen, wurden in die Kreisklasse einsortiert [da war der Fehler] und schossen sich da an die Spitze). Freie Meldung. Die üblichen Verdächtigen musste nun nicht mal mehr ein Turnier boykottieren, konnten gleich in die Kreisklasse melden, um dort Kreisklassenweltmeister zu werden. Nun haben wir ein gemischtes System. Klappt auch nicht.

    Zwei Mannschaften kommen frisch aus der E-Jugend, waren dort leidlich erfolgreich, werden von Schreibtischtätern im Verein in die höchste D-Jugend Liga gemeldet. Ich suche im Hallenkeller nach Bleiwesten, um die Spiele spannend zu gestalten. Andere Anfängermannschaften werden in die mittlere von drei Ligen gemeldet. Dasselbe Elend dort.

    Wir melden auf mein Drängen hin die D II in die unterste Liga. Alles Jungjahrgang plus 4 E-Jugendliche. Letzte Saison wurdest Du mit einer solchen Konstellation in der mittleren Liga abgeschossen. In Ermangelung einer Anfängerliga bügeln die Mädels in der Kreisklasse nun alles weg. Immerhin haben wir noch ein Korrektiv, können ein oder zwei Mädchen sich in der D I festspielen lassen. Andere Vereine melden ihre einzige Mannschaft in die Kreisklasse, alle Leistungsträgerinnen aus dem Altjahrgang, könnten locker mittlere Liga spielen.

    Es gibt eine Vorrunde für die höchste Liga, drei Spiele für die Tonne. Die unterste Liga spielt Hin- und Rückrunde bis zum Saisonende. Die mittlere Ebene spielt in vier Gruppen je einen Aufsteiger aus. Da aber in den vier Gruppen reichlich Anfängermannschaften rumlaufen, entscheidet Losglück/-pech über Platz 1 in der Vorrunde. Es gibt vier Aufsteiger in die Regionsoberliga, nirgends gibt es dringend erforderliche Absteiger und die Kreisklassenweltmeister haben ihren Spaß (23:3, 30:3, 27:2, 28:1, 32:3, 25:5). Da meldest Du schon in der untersten Liga und wirst 28:1 vorgeführt... Starres Ligensystem und Kinderhandball - passt nicht zusammen.

    Ich entwerfe Durchführungsbestimmungen für eine Anfängerliga für nächste Saison. Tipps, wer in die Liga hineingehört. Wer nicht hineingehört. Verhaltensregeln, wie man spielen sollte, wenn man vielleicht gerade so nicht mehr hineingehört. Ein Sanktionssystem für die, die weder dort hingehören noch sich benehmen können. Schicke ich dem Staffelleiter. Keine Reaktion.

    Ähnliche Spielchen in der C-Jugend wie in der D. Statt drei Ligen gibt es nun letztlich mit Landesebene fünf. Zwei Teams, vor zwei Jahren in der D sehr erfolgreich in der mittleren von drei Ligen, melden nun in die Kreisklasse. Leistungsträger alles Altjahrgang (40:17, 51:14, 50:22 die eine Mannschaft, 35:11, 37:9, 40:14 die andere Mannschaft). Und in der B-Jugend werden sich die Eltern wundern, dass die einstigen Superstarmannschaften in der Kreisklasse keinen Stich mehr sehen.

    Wenn wir im Jugendbereich Spieler nach unten verleihen könnten, könnten wir auch das Festspielen abschaffen. Schützt den Wettbewerb, geht meines Erachtens in Ordnung. Bei zwei Mannschaften in einer Alterklasse mit mindestens einer Liga dazwischen kann ein Spieler der Zwoten nach oben verliehen werden, solange er nicht in der Ersten spielt. Gab es vorher nicht.

    Auch die Quali mit eigenen Spielern zu bestreiten, finde ich nicht verkehrt.

    Lieber DHB (und ich bin sicher, hier liest wer mit):

    Zitat

    (9) Die Spielrechte erlöschen automatisch zum Ende des Spieljahres.

    ZeeBee wäre nicht ZeeBee, wenn es nichts zu meckern gäbe. Ich mache mal ein kleines Beispiel:

    Spielerin A wird zu Beginn der Saison in der mE, in der wE und in der D-Jugend eingesetzt. Alle drei Spielrechte sind verbraucht. Die Familie zieht im Winter innerhalb Deutschlands um, weit weg vom Heimatverein. Oder wir lassen den Umzug weg, die junge Dame wechselt mitten in der Saison den Verein.

    Wäre es nicht schön, wenn sie - mit oder ohne Wartefrist - dann wieder Handball spielen dürfte, ohne auf das Ende des Spieljahres zu warten?

    Bitte einmal nachbessern!

    ACHTUNG: revolución

    Ich habe mich mal mit dem neuen § 19 SpO DHB auseinandergesetzt. Unten die bereits aktualisierte Version, es gab eine Änderung in Absätzen II und XI:

    § 19 Jugendspielrecht

    (1) Das Spielrecht für Jugendspieler*innen kann pro Spieljahr für drei Mannschaften, aber maximal in zwei Vereinen, erteilt werden.

    • Innerhalb des eigenen Vereins ist der Einsatz nur noch in drei Mannschaften möglich. Nicht wild, wäre ohnehin die Ausnahme. Jede Jugendspielerin darf auch noch in einem zweiten Verein spielen, insgesamt aber nur in drei Mannschaften.
    • Ab nächster Saison dann aber höllisch aufpassen, was bei Gastspielerinnen im Heimverein passiert!
    • Am Spannendsten, was dort nicht steht! § 19 gilt für alle Jugendlichen mit Spielerpass, also E-Jugend aufwärts!

    (2) Das Erstspielrecht gilt für den Verein, für den die Spielberechtigung erteilt wird (Erstverein). Ist der Erstverein als Stammverein Teil einer Spielgemeinschaft, gilt das Spielrecht für die Spielgemeinschaft. Spielrechte im Erstverein werden durch den ersten Spieleinsatz in Meisterschafts- oder Pokalspielen in der jeweiligen Mannschaft festgelegt. Das Erstspielrecht kann in einer Mannschaft der eigenen Altersklasse bzw. der nächsthöheren Altersklasse wahrgenommen werden.

    • "Spielrecht" hat nun eine doppelte Bedeutung, ist einmal dem Verein (und ggf. dem Zweitverein) zugeordnet, aber auch den einzelnen Mannschaften. Die drei Spielrechte können durch Einsätze in den einzelnen Mannschaften im Erstverein festgelegt/verbraucht werden.

    (3) Das Zweit- und Drittspielrecht kann wahrgenommen werden:

    a) im Erstverein,

    b) im Zweitverein in der eigenen Altersklasse in einer Mannschaft, die, bezogen auf bereits bestehende Spielrechte, in einer höheren Spielklasse spielt,

    c) im Zweitverein in der eigenen Altersklasse, wenn der Erstverein keine Mannschaft in dieser Altersklasse stellt,

    d) im Zweitverein in der nächsthöheren Altersklasse in einer Mannschaft, die, bezogen auf bereits bestehende Spielrechte, in einer höheren Spielklasse spielt,

    e) im Zweitverein in der nächsthöheren Altersklasse, wenn der Erstverein keine Mannschaft in dieser Altersklasse stellt.

    Das Zweit- und Drittspielrecht kann nicht in derselben Spielklasse eines Landesverbandes bzw. in derselben Spielklasse bei überverbandlichem Spielbetrieb ausgeübt werden, es sei denn, der Einsatz erfolgt in unterschiedlichen Staffeln derselben Spielklasse.

    • Das bisherige Gastspielrecht wird quasi übernommen. Von E bis A kann ich auf einen anderen Verein ausweichen, wenn in meiner Altersklasse keine Mannschaft für mich ist. Im Zweitverein kann ich in zwei Altersklassen in jeweils einer Mannschaft spielen oder in zwei Mannschaften einer bei mir nicht besetzten Altersklasse. Das (ggf. nicht wahrgenommene) Erstspielrecht verbleibt (wohl) beim Erstverein.
    • Die fast totale Liberalisierung des aktuellen Zweifachspielrechts. Im Zweitverein kann in zwei Altersklassen gespielt werden (dann aber jeweils Zweit- und Drittspielrecht verbraucht!).
    • Der Einsatz kann weiterhin nur höherklassig stattfinden. ABER höherklassig nun ausgehend von meinem Erst- (oder ggf. Zweit-)Spielrecht. Beispiel: Bislang konnte mein Verein keine Spielerinnen von A bis C verleihen, weil der TVB immer höher- oder gleichklassig war. Nun kommt es aber auf das Erstspielrecht an, sprich wenn ich wen fest in der C II in der Landesliga hätte, könnte sie mit Zweit- (oder Dritt) Spielrecht an einen Oberligisten verleihen, solange sie bei uns nicht Regionalliga spielt. "Verschachtelung" nun möglich.

    (4) Bei Spielrechten in zwei Vereinen liegt der Einsatz im Ermessen des Spielers/der Spielerin bzw. der Erziehungsberechtigten.

    • Klarstellung der bisherigen "Lücke". Die Spielerin entscheidet bei Terminskollision, wo sie spielt. Kann ich nur dringend vor warnen, das gegen den Willen des Erstvereins zu machen! Dann gibt es schnell keine Kooperation mehr.

    (5) Für A-Jugendliche ist die nächsthöhere Altersklasse der Erwachsenenbereich.

    (6) Im Falle von

    a) Spielerinnen, die das 16. Lebensjahr und Spieler, die das 17. Lebensjahr vollendet haben,

    b) Kaderspielerinnen des DHB, die das 15. Lebensjahr vollendet haben,

    c) Kaderspielern des DHB, die das 16. Lebensjahr vollendet haben,

    kann ein Spielrecht in einer Erwachsenenmannschaft erteilt werden, sofern die weiteren Voraussetzungen vorliegen. Das Spielrecht für Erwachsenenmannschaften in einem anderen Verein gilt nur für Mannschaften, die mindestens der fünfthöchsten Spielklasse angehören.

    (7) Die Einwilligung der Personensorgeberechtigten und eine ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung sind Voraussetzung für die erstmalige Erteilung der Spielberechtigung von Jugendlichen in Erwachsenenmannschaften. Sie müssen bei der zuständigen Passstelle vorgelegt werden.

    (8) Den Antrag auf Ausstellung des Zweit-/Drittspielrechtes bei einem anderen Verein stellt der Erstverein bei seiner zuständigen Passstelle. Die Passstelle des Erstvereins trägt das Zweit-/Drittspielrechte in den von ihr ausgestellten Spielausweis ein und unterrichtet die Passstelle des Zweit-/Drittvereins über die Erteilung.

    • Achtung: Es gibt keine Frist! Das wird mit Sicherheit noch reformiert, wenn sich Richtung deutsche Meisterschaften aus den Regionalligen mächtig verstärkt wird.

    (9) Die Spielrechte erlöschen automatisch zum Ende des Spieljahres.

    (10) Persönliche Sperren (Ausnahme: Automatische Sperre nach § 17 Abs. 1 Rechtsordnung) gelten für beide Vereine. Der Verein ist verpflichtet, sich hierüber zu informieren.

    (11) Spielrechte in der Qualifikation bestehen grundsätzlich nur für den Erstverein. Spielrechte in der Qualifikation: Im Zweitverein kann das Spielrecht nur im Falle des Abs. 3 c) und/oder e) wahrgenommen werden. Die Qualifikationsspiele gehören zum neuen Spieljahr (vgl. § 9 Abs. 2 SpO) und die Spielrechte bleibt für die sich daran anschließenden Meisterschaftsspiele der neuen Spielsaison bestehen.

    • Für den Einsatz in der Quali kommt nur das Pendant zum alten Gastspielrecht zum Einsatz, keine Verstärkung ansonsten ohne Vereinswechsel.

    Der aufmerksame Leser wird bemerkt haben: Keine zahlenmäßige Beschränkung auf drei Aufnahmen oder drei Abgaben pro Altersklasse! In der Theorie könnte man eine komplette Mannschaft mit Zweit- oder Drittspielrechten bestücken. Oder aktuell die komplette C II in die Oberliga verleihen, wenn sie nicht Einsätze in der C I gehabt hätten.

    Neue Perspektiven:

    • Ich könnte in der weiblichen D bereits Talente aus E oder D mit Zweit-/Drittspielrecht von Zweitvereinen einsetzen und muss nicht auf Vereinswechsel drängen, bzw. könnte unseren Trainingsgästen auch eine Förderung in Punktspielen anbieten (so sie nicht in derselben Liga spielen).
    • Leistungsorientierte Vereine könnten Spielerinnen erstmals selbst verleihen, wenn diese nur in der zweiten Mannschaft A bis E spielten und der Zweitverein höherklassig zur Zwoten des TVB spielt.
    • Überall dort, wo mehr als nur ein Talent für einen Wechsel in Frage kommt oder es um die einzige Torhüterin geht, man vielleicht eine Mannschaft zerstören würde, gäbe es eine Kompromisslösung.
    • Ganz neu: Bislang konnte das Doppelspielrecht nur abgetreten werden, d.h. eine Spielerin spielte Jugend in einem Verein, Erwachsene in einem anderen Verein. Das fällt weg, es wird Zwischenlösungen geben (z.B. Jugendbundesliga, Erwachsenenspielrecht im Erst- und Zweitverein).

    RESPEKT, LIEBER DHB! Ich bin wirklich beeindruckt. Ich habe aktuell über ein halbes Dutzend un- und regelmäßige Trainingsgäste, die ich zukünftig ganz anders fördern kann. Und muss auf kein Kontingent Rücksicht nehmen. Für die Zwote zu stark, für die Erste nicht stark genug, es gibt eine Liga dazwischen? Auch der leistungsorientierte Verein kann im Jugendbereich dann Spielerinnen verleihen (in diesem Beispiel, solange kein Einsatz in der eigenen Ersten erfolgt). Und das Sahnehäubchen eben, dass Jugendliche im Erwachsenenbereich in zwei Vereinen spielen dürfen.

    Fortsetzung Kooperation/Aushelfen

    Letztes Wochenende Spitzenspiel C-Jugend Landesliga. Die zwei Drittel D-Jugendlichen in der Mannschaft hatten gerade eine Woche Kooperation im 2:2 trainiert. Zu sehen davon: NICHTS. Die Mannschaft wählt die oben beschriebene extrem offensive Ausrichtung und spielt wieder fast 3:0+3. Jede für sich isoliert und spiegelverkehrt zur Gegenspielerin, unabhängig von der Position des Balls. Und jede kämpft für sich, null Kooperation. Ich hatte den Tribünenplatz gewählt und meinem kleinen Helferlein aus der weiblichen B die Brücke überlassen. Zwischenzeitlich -5 Tore und mein Beißhholz war schon fast durchgekaut. Am Ende, ganz ohne TTO von uns (!), +2. Das Beißholz war durch.

    "Back to the drawing board", wie der Engländer sagt:

    - Mattenball, 2 gegen 2 gegen 2 als Überschlagspiel

    - Spielfeld rd. 12 m lang, mit 2 Matten, gegenüber weitere 2 Matten, jeweils rd. 3 m Abstand zwischen den Matten

    - in der Lücke unmittelbar hinter den Matten je ein Turnkasten auf dem Kopf

    - in den Kästen je 9 Riegel Kinderschokolade

    - die Matten dürfen erobert werden (mit Ball in der Hand, ein Fuß auf die Matte, von vorne oder von der Seite, hinter der Matte ist Aus)

    - wer es schafft, stattdessen den Ball in dem Kasten zwischen zwei Abwehrspielerinnen hindurch abzulegen, erobert einen Riegel Kinderschokolade (aber nur bei Durchbruch durch die Mitte, nicht über Umwege)

    - einfacher Zweikampf verloren > weiterspielen

    - Zweikampf dämlich verloren > kleine Sonderaufgabe für das Deckungsduo

    - Kasten zu zweit nicht verteidigt bekommen > jedes Mal einen Liegestütz mehr, beginnend bei acht, Ballbesitz wechselt nicht, Angreifer wechseln die Richtung

    Alltag bisher:

    - es wird sich gar nicht geholfen

    - es wird halbherzig geholfen, der Ball kann aus der 1:2 Situation zur 1:0 Spielerin weiter gespielt werden

    - beide Abwehrspielerinnen packen beherzt zu... zwei Sekunden lang... und lassen Ballführerin dann passieren oder passen

    "The show isn't over, until the fat lady sings!" Es wird zugepackt und rausgedrückt, bis der Schieri pfeift.

    Es hat sicher (endlich) ein paar blaue Flecken gegeben, aber zumindest sechs Mädchen (montags der "Aussetztag" für alle Mädchen, die zusätzlich noch C-Jugend trainieren) haben gestern Kooperation an den Tag gelegt, wie ich sie brauche.

    Angriff:

    Natürlich will jede Spielerin an den Trog mit der Schokolade. Also spielen die Mädels wie die Männernationalmannschaft unter Heiner Brand. Alles will ins Zentrum. Pass - Wühlen in die Mitte - Pass - Wühlen in die Mitte - Pass - usw. Nächstes Mal vielleicht zusätzlich Schokobons auf den Matten (Spatz in der Hand). Anweisung: Hört auf, die kleine Lücke anzugreifen! Attacke erst außen, Lücke aufziehen, dann Richtungswechsel auf die große Lücke oder Pass zur verlagernden Mitspielerin.

    Nach kurzer Zeit mehr Ringen als Handball spielen. Die Ballführerin wird magnetisch, unweigerlich angezogen von der Schokolade. Drei Sekunden Ballbesitz.. nix da, ICH WILL SCHOKOLADE! Also wieder mehr Spielkultur reinbringen, wenn auch die Blutlust... Schokoladenlust gut dazu geeignet ist, den Willen der Deckung auf die Probe zu stellen.

    Abwehr:

    Grundregel das Pendeln: Raustreten gegen Ball, Sichern der Lücke vor dem Kasten > nach Pass Aufgabenwechsel. Positionswechsel sind erlaubt, das ganze Trainingslager haben wir schließlich gekreuzt (um letztlich "nur" Übergeben/Übernehmen" zu erlernen). Beim Durchbruchversuch muss der Ball/Wurfarm gesichert werden, von der Aushilfe bzw. der direkten Gegenspielerin.

    Ausnahme: Siehe oben, drei Ausnahmen, wann ballfern ebenfalls rausgetreten werden darf. Das ist allerdings meine persönliche Ansicht, Absichern vor Zocken. Wer noch ballgieriger ist, kann natürlich andere Regeln für die ballorientierte ballferne Deckungsweise festlegen. (Wurfarmseite oder nicht, Entfernung zum eigenen Tor, wechselt Gegenspielerin beim Prellen auf die taktisch richtige Hand?, kann ich mich auf meine Nachbarin in der Deckung verlassen?)

    Nach anstrengenden 25 Minuten und mehreren blauen Flecken später... sechs Mädchen mit ein bis fünf Riegeln Kinderschokolade, die alle spüren, was sie gerade gearbeitet hatten. Wie gesagt, die Matten müssen zukünftig einen kleinen Anreiz (Schokobon) bieten, nicht ausschließlich das Zentrum anzugreifen. Die Spielkultur leidet schnell, wenn die Schokoladengier steigt. Da muss gegengesteuert werden, sonst habe ich mehr Kampf, als ich wollte. Unter dem Strich aber klares Teilziel erreicht.

    Trotz meines alljährlichen Wehklagens, wenn der Altjahrgang in die C hoch muss, dass ich keine adäquate Folgegeneration habe, sind wir wieder - allerdings nur dank aggressiver Personaloptimierung - mit einer recht schlagkräftigen weiblichen D unterwegs. So schlagkräftig, dass wir erstmals in der heimischen Liga keinen Gegner auf Augenhöhe mehr haben (will ich gar nicht auf die Trainingsqualität schieben, wie bei uns wohl die Spätfolgen von COVID). Die gesamte Mannschaft spielt doppelt als C II, wo wir uns Wettkampfpraxis holen. Eine Achter- und eine Siebenerstaffel sind ein schlechter Scherz, es ginge gar nicht anders.

    Natürlich gibt es reichlich Baustellen. Verfolger Nr. 1 hat sie am Wochenende aufgezeigt (trotzdem 35:22 gegen den stärksten Konkurrenten). Raumdeckung verfestigt sich zwar allmählich in den Laufwegen*, nicht aber in den Köpfen. Kooperation/Aushelfen sind noch große Fremdwörter

    - die Querstellung zum Ball haben wir immerhin drin

    - beim Zweikampf in der Nachbarschaft gilt die Aufmerksamkeit aber wieder eher der eigenen Gegenspielerin

    - in dem Zusammenhang tun wir uns auch mit dem Einrücken zur Ballseite schwer (s.u.)

    - das Verheerendste: halbherziges Aushelfen, d.h. die 1:2 Situation löst die Angreiferin leicht durch Pass zu der 1:0 Situation - es "scheppert" nicht beim Aushelfen

    Also Rest des Jahres - wieder - Kooperation 2:2 in der Breite.

    Aufbau:

    2 Turnmatten am Neuner, quer, symmetrisch zum Spielfeld, Lücke von ca. 3m dazwischen

    2 Kästen gestapelt in der Mitte, versetzt hinter den Matten auf dem 7m, oberer Kasten auf dem Kopf

    je 1 Hütchen auf "D-Jugend Außen", etwa 2m von der Außenlinie

    je 1 Hütchen auf "D-Jugend RL/RR", etwas Richtung RM versetzt

    >> letztlich 2:2 Mattenball mit Schwerpunkt auf Kooperation im Zentrum

    Eine Abwehrspielerin pro Matte. Eigene Matte beschützen, das Zetrum, mein "heiliges Nest", zu zweit mit dem Leben beschützen. Angreifer mit einem Fuß auf eine Matte (von vorn oder von der Seite), oder aber durch das Zentrum den Ball ins Nest legen. Drakonische Strafen, falls mein heiliges Nest sein Kuckucksei bekommt.

    Eine Angreiferin startet passiv im Rückraum am Hütchen, die andere Angreiferin startet vom gegenüberliegend Hütchen auf Außen ohne Ball, umläuft das Rückraumhütchen und bekommt von Nr. 2 in der Schlange den Pass in die dynamische Vorwärtsbewegung. Ab da maximal drei Pässe, um mit Stoßen/Parallelstoß/Zurückstoßen entweder Matte (Fuß drauf) oder Kasten im Zentrum (Ball rein LEGEN) zu erobern.

    Korrekturen Angriff:

    - die drei Pässe weise einteilen, insbesondere den dynamischen Auftakt mit Ballannahme im Sprint nicht durch vorschnellen Pass verpuffen lassen

    - der Zeitdruck (max 3 Pässe) verleitet zu "Abkürzungen", sprich das Zurückstoßen wird vernachlässigt ("Nimm Dir wieder Anlauf!")

    - hole ich die zweite Abwehrspielerin ab, den Wurfarm nach hinten bringen und den Ball/die Passmöglichkeit bewahren

    Ich habe Kreuzen zugelassen, weil wir Übergeben/Übernehmen schon im Trainingslager durchgekaut haben. Mit weniger Fortgeschrittenen Positionswechsel weglassen!

    Korrekturen Abwehr:

    - die allererste Ballannahme sollte nicht gestört werden, Abwehr startet erst nach der Ballannahme

    - Ballführerin wird offensiv angenommen, ballfern wird eingerückt vor das Zentrum, mit Pass in die Pendelbewegung Einrücken/Raustreten

    - ballfern darf nur rausgetreten werden wenn:

    a) bereits geprellt ist

    b) ein Zweikampf herrscht,

    c) Nachbarangreiferin eine Anfängerin sein sollte

    - beim Aushelfen darf kein Pass mehr erlaubt sein, das Spiel MUSS unterbrochen werden

    a) Abwehrspielerin kommt von der Wurfarmseite, den Ball muss gesichert oder der Wurfarm runtergedrückt werden, Unterarm möglichst mit

    b) Hilfe kommt von der Wurfarmgegenseite, die Ballführerin in die Nachbarin schieben, dann s.o.


    *Das Dilemma zeigt sich vor allem dann, wenn die Mädels sich extrem offensiv ausrichten. Ich gebe zu Spielbeginn erst einmal keine Höhe der Deckung vor, die Mädels suchen sich diese mit Schwarminstinkt. Bei defensiverer Ausrichtung ist die Orietierung im Raum (9m Kreis) deutlich einfacher. Wir erleben mehr die "Wellenbewegung" der Abwehrkette mit Raustreten und Zurücksinken. Stehen die Mädels aber bei 11m und weiter, ähnelt das System eher einer 3:0+3. Die ballnahen Räume werden genauso behandelt wie die ballfernen Räume, es gibt kein Hilfebewusstsein für die Nachbarin.

    Festspielen gibt es nur innerhalb einer Altersklasse. Sollte auch so in der Spielordnung stehen, § 55 ziemlich am Anfang.

    Ein B-Jugendlicher in der Oberliga A kann sich folglich nur für eine zweite Mannschaft der A festspielen. Was derselbe Spieler noch in der Kreisliga B-Jugend spielt, sollte er mal seinen Trainer fragen.

    Ich habe gestern Abend ein C-Jugend Spiel angesehen. Aufstiegsrunde zur höchsten Liga wC. Beide Mannschaften hatten mit den Aufstiegsplätzen nichts zu tun. Immerhin versuchten sich beide Teams in der 3:2:1 Deckung.

    Hinterher habe ich dem befreundeten Trainer geschrieben, dass ich kein Fan seiner "Interpretation" der 3:2:1 bin. Die Mannschaft spielt erst seit einem halben Jahr die Deckung und natürlich gibt es noch Abstimmungsprobleme. Ich habe lange überlegt, wie sich meine Kritik in Worte fassen lässt. Die 3:2:1 ist keine Kinderdeckung mehr und muss auch so verstanden werden. Ich habe mehr eine Variante der Ausbildungsdeckung 1:5 gesehen. Die Regelbewegung war 3:2:1, nur dass die Deckung noch nicht "erwachsen" war.

    Die beiden schönsten Varianten der 3:2:1 habe ich zum Einen auf einem dänischen Turnier bei Mindens mC unter Kornelia Kuhnisch und bei einem Trainingsspiel der 88er Jugendnationalmannschaft gegen Polen unter Pitti gesehen. Im Innenblock wurde gerannt wie irre, die Rückraumshooter der Gegner (in der C ein Däne, gerade der C entwachsen, von 1,95 m (saß nach dem Spiel wie ein Häufchen Elend heulend in der Ecke); bei der der polnischen Jugendnationalmannschaft vier Riesen im Team gegen einen auf deutscher Seite) kamen nicht zur Entfaltung oder nur über Freiwürfe. Ich hatte beide Male fast Tränen in den Augen, um mal die kinderfreundlichere Metapher zu bemühen.

    Bei den Mädchen habe ich noch nie eine vergleichbare Ästhetik erlebt, aber schon extrem effektive Deckungen. Häufig gab es dann weniger Ballgewinne, dafür kaum noch billige Tore durch halbherzig geführte Zweikämpfe. Maike Balthazar/Oldenburg erklärte sich mal zu der (mir) fehlenden Ballorientierung, es ginge ihr im Wesentlichen darum, so viel Druck auf den Rückraum aufzubauen, dass die HM Luft hat. Das sah dann so aus, dass jede Rückraumspielerin mit Ballannahme erst einmal (unfreiwillig) einen Schritt zurück ging/gegangen wurde.

    Gestern habe ich billige erfolgreiche Torwürfe aus der Fernwurfzone gesehen, die gar nicht hätten passieren dürfen. Habe ich nicht das 3:2:1 typische Gerenne gesehen, sondern mehr ein gemütliches Heraustreten (auch dem Niveau des Spiels/der Mannschaften geschuldet). Habe ich Zweikämpfe verloren gehen gesehen, die gar nicht hätten geführt werden müssen, weil wir durch eine gewissen Körperlichkeit die Gesetze der Physik in die individuelle Spielpsychologie einführen können: "Hier ist jedenfalls nicht der Weg des geringsten Widerstands!" Anders ausgedrückt: "Hier ist der Weg des Schmerzes!"

    Trainerkollege Rene gab mir Recht, nahm die "Schuld" auf sich und erklärte, er habe letzte Saison in der D noch extrem auf Ballgewinn spielen lassen (was ich einmal beobachten durfte, was zwar beeindruckend war, aber es fehlte schon dort, bei einer ansonsten deutlich überdurchschnittlichen D-Jugend, das Maß an Körperlichkeit, um ganz starke Mannschaften schlagen zu können) und die Evolution raus aus dem Kinderhandball noch nicht geschafft/forchiert habe. (Macht dann ZeeBee im Januar.)

    Um den Sprung raus aus dem Kinderhandball zu schaffen, muss ich mir vielleicht mal vor Augen führen, was eine Mannschaft mit meiner Deckung machen würde, die einfach vier-, fünfmal in Hochgeschwindigkeit durchspielt. Kein großer Druck, schnelle Pässe, einfach nur die Regelbewegung - im wahrsten Sinne des Wortes - laufen lässt. Was ist dann mit meiner HM? Lebt die noch? Ein ehemaliger Landesauswahltrainer hat hier mal seinen Jungs im Training stets gesagt: "Wenn es nicht KLATSCH macht, war es keine Abwehr." Habe ich als Kindertrainer immer belächelt. Würde ich heute unterschreiben. Sagen wir ab der C-Jgd.

    Moin!

    Ich bin gerade aufgrund einer Anfrage über das Thema Vereinswechsel einer Spielerin mit Zweifachspielrecht über eine mir unbekannte Regelung gestolpert.

    a) Sie wechselt zu einem Drittverein: Hätte ich aus dem Stegreif sofort gesagt, die Wartefrist beginnt entweder mit der schriftlichen Abmeldung vom Erstverein, alternativ mit dem letzten Pflichtspieleinsatz in Erst- oder Zweitverein.

    b) Mein Fall aber: Sie wechselt vom Erst- zum Zweitverein: Hier hätte ich ohne Blick in die SpO spontan angenommen, es kommt auf den letzten Einsatz beim Erstverein an. Der Landesverband will es aber wie oben lösen, Erst- oder Zweitverein.


    §23 Vereinswechsel, Spielausweisverfahren

    (1) Spielerin*innen, der/ die den Verein wechseln will,

    a) muss sich als Handballspieler*in schriftlich bei seinem/ ihrem Verein (bei Mehrfachspielrechten beim Erstverein) abmelden

    oder

    b) kann einen Passantrag für einen neuen Verein stellen. Der Zeitpunkt der Abmeldung ist, ungeachtet einer weiteren Vereinszugehörigkeit, der Tag nach dem letzten Meisterschafts- oder Pokalmeisterschaftsspiel seines bisherigen Vereins (Erst- und Zweitverein), an dem er/ sie teilgenommen hat (s. ansonsten § 26 Absatz 7).

    Auf den ersten Blick würde ich dem Landesverband Recht geben. Es ist einheitlich Fall a) und b) geregelt. ABER:

    - wir sind gerade bei Mehrfachspielrechten, d.h. es sind bereits zwei "alte" Vereine beteiligt

    - nun kommt der Passantrag für den "neuen" Verein (für den Zweitverein hat er ja bereits eine Spielberechtigung)

    - die Wartefrist beginnt mit dem letzten Einsatz des "bisherigen" Vereins, sei es Erst- oder Zweitverein

    In Fall b) wird einer der beiden bisherigen Vereine zum neuen Verein. Die Regelung passt nicht auf Fall b), den Wechsel innerhalb der beiden beteiligten Vereine im Mehrfachspielrechteverhältnis.

    Meine Meinung: § 23 SpO regelt das "(Erst- und Zweitverein)" den Wechsel zu einem Drittverein außerhalb des Mehrfachspielrechtsverhältnisses. Bei einem Wechsel von Erst- zu Zweitverein gilt:

    Es kommt auf den letzten Einsatz im Erstverein an.

    Die Regelung ist aber unscharf. Und Spieler mit Zweifachspielrecht würden privilegiert. Jeder andere muss zwei Monate komplett aussetzen, in Fall b) kann der Spieler im Zweitverein einfach weiterspielen. Das wird die Sportgerichte sicher noch beschäftigen, ich wage keine Prognose. Behandelt man Fall a) und b) gleich, würden solche spontanen Wechsel unattraktiv, was gewollt sein kann und auch das Zweifachspielrecht als Institution untergraben würde. Ich könnte zu Saisonbeginn ein Zweifachspielrecht beantragen, um letztlich die Wartefrist zu umgehen, wenn ich dann wechsele. Sportpolitisch kann das nicht gewollt sein und das gäbe dann womöglich auch den Ausschlag, wenn die Sportgerichte die Regelung auslegen.

    Ich würde es jedenfalls nicht darauf ankommen lassen und jedem Spieler raten, die zwei Monate auszusetzen.

    Vom Bundesverband würde ich mir eine Klarstellung wünschen:

    b) kann einen Passantrag für einen neuen Verein bzw. den Zweitverein stellen.

    Die Diskussion ist nicht für die Gallerie. Es geht (jedenfalls noch in dieser Saison) um die Möglichkeit, im Zweitverein in zwei Altersklassen parallel zu spielen, was nicht mit Zweifachspielrecht geht.

    Ich hatte an anderer Stelle geschrieben, dass ich über einen Podcast gelernt habe, dass in Skandinavien teils die Belastung 25:50:25 (Unterforderung - an der Grenze - Überforderung) angesetzt wird und dass ich den Teil mit gezielter Unterforderung von Talenten noch nie wirklich ernsthaft in Erwägung gezogen habe. Wenn nun in Bremen aber mit Schwerpunkt Unterforderung gearbeitet wird, bin ich auf das Resultat gespannt. Allerdings bin ich ein wenig skeptisch. Andererseits stoppt dann vielleicht unsere Abwanderung Richtung Norden und es geht mal andersherum...

    Positionswerfen im Aufwärmprogramm vor einem Punktspiel. Haben sich die Mädchen bei den Großen abgeguckt. Inzwischen schon Routine. LA. RL. RM. RR. RA... wir haben keine Linkshänderin. In einem bestimmten Filmgenre nennt man die - nicht selbstverständlichen - Dialogstellen "comedy part". So nenne ich die Würfe von Rechtshänderinnen bei Kindern von RA beim Positionswerfen.

    Herbstferien. Trainingsgruppe ist ohnehin geschrumpft, wir machen mal das, was sonst zu kurz kommt. Zwei Einheiten Schwerpunkt Rechtshänderinnen werfen von RA.

    Ich mache den didaktischen Schnelldurchgang. Erst auf den Knien, dann mit Anlauf und Sprungwurf. Der Erfolg gibt mir letztlich Recht, der ein oder andere Zwischenschritt würde aber nicht schaden.

    1.

    Matte liegt quer am Torkreis auf RR. Spielerin kniet mit Ball. Arm in die AIM Stellung (alles ist möglich), also volle Streckung nach oben. Mit Festhalten von mir simulieren wir kurz den Wurf. Spielerin nimmt Körperspannung auf, kippt gegen die Hand, legt den Wurfarm über Kopf, zögert den Wurf maximal heraus. Ziel ist (erst einmal) die lange Ecke.

    - Ich möchte erst einmal gar keine Oberkörperverwringung und keine Ausholbewegung. Ellenbogen schnellt vor, Unterarm drückt nach. Die Jüngsten bekommen gar keine Kraft in den Wurf, die Älteren kriegen dass schon ganz ordentlich hin.

    - Durch die fehlende Ausholbewegung wird das Handgelenk wichtig. Die letzten Kraftreserven kommen von hier. Hand klappt nach hinten, nimmt Vorspannung auf und klappt mit dem Wurf nach vorn.

    - Gehen zu viele Bälle am langen Pfosten vorbei, muss der Daumen im letzten Moment noch etwas Richtung Tor gedreht werden.

    - Landung wird abgefangen durch den Nichtwurfarm.

    2.

    Werferin auf Linienaußen, Tippen/Vorbewegung/sonst was, beschleunigen, kleine Kurve Richtung 7m, Sprung Richtung 7m. Körper kippt gegen die Hand ab, Wurfarm wird über den Kopf gelegt, Körperspannung, Wurf wieder mehr drücken aus dem Unterarm als Körperverwringung und Ausholen mit Oberarm.

    RA werden wir jetzt zunehmend mit Shootern besetzen und aus der Not eine Tugend machen. Ich vermeide es ohnehin, unsere Nachwuchszwerge auf RA einzusetzen. Da ein paar Mädels den Wurf ganz ordentlich hinbekommen, kann ich nun auch mal eine E-Jugendliche auf RR stellen, eine Shooterin auf Außen und ggf. in der Abwehr tauschen.

    Apropos Aufwärmprogramm. Am Wochenende war Start in die Hauptrunde D-Jugend, auswärts. Gegnerische TW war beeindruckend groß und meines Wissens auch Auswahltorhüterin. Aufwärmprogramm döse ich gern mal vor mich hin, eine innere Stimme flüsterte mir aber zu, mir das Warmwerfen in der anderen Hallenhälfte anzuschauen. TW hält bärenstark den ersten Wurf halbhoch mit dem rechten Fuß. Überhaupt beherrschte die Junge Dame die rechte Seite des Tors. Nach 30 Sekunden war aber auch das Tormädchen entzaubert. Dr. Jekyll und Ms. Hyde. Rechts überragend, links... nicht viel. Die folgenden Minuten bestätigten den Eindruck. Während des gesamten Spiels kommentiere ich jeden einzelnen unserer Würfe, ob gute oder böse Seite, ob es nicht Glück auf der bösen Seite war oder ob es womöglich keine Alternative gab. Publikum wird mich für bekloppt gehalten haben. Hätten wir ein Wurfbild gezeichnet, die Mädels haben überraschend diszipliniert nach rechts geworfen oder links platziert getroffen.